Anrufung der Venus bei Lukrez. Erster Versuch einer neuen gebundenen Nachdichtung. Die Brüste der Béart, 60.

 

Lukretius, DE RERUM NATURA, I 6-13

te, dea, te fugiunt venti, te nubila caeli
adventumque tuum, tibi suavis daedala tellus
summittit flores, tibi rident aequora ponti
placatumque nitet diffuso lumine caelum.
nam simul ac species patefactast verna diei
et reserata viget genitabilis aura favoni,
aëriae primum volucris te, diva, tuumque
significant initum perculsae corda tua vi.

 

Diels (1924)

Wenn du nahest, o Göttin, dann fliehen die Winde, vom Himmel
Flieht das Gewölk, dir breitet die liebliche Bildnerin Erde
Duftende Blumen zum Teppich, dir lächelt entgegen die Meerluft,
Und ein friedlicher Schimmer verbreitet sich über den Himmel.
Denn sobald sich erschlossen des Frühlings strahlende Pforte
Und aus dem Kerker befreit der fruchtbare West sich erhoben,
Künden zuerst, o Göttin, dich an die Bewohner der Lüfte,
Und dein Nahen entzündet ihr Herz mit Zaubergewalten.

ANH (Sept. 2020, Versuch I)

Dich, Göttin, Dich | fliehen die Böen und flieht das Gewölk,
wenn Du heranziehst, und unter den Füßen, erlauchte Gestalt’rin,
breitet die Erde Dir Blumen; Dir lächeln vom Meere die Brisen
zu wie das weit | ausgebreitete Glänzen des Himmels.
Kaum nämlich, daß sich der Lenz | ahnen von jedem Geschöpf läßt,
sei es auch nur | erst in dem Anhauch des fruchtbaren Westwinds,
ruft schon, o Göttin, der Vögel gezwitscherter*) Jubel Dich aus
allüberall, und er schlingt Deine Bändel um jegliches Herz.

 

*): Vielleicht sogar “geschmetterter”?

____________
>>>> Béart 61 (folgt)
Béart 59 <<<<

Siehe auch Klaus Binder dort.

Das (Nach)Krebs- & Arbeitsjournal des Dienstags, den 15. September 2020. Mit den zwei viszeralen Sonden sowie Phryne und Béart (59).

[Arbeitswohnung, 7.30 Uhr
Korngold, Sinfonietta op. 5]
Ein Stück, das besonders Do immer sehr geliebt hat und das ich einige Zeit lang ganz wie Elgars Caractacus gern als Morgen-, nämlich Aufwachmusik hab erklingen lassen. Frankfurtmainer Zeit. Wolpertinger und noch an Dielmann geglaubt. Dafür voll im Herbstsaft stehend, ein untreuer Treuer wie sein Körper ihm, auf den er sich verlassen konnte. Solch Fremder irgendwie. Und hat nun keinen Magen mehr. Er soll mehr auf sich hören. So gestern abend im PratergartenRalf Schnell. “Schmal bist du geworden.” Was aber nur zwei Kilos meint. Mehr hat er seit der großen OP nicht abgenommen, hält bei 70 das Gewicht, trotz der schlechten Fettverdauung. Würd nur gerne Sport wieder … sagt man wirklich “treiben”? Was er nun wieder treibt! Nur wüßt ich nicht, so sagte ich’s Ralf Schnell, wie auch noch diese Kalorien in mich dann hineinzufuttern. Die acht täglichen Mahlzeiten schon sind eine echte Aufgabe, nämlich rein logistisch, wenn zwischendurch – doch nicht dazu – auch noch getrunken werden soll. Doch was mir mehr Sorgen, offenbar, bereitet, ist, wovon ich → da schon schrieb. Und heute nacht hab ich’s verträumt, —

daß nämlich diese beiden sich derart nach Fremdkörpern anfühlenden Stränge solche Körper auch seien, nämlich implantierte Sonden, die sämtliche Nahrung protokollierten, sowie sie sie durchliefen; mir zur Kontrolle meiner Heilung eingepflanzt von jüdisch-israelischen Ärzten, die es mir aber verschwiegen, damit die Implantationen nicht überhaupt bekannt würden, denn die Eingriffe in den menschlichen Körper seien verboten von GOtt und also blasphemischer Vorgang. Was mein Unbewußtes aber verwechselte, denn dieses Verbot existierte zwar, im Mittelalter bis in die Renaissance, war aber christlich und nicht jüdisch (→ de sepulturis, 1299). Dieses Verbotes wegen durften z.B. keine Kaiserschnitte vorgenommen werden, auch wenn sie Kind und Mutter die Chance zu überleben gegeben hätten.
Wie auch immer, meine Ärzten setzten sich über das Verbot hinweg. Nur daß ich eben davon nichts erfuhr, auch wenn alle Empfehlungen, die nunmehr zur Verdauungsumstellung bekam, imgrunde unnötig waren: z.B.: Protokolle über jede Nahrungsaufnahme und ihre körperliche  Folgen zu führen — was zu tun ich mich allerdings sowieso weigere. Im Traum aber stellte sich heraus, daß die beiden mir implantierten Sonden solche Protokolle ganz von, sozusagen, selbst erstellten und an die entsprechenden Labore sandten, wo sie ausgewertet wurden. Wovon aber ich erneut nichts erfuhr.
Jetzt, da es herausgekommen, schlug ich tüchtig Krach

— wovon ich denn erwachte.

So sehr also beschäftigt es mich, der ich eigentlich nichts davon mehr wissen will. Wi(e)derkehr des Verdrängten, noch bevor ich’s verdränge.
Was eh nicht ganz geht. Denn ich mußte ein Angebot Frau v. Mecks ablehnen, gleich nach Wien für einzwei Wochen nach Apulien zu reisen, um mich auf Friedrichs Spuren zu begeben; hätt ich gern getan, aber meine physische Verfaßtheit ist mir noch zu unsicher, und nach Wien steht eine medizinische Untersuchung an, die ich nicht verschieben will und auch nicht sollte. Ebenso könnte ich meinen Arco-Verleger nach Piemont begleiten, wohin er während meiner Wiener Zeit einzweimal fahren muß; es würde mich reizen. Aber achtzehnstündige Autofahrten sind wegen meiner Nahrungsumstellung erst recht problematisch, um von plötzlichen Toiletten., sagen wir, –zwängen ganz zu schweigen. Also schwierigere Reisen insgesamt aufs nächste Jahr verschieben, je weiter nach hinten, desto, wahrscheinlich, besser.
Gedanken, die ich mir nie zuvor in meinem Leben gemacht habe. Sie finde es problematisch, sprach mahnend meine Fußpflegerin gestern zu mir, daß sich in meinem Leben offensichtlich nichts verändert habe, “doch der Krebs … er kam aus dir!” Ich solle endlich auf meinen Körper hören, legte auch Ralf Schnell mir nahe. Als hätt ich das nicht mein Lebtag und viel mehr als andere getan. Den Menschen ist nicht klarzumachen, daß die heftige Beanspruchung des Körpers ganz wie des Geistes genau das eben ist: auf den Körper zu hören. Es kommt nun viel mehr darauf an, auf den Geist zu hören und mein Werk fortzusetzen: daran wird der Körper gesunden. Hingegen wird eine sich durchhängen lassende Psyche, eine, die der Ermüdung nachgibt, ihm schaden über allen jetzigen Schaden weit noch hinaus. Allerdings beginn erstmals in meinem Leben, Meditation mich zu interessieren, nämlich als Frage, ob ich vermittels meines Willens nicht direkt auf die Bauchspeicheldrüse einwirken kann, um sie zur Ausschüttung der für die Fettverdauung nötigen Enzyme zu bewegen. Man müßt dazu allerdings genau die Gehirnwellen treffen, aufgrund derer Signale diese Drüse reagiert. (Tatsächlich kommt das Signal vom Magenpförtner, den ich ohne Magen aber nicht mehr habe; doch gesteuert wird auch dies vom Gehirn; also müßte sich da – völlig unesoterisch – eingreifen lassen. Es ist keine Frage der Religion, sondern alleine einer der Physik, bzw. Hirnchemie.)

Bin wieder – endlich! – in den Béarts und habe die mir wichtigen Zeilen Lukrez’ bereits markiert, um sie den Hymnen einzuflechten. Allerdings bin ich mit Hermann Diels’ Übersetzungen des lateinischen Textes nicht sonderlich glücklich; will statt dessen versuchen, eigene Nachdichtungen zu formen. Etwa:

Aeneadum genetrix, hominum divomque voluptas
`Mutter der `Äne`aden, du `Wonne der `Menschen und `Götter (Diels)

Hier hakt’s bereits im zweiten Versfuß. Besser deshalb (auch das altertümelnde Wonne besser ersetzen):

`Mutter der `Aëne`aden, du `Freude der `Menschen und ‘Götter (ANH)

wobei sogar zu überlegen ist, ob in diesem Fall, also der Liebesgöttin wegen, “hominum” nicht sogar als “Männer” interpretiert werden sollte:

`Mutter der `Aëne`aden, du `Freude der `Männer und `Götter.

Und auch

Denn sobald sich erschlossen des Frühlings strahlende Pforte (Diels)

wartet schon gleich zu Anfang statt mit einem Daktylus fehlerhaft mit einem Trochäus auf.

Außerdem muß ich in den Gedichten sämtliche italienische Stellen markieren, um sie den amerinischen Freund, Parallalie, kontrollieren zu lassen. Zurecht hat er in den vorhergegangenen Gedichtbänden hier und da italienische Fehler moniert; dem möchte ich nunmehr unbedingt einen Riegel vorschieben.

Den Friedrich schiebe ich jetzt erst mal, bis nach Wien, wieder beiseite, bzw. bis das satzfertige Béart-Typoskript an diaphanes hinaus ist (das überdies noch einen Anmerkungsteil braucht, damit in den Gedichten selbst nicht mit Fußnoten herumgebastelt werden muß). Übrigens bin ich mir wegen des Umschlagentwurfs wieder unsicher. Vielleicht doch eine “reine” Schriftlösung? Oder die Abbildung einer tatsächlichen Venus wie dieser römischen aus dem 1. bis 2. Jahrhundert n.C.:

 

 

 

 

Vielleicht aber auch ein Rückgriff auf Klinger oder die Präraffaeliten? Oder Ferdinand Lepckes wunderschöne Phrynefigur von 1907/08 in Coburgs Hofgarten:

 

 

Oder nur ein Ausschnitt daraus, der allerdings das grandiose, zutiefst berührende Profil dieser Frau bewahren muß:

 

 

 

 

 

 

___________
>>>> Béart 60
Béart 58 <<<<

Ich bin mir wirklich unsicher. Aber werde auch das mit → meiner Lektorin besprechen, die vor dem Aeropag ganz ebenso bestünde.

Ihr ANH
[Korngold, Klaviertrio op. 1 (1910)]

Das Arbeits- (eher Lese-)journal, zugleich (Nach)Krebstagebuch des Sonntags, den 13. September 2020. Darin zu Federico von Lewin Erich Wolfgang Korngold sowie ein wiederholter böser Traum. Außerdem Lukrez, nämlich: Die Brüste der Béart, 53.

 

 

(Schmutztitelnotate in
Lewin, Federico)

 

[Arbeitswohnung, 7.79 Uhr.
70,1 kg.
Korngold, Klavierkonzert für die linke Hand, op. 17]

Wie ich’s gestern einer entfernten Freundin schrieb (ohnedies verlege ich die persönlichen Belange meine Arbeitsjournale seit → dem dort in Briefe, fühle mich damit weniger unwohl):

Bin grad voller Staunen, was bereits der siebzehn(!)jährige Erich Wolfgang Korngold zu komponieren verstand, und von Trauer, was uns an großer Kunst womöglich vorenthalten wurde, weil ihn das Naziwidertum in die Emigration und in den USA zur Lohnarbeit für Hollywood, nämlich in den Kitsch zwang. Dabei war er erst dreiundzwanzig, als er 1927 sein Meisterwerk vorlegte, Die tote Stadt, und vierunddreißig, noch vor der Flucht, daß seine letzte große Oper in die Welt kam. Dann vergaß man dieses Menschenjunggenie noch lange über das Ende des Unheils hinaus – dem schon die neuen Unheile folgten, quasi ein weltliches Armageddon nach dem anderen, gegen alledie wir nichts als eben solche Korngolds zu stellen haben – dieses aber mit ganzem, wunderbar prometheischem Recht.

Nach Jahren wieder los ging’s nun auf einer “falschen” Fährte, von Friedrichs II und Bianca Lancias Liebestochter Violante nämlich, der letzten quasi Vergilin, mit der → bei Lewin Truda vom Unruhvollen Stamm in der Unterwelt spricht, zur gleichnamigen Oper, die aber eben gar nichts mit ihrer historischen Namensbase zu tun hat. Da indes hatte mich der Melos bereits. Es ging gar nicht anders als nach meiner Vinylaufnahme des Stücks zu den anderen Bühnenwerken überzugehen, Die Kathrin, Die tote Stadt, Das Wunder der Heliane — alles noch vor des Komponisten Emigration entstanden, danach dergleichen niemals wieder. Dabei haben mich zwischenzeitlich → eines Lesers und Gesprächspartners Michael Gielens Aufnahmen sämtlicher Mahlersinfonien erreicht, und ausgesprochen schreckhaft fasziniert fielen mir im vierten Satz der Neunten stürzende Glissandi auf: Sie stürzen geradezu ab. Da hätte ich dranbleiben können, vielleicht sogar sollen, zumal mir K. zu meiner, sagen wir, “Entdeckung” konkrete Partiturhinweise gab, zu denen er auch Fragen stellte.
Aber derzeit schweife ich, nehme auch Einladungen nicht unbedingt wahr, selbst wenn ich gerne hinginge. Immer die Unruhe, es werde zu spät, ich würde zu müd, um gut das Fahrrad heim zu nehmen:

Normalerweise habe ich sowas immer gern getan (…); 20 km hin und 20 zurück waren nie ein Problem. Seit meiner OP hat es sich geändert und war schon während der Chemo immer leicht mühsam. Was ich aber ignorieren konnte. Jetzt, noch immer in der Wundheilungsphase, die mir ziemlich auf den Geist geht, ist, es zu ignorieren, schwerer möglich. Also müßte ich – oder sollte es sogar – die BVG nehmen — etwas indes, das mein Stolz als schwere Kapitulation erlebt und damit mein Selbstgefühl attackiert und was dann wieder zu Depressionen führt. Also bleibe ich lieber gleich daheim am Schreibtisch (…).

Ungut, mithin, unguter noch, was mir nun schon zum zweiten Mal träumte (denn ich spüre unterhalb der sichtbaren, an der Oberfläche bereits fast verheilten Operationsnarbe, gewissermaßen parallel zu ihr, mich irritierende längliche Verdickungen, in denen es, wenn ich etwas gegessen habe, jedesmal erst schmerzt, und fünfzehn bis zwanzig Minuten später geht von ihnen solch ein Mir-Übelwerden aus, daß ich mich langlegen muß): Man habe — so dieser Traum — in meinen Dünndarm zwei Sonden implantiert, eine kleinere runde links, auf der Herzseite also, sowie eine längere, langgestreckte rechts. Was sie aufnehmen sollen, weiß ich nie, auch nicht im Traum, aber daß es Spione sind, deretwegen ich dringend zum Arzt gehen sollte, um sie mir schnell herausschneiden zu lassen. Doch dann ginge alles wieder mit dem chirurgischen Schnitt von vorne los, auch mit dem furchtbaren Blasenkatheter, mit der Allergie gegen die Opiate, und der “alten” Wunde tät’ ein neuer Eingriff auch nicht grade gut. Also scheue ich den Gang: Wir sind immer noch in meinem Traum, dem ersten wie dem neuen heute nacht. Da war ich allerdings am Meer und schwamm hinaus. Ich konnte kaum die Küste mehr sehen, da gingen die Sonden in mir ab, vollbrachten es auf eine irreale Weise, meinen Bauch zu durchdringen. Und sie sanken in die Tiefe. Wovon ich erwachte. — Vielleicht, so dachte ich, “befürchteten” sie (oder der Geheimdienst, der sie mir hatte einsetzen lassen, befürchtete es), daß ich mich zum erneuten Gang auf einen OP-Tisch doch noch durchringen würde, und sie … sie würden erkannt. Das mußten sie, die beiden UBoote in mir, verhindern.
“Natürlich” waren sie nur im Traum abgegangen, jetzt, im und nach dem Erwachen, wieder deutlich spürbar. Ich kann sie mit den Fingern gut ertasten. Sie fühlen sich wirklich wie Fremdkörper an oder wie innere Vernarbungen; letztres dem tatsächlichen Sacherhalt nahe kommen dürfte. Wie ich gestern bei unserm schönen Gang über den Kollwitzmarkt zu लक्ष्मी sagte, bin ich mir momentan über den anatomischen Lageplan meiner Bauchorgane ziemlich unsicher. Nach dem, was der Chirurg aus mir herausgeholt hat, muß drinnen doch ein ziemlicher Leerraum entstanden sein, den die verbliebenen Organe nun mitnutzen, in den sie sich zumindest teilverschieben können: und ich, der stets ein geradezu exaktes Körpergefühl hatte, kann nun gar nicht mehr sagen, was es ist, das wo weh- oder sich sonstwie spürbar hervortut. Also fühle ich mich meinem Körper entfremdet.
Dazu nach wie vor die Verdauungsprobleme, besonders von Fett, und vor drei Tagen die Eröffnung meiner netten Ernährungsberaterin, daß ich die Pankreasenzyme nunmehr lebenslang würde nehmen müssen, werde, heißt das, was ich widerlich finde, ich, der ich es schon ablehne, Brillen zu tragen, weil sie zuviel Krücke mir und meinem Stolz sind. Und überhaupt habe ich die Neigung, diese Ernährungsberatung wieder abzubrechen, weil mir nichts gesagt wird, daß ich nicht schon von alleine wüßte und deshalb nicht beachte, weil ich es beachten eben nicht will: etwa, zu jeder Mahlzeit Buch zu führen, also sechs- bis achtmal mindestens pro Tag. Ich käm ja zu nichts andrem mehr! Meine Arbeit bleibt eh schon schandbar liegen. Immer noch habe ich die Béartgedichte nicht neu durchgesehen, obwohl es morgen in einer Woche bereits mit dem Lektorat losgeht.
Immerhin habe ich → die Lewin nun “aus”gelesen, was ein riesiger Gewinn war und nicht selten ein Genuß, auch wenn ich in einigem von mir selber Abstand nehmen mußte, von also, wie schon bei Kantorovicz, meinen → nietzscheschen Idealisierungen. Umso größer wird nun meine poetische Aufgabe sein: die Ambivalenzen werden zum Zentrum des Werkes, zum movens der Ästhetik. Was heilsam wider die Zeit geht, die einen Geist bekanntlich nicht mehr kennt. Denn der floh in die ANDERSWELT.
Zum Unruhvollen Stamm gehör ich nämlich selbst, jenseits, selbstverständlich, der Stämme Israels, die für Waltraut Lewin – als Jüdin – noch eine Rolle gespielt haben dürften. Da liegt die Ursache meines Identifizierens: im unruhvollen Lichtgeflacker seiner Stirn vom Stamme Luzifers zu sein und aus dem Schoße Aphrodites:

Alma Venus, o Du, die unter des Himmels gleitenden Lichtern
auf das besegelte Meer und die Früchte gebärende Erde
freundlichen Glanz ausstrahlt, denn alle lebendigen Wesen
werden gezeugt durch dich und schauen die Strahlen der Sonne

(alma Venus, caeli subter labentia signa
quae mare navigerum, quae terras frugiferentis
concelebras, per te quoniam genus omne animantum
concipitur visitque exortum lumina solis)

Lukrez, de rerum natura→ I, 2-5

Ein Fingerzeig übrigens, den mir Lewin – fast am Ende ihres großen Buches – zu den Béarts gegeben hat, so daß ich Lukrezens Anrufung der GÖttin in die → XXXIII unbedingt noch einbauen muß.

__________
>>>> Béart 54 (folgt)
Béart 52 <<<<<

Eine Woche knapp hab ich dafür Zeit.

 

Ihr ANH
[Korngold, Sinfonische Serenade op. 39]

P.S.: Ein wunderschönes Foto möchte ich Ihnen, Freundin, hier noch nachreichen. लक्ष्मी hat es von uns, ihr und mir, gestern aufgenommen, und da sie’s → bei Facebook eingestellt hat, werde auch ich es, nunmehr hier, tun dürfen. Es schenkte mir, nachdem sie es mir zugesandt, eine große Zuversicht:

%d Bloggern gefällt das: