Mütter.

Habe das Gefühl, die Mütter sterben wie die Fliegen in die Kirschblüten hinein. 2014 ist zum in die Ecke treten bisher. H. hat mir einen Trauerbrief geschrieben. Sie hätte sich eine Tochter wie mich gewünscht. U. kämpfte mit den Tränen, als wir das Mammakarzinom durchnahmen. Und M., selbst zweifacher Vater, ist am Ende seiner Kräfte. Ich selbst bin in Sorge um eine junge Frau, die ich sehr liebe, bei der sich nun die ersten ernstzunehmenden Herzprobleme gezeigt haben. Deren Gesicht Fremden immer mütterlicher und älter erscheint als meines. Sie ist die Treppe hinunter gestürzt. Hat ihren Job, kurz vorher, aufgrund langer Krankheit, nun verloren und befürchtet einen Stent ins Herz eingesetzt zu bekommen. Die letzte Zeit verbringe ich fast nur noch in Krankenhäusern. Fahre von einem ins nächste. Meine ZWP ist abgesagt worden. In weniger als einem Jahr bin ich examiniert. Ob ich mich darüber freuen werde, weiß ich noch nicht. Ich nehme einiges mit. Das ist sicher! Denn ich habe in zwei Jahren bereits so viel gesehen und erlebt, das reicht für ein Leben. Nacktheit.

-Irgendwann wird man in diesem Beruf blind für sie. Das erlebe ich an anderen. Erlebe es an mir selbst. Doch nicht für diejenige, die sich auf eine ganz andere Weise zeigt. Wie bei der Frau, ebenso eine Mutter, die mir vor einem Jahr unter der Hand weggestorben ist, die mich mit aufgerissenen Augen um Hilfe anflehte, der ich sagte, es würde alles gut werden. Wurde es aber nicht, trotz Reanimation. Die ersten, die vergisst man wahrscheinlich nie. Aber ich schreibe selten über diesen Alltag. Ich weiß wieso, obwohl A. immer sagt, es wäre gut dafür.

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