Zwischenspiel. Ein paar Worte zu der Videoserie. Dazu Иностранная литература, No 3.

[Arbeitswohnung, 14.17 Uhr]
Da spätestens mit den → Bamberger Elegien, zu also Anfang Mai, die einzelnen → Videofolgen länger werden, entschieden länger, habe ich mich – auch, um nicht unter noch mehr Zeitdruck zu geraten – entschieden, auch den kürzeren Zyklen, die also aus mehreren Gedichten bestehen, mehr Zeit einzuräumen. Auf eine Variationsserie etwa wie „Soldaten“, die aus acht Teilen besteht, wird dann erst acht Tage später der nächste Clip folgen. Entsprechend wird auf die zwei → „Trennungsgedichtchen“ von gestern erst morgen ein neues Video folgen.
Bei den Elegien werde ich die Tagesanzahl jeweils von der Länge abhängig machen; ich möchte sie aber auf keinen Fall tageweise zerstückeln, sondern am Stück vortragen, was am Stück vorzutragen auch ist. – Vor eine besondere Schwierigkeit wird mich etwa ab September die Aeolia stellen, die ja ein einiges, aber buchfüllendes Gedicht ist. Meinem Sohn und mir kam der Einfall, das dazugehörige Video direkt auf Stromboli zu drehen, wo das Gedicht ja spielt. Dabei will er die Bildregie übernehmen, alles übrige soll in meiner Hand liegen. Ob sich die höchst reizvolle Idee realisieren läßt, hängt zum einen von Corona ab, zum anderen ist sie auch nicht ganz billig. Mais on verra.

(Für mich selbst, nebenbei bemerkt, wird Corona die Rolle nicht mehr spielen, weil ich übermorgen meine erste Impfung bekomme; die zweite wird Anfang Juni folgen. Ein ärztliches Attest tat hier, ich kann’s nicht anders sagen, Wunder.)

Dennoch, liebste Freundin, bleibe ich Ihr

U n h o l d

P.S.:
Ah-à-propos Elegien! Ich glaube, Sie wissen es noch gar nicht; das lange zwölfte Stück, die Elegie aufs Grab meines Vaters, ist soeben in dem in Moskau erscheinenden Literaturmagazin Иностранная литература („Internationale Literatur“) erschienen, zusammen mit dem höchst komplexen Stück „Die Richtigstellung“ aus http://inostranka.rumeinem (und → Elvira M. Gross‚ens) →WÖLFINNEN-Band, und die Übersetzerin, was mich sehr, sehr stolz macht, ist die gerühmte → Tatiana Baskakova. Wir haben unterdessen einen wunderbaren Kontakt. Tatsächlich möchte sie es bei den beiden Übertragungen nicht belassen, sondern sitzt in diesem Moment über dem → TRAUMSCHIFF.
Es ist schon seltsam. Ausgerechnet in dieser auch für mich recht schwierigen Zeit (allein schon, nicht reisen zu dürfen!) beginnt sich etwas massiv zu bewegen. Auch wenn ich schriftlich hier momentan schweige. Im Mai noch, jedenfalls, wird die Neufassung des New-York-Romans herauskommen, für einen Monat später sind die → Béartgedichte bei → diaphanes geplant. Und im Herbst wird es zu meinem Werk einen → text+kritik-Band geben. All das auf nahezu einmal … ich kann es fast nicht fassen.

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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2 Antworten zu Zwischenspiel. Ein paar Worte zu der Videoserie. Dazu Иностранная литература, No 3.

  1. Bruno Lampe sagt:

    очень хорошо! Übrigens in Gesellschaft von (verlinkte Namen): Hubert Fichte, Arno Schmidt, Hans Wollschläger, Wolfgang Hilbig, Reinhard Jirgl, Brigitte Kronauer, Sibylle Lewitscharoff, Hans Blumenberg, Jan Wagner, Aris Fioretos, Eberhard Schlotter.

    • Oh, lieber Herr Lampe, ich bin mir dieser Gesellschaft s e h r bewußt. Ein wenig die Braue (rechts) hob ich nur bei Lewitscharoff; doch wenn Blumenberg mit im Zentrum steht, ist es leider naheliegend, auf sie für die Dichtung zu verfallen. Außerdem hatte sie vor Blumenberg wohl eine zu hohe und ja ohnedies berechtigte Achtung, um auch auf diesem Bett politischen Unfug zu treiben.

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