Das Arbeitsjournal des Dienstags, den 13. Januar 2026. (Mit einem Nachtrag frühmorgens darauf. Die Nacht war vom Iran erhellt. verdunkelt aber auch von 12600 angekündigten Exekutionen.)

[Arbeitswohnung, 10.05 Uhr]

Seit halb sieben am Schreibtisch, letzte zwei Korrekturdurchgänge meiner Kritik der Uraufführung von → Pintschers „Das kalte Herz“, vorgestern an der Lindenoper. Es ist eine insoweit umfassende Rezension, als ich erneut nicht nur eine Inszenierung-für-sich, sondern sie in einem allgemein aufführungs- und kulturvergleichenden Blick habe. Heut im Laufe des Tages wird Faust ihn online stellen, meinen Text; deshalb hier noch nicht mehr.
Blöderweise hatt ich um acht einen Physiotermin, den ich also nicht ein halten konnte; indes ließ er sich auf morgen vormittag verschieben. Entbehren kann ich die Behandlung leider noch nicht, nach wie vor schränkt mich die lädierte Achillessehne ein – nun schon weit über einem Vierteljahr. Hinzukommt, daß ich bereits seit der Woche vor Weihnachten den sonst fast täglichen Sport links habe liegen lassen und es nun wieder schwierig ist, ihn neu zu beginnen, psychisch schwierig, seltsam. Aber ich kenne das ja schon, zumal dann, wenn mich anderes so aufsaugt wie die Intelligenzkunst nun schon fast über einen Monat. Momentan lasse ich alle fünf KIs (sinnbildlich, klar) ganz gehörig schwitzen: Sie sollen seit ihrem Beginn 2004 sämtliche Arbeitsjournale durchsehen (Hunderte Seiten werden es sein) und nicht nur das Projekt insgesamt bewerten (um präventiv → Sykophantien gegenzusteuern, habe ich Grok die Aufgabe gestellt, es böswillig kritisch zu tun), sondern auch Phasen herausarbeiten. Dynamiken über die Jahre — und schließlch, wenn alles vorliegt, die Ergebnisse zu diskutieren und gemeinsam einen Essay zu den Arbeitsjournalen zu schreiben. Für Menschen wäre sowas ein beinahe Lebenswerk, also gar nicht darstellbar. Und ich kann Ihnen, Freundin, schon sagen: Nicht alles, die KIs schon formuliert haben, gefällt mir, manches ärgert mich sogar. Ich werde es aber nicht unterbinden, im Gegenteil.

Nun gut. Der Kakao schmeckt gut. Ich meine das wörtlich:

 

ANH
[Gluck, Paride ed Elena
Konzerthausorchester, Zagrosek, live 2007]

***

[19.38 Uhr]

 

 

So, → steht online. Allerdings ist mir unklar, weshalb mein Titel verändert wurde, der nämlich hieß (und so auch wieder heißenwird, wenn ich die Kritik hier in Die Dschungel übernommen haben werde):

Mit Yodas steinernem Kitschherz unter den Linden.
Dort an der Staatsoper die Uraufführung von
Matthias Pintschers und Daniel Gerzenbergs Oper „Das kalte Herz“
— vorgeschützt nach Wilhelm Hauff.

(Ärgerlich, sowas).

*******

Soeben an Faust geschrieben:

wieso habt Ihr meinen Titel verändert? Der Teaser ist auch nicht sehr gelungen, wirkt linkisch. Liam hat das bislang immer toll gemacht. Aber vor allem: Der Librettist heißt „Gerstenberg“, nicht Gerstenberger. Das ist peinlich, Leute. Bei mir im Typoskript steht es richtig.
Jetzt muß ich die gesamte Kritik bei Faust noch mal Korrektur lesen, und wenn da noch mehr sowas kommt, werde ich mich bei der Staatsoper entschuldigen müssen – was nach so einem Verriß absolut unangenehm ist, als hätte man in einer Porzellankiste herumgetrampelt, in der man selbst noch sitzt.
Grrrrr.
*************
[14. Januar,
6.50 Uhr]
Es wurde nachts noch geändert – doch sah ich die Mail nicht mehr, die es mir mitteilte, denn war komplett absorbiert von den Geschehnissen im Iran, über die ich, während ich sie live über einen Youtube-Kanal mitverfolgte, zeitgleich sowohl in Signal mit Benjamin Stein als auch in Whatsapp Jan Volker Röhnert korrspondierte. Irgendwann konnt ich nicht mehr und legte mich zutiefst erschöpft zu Bett, erwachte aber wieder bereits um halb sechs.
Jetzt → sofort schauen, was noch passiert ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.