ANH, „Frühe Gedichte“ (1974 – 1981), 1. „fremd bin ich diesem land“.

 

zuinnerst abgeneigt der
heimat ein
mörderhöhlenwort aus
judenblut geronnen
gekeltert in vergessenskrusten

an langen Stangen die
Fahne Deutschlands aus
abgeschnittenem Frauenhaar

nicht erlebt mehr habe
ich die Siedezeit der
bestien von meinem blond
doch auf mich kommt
sie über | bibel
fluch, der noch die enkel,
weh dir, weh dir! trifft

trag ich aus die wunden
meines vaters, der
mit patenonkel goebbels
vereinsamt in spanien
vorher schon erdrückt
von den leichen auf
unserem namen

schwer sind sie schwer

So leg‘ die sprache über mein gesicht
ein fremdes namenstuch als licht

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
Dieser Beitrag wurde unter Gedichte abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .