Tag Archives: Arco Verlag

Vor Aqaba, 5: Das Krebstagebuch des fünfundneunzigsten Krebstages. Sonntag, der 2. August 2020.

[Arbeitswohnung, 78.23 Uhr Händel, The Triumph of Truth and Time} Es sei im Zeitlabyrinth, schrieb ich schon → dort, doch mehr Nefud, als ich ahnen sollte oder konnte. Daß sie sich aber so bemerkbar machen würde, hätte ich nicht einmal … Continue reading

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| Eine kleine Auszeit von der Wüste |
Maxwell Davies‘ Strathclyde Concertos im Krebstagebuch des Donnerstags, den 11. Juni 2020 (Tag 43/Chemo[2} Tag 10).

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[Arbeitswohnung, 14.18 Uhr; morgens 74,1 kg Peter Maxwell Davies, → Strathclyde Concerto No 2] Etwas schwieriger Tag heute, die Tumorin meldet sich quasi unentwegt, seit ich wegen der Chemophase II zum Kontrolltermin losgezogen bin – da, um halb neun Uhr … Continue reading

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Lundkvist-Briefe, Schostakovitsch. Als Dank- und Arbeitsjournal des Montags, den 18. Mai 2020, dem nämlich schon neunzehnten Krebstag mit mittags der Chemo-Vorberatung.

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Poesie: Eine Wäscheleine ausgespannt zwischen einem Leuchtturm und einem Kirschbaum. Artur Lundkvist, Poetik 2 (Dtsch. v. Friedrich Ege) [Arbeitswohnung, 5.14 Uhr Schostakovitsch, Streichquartett Nr. 2 A-Dur, op. 68] Erstmals seit, ist mein Eindruck, langem wieder durchgeschlafen; nach dreißig Tropfen Novaminsulfon … Continue reading

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Die beiden Religionen (!) des Westens im darum siebenundzwanzigsten Coronajournal und Tagebuch des achtzehnten Krebstages, beides zum Sonntag, den 17. Mai 2020. Darinnen wieder Ivanhoe, beim diesmal Anritt auf Professor Jostings Cy-Burg.

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  Bitte, bevor Sie dieses heutige Journal lesen, kehren Sie noch einmal zu dem von gestern zurück und seiner im → Titel ersten Aussage – also Lawrences Ausruf. Und dann machen Sie sich klar, wie die Geschichte um → Gasim … Continue reading

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Heute eher Arbeitsjournal denn Tagebuch. Am vierzehnten Krebstag: Mittwoch, den 13. Mai 2020. Mit einem, völlig unversehens, Manifest und halluzinogenen Vorlebensendeplänen.

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[Arbeitswohnung, 6.15 Uhr Respighi, Semirama (ff)] Ärztingespräch gestern, in लक्ष्मीs Beisein: Da die OP-Ansätze des SANAs und der Hannöverschen so heftig divergieren, noch die Drittmeinung der Charité einholen, die von diesen als „unnötig“ abgetane („Wir holen später sowieso alles raus“) … Continue reading

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Die Befunde. Im Krebsjournal des Freitags, den 8. Mai 2020. (Krebstag 9)

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  [Sanaklinik 4A, Aufenthaltsraum 5.11 Uhr] An sich, liebste Freundin, sollte hier ein anderer Beitrag stehen, nämlich ein nächster Brief, nicht allerdings geschrieben an Ihre neue und, ich gebe es zu, ungemein starke Nebenbuhlerin, vielmehr aus deren eigener, höchst feindlicher, … Continue reading

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Das zweites Sanajournal. Als, an Liligeia, Brief des Dienstags, den 5. Mai 2020. (Krebstag 6,ff).

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[Aufenthaltsraum Sana 4.2, 5.25 Uhr] Mit Zenbook und Ifönchen bin ich, nachdem ich denn um fünf nun schon wach war, hierhin gezogen, um meinen Mitbewohner, der eine etwas schwierige Nacht gehabt, nicht mit meinem klackernden Dauergetippe zu stören. Außerdem, hoffte … Continue reading

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Das Karzinom als Geschöpf. Krebstagebuch, Tag 3. Sonnabend, den 2. Mai 2020.

Gestern zum ersten Mal seit der Diagnose hatte ich denn doch unversehens Angst, was die seltsame Hochstimmung, die mich bestimmte, deutlich dämpfte. Allerdings nicht des Karzinomes selber wegen und wegen der objektiv schlechten Aussichten auch dann, sollte das Ding operabel … Continue reading

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Magenkrebs (Kardiakarzinom). Das nunmehr Coronavölligegal- und erneut, um so dringender, Arbeitsjournal des Donnerstags, den 29. April 2020. Zu Schostakovitschs Cello und Klavier.

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  … und das erste, was ich gestern tat, nachdem ich aus all den Gesprächen heraus war, war — endlich wieder ein Brot zu backen, also den Teig anzusetzen, mit eigenem lievito madre. Die erste Ruhephase des Teiglings endete heute … Continue reading

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Brief an einen Freund. Als neunzehntes Coronajournal, nämlich dem des Freitags, den 17. April 2020.

Von G. M., 15. April: Jungs, ich versuche es nochmals: die nächsten Tage nur Sonne und also Bier bei mir auf der terrazza? Bin unverändert gesund…   An G. M., 16. April: Guten Morgen, lieber G., prinzipiell eine gute Idee … Continue reading

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Das Oster-, nämlich sechzehnte Coronojournal. Geschrieben für Sonntag & Montag, den 12. und 13. April 2020. Darinnen Nabokov lesen, 33: „Erinnerung, sprich“, 0.1 | „Ada oder Das Verlangen“, 0.1.

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        [Arbeitswohnung, 13.3., 10.45 Uhr] So saß die Familie denn gestern beisammen, der große Sohn, die Zwillinge, लक्ष्मी und ich; alleine Sie, geliebte Freundin, fehlten und wären aber von allen begrüßt gewesen. Wir wissen freilich, und leben … Continue reading

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Der Untergang des Abendlands 3.0
Bemerkungen zur Dekadenz anläßlich der abgesagten Buchmesse Leipzig
Als Arbeitsjournal des Dienstags, den 4. März 2020

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[Arbeitswohnung, 7.32 Uhr] [Wieder morgendliches Vogelkonzert bei weit geöffnetem Oberlicht. Ich mag gar keine Musik hören — so schön bereits klingt der schon rufende Frühling.] Bei meinem Apothekerteam hängt hinter den Verkaufstresen ein auf DIN-A4-Papier ausgedrucktes, quasi, Schild: „Bitte?“ frage … Continue reading

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Das Arbeitsjournal des Freitags, den 21. Februar 2020. Darinnen Béart, Ramuz und Puschkin (ff), die Homosexuellenehe und alleinerziehende Mütter, Norbert W. Schlinkert und Faustkultur, sowie die Erhöhung des Eros.

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[Arbeitswohnung, 8.20 Uhr] [France musique contemporaine: Bernard Permigiani, Pour on finir avec le pouvoir d’Orphee] Erstaunlich gut vorangekommen, obwohl mich derzeit immer wieder der Magen attackiert, besonders nach dem Essen abends (ich nehme derzeit fast nur einmal am Tag eine … Continue reading

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Das Arbeitsjournal des Freitags, den 3. Januar 2020. Béarmelia 2. Darinnen ein Instinkt: Die Brüste der Béart (40).

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[Casa di Schulze, Kaminraum, ore 11.07] Stahlblauer Himmel über dem kleinen Ort bis zur Kathedrale hinan; scharfe Kälte, in den Kleidern haftet der Geruch verbrannten Holzes, der die Gassen fast insgesamt füllt: auch tags, als stiege er, nach Erlöschen der … Continue reading

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Das Arbeits-, vor allem Vorreisejournal des Sonntags, den 30. Dezember 2019.

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[Arbeitswohnung, 9.27 Uhr [Tschaikowski, Пиковая дама] Gestern Geburtstag der Zwillinge, am Abend noch ein Treffen mit Uwe Schütte, dessen auf Englisch erschienenes, man muß sagen, Standardwerk zu Kraftwerk bei Penguin mittlerweile zum Sachbuch-Bestseller avanciert und der ein längeres Feuilleton zu … Continue reading

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