Schlaf

Ich schabe Schlaf
von den Wänden.
Esse soviel ich
kann von ihm.

Immer dichter drängt
er zu mir in den Raum,
wühlt sich mitten in
die Nacht hinein,

wie ein Wesen aus
Mondteig das wächst,
scheinen auf ihm
meine Träume.

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3 Antworten zu Schlaf

  1. NO sagt:

    scheinen auf ihm meine Träume Großartig. Und schief-schön. Liebe read an!

    Teig gärt, wächst also. Mondlicht scheint. Schöne Assoziationen. Scheint auf ihn (mit „n“) – müsst‘ es heißen. So las‘ ich versehentlich. Dachte ich eben. Und dann hätte es nicht gepasst. Schief – aber gerade deswegen schön? Ja. Wie man ja auch fragen könnte, ob der Schlaf nun in den Raum drängt – oder an die Wände zum Abschaben. Alles egal, schief-schön.

    „scheinen auf ihm meine Träume“. „Ihm“ (mit „m“). Meine Träume, so sieht es aus, so scheint es, sind außen auf dem Schlaf, nicht in ihm. Meine Scheinen meine Träume auf dem Schlaf zu sein, schlafe ich nicht. Ich wunschträume wach?

    Meine Träume scheinen auf ihm zu sein und zu wachsen. Träume ein Wesen? Verschieden von mir?

    Das Wachsen bedrohlich?

    Beste Grüße
    NO

    • read An sagt:

      Hallo lieber NO. Wirklich schön von Ihnen zu hören! Ich hielt schon Ausschau…

      Ihm. Ja! Sonst wären sie außerhalb, irgendwo im Raum mit ihr und sie würfen dann nur ihr Licht ab. Auf ihn. Wobei ich nicht unbedingt der Meinung bin, sie (die Traumbilder) kämen zwangsläufig aus ihm. Was ja auch eine Möglichkeit gewesen wäre. Oder sie gar in ihm scheinen zu lassen. Das hatte ich mir zumindest kurz überlegt. Nein, es ist so, ich habe mich bewusst für das Wort wühlt z.B. entschieden. Ich hätte auch quillt nehmen können. Aber wühlt, das könnte auch die Ich-Person im Gedicht sein. Vielleicht hat sie ja doch in den Schlaf und die Träume gefunden, sie kann sie ja schließlich sehen auf dem Teig. Dann ist der Raum in dem sie sich befindet der Schlaf. Es ist ihr aber nicht klar. Sie wühlt sich in die Nacht. Kommt nicht oder nur schlecht in den Schlaf, den Teig hinein. Wachsein und Träumen, das geht so ineinander über.

      Es ist auch ein wenig bedrohlich das Wachsen. Ja, klar. Ursprünglich lautete der Titel auch Schlafes Übergewicht. Er gewinnt an Übergewicht (der Teig), weil sie zu wenig Schlaf hat, er wächst und quillt in den Raum. Sie schafft es nicht alles zu essen. So wie der Mensch Schlaf nicht nachholen kann. Der Mangel nimmt zu. Aber ich halte diesen Titel für zu missverständlich.

      Insgesamt würde ich sagen, ich habe die Problematik in einen Schlaf-dich-satt-Wunsch überführt. Und der Mond hat mir dabei geholfen.

      Herzlich,

      An

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