Der gestürzte Sohn und die Liebe. Waltraut Lewins Federico (3). Friedrich Anderwelt, ff.

 

Meine Mutter*) war wie Brot, er aber war wie Himmelslicht. Ich weiß nicht, ob du mich verstehen kannst. Meine Mutter war leise, freundlich, maßvoll, sie überlegte stets, was sie machte. Und es gab neben ihr andere Frauen, die Ähnliches an mir taten wie sie. Er war einmalig. Väter und Mütter ringsum waren gesetzte Leute, nicht mehr jung, wie sie auch. Nur er war anders; fast selbst noch ein Knabe, spielte er mit uns wilde und herrliche Spiele, und trotzdem gehorchte seiner hellen Stimme, wer sie vernahm. Alles, was er begann, bekam den goldenen Grund seines Haars. Er war ein Ritter, ein Kind und ein König zugleich. Und es bedurfte einer Reihe von Jahren, bis ich begriff, daß neben dem Elbenfürsten, der mir das Land zu eigen gab, in ihm noch der Imperator mundi steckte, ein Herrscher voller Machtgier, kalt, höhnisch, grausam.
Heinrich VII in: Lewin, Federico, 511

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*) Konstanze von Aragon

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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13 Antworten zu Der gestürzte Sohn und die Liebe. Waltraut Lewins Federico (3). Friedrich Anderwelt, ff.

  1. Reni Ina von Stieglitz Holly.day@hotmail.de sagt:

    Eine ganz schlichte Frage von mir: was wollen Sie denn? Wollen Sie „LEBEN“ und sich der damit verbundenen Umstände anfreunden ? Oder geht es um jagen und sammeln erotischer Abenteuer? Vllt um beides…möglicherweise..dann die weitere Frage: warum setzen Sie sich dermaßen unter Druck? Es bricht einem das Herz…wirklich…ich wünsche Ihnen von Herzen eine „andere“ Sichtweise.. alles Gute..RIvS.

    • Ich denke, Frau von Stieglitz, ich sollte aufhören, hier zu schreiben. Nein, ich werde mich mit den „damit verbundenen Umständen“ nicht anfreunden – nicht, wenn das bedeutet, mein innerstes Wesen ändern zu müssen – also das, woraus ich gelebt habe. Mit diesem „Wesen“ habe ich stolz und ungebeugt den Kampf gegen die Krebsen bestanden – aber gleichsam posthum würde sie im Nachhinein siegen, mich also in ihr Ende noch nachziehen, wenn ich meinen Charakter, meine Mentalität, kurz: mein Ich, aufgeben müßte, bzw. würde. Da dies aber offenbar nicht verstanden und nun gar nichts anders wider mich ausgelegt wird wie zu den Zeiten meiner Depressionsschübe, was die Depressionen immer noch verstärkte, sollte ich wohl tatsächlich schweigen und, als Herr, die Katastrophen mit mir selbst ausmachen, ohne also Leserinnen und Lesern zu erzählen davon. Vergessen Sie mich einfach, lesen Sie anderswo weiter.

  2. Reni Ina von Stieglitz sagt:

    Oh..sorry..mein Kommentar ist hier leider reingerutscht, gehört ja
    Zu „v.Meck“..nun ja, passiert, weil über Handy..RIvS.

  3. Reni Ina von Stieglitz sagt:

    Schade..nun haben Sie MICH missverstanden..nun, wenn meine Anteilnahme gar nicht erwünscht ist..sollte ICH schweigen… ich meine, es ist ja Ihr Blog..ich war nur „Gästin“..

  4. franzsummer sagt:

    Ist schon okay, ich selbst fühlte mich von Ihnen in keiner Weise angegriffen oder wie man es nennen mag, da habe ich gar nichts zu entschuldigen, der Link zu einer Antwort an Frau von Stieglitz empfand ich als eine Information in diesem Zusammenhang, die ich meinerseits nicht kommmentieren möchte.
    Mein Kommentar war ja eigentlich eine Meinung zu dem Kommentar Gaga Nielsens und die Werrtung von körperlicher Attraktivität, wenn dann so ein „Einschnitt“ erfolgt. Ich bleibe bei meiner Ansicht, dass der Wert eines Menschen nicht durch körperliche oder äußere Ausstrahlung bestimmt sein sollte, sonder durch des, was manche Seele nennen, das Wesen halt für Atheisten.
    Selbst das ist heikel genug. Aber wenn man schon Schubladen aufmachen möchte, dann weigstens nur das.
    (Grins, ich gucke mal vor dem Spiegel wie die Oberarme eines Siebzigjährigen aussehen, nee, ist okay, nix ist schlaff, stramm wie bei einem Boxer, manche Frauen umarmen gern Männer mit der Statur eines Ochsen, ich weiß)

    • Was den Wert eines Menschen anbelangt, lieber franzsummer, bin ich ganz Ihrer Meinung und denke, daß auch Frau Nielsen es ist. Es ging in dem Gespräch aber nicht um den Wert-„an-sich“, sondern um erotische Austrahlung, Begehren, Leidenschaft. Und die nun wird von „inneren Werten“ ganz sicher nicht erregt, wenn nicht „äußere“ – wie körperliche Attraktivität usw. – als Auslöser hinzukommen. Güte etwa ist nichts, was auch nur entfernt sexuell erregt. Manchmal scheint es sogar so, als wäre dazu eine gewisse fehlende Güte nötig. Was man(n) heute „natürlich“ auf keinen Fall mehr sagen darf, erst recht nicht, wenn es stimmt. Soviel mal wieder zur „Corretness“. Aber nicht von ungefähr ist eines der Lieblingskosewörter von Frauen für Männer: „Mistkerl“ (oder gar „Arschloch“), während sie sich wohlig an ihn kuscheln. Wiederum Männer nennen die sexuell Begehrte gern – und durchaus nicht zu unrecht – „Biest“. Die negativen Bezeichnungen zeigen hocherregbare — Achtung an.

      • franzsummer sagt:

        Nun, was die verschiedenen Arten, Sexualität zu erleben, gibt es wahrscheinlich so viele unterschiedliche wie es Menschen gibt und genau genommen sollte man sich über keine lustig machen oder gar verachtend herab blicken, wenn ein andere z.B. gerade dicke (fette) Partnerinnen oder Partner mag. Schmuseworte anstatt den sogenannten schmutzigen Verbalsex, jede(r) nach seiner/ihrer Fasson.
        Ich fühle mich hier etwas fehl am Platze, denn an anderer Stelle hatte ich eine Diskussion mit einer Frau, nur drei Jahre jünger als ich, die darauf pochte, sexuell sich noch mal richtig ausleben zu wollen.
        Ich denke ja mitunter in meinem Blog über Themen nach, fast wie Selbstgespräche, die alte Männer führen und war mir gar nicht bewusst, dass sie dort liest.
        So veröffentlichte ich das:
        https://franzsummer.wordpress.com/2020/09/10/freundschaft-und-liebe/

        Sie muss es gelesen haben, lol, denn sie hat den Kontakt abgebrochen.
        Auch gut.

        Übrigens, danke für Ihre Antwort und Erklärung.

        • Gaga Nielsen sagt:

          In dem Zusammenhang interessant: in der Partnerschaftsastrologie* unterscheidet man deutlich zwischen Aspekten, die für Herzensliebe** zwischen zwei Menschen stehen und Aspekten, die erotische Anziehung*** ausdrücken. Das ist niemals identisch, sondern zwei komplett verschiedene Paar Schuhe, und eher ein seltener Zufall, wenn beides gleichzeitig vorhanden ist. Das sind dann die ganz großen Lieben.

          Auch gilt: Erotik basiert auf Spannung, Freundschaft basiert auf Entspannung.

          In der gesamten Astrologie werden harmonische Aspekte in allen erdenklichen Lebenslagen als wünschenswerter als Spannungsaspekte interpretiert, einzige Ausnahme ist der Bereich erotischer Anziehung und Praxis, dort gelten Spannungsaspekte, die sonst gefürchtet sind, als Garant für Erregung und somit förderlich und wünschenswert.

          Ein Paar, das sich tagsüber im Alltag leicht auf die Nerven geht und regelmäßig in Auseinandersetzungen über Lebensanschaungen, Kindererziehung, Politik etc. gerät, kann im Schlafzimmer erotische Höhenflüge erleben, die den Kitt darstellen. Das sind die Paare, die man unerträglich findet und wo man sich fragt, worin die Bindung besteht (wenn es nicht gerade ein Versorgungsaspekt ist, der die Gemeinschaft andauern lässt.)

          *) früheres, intensiv betriebenes Steckenpferd von mir, heute nicht mehr, aber zum Teil interessante, erhellende Perspektiven.

          **) Sonne-Mond-Aspekte

          ***) Venus-Mars-Aspekte

          (Eigentlich gehören diese letzten paar Einträge in dem Strang unter den anderen Thread, oder? Sollte man vielleicht rüberkopieren…?)

          • franzsummer sagt:

            ich hatte auch den seltenen Zufall erlebt. Dieses „sie schlugen und sie liebten sich“ sagt man ja den Italienern nach, Deutsche bleiben da eher verklemmt. Gut fand ich ja die Antwort Bunuels auf die Frage, wie er nun im Alter über Sexualität denkt.
            Er fasste es kurz zusammen. „Endlich hört der Mist auf“. Da kann ich mich wiederfinden 🙂

            • „Deutsche bleiben da eher verklemmt“: Das glaube ich nicht, sonst wäre ich keiner. (Was aber wäre ich dann? Gut, ein Europäer!)
              ((Wahrscheinlicher ist, daß „die“ Deutschen es zwar wissen und auch leben – aber nicht zugeben. Fast so, wie derzeit das Geschlecht. Sie leugnen gerne das, was ist (und war) und haben ihren Kleist vergessen.))

              • Gaga Nielsen sagt:

                Ein in Liebesdingen international erfahrener Liebhaber, der selbst aus der kolumbianischen Haupststadt stammte, erzählte mir, dass ihm nach vielen Jahren, die er in Deutschland lebte und liebte, insbesondere im Vergleich mit Latinas auffiel, dass deutsche Frauen sehr direkt sind, die Körpersprache eher pragmatisch, fast militärisch anmutend, kaum Koketterie wie wiegende Hüften beim Gehen stattfindet, aber wenn es zur Sache kommt, eine unvergleichlich größere Hemmungslosigkeit und Experimentierfreude als bei südländischen Frauen, insbesondere bei denen aus katholisch geprägten Ländern herrscht.

                Seiner Aussage nach, lernt die Latina von Kindesbeinen an, lockende Bewegungen und Gesten zu praktizieren, die aber, wenn es erotisch ernst wird, nicht halten, was sie versprechen, sogar erstaunliche Verklemmtheit vorhanden ist, keine echte, befreite Sexualität. Äußerlich erotische Inszenierung als Versatzstück zur Selbstvermarktung, um schnell unter die Haube zu kommen.

                Erwähnenswert ist noch, dass er seit Ende der Sechziger Jahre in Berlin lebte, und sich in sehr emanzipierten Künstler- und Akademikerkreisen bewegte, dadurch von sehr selbstbewussten deutschen Frauen umgeben, zu denen u. a. die damaligen weiblichen Schaubühnenstars wie Jutta Lampe und feministisch bewegte Filmemacherinnen wie Helma Sanders-Brahms gehörten, mit denen er in den Siebzigern in einer Wohngemeinschaft lebte.

                Ich selbst kann es nicht beurteilen, aber dass er viel Erfahrung in der Hinsicht gesammelt hat, kann als gesichert gelten.

  5. Reni Ina von Stieglitz sagt:

    Guten Morgen-Entschuldigung angenommen..lieber ANH…bis bald..herzlichen Gruß aus der Ferne…RIvS.

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