Durcheinandrig. Das Arbeitsjournal des Dienstags, den 21. November 2017.


[Arbeitswohnung, 6.59 Uhr]

Kurz vor sechs hoch. Der Tag wird a bisserl kompliziert werden, weil meine Putzfrau kommt; die anderthalb Stunden, die sie auf mein Schreibzimmer verwendet, entfallen für die Arbeit. Also nutze ich sie für den Waschsalon. Die Putzfrau klingt, tritt ein, dann sofort hinradeln, Wäsche in die Maschinen, wahrscheinlich fünf, zurückradeln, erneut an den Schreibtisch, eine Stunde später wieder hin, dann die Trockner-Arien, schließlich die Wäsche provisorisch schon mal legen und falten und in den großen Rucksack stapeln und in der Hoffnung wieder zurück, daß die Putzfrau fertig ist. – Daß nachts oder morgen früh der Freund aus Warschau wieder zurückkommen wird, macht die Arbeits- und Putz„logistik” ebenfalls ein wenig schwierig, weil ich am nächsten Dienstag auf Reise gehe, er aber bis Dienstag hierbleiben will. Normalerweise hätte ich die Wascherei auf den Tag nach seiner Abreise legen mögen; auch, um hier wieder die mir so nötige Ordnung herzustellen. Sie wissen ja, Freundin, alles geschieht in einem einzigen und nicht sehr großen Zimmer, derweil ich zugleich unter Arbeitshochdruck stehe.

>>>> Elfenbein hat mir als Pdf die Thetis-Seiten der Frühjahrsvorschau geschickt; ich m u ß also bis Anfang Dezember mit der Überarbeitung fertig sein, zugleich endlich, für die Contessa, mit dem Protokoll der Tonbandaufzeichnung fertig werden; es sind jetzt noch 48 Minuten zu übertragen, für je zehn brauche ich rund eine Stunde.

Im >>>> Morgenecker heute ist der Regen ein Vorhang „von dieser beinahe leuchtenden Trübheit, die an die gläsernen Eingangstüren von Zahnarztpraxen gemahnt”; wenn er sich höbe, erschauten wir das Theater des Todes – und also regnet es, wie wenn wir stürben. Ach welche Hilflosigkeit drückt sich in dem Bereuen aus, „den Schirm im Auto gelassen zu haben”!
Eine kleine Novemberwirklichkeitserzählung, doch immerhin eine am Meer, an einem Hafen jedenfalls. Ein halbes Brötchen im Schnabel, fliegt eine Möve vorüber.

Doch auch ohne den Regen ist dort das Leben ein Trug:

Ostsee

Kaum Salz im Meer.
Von Eiszeit her
trügt dieser riesige See mit der See,
trügt mit der sandigen Bläue das Weiß
und mit Ägäis
Eis.

Von da:

Der Engel Ordnungen

>>>> Bestellen.

Dieser Beitrag wurde unter Arbeitsjournal veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.