ANH spricht Wolpertinger oder Das Blau (1993), 1






aus:

(>>>> Bestellen.)

[Bemerkungen zur „Serie in der Serie“:
Lesungen aus dem Wolpertingerroman sind für Youtube heikel,
weil die einzelnen Szenen über teils sehr lange Bögen erzählt wer-
den, die von anderen Szenen fugisch durchsetzt sind. Der Roman
ist ein dicht gewirktes Gewebe. So kann ich immer nur Tupfer set-
zen, bzw. für die Clips inszenieren, ohne das je ein Zusammenhang
befriedigend dargestellt würde. Allein etwa die Auerbach-Travestie
braucht im Vortrag knapp anderthalb Stunden. Mein Verfahren des
fugierten Erzählens habe ich in >>>> Thetis fortgesetzt, aber erst in
>>>> Argo wirklich perfektioniert: Darüber läßt sich‘s kompositorisch
nicht mehr hinausgehen.
In vom Wolpertinger bis Argo gibt es nicht weniger „berührende“,
also emphatische Stellen als im >>>> Taumschiff; aber anders
als auf ihm werden sie eben nicht am Stück erzählt, sondern
stets als Fragmente, die oft erst zwanzig Seiten später, manch-
mal einhundert Seiten später, ihre Fortsetzung, immer aber
schließlich den Abschluß finden. So gesehen sind die
Romane völlig traditionell; allein die Form ihrer Vermitt-
lung, ihre formale Medialität, ist es nicht. Vielmehr ent-
spricht sie den Modi der Gegenwart sowie dem (Adorno:)
„Stand des Materials“.]

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4 Kommentare zu ANH spricht Wolpertinger oder Das Blau (1993), 1

  1. Wer mag, kann sich das Buch auch direkt bei mir bestellen. Es käme dann signiert. (Ich habe noch einige Exemplare der – sehr sehr schönen – Taschenbuchausgabe hier: nahezu Dünndruck und mit einem Rücken, der tatsächlich nicht bricht; sogar mein Handexemplar, aus dem ich die Lesungen vortrug, ist noch tadellos in Schuß, mehr noch: Wie Leder scheint es vom Gebrauch immer weicher, seidiger zu werden).

  2. oegyr sagt:

    wir wolpertinger … sind ja vielgestaltige, mischwesen, schimären. und als solche(s) las ich mit meiner damaligen freundin (schon neun jahre war sie bei mir, im zehnten suchte sie sich andere wege) im „wolpertinger“. das war meine erste berührung mit Ihnen, ein crash geradezu, heilsamer, lange, bevor Sie und ich im internet waren. katharina (die freundin) und ich rätselten, was denn daran „das blau“ sei. sandte ihr eben dies, in Ihrem video nun sichtbare, gleich zu anfang, später sich ins golden-gelbliche der dichterstube (und Ihres fashionablen anugs) verflüchtigend. ich schaue mich an im spiegel, sehe meine waschbärige schnauze und werde erneut zum wolpertinger, blau im lichte meines iphönchens – wie dem Ihren.

    • @Ögyr: Blau ist das letzte Wort des dem Wolpertinger vorhergegangenen und in ihn hineinführenden Romans „Die Verwirrung des Gemüts“, der zwar als mein erster erschienen ist, aber mein zweiter war. Allein die Umstände ließen ihn vor jenem einen Verlag finden.
      Selbstverständlich bezieht sich das Blau auf die Romantik, die auch in den vielen Gesprächen und Streits des Buches eine zentrale Rolle spielt.

      Der letzte Satz der Verwirrung lautet: „Und die Geleise schimmerten in einem unvergleichlichen Blau.“

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