piroggen gekauft, zu g gefahren. der kleine p wollte mich noch sehen. der kleine p ist momentan schwer genervt von dem noch kleineren m. den er, moralisch total unkorrumpiert, derzeit am liebsten verhungern ließe, oder an seine cousinen verschenkte. hartes los, wenn sich der bruder es aber trotzdem nicht nehmen lässt, sein geschwister für absolut geeignet zu halten, sich an ihm in die aufrechte zu bringen. später kam g dann noch von der verabschiedung. jetzt gehts zu den blauen pillendrehern, nach einer ewigkeit bei scheringbayer. jemand mit sechsstelligem jahresgehalt, den ich mal unsachgemäß zu beruhigen suchte, indem ich meinte, wird schon nicht so schlimm kommen, wenn bayer schering übernimmt, worauf ich mir ein, du sitzt ja mit deinem arsch im warmen einfing und das gespräch beendete, hielt ich immer für weniger stressanfällig, das gegenteil ist der fall, und ich beneide ihn auch nicht, beleidigt war ich jedoch sehr, dann hab ich beschlossen, es nicht mehr zu sein, auch ohne entschuldigung. ja, es ist ein hartes los, wenn man einen guten job hat, den man gerne macht, und sich und anderen sagen muss, am bass bin ich einfach nicht so gut, sonst wäre ich musiker geworden. you may find yourself. ach, g, denke ich oft, und, hoffentlich kann er mal sein glück wirklich fassen. andererseits, wenn man wirklich in einem leben steckt, was sich nicht hundert pro wie das eigene anfühlt, wird es schwierig bleiben, da kann ich ihn ja gut verstehen. aber, wer steckt schon in so einem leben? abends bei m, die mir erb vorlas und von der lehre erzählte. es ist schön, es ist richtig. zurück in meinem leben, fern von meinem leben. ich muss die unvereinbarkeitsklausel streichen. die ist nur in meinem kopf. gestern dann mit m in die neue nationalgalerie, die sammlung pietzsch und imi knoebel, zu hilfe, zu hilfe, titelte er seine weiss gerollten fenster. gute arbeit, den titel lese ich als ein: ich kann unmöglich die ganze neue nationalgalerie selber streichen und glaub auch nicht, dass er das gemacht hat. m glaubt wohl. zu hilfe, zu hilfe. jetzt würd ich das gerne genau wissen. die pietzsches haben zwei mattas, die ich gerne mitgenommen hätte. und surreale amerikaner, die ich nicht kannte, da wurden wir schon rausgejagt. dann gings zum haus am see. ich war nach einem bier etwas schmöll und musste dann vorm kino mit r schnell nochmal nach hause. mir war zu kalt. dann wie der, aber gegen den wind, in gebotener eile zum babylon gefietst und mit r den neuen jarmusch, the limits oft control, geschaut, danach in den monarch, wo ich noch nie war. jetzt fühl ich mich wieder angekommen. morgen muss ich nach wien, übermorgen nach leipzig, dann den pasolini fertig schreiben, am mittwoch kommt m nach. boah, mein rücken, das rad fahren, zweieinhalb monate aus der übung, das macht sich bemerkbar, ende august werden die hosen wahrscheinlich nicht mehr passen, dafür wieder die anderen. röcke und kleider lassen mehr spielraum, seitdem entdecke ich sie wieder, und ein wenig, weil r mal sagte, röcke und brillen seien sein fetisch. mit der brille, das bringe ich nocht nicht, obwohl, wer weiß, vor vier jahren meinte der augenarzt, in nicht allzu ferner zukunft werde die mal fällig.
mir fällt ein, als ich das erste mal auf x traf, trug ich auch rock, aber da kannte ich r noch nicht. ich scheine also nicht allein auf r dabei zu hören. nur das radfahren ist mit rock manchmal etwas heikel. r meint das tatsächlich ernst, ich dachte, das ist doch alles mode, das kann doch gar kein fetisch sein. ich überlege, ob ich einen modischen fetisch habe. hm, radlerhosen vielleicht. gestern überholte mich ein trupp radlerhosen, sie sprachen gefühlt finnisch und hatten sehr weiße beine. am ende der saison sieht ein passionierter radler aus, als trüge er halterlose strümpfe und oben rum ein camiseta branca. aber fetisch ist das eigentlich nicht. ich hab, wenn, einen theoretiker fetisch, obwohl mir die praktiker lieber sind, dann ist das vielleicht doch kein fetisch, sondern eine fixation? mit r noch lange übers autorimage geredet, und wie hinderlich so ein image, egal welches, eigentlich ist, und dass wir das beide nicht wollen, aber irgendwie auch nicht ganz vermeiden können. es sei denn, denke ich gerade, dass man gar kein autor ist, in echt. dahin flüchte ich mich dann und denke, bin ja eh keiner und wenn ich keiner bin, dann brauch ich auch kein image von dem, was ich nicht bin.
x am telefon: wie war das fliegen – ich: wie immer. x: hattest du keine angst – ich: ich weiß ja nicht, wie es ist, wenn es nicht wie immer ist, wenn es nicht wie immer gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich angst gehabt – x: das ist mir zu dialektisch. und ich dachte noch, das ist jetzt die retourkutsche dafür, dass ich neulich schrieb, empfiehl mir mal was, aber keine theorie, weil, für deleuze bin ich zu blöd und für foucault hätte ich die dialektische geduld nicht mehr. katz und maus. die freche maus, die freche katz. das tut sich nix.
r hat mal in sydney zu u gesagt, er fände mich ganz schön frech. vielleicht hatte er damit recht. aber ich bin von mir aus betrachtet echt unfrech. das ist alles nur zerknirschung und zerknirschung ist was anderes.

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