Das Arbeitsjournal des Mittwochs, den 21. Februar 2018.

[Arbeitswohnung, 18.08 Uhr
Peter Sculthorpe, From Ubirr für Disgeridoo und Streichquartett
Radio France contemporaine]

Bis eben an den Thetisfahnen gesessen, seit fünf Uhr morgens mit allerdings Unterbrechungen, teils Briefwechseln, teils abermaligen Justierungen an der Neuen Dschungel. Eine Menge Links führen noch ins Leere. Auch waren ein paar Bloganmeldungen fällig. Und dann ist immer noch nicht der Text für die U4 der Aeolia fertig; allmählich nervt es mich. So verzögert sich die Drucklegung weiter und weiter. Ich mag ja eh keine Umschlagtexte; wenn es allein nach mir ginge, käme hinten nix drauf auf das Buch, na gut, vielleicht ein kleines Verszitat. Jetzt muß man sich irgendwas zwischen informativ, werblich und poetisch zusammenschustern. Wäre es ein Prospekt, hätte ich nicht das Problem. Aber was unablösbar mit einem Buch verbunden ist, darf keine nicht-immanenten Inhalte transportieren. Selbst bei einer Umschlagklappe sähe ich’s gelassen; Umschläge kann man sofort entsorgen, sie gehören nicht wirklich zu einem Buch hinzu. Wir essen auch nicht das Geschenkpapier mit, wenn jemand uns eine Pralinenschachtel mitbringt; ebenso werfe ich die oft überedelte Folie um Blumensträuße sofort fort weg, wenn sie ausgewickelt sind. Und wer behält die egal wie hübschen Einschlagpapiere von Weihnachts- und Geburtstagsgeschenken?
Also, alles überflüssig. Und bei der Aeolia bleibt der Umschlagtext eben mit dem Buch verbunden.
Es macht mich echt kirre. Auch meine Lektorin weiß grad, glaub ich, nicht mehr weiter.

Gegen halb elf/elf ist bei mir momentan Tagesschluß. Ich war ohnedies nie ein Abend-, geschweige Nachtarbeiter; nach zehn gucke ich eh nur noch Filme; vom konzentrierten Lesen tun mir die Augen weh, fangen ab etwa halb neun zu tränen an; ich lese ja quasi den ganzen Tag, auch wenn ich schreibe. Morgens hingegen, auch um fünf schon, bin ich frisch. Gestern schlief ich um elf so plötzlich ein, daß ich nicht mal merkte, daß noch eine Lampe anwar – etwas, das ich normalerweise beim Einschlafen nicht ertrage. Erst um drei Uhr schreckte ich, wahrscheinlich eben von dem Licht, auf. War dann angenehm, noch anderthalb Stunden unter der – bei weit geöffnetem Oberfenster und draußen 6 Grad minus – warmen Decke zu haben.

Bin seit vorgestern nachmittag nicht mehr aus der Wohnung gekommen; also mal eben hinaus, einmal ums Viertel und a bisserl Wein nachbesorgen.

[Pierre Boulez, Anthème 2 pour violin et dispositif electronique]

ANH

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