dichterarmut dichterreichtum

in größter not nachfragen, ja. dass es oft nur um einen symbolischen wert geht, der das ansehen und damit den materiellen wert mehren kann, zeigt so etwas wie der prix goncourt. es geht ja manchmal vielleicht um nicht viel mehr als um eine symbolische zuwendung. es nützt sicher nicht viel, wenn man für randständiges weitere zehn bis zwölf randständigenpreise erfindet, die nutzen dann den zehn bis zwölf, ist so verkehrt auch nicht, aber das problem ist ein strukturelles, wenn nicht ein feuilleton massiert den grünbein hergebetet hätte, dann wäre der grünbein bei den deutschlehrern vermutlich noch nicht angekommen.
und es ist für meine begriffe schon ein skandal, wenn eine bekannte deutsche literturkritikerin zu einem lyrikfestival angereist kommt mit kind und kegel und man dann nicht mehr als eine randglosse zur veranstaltung in der wochenzeitschrift lesen darf, die es nicht für nötig hält, auch nur einen namen zu erwähnen, noch die veranstaltung überhaupt ernst zu nehmen. das ist verhöhnend habe ich damals gedacht. und zum schluss denkt man selber noch, man hats ja nicht besser verdient, was hat man schon geleistet im gegensatz zu den prosaautoren, die satz auf satz türmen. was ist schon die skulptur vor der deutschen bank gegen die deutsche bank? kunst am bau.
das muss man nicht gegeneinander ausspielen, aber von welchem stück prosa habe ich denn tatsächlich über die fabel hinaus etwas über wahrnehmungsweisen erfahren, die mir noch nicht allzubekannt waren? (zuletzt, goetz, klage.)
aber wenn wer immer nach dem selben rezept das gleiche brot backt, der erfährt nie, was man mit teig sonst noch so anstellen kann. aber brot, aber brot, frau brot, liebe m, ja genau, wenden alle ein, unser täglich brot, darauf können und wollen wir ja nicht verzichten. aber das backt man sowieso und wir ernähren uns nur noch vor dem fürchten des geldes, kommt mir so vor.
ignoranz, ich werde m fragen, ist keine lässliche sünde. verdammnis wird folgen. ich schaue in den kalender und markiere ein datum. 2018. es wird ein freitag sein.

die hefe ist sodann gekippt. / so entstellt zu sein und wie das ist. / am türpfosten hielten sie sich fest mit letzter kraft, es krümelte. / wir essen das nicht mehr. adieu, frau brot, du musst jetzt gehn.

aus: Das Recht des Schöneren, Monika Rinck, Helle Verwirrung.

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61 Kommentare zu dichterarmut dichterreichtum

  1. ovid sagt:

    randständige hefe erst als ich sie zusetzte /
    gingen die wörter /
    auf warten/
    im feuchten umschlag /
    auf des bäckers blume

  2. R.F. sagt:

    Preiseitelkeiten Das ist doch alles nicht konstruktiv. Machen sie sich doch nichts vor: Auch Lyriker treten sich hierzulande gegenseitig weg. Sie haben spitze Ellenbogen. Sie akzeptieren sich doch nur auf Augenhöhe in ähnlichr Not, aber wehe, jemand steigt irgendwie auf, und die anderen bleiben zurück, dann ist es aus mit der Freundschaft. Es ist doch eine Mentalitätsfrage. Sie wissen doch, dass Literatur oder Sprache überhaupt in Deutschland nicht die selbe nationale Bedeutung hat wie in Frankreich, wo es ja bekanntlich den homme d’lettre schon mal als Begriff gibt. Lyrik muss ein öffentliches Event werden, ein Ereignis.
    Hier eine bessere Geschäftsidee: Das deutsche Lyrik-Ensemble.
    Das Problem ist doch, dass jeder vor sich hinwurstelt, und jeder sich als einsames Genie hält und Solidarität, wenn überhaupt, nur in gemeinsamer Not funktioniert. Meine Geschäftsidee wäre also ein Lyrikensemble, das wäre ein großer Chor von – sagen wir mal 49 gut trainierten Sprechern plus Dirigent/Dramaturg. Dieser Chor besteht entweder aus Sprecherprofis, gemischt, oder sogar aus Lyrikern selbst. Man zieht ihn als reines Sprach-Ensemble auf. Vielleicht ist er auch noch größer und bekommt noch 20 Kinderstimmen dazu, die vorne stehen.
    Jetzt funktioniert die Sache folgendermaßen: Man trainiert mit diesem Chor ein etwa 45 minütiges Programm ein, sagen wir zum Thema „Frühling“ , und dann nimmt man aus der zeitgenössischen deutschsprachigen Lyrik von verschiednenen Lyrikern Gedichte und baut daraus eine Dramaturgie – lässt diese Gedichte von diesen 60 Leuten sprechen, flüstern, tönen..in Gruppenaufteilungen, gemeinsam etc… was glauben sie was so ein chor aus Lyrik machen kann …etc…. und vertraut dabei nur der Musik der gesprochenen Sprache, also man stellt unter Beweis, dass Sprache, Lyrik eben durchaus auch eine „monumentale“ Bedeutung hat oder haben kann. Dann gehen sie mit diesem Chor auf Städte-Reisen, in die Hallen, sie bedienen sich dabei natürlich ebenso einer Mikrofontechnik und nutzen alle Schikanen, die es gibt, nur eins bleibt verboten: Singen oder zusätzliche Musik. Die Sprache singt für sich allein.
    So. Jetzt bauen sie sich peu a peu ein Repertoire zu verschiedenen Themen zusammen. Liebe, Jahreszeiten, Technik, Reisen, bla bla
    Ich sage ihnen, wenn sie mit diesem Konzept drei Jahre durch Deutschland gereist sind, hat die Lyrik, hat die Sprache einen anderen Stellenwert als vorher.
    Das Ding wird ein Exportschlager bis nach Japan… und dann suchen sie sich ein Haus als Heimat, falls sie mal nicht unterwegs sind, da kriegen sie dann die Reisebusse rein.
    Die Einnahmen aus den „Konzerten“ fließen in einen Topf zur Unterstützung von Lyrikern. Gleichzeitig finanziert man Programmhefte, die zugleich als kleine Lyrikantologien dienen, zum Mitlesen und Mitnachhausenehmen, macht PR, gibt Interviews etc…. So muss man die Sache aufziehen.
    Wenn Sie mit dem Konzept Fördergelder oder Sponsoren einholen, wird keiner Nein sagen, weil das die Lyrik nämlich aus ihrer verbissen verstaubten unglänzenden Privatgefriemel herausholt.
    Wenn man einen Sprecherchor geschickt und professionell führt, kann man die Texte verstehen, noch dazu wenn man mit kanonischen Effekten, Perioden oder wiederholungen arbeitet und Tontechnik einsetzt…. und sich genug Zeit für die Proben lässt.
    Anstatt also hier rumzunölen, würde ich mich jetzt an den Schreibtisch setzen und ein Papier aufsetzen, der das Konzept aufreisst und das an potentielle Sponsoren verschickt, sowie ans Bundeskulturminsterium

    Das deutsche Lyrik-Ensemble.

    Die Sprache nämlich muss wieder wichtiger werden als das verpiefte Lyrikergenie. Und wenn das passiert ist, dann hat auch das verpiefte deutsche Lyrikergenie wieder einen anderen Status. Es geht also um die Akzeptanz von Lyrik und den Respekt vor Lyrik und nicht um den Lyriker.

    • diadorim sagt:

      ohne lyriker keine akzeptanz und keinen respekt vor lyrik, irgendwer muss sie machen.
      ansonsten hätte ich nichts gegen diesen vorschlag. 99 in graz hat frank köllges ähnliches getan mit ein paar von uns. allerdings bin ich des reisens müde. planen sie bitte ohne mich, der text ist schon event genug. sie denken wie ein eventmanager, ich denke halt bloß wie ein dichter. die texte sind meine werbung, ich möchte nicht ständig in personalunion mit ihnen für sie werben, auch, aber nicht nur.
      es ist ein unterschied, ob man laut über bedingungen nachdenkt oder nölt. ich kenne kein verpieftes deutsches lyrikgenie. sie bringen pappe in stellung.

      das unglänzende privatgepfriemel. hm. robert walser, sehr unglänzend, sehr privat gepfriemelt.
      man muss einen begriff davon haben, was der glanz der literatur eigentlich ist, und nicht ihr den begriff, den man vom glanz landläufig hat, überbügeln, denke ich.

    • R.F. sagt:

      verpieft ist genau diese Haltung: Ich bin die Dichterin aus dem frühen 19. Jahrhundert.
      Die Künstlerin hinter meinen Gardinen. Ich dichte.
      Ich möchte entdeckt werden.
      Jemand soll meinen Stein hochheben, unter dem ich lebe und dichte, und mir seltenem Insekt den Prix de Concourd verleihen. Ich möchte dann ganz bescheiden aufs Podium treten, ganz überrascht und bescheiden die Hände faltend einen großen PReis entgegen nehmen. Ach hörn sie doch auf.
      Für dumm verkaufen kann ich mich selbst.
      Das ist unamerikanisches Verhalten. Nicht geschäftstüchtig.

      Sorry, ich will sie nicht beleidigen…wirklich nicht….aber
      wer soll denn die Leidenschaft für so ein Projekt aufbringen, wenn nicht Lyriker selbst?
      Es geht eben in heutigen Zeiten der Krise der Lyrik erstmal n i c h t um den Lyriker, sondern zunächstmal darum zu plausibilisieren, was Lyrik sein kann. Was Sprache sein kann. Einen Bedarf zu wecken. Und dann wird man auch wieder der Personen dahinter gewahr werden.

    • diadorim sagt:

      sie schauen nur auf die haltung und leiten daraus was ab, was mit der sache selbst nichts zu tun hat. ICH BIN KEINE DICHTERIN DES 19. JHDS. wer meine gedichte liest, käme nicht auf den schwachsinn, das behaupten zu wollen.
      wer sind sie? was soll das? was bilden sie sich eigentlich ein? ich lasse mich auf ein gespräch ein und sie haben nicht einen funken höflichkeit über? meinen sie, das zeichnet sie aus?
      es geht bei allem auch immer um die menschen, die etwas hervorbringen. wenn humanismus ganz an ihnen vorbei gegangen ist, dann haben sie etwas nachzuholen, aber gründlich.
      ansonsten haben sie mit einigem nicht unrecht, aber ihre art gefällt mir nicht. absolut nicht. sie ist derart von respektlosigkeit durchsetzt, dass ich mir von jemandem wie ihnen nicht versprechen würde, dass er die sache der sprache der dichtung gut vertreten würde. ich mag mich täuschen, aber ich mag mich auch nicht länger beflegeln lassen. das werden sie verstehen. wenn sie was für die dichtung tun wollen, tun sie es, verlangen sie aber keine dankbarkeit von den produzenten, die sie gleichzeitig diskreditieren.

    • R.F. sagt:

      ich möchte niemanden bepflegeln, wenn es so rübergekomen sein sollte, entschuldigung, ich wollte nur auf einen Mißstand hinweisen, der mir ein mentaler Mißstand zu sein scheint, irgendwie ein falsch-romantischer, das 19.Jh. meinte nicht die Produktion, sondern die Unfähigkleit der Lyrikszene sich aus der elenden Abhängigkeit von irgendwelchen Kritiker-Tussis zu befreien, die sie oben ganz zu Recht angesprochen haben. Aber das Elend sind nicht die elenden Kritikertussis, von deren Berichterwähungen man elend sich abhängig macht, sondern eben das Elend einer Mentalität, die sich lediglich auf das Künstlerdasein beschränken zu müssen glaubt. Seit mindestens 20 Jahren läuten die Glocken, dass man im Literaturbetrieb irgendwie mehr haben muss, als künstlerisches Talent. Jetzt kann ich mich in die Schmollecke zurückziehen oder mit einer konstruktiven Idee eben dagegen angehen, sonst bringt das doch alles nichts. Sonst wird man nämlich noch die nächsten 20 Jahre von elenden Kritikertussis elendig abhängig sein, die einen wieder nicht erwähnt haben usw..
      also natürlich sind sie nicht 19. Jahrhundert….

    • diadorim sagt:

      sie bezichtigen uns nicht konstruktiv zu sein. mit zwei kolleginnen bastel ich an einem format, das sich die rottenkinckschow nennt. entschuldigung, es fand bislang 3 mal statt, wird heuer in den kunstwerken im august sich breit machen und im november nach wien ziehen. aber, ich darf ja keine werbung machen, sondern ich soll werbung machen. wie sollten wir abhängig von was sein, was uns die droge nicht gibt? iris radisch hat keinen schimmer von dichtung. sie folgte dem ruf der elmau, weils die elmau war, ist schön da, ich bin ja auch hingefahren. wenn iris radisch sich nun für lyrik interessiert und florian ilias, dann ist das löblich, aber man ist nicht abhängig von leuten, die einem nie was gegeben haben, wie soll das denn gehen?
      texte schreiben, die man selber gut findet, ist nicht so einfach, das kostet beschissen viel zeit. ich sitze in keiner schmollecke, ich habe gebloggt bis zum umfallen, ich habe mich mit meiner dichtung auf manches podium gestellt, ich konnte mir die schmollecke noch nie leisten, und, bitte, wer konnte das schon? was mir nicht gefällt, sie bezichtigen ständig die dichter und die kunst selbst. die sind aber nicht schuld, nur in ganz seltenen fällen.
      bitte, ja, was hat riesenmaschine gemacht? passig hat mal einen guten text vorgelegt, das hat doch gezählt, schade, dass sie jetzt lauter machwerk fabriziert, das irgendwie anschluss an den markt sucht, verständlich, aber schade, die frau kann schreiben, verschanzt sich aber hinter zweckrationalem handeln, verständlich, herrndorf kann auch schreiben. schmidt kann das. ich hab keinen einblick in deren bücher, vielleicht läuft alles super, man fragt sich dann natürlich, warum brauchen sie noch das goethe institut, wenn alles so super läuft, läuft wahrscheinlich doch nicht so super. würde ich nur ihnen nicht anlasten. verstehen sie, was ich meine? sie haben einen weg gesucht und gefunden, der kann aber nicht für alle gelten, und obs der einzige und richtige ist, bleibt auch nochmal dahingestellt. das problem ist doch viel einfacher, man kann seine zeit nur einmal vergeben, und das macht man, indem man bloggt, dichtet, dichtet und bloggt, die beschissen schnell verlotterte bude aufräumt, den kühlschrank befüllt, duscht, wen vom flieger abholt, wen zum flieger bringt. was soll denn der dichterwicht noch alles innovativ und intervenierend tun. muss man denn wirklich immer alles selber machen? kann mir mal jemand was abnehmen?

    • diadorim sagt:

      ah ja? deshalb kommentieren sie auch genau in dem moment der pose, die kaum mehr interessiert? sehr interessant.

      sehen sie, ich akzeptiere überhaupt kein dasein, das man mir zuweist.

      der klagenfurttext sollte den preis gewinnen. sie hängen also auch dieser theorie an. tja, kann sein, aber jeder text, der dort antritt, will den preis gewinnen, nur die internetwahl kann man vielleicht beeinflussen, aber den hauptpreis? wie soll das gehen? kannte sie die anderen texte? viele schreiben auf klagenfurt hin. ich glaube, sie hängen verschwörungstheorien an, die gezielt nur eines zeigen, eine sehr begrenzte sicht.

      ich komme auf riesenmaschine nicht wegen lyrik, sondern wegen der anderer strategien, die ein r. f. einforderte.

      und sie gefallen sich in der pose dessen, der auch nichts wirklich innovatives vorzubringen hat, als, kind, das musst du doch wissen, wenn du anwalt wirst, dass du einen ordentlichen anzug brauchst. tja. und in welcher nische hocken sie, wissen darum und sind ihres winkels froh, wenn man fragen darf?

    • R.F. sagt:

      @diadorim ich war jetzt auch etwas überrascht, dass sie mit riesenmaschine kommen, die haben doch eher einen journalistischen Ansatz und soweit ich das überblicken kann, können die nicht wirklich vom Publizieren leben. Aber die Idee ist natürlich schon auch – sich als Ensemble zu verkaufen, als Riesenmaschine eben. Ich glaube wirklich, man kann nur über die Definition-ich sag mal wieder das hässliche Wort – von Kernkompetenz zu dem kommen, also was Lyrik soll, für wen und warum etc… gestern fiel hier das Wort snack, nun ja, hm….weiß nicht…schwer das zu widerlegen.
      Naja…wie dem auch sei, immer mal wieder dringt ein bändchen raus, wie saskia fischer letztes jahr bei suhrkamp mit scharmützelwetter dann ist es wieder weg…kräht auch kein hahn nach, ist halt schwierig…
      ich fürchte es wird wirklich eine eher kulturphilosophische Diskussion über die Relevanz von Lyrik, aber die kann hier kaum geführt werden, ohne dass man da nicht sofort zu sehr ernüchternden Resümés kommt.

    • diadorim sagt:

      dann schlage ich vor, kaufen und lesen sie lyrik, es darf auch meine sein.
      ihre pubertät hätte ich sehen wollen, wenn sie mich aufgrund meiner beiträge hier als postpubertäre krawallrhetorikerin bezeichnen. pure behauptung. aber, man kanns ja mal versuchen hier an der schießbude, oder wie?
      fragt sich, wer da noch was nachholen muss, ich oder sie? und wieso glauben sie, ich habe danach überhaupt noch lust, ein wort mit ihnen zu wechseln?
      ich bin mal nett, also, beinahe jeder text ist für diesen wettbewerb konzipiert und konstruiert, und jeder wird zumindest von seinem vorschläger gecoacht. auch mich fragte man mal, traute sich dann aber doch nicht aufgrund der vielen fremdsprachigen passagen und ich hatte insgesamt zu wenig klagenfurtkompatiblen text zum zeitpunkt der anfrage. verwerflich finde ich das auch nicht, texte für den wettbewerb zu schreiben. man schreibt ständig auf auftrag. was macht da den unterschied. ich bin im bilde. sie müssen mich für dumm halten, aber das wollen sie so. sie sagen jetzt selber, es war der beste text in diesem jahr. na also. so habe ich das auch gesehen. und, ja, herrndorfs beide bücher sind schöne melancholische landmarks der gegenwärtigen erzählkunst. ich mag sie auch. und jetzt habe ich anderes zu tun.

      missverständnis, ich meinte, kannte passig ihre mitbewerbertexte.

    • DerFreundvonderJulia sagt:

      Sie schreiben auch Gedichte Diadrom?

    • Sun-ray sagt:

      @diodorim
      irgendwie ja schon bezeichnend teutsch,
      dieses jammerlappige bestehen auf ernstzunehmend-sein.
      ich würd Sie gern mal überzeugend
      über sich selbst lachend erleben.
      und sei’s nur hier.
      um vorzubeugen: ja, andere auch ….. 😉

  3. cellini sagt:

    @Keuschnig
    Das mit der „postpubertären Krawallrhetorik“ hätten Sie sich sparen können, und die Äußerung der Vermutung über das sich in der Pose der verkannten Dichterin selbst gefallen auch. Wieso muß eine Meinung immer gleichzeitig die subjektive Diskreditierung der anderen Meinung zum Inhalt haben. Ist doch kein Wunder, daß diadorim so reagiert, davon ganz abgesehen, daß sie hier die ganze Zeit einen Verteidigungswall aufbauen muß, weil nämlich gleich geschossen wird. So was zieht letztendlich Grenzen, unüberwindbare. Jeder hat seine Sicht der Dinge, und auch das Recht darauf, was definitiv nicht zugestanden wird, wenn man s o nachlegt. Für einen Dichter geht es nicht nur um die Existenz, wenn kein Geld da ist, kann auch der Kühlschrank nicht gefüllt werden, es geht vor allen Dingen um die Anerkennung des Werkes. Ich muß ehrlich sagen, daß es mich als Laie völlig schockiert, wenn ich lese, daß ein Text allein dafür geschrieben wurde, einen Preis zu gewinnen… wo bleibt da die Kunst des Werkes?. Ich las die Äußerung… „das ich mich jetzt verpflichtet fühle….“ Muß man sich verpflichtet fühlen?… wenn ja, warum ist das so?. Wenn es sich tatsächlich so anfühlt, frage ich mich, welchen Einfluß das auf die künftige Entwicklung des eigenen Werkes hat.

    Kennen Sie die bittersüße Melodie der Geldverachtung… die aus der Not des Ringens um die bedingungslose Hingabe an die eigene Berufung erklingt?

    • Menantes sagt:

      Ich kann mich Madame Cellini nur anschließen. Es ist erschreckend, wie bar jeder Höflichkeit sich die Herren(!?) verhalten, noch dazu ohne daß Sie einen Anlaß hätten. Ob das Medium dabei entscheidend ist? Denn in einem, gar handgeschriebenen, Brief hätten sie sich wohlmöglich nicht so schnell zu solchen Rüpeleien hinreißen lassen.
      Umgekehrt ist es bemerkenswert, daß Mme. diadorim sich überhaupt noch auf weitere Wortwechsel einläßt.

      Denn (salva venia); das einzige, was zerbröselt – und nicht erst bei näherem Hinsehen – ist Ihre Schein-Argumentation, R.F. Offenbar habe Sie eher ein Verständnis von Dichtung, das an ‚Wetten dass…- in-der-Arena geschult ist. Viel Vergnügen damit, aber reden Sie uns nicht ein, dies sei die Zukunft der Lyrik.
      Wohlgemerkt: Es gab zu vielen Zeiten Lyriker, die sich so oder ähnlich, je nach den Möglichkeiten der Zeit, in Szene setzten, auch in meiner Jugend. Alles sehr schön, alles sehr gut und amusant. . . . Doch dann hat man sich mit einer Handvoll Gedichte, die einem wirklich etwas bedeuteten in ein Separée zurückgezogen und eigentlich erst mit Lyrik begonnen.
      Was soll dieser ständig geäußerte Zwang zu Öffentlichkeit/Kernkompetenz/Vermarktung, und wie all diese unlyrischen Wörter heißen? Wissen Sie, R.F., was der Graf Machiavell tat, wenn er aus dem bewegten Tagesgeschäft eines intrigenwimmelnden Stadtstaates in seinen Palazzo heimkehrte?

      Nein?

      Dachte ich’s doch.

    • R.F. sagt:

      @menates Bemühen Sie sich doch bitte nicht so mit einem Hinterherspringen nach Stöckchen, die nicht für Sie geworfen wurden. So, ganz leicht desorientiert, wirken auf mich ihre letzten Kommentare.
      Und belästigen Sie mich nicht mit dem Herbeibringen von Stöckchen, die ich ihnen auch nicht mit Handschuhen aus dem Maul nehmen werde. Gerade wenn Machiavelli sie für Sie geworfen hat.
      Es gehört übrigens zu den Errungenschaften neuerer Zeit, dass sich Frauen in Blogs gerne selbst argumentativ verteidigen, und dies auch gerne tun, und wenn es notwendig scheint, auch deutlich.
      Sagen Sie doch, was sie sagen wollen: Lyrik ist auch für sie eine leise intime Form für wenige Liebhaber. Dann antworte ich: Na gut. Dann bleibt sie es eben. Und dann bleiben Sie damit eben auch auf der Linie von Diadorim.
      Schön.
      Dann haben wir ja alle Meinungen ausgetauscht.

    • Menantes sagt:

      Allerwertester R.F., oh, es war keinerlei Mühe für mich.

      Und: Ich sage, was ich sagen will, wenn und wann ich es sagen will; inzwischen freilich darauf vertrauend, daß Sie getreulich einspeicheln werden, was ich – Ihrer Meinung nach – eigentlich sagen wollen sollen müßte.

      Überdies bin ich vollkommen orientiert, danke der Nachfrage: Darüber p.e., daß Sie am Austausch von vielerlei Dingen interessiert sind. Meinungen gehören jedoch nicht dazu.

      Und jetzt entschuldigen Sie mich: Mein leises, intimtes Lesebändchen raschelt mit dem Seidenpapier…

    • Rober Toni sagt:

      Ich sag Ihnen mal was, wenn ich ein gutes Gedicht lese ist es mir völlig egal, ob dass von anderen gelesen wird, lesen ist etwas dermassen egoistisches und muss es auch sein, wer nach den Bestsellerlisten schaut und dazu tanzt und liest macht auf mich einen tausend mal seltsameren Eindruck als einer der zum Beispiel Gedichte von Waterhouse liest

    • R.F. sagt:

      liebe Freunde der Lyrik, dieser Diskussionsstrang handelte nicht von, und meine Beiträge zielten auch nicht darauf ab, Lyrik zu bewerten danach oder zu qualifizieren, ob sie erfolgreich ist oder nicht.
      Meine Einlassungen zielten auf die Frage, wie man Lyrik insgesamt aufwerten könnte, dass sie als Form wieder etwas breiter ins Bewusstsein rückt. Davon war hier die Rede.
      Ich habe nichts darüber gesagt, ob oder welche Art von Lyrik ich bedeutsam finde. Darum gings mir nicht.

    • Max Greger sagt:

      Von welchem Bewusstsein reden sie? Die Leute die ein Bewusstsein für Lyrik haben lesen sie, was wollen Sie, in die Hitparade?

    • R.F. sagt:

      @Greger Scheinbar nicht. Diadorim sprach von einem Lyrikprekariat als ein Dasein in Aufmerksamkeits-und Geldnöten, darauf hin darf man ja wohl mal paar Überlegungen machen.haben sich paar Überlgungen entwickelt. Aber nu ist ja alles geklärt. Sie ist ja in einer Dreiergemeinschaft und hat Veranstaltungen. Also alles top.

    • Dr. Hermann Schniedel sagt:

      Man müsste diese ganzen querulatorischen Lyriker und Linksintellektuellen – nicht wahr, das sind Sie doch alle, nicht ? – tun sie doch nicht immer so glatt, das merkt man doch sofort was da hinter den wohlgestalteten Bildungsfassaden eigentlich am gären ist ! – in Umerziehungslager stecken, so wie es der Iwan seinerzeit machte tief rüber nach Sibirien packen und dann pro systemkritischem Lyrikband 3 Jahre absitzen und vor allem mit körperlicher Arbeit abzahlen lassen.
      Damit diese verzogenen und verwöhnten Schnösel und Salonrevolutionäre mal gründlichst kennenlernen, mit was ihr revolutionäres Subjekt – der redliche und anständige Arbeiter nämlich – so tagtäglich seine Brötchen zu verdienen hat.
      Wenn Sie wenigstens anspruchsvoll schrieben, avantgardistisch, überlegen !

    • top sagt:

      und was hat das alles und das top mit lyrik zu tun?

    • kurthus sagt:

      wer von einem iwan redet und dann auch noch anspruch fordert, der hat zulange in seiner eigenen Pisse gelegen und Pläne geschmiedet, schneiden sie es ab und teilen sie es uns bitte umgehend mit.

    • R.F. sagt:

      @schniedel Meinen Sie, dass der Lyrikgeneration so ein bisschen lebensverwöhnt ist, weniger interessant, weil zu behütet? und damit eher sympathisch verspielt, aber zu ausgestreut?

    • @cellini/Menantes Der Dünnhäutigkeit der zarten Lyrikseelen willen beuge ich mich den „Ratschlägen“, was man sich zu sparen hat oder nicht (wer das nur bestimmt?) und habe meine Kommentare gelöscht. Auf das alle in ihrem Luxusgejammer alleine bleiben und bloß nicht gestört werden. Da schafft man es dann höchstens noch, sich gönnerhaft zu gerieren. Warum hab‘ ich hier bloß noch einmal angefangen, irgendetwas zu kommentieren?

      Wünsche schönes Wolkenbauen.

    • ovid sagt:

      noch die dünnhäutigsten /
      trommeln auf dem /
      wellblechdach /
      und schlagen ihn /
      in die flucht

    • Dr. Hermann Schniedel sagt:

      @ Herr R.F: So lange sich hier völlig ungestraft solche unreifen Burschen und Spünde wie
      Menantes, kurthus und ähnliche tummeln dürfen, so lange wäre mir eine ernsthafte Diskussion hier erst einmal entschieden vergällt.
      Nein, das ist wirklich nicht mein Niveau, – eines, welches eher labbrigen, zerfallen – den Kadavern und morschen, bleichen Knochen verschrieben zu sein scheint.
      Hitparaden und Wetten dass Sendungen dazu noch zu verunglimpfen – das ist das
      wirklich verwerfliche solcher armseliger, lausiger existenzen.

    • Pimmeltip sagt:

      Hören Sie genau zu, fassen sie ihren Pimmel an, versuchen sie ihn zu drehen oder zu schütteln, ja in etwa so und bleiben sie so stehen und sehen sie, dass ist das was sie unter avantgardistisch verstehen, haben Sie es begriffen?

    • Sun-ray sagt:

      okay, soviel also zur destruktiv-kritik.
      madame diodorim, möchten Sie nicht endlich zeigen,
      wozu sie wirklich in der lage sind?
      oder sind sie es etwa gar nicht?
      ich zumindest freu mich jedesmal,
      wenn erster schwacher eindruck
      eines besseren belehrt wird.

    • Dr. Hermann Schniedel sagt:

      Da lache ich mir doch einen Ast, Pimmeltip oder Lümmeltrip oder Bommelstrip.
      Als ob sie hier der Apologet einer strikt und stracks auf Zukünftigkeit oder Fortschrittlichkeit ausgelegten Klasse wären – mit so einem unflätigen, schlichtweg
      jenseits allem Anstand verlaufenden duktus disqualifizieren solche Underdogs von
      Ihrem Schlag doch nur sich selbst.

    • Frausen sagt:

      Früher haben sie an den Trinkbuden so geredet und heute reden sie im Internet so und immer vergessen sie die Hose hochzuziehen und man sieht die ganze Scheisse die aus ihnen kommt

    • R.F. sagt:

      @diadorim sie könnten auch anders reagieren, und den Pöblern einfach ein Tablett mit ein paar erfrischungsgetränken nach draußen bringen, dann wären alle charmant entwaffnet…

    • diadorim sagt:

      ja, kill them with kindness, klappt aber nur bei sticheleien und nicht bei tatsächlichem böswill, und so masochistisch veranlagt bin ich nicht, leuten, die mir ins gesicht spucken noch ein minz zu reichen. so selbstlos san ma net.

    • Sun-ray sagt:

      Also zumindest meine Wenigkeit
      dachte weniger an halbseidenes Märtyrertum,
      als an gefestigte Souveränität.
      Aber offensichtlich ist dafür
      (noch) nicht genügend Selbsterfüllheit gegeben.

      Alles Gute Ihnen, Frau Diodorim.

  4. ovid sagt:

    „wir essen das nicht mehr“ nicht nur /
    weiss weiß /
    daß jeder /
    nahrungsaufnahme /
    der stuhl /
    gang folgt

  5. diadorim sagt:

    ich habe gerade einen sturzbetrunkenen aus der tischlerei schmeissen müssen. er folgte mir durchs offene tor und behauptete, er sei mit der künstlerin verabredet, die dort gerade ausstellt. die ausstellung war nicht verschlossen. und, soll ich was sagen, der hat sich in real ungefähr so benommen, wie es hier einige nicht lassen können.
    übrigens, nett auch, als ich jemand vom haus bat, mir zu helfen, eilte der schnell fort und hatte nur den rat, rufen sie die polizei. ich hab es auch so geschafft, muss ich hier jetzt noch die polizei rufen, oder was soll das?
    jeder besoffene penner steht mit mehr identität für seine verfehlungen ein, wie ich heute erfahren durfte, als einige anonymen kommentatoren hier. seien sie froh, dass ich sie nicht von angesicht kenne, und, wenn doch, hoffen sie, dass ich nicht dahinter komme.

    • netzpolizist sagt:

      o.k. dann buchte ich jetzt den herrn dr. schniedel ein – gefahr im verzug dürfte erst einmal reichen.

    • Dr. Hermann Schniedel sagt:

      @netzpolizist Das klappt aber auch nur deshalb, weil mir die Freude und die Lust an einer entspannten und offengeistigen Diskussion nun deutlich getrübt wurde.
      Na dann gut Nacht Freunde – saludos, amigos.

    • Bauer sagt:

      Die Schlafmütze taucht ja doch wieder auf, muss jetzt erstmal Gassi gehen, schätze ich, dort wo solche Schlafmützen hinpissen wächst kein Gras mehr
      heißt es

    • Sun-ray sagt:

      Mit Verlaub – das, was Sie hier grade praktizieren,
      nennt man im Volksmund ‚Gegen den Wind pissen‘.
      Nein, ich will Ihnen nichts Böses.
      Aber Geseiere find ich nun mal erbärmlich.
      Solange, bis es beschließt, stattliches Selbst zu sein.

    • Bauer sagt:

      Dieser gestörte pöpelt hier rum und sie fallen mir in den Rücken, wahrscheinlich werden sie gerne von solchen Hodensäcken beleidigt

    • Dr. Hermann Schniedel sagt:

      Jaja Ihr armen kleinen sensiblen Schizophrenchen, das schweisst Euch zusammen
      wenn mal ein richtiger Mann kommt und mal anständig mit der Faust auf die Tischplatte haut und Euch mal ganz genau sagt, wo’s langgeht mit der Lyrik und den Gänsekielen und dem Büttenpapier und dem Wahren/Guten/Schönen auf immer und ewig und drei Tage.
      ja und Ihr, Ihr paranoiden Käsefresser und Leimrutengrabscher, Ihr herumhockenden Staubfänger und Schmeissfliegensensationen, Ihr Schalksnasigen
      und rotbeknollten Erbsenzähler und Beckmesserianer, Ihr Pharisäer, welche hoch- und höherfliegende Paroxysmen nie kennenlerntet.
      von Euch verabschiede ich mich nun – insofern jemand sich durch meine inbrünstigen und tapferen Worte gemeint fühlte.

    • Brauer sagt:

      Ich dachte die Null wollte gehen

    • june sagt:

      Wow, ein sooo toller Mann, der Herr Doktor! Fast wäre ich schwach geworden und IHR vertreibt ihn. Euch liegt einfach nix an meinem Glück!
      *schnupftinihrtaschentuch*

  6. @diadorim. Löschungen. Keuschnig. Liebe Diadorim,
    wenn ich den Quatsch hier löschen soll, sagen Sie es mir bitte. Bei sich auswalzendem Quatsch unter meinen Texten tu ich das mittlerweile schnell, bei anderen bin ich da noch heikel.
    Es ist schade, daß >>>> Keuschnig letztlich recht behalten hat. Es ist ein Verlust. Aber offenbar hat er recht behalten. Zumal, seit ich selbst nicht mehr oder nur noch kaum auf anonyme und tonverfehlte Kommentare reagiere, jetzt andere „dran glauben müssen“.

    • june sagt:

      Bitte nicht löschen! Ich gebe zu, ich würde zu gerne zuerst mal draufkommen, worum es hier eigentlich geht.
      Offensichtlich bin ich zu blöd, als dass sich das mir auf den ersten Blick erschließt.

    • @June. Gut. Sehn wir’s als erweiterte Blogfeldforschung. Aber irgendwann sollte der Versuch mal abgebrochen werden, wenn sich herausstellt, daß Menschen tatsächlich mit Freiheit nicht umgehen können. Jedenfalls einige.

    • june sagt:

      Sie haben ja Recht, aber mir ist das derzeit eine so willkommene Ablenkung.
      Wirklich faszinierend.
      Ich könnte mir aber auch „Saw III“ ansehen. Der liegt hier auch noch irgendwo rum …

    • Saw @June. I fand ich bereits derart furchtbar, daß ich mir II schaudernd ersparte, und als III herauskam, dachte ich: was für L e u t e sind das, die sich sowas wiederholt antun. Mißbrauch als Unterhaltungssujet. In dieser Nähe möchte ich Die Dschungel nicht gerne wissen. (Es geht nicht um die Frage, was Grausamkeit s e i, was Menschen zu ihr bringe usw.; es geht bei Saw rein um die Wollust daran, daß anderen ein Leid getan wird, gegen das sie sich nicht wehren können. Die Saw-Serie ist Auschwitz, vorgeführt auf dem Jahrmarkt zur Belustigung von Massen. Es ist, letztlich – oder will das werden -, der Sieg des Faschismus als Show-Business. Auf dem Weg zu Saw, übrigens, hat Tarantino den Boden bereitet: Pionierarbeit, heerestechnisch gesprochen. Man könnte den gesamten Trash für eine Entertainment-Idee des US-amerikanischen Militärs halten, das ein Erbteil Mengeles verwaltet.)

      — Nein, nein, nein, ich will jetzt Faulkner weiterlesen.

    • ovid sagt:

      juni müde verläßt er den /
      raum schafft platz /
      für die serpentinen /
      des hoch /
      sommers

    • june sagt:

      *lacht* Lassen Sie sich nicht aufhalten. Um ehrlich zu sein: Für mich erfüllt sowas in ganz bestimmten Momenten meines Lebens schon seinen Zweck. Es lässt alles Andere völlig in den Hintergrund treten. Manchmal ist das alles, das zählt.
      Ich hatte hier gerade ein ähnliches Erleben: Das ist so daneben, dass es ablenkt, weil es wirklich beschäftigt in seiner Absurdität.
      Jahrmarkt zur Belustigung der Massen trifft es sicher, den Kontext zu einer solchen Art des Grauens wollte ich gar nicht herstellen.

      Und ich erwarte auch nicht, dass so etwas hier meiner Psychohygiene zuliebe bestehen bleibt, so unverschämt bin ich ja gar nicht. 😉

    • @June zum Horror. Ich versteh’s ja s c h o n, im Einzelfall: Meine Mutter, während des sehr schweren Siechtums ihres zweiten Mannes, las nur noch Stephen King. Was ich n i c h t verstehe, ist die Massenwirkung. Als würden Menschen zu Masse gemacht, ist nur genug Grausamkeit im „Spiel“; panem et circensis. Es geht da ja gerade n i c h t um die feine Umkehrung innerhalb einer sadomasochistischen Inszenierung, sondern um Schlachtung und darum, sich am irrsinnigen Schmerz der Opfer zu weiden. Meine Frage wäre – aber sie ist eben nur über die/den Einzelnen zu beantworten -: was wird da eigentlich verschoben? Man kann für das Massenpublikum solcher Produkte wie Saw oder auch Killbill ja nun nicht sagen, man habe ein die Existenz bedrohendes Schicksal irgendwie auszugleichen…

    • arthur engmann sagt:

      es ist schon merkwürdig wie hier manchmal diskussionen abdriften / ausufern / sich zerstreuen.
      der stamm dieses kommentarbaums wäre für mich in der kleinen rangelei von diadorim und dem ominösen r.f. repräsentiert.
      da ging es alles in allem um die vermarktung von lyrik.
      nun – r.f. wollte einen sprechchor mit dem namen „deutsches lyrikensemble“ gründen – ich schlüge dazu den namen „linksradikales lyriksprechchorensemble“ vor.
      die grundidee finde ich nicht falsch.
      bloss wird man zur realisierung eines solchen kunstkollektivs abstriche zu r.f.’s konzeptioneller grundidee machen müssen.
      ich nehme an, dass man pro akteur auf einer tour so etwa 10.000 € fixkosten für
      unterkünfte/verpflegung und einzelhonorar zu veranschlagen hat.
      spielt man in sälen ab vielleicht 500 zuschauern aufwärts, so wird man über den daumen gepeilt bei einem eintrittsgeld von 10 € aufwärts vielleicht 10 – 20 akteure
      anständig bezahlen können.
      ein ensemble von 50 + x akteuren touren lassen zu können halte ich für illusorisch.

    • Mondschnaps sagt:

      So früh schon am trinken?

    • arthur engmann sagt:

      @ Mondschnaps campari/orange – der bälde des tages geschuldet, das zittern ebbt ab, die flattrigkeit
      auch loser, unverstrickter gedankengänge löst sich in dem wärmendem fluidum eines inneren strömens, welches zu praxis und konkreter rechenarbeit auffordert.

    • femme100tetes sagt:

      @homme/automne; Kill Bill. Ich stutze ein wenig, wenn Sie Tarantinos 4-Stunden-Epos mit dieser platten Spielanordnung aus Saw vergleichen (obwohl ich auch nur den ersten gesehen habe, die folgenden nicht).

      Jener bietet eine Vergeltungs-Geschichte, konsequent erzählt, die – wenn man die filmischen Idiosynkrasien des Regisseurs einmal abzieht – auch von Dumas stammen könnte. Dieser dagegen schwelgt in Splattereffekten und Angstdarstellung (nicht ihrer Erzeugung, dafür ist alles zu klar), mühsam zusammengehalten durch das Konstrukt eines wahnsinnigen Krebskranken, der seinen Mitmenschen Lebensfreude einmal radikal einimpfen will. – Ich sehe keine Vergleichspunkte, zumindest nicht zu Kill Bill (mit >>> Grindhouse liegen die Dinge anders: Da haben sich Rodriguez und Tarantino wohl in eine Sackgasse manövriert.)

      Vielleicht meinen es die Regisseure von Saw oder auch >>> Hostel (der, sehe ich gerade, auch noch ein Sequel hat) ja ernst mit ihren Bedenken, der Alltagsmensch wisse sein Leben nicht mehr zu schätzen bzw. die europäisch-amerikanische Buisness-community sei eine Bande sadistischer Menschenverächter.
      Dann haben sie aber entweder das Problem, daß sie dafür keine andere Ausdrucksweise finden als möglichst detaillierte Darstellung körperlicher Gewalt, – oder sie wollen mit immer härteren Splatter die fiktionsresistenten Kinogänger zur Kasse bitten: mission accomplished. Unterhaltung statt Herausforderung – das kennen Sie doch nun. Das verwundet Sie doch nicht wirklich, oder?

      „ie Saw-Serie ist Auschwitz, vorgeführt auf dem Jahrmarkt zur Belustigung von Massen.“

      Diese Verbindung zog schon dem Titel nach Deodatos >>> Cannibal Holocaust (Werfen Sie mal einen Blick auf die ‚Slogan promozionali‘!). Es fragt sich, ob damit nicht genau die Reaktionen in den Kinositzen gepflegt werden sollen, die zu anderen Zeiten mit Knüppeln innerhalb von Stacheldraht wirkten.

      Noch etwas ganz Anderes: Ich sah mich kürzlich zu meine Überraschung zitiert. So schnell wird man heutzutage gedruckt…

    • „Ich sah mich kürzlich zu meine Überraschung zitiert.“ Lächelnd: eine angemessene hommage, fand ich.

      (Meine Bemerkung zu Tarantino meinte, so schrieb ich’s oben auch: er habe den Weg mitbereitet. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Bislang, das gebe ich allerdings zu, habe ich mich nach jedem Tarantino sofort, um mich zu erholen, zu Jacques Rivette zurückgeflüchtet.)

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