Arbeitsjournal. Sonntag, der 14. Juni 2009. Zu halten lernen: loslassen.

10.33 Uhr:
[Arbeitswohnung. Zweiter latte macchiato. Pettersson, Zweites Violinkonzert.]Ich höre dieses Konzert heute, weil ich >>>> melancholisch das Finale ehren möchte. Morgen werde ich das letzte Kapitel >>>> des Romans in Die Dschungel stellen; dann wird dieses erste „Gesamt“roman-Projekt abgeschlossen sein; d.h., ich werde auch noch die Arbeitsnotizen einstellen; das sind sehr viele Seiten voller ausgeführter (eingearbeiteter) und unausgeführter Ideen & Beobachtungen. Aber ich werde mir damit Zeit nehmen. Außerdem werde ich, um den Lesefluß dann ungestört sein zu lassen, sämtliche Kommentare kopieren, dann löschen und in einem eigenen Kommentarbaum wieder einstellen. Danach dann erst die Notate.
Um elf kommt mein Bub fürs Cello und zum Lernen; seine Mama ist drei Tage unterwegs, er wird bei mir sein; allerdings mochte er gestern lieber bei seiner Freundin schlafen. Das ist sonnabends in Ordnung; nur während der Schulwoche ist strikt drauf zu achten, daß Du um acht im Bett liegst. Ich selber, gestern, habe gar nicht gearbeitet, das heißt: s c h o n, aber habe mich um die anstehenden Backups gekümmert, Dateien geordnet (fertig damit bin ich allerdings noch lange nicht), habe CDs aus bereits überspielten DAT-Bändern zu CDs gebrannt, das Musikarchiv entsprechend vervollständigt usw. Ansonsten habe ich nur, und diesmal viel, am Cello gesessen, ein weiteres Stück auswendig gelernt und versucht, schöne Töne zu spielen. Ganz ganz allmählich wird mein Handgelenk locker, es braucht irrsinnig viel Zeit; abends waren meine Finger „muskelkatrig“. Dann LOST ff. Zweiter Tag ohne jeden Alkohol, zweiter Tag ohne Schmerzmittel. Morgen werden die Fäden der Läsiönchen gezogen werden; die Geschichte beginnt, deutlich abzuheilen. Das Ende damit ist das aber dann noch nicht, es wird eine zweite Creme-Phase geben, doch nunmehr nach Anleitung mit Vorsicht. Ich fürchte mich nicht, will endlich wieder gesund sein, der Rest ist wurscht. Heute morgen seit langem wieder eine kräftige Erektion, sogar ziemlich angenehm. Αναδυομένη erklärt die Morgen-Erektionen so: „Bevor der Urmann auf Jagd ging, weil ihm da was zustoßen konnte, ließ er seine Gene zurück.“ Find ich hübsch, zumal in LOST gefragt wird, ob jemand ein Bauer – in der Serien-Ideologie: ein „Guter“ – oder ob er ein „Böser“, ein Jäger nämlich, sei. Ich bin ganz sicher kein Guter, auch wenn sich meine Arbeitswut derzeit eigentlich eher in sich zurückziehen und vielleicht mal ein Gärtchen anlegen möchte.
Briefe geschrieben, unter anderem mit einer, die mir wichtig ist und aus guten Gründen Die Dschungel verlassen möchte. Man muß gehen lassen können, das hab ich gelernt. Aber man darf dabei nicht loslassen, darin liegt das Geheimnis: locker halten, um auch aus Entfernung auffangen zu können.

Ich wollte noch mehr schreiben heut früh, aber hab vergessen, was.

11.10 Uhr:

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