Wiederaufnahme des Krafttrainings (Sling)

Nach Pause wegen der → Narbenbruch-OP Ganzkörpertraining am Zimmerdeckensling
nach >>>> Youtube-Trainer sowie vorherigem Trainingsplan unter vorsichtshalber noch Aussparung der Bauchmuskulatur.

1 h 15
67 kg

Es muß erst einmal darum gehen, die nahezu komplett verlorene Muskelmasse wieder aufzubauen, die alte Beweglichkeit wieder herzustellen und parallel auch das Lauftraining wieder anzustoßen, um Herz und Kreislauf neu zu aktivieren. Wobei ich Vorsicht schon deshalb walten lassen will (was mir schwerfällt), weil ich auf keinen Fall in der jetzigen Covidsituation erneut ins Krankenhaus will.

Rückwerdenssmiley (Entwurf)

 

Wie sich nach den OPs
der Körper beinah merklos wandelt’
– nicht sich verschandelt, nein,
er fällt, so scheint es, eh’s

zur Mannheit kam, zurück
in eine Jugend, die noch
ungehärtet war, jedoch
bereits – als Musterstück,

was werde – die Brust, den Bauch
behaart, selbst schon den Rücken,
hatte und sei doch, wegzudrücken,
was geschah, bereit und auch,

vom Krebs anorektiert,
das letzte Fett zu streichen,
und alles andre, was dergleichen
den Leib dekonzentriert,

statt purer Geist zu sein,
ja noch die Fleischesgier bezeugt,
darein er ihn gebeugt, seit je –
denn fast aus ihr allein

hat er im Hirn sein Wohl geformt
und jedes Weh des Wörterklanges
– ausschließlich s o gelang es,
wenn’s gelang, metrisch genormt

die Normen kühn zu übersteigen,
so zart und hart und wild
des Versewetzers Seitenbild
wie sich nur Lüste zeigen.

Nun fällt zu essen ihm schon schwer,
und der gescheute Geist wird leicht
ganz wie die Körpermasse weicht,
doch grinst aus Leibesmitte her

als umgekehrtes Riesen-Ikon
das Smiley eines nächtlichen Mahrs,
der es viszeral reinbiß, dwars, als Riß:
So düster glühend der Resektion Narbe,

ein klopfender Grat von rotharter Farbe –

_____________
ANH, Januar 2021
Berlin

Freitag, den 13. November 2020: Narbenbruch-OP. Im (Nach)Krebstagebuch.

Aufbruch 6.20 Uhr, SANA Lichtenberg auf der Station um 7. Dort kennt frau mich ja schon, und man.
Kurz die Formalitäten und aufs Zimmer gleich, entkleiden, das bizarre Nachthemd an, ins Bett, ein bißchen spieln noch die Zehen… doch schon geht’s rollend ab ins futuristische Cockpit des OP-Saals. Das ich noch mitbekommen werde, fein. Und da soll ich halt zählen. (Nicht ohne Witz: auszählen, sich selbst auszählen. Anästhesisten-Kalau.)

Das Messer setzt um 8 an.

Habe ich Ihnen, Freundin, schon erzählt, daß ich die 13 liebe? In der Tat, als die matriarchale Zahl ist sie voll der circeschen Lockung und birgt jede Höhlung des Venusbergs, in der wir uns erfüllen. Weswegen sollte ich also nervös sein? Und doch, und doch, ich bin’s. Ans Schlafen war heut kaum zu denken bislang. Also konnte ich auch aufstehn so nachts, mir einen Tee aus Salbeiblättern bereiten und mich an den Schreibtisch setzen. Um dieses hier zu schreiben.

ANH, 3.32 Uhr

(Erscheinen soll’s aber erst zum Skalpell).

 

 

 

 

Sana Ankunft,
6.45 Uhr

 

 

***

[16.52 Uhr]
Alles gut gelaufen, aber doch … ja, heftiger als nach der Magenresektion, “einfach” deshalb, weil ich zu der OP eine PDK gesetzt bekommen hatte, hierfür aber nicht. Und also bekomme ich so ziemlich alles mit — zu dem für mich wirklich schwierigen Umstand hinzu, daß mir nun doch noch mal ein Blasenkatheder gelegt wurde. So gräßlich, daß ich das Ding echt widerlich nennen muß. Es verursacht dauernden Harndrang – psychisch, denke ich mir, einfach “nur” psychisch –, ohne daß ich pinkeln aber kann. Woraus wiederum mein Gefühl folgt, daß, wenn ich auch nur noch ein bißchen trinke, mir die Blase platzen wird. Eventuell wird das Ding aber nachher noch, spätestens morgen gezogen.

 

Immerhin, den Arbeitsplatz habe ich mir nun schon eingerichtet

und bin auch die ersten Schritte, nach der OP, wieder ohne Hilfe gegangen, kann auf jeden Fall, was mir wichtig , auf die Toilette, und zwar allein. Indes — worauf ich mich nun wirklich freue … in nicht mehr ganz zwei Stunden … darauf, voilà!:

 

 

ENTR’ACTE

Der Steuererklärung fünfter Tag. Im Arbeits-, diesmal Erinnerungsjournal des Sonnabends, dem 7. November 2020.

[Arbeitswohnung, 7.30 Uhr
Zweiter Latte macchiato
France musique contemporaine:
Hans-Jürg Meier: Wingert in der Frühe (2011/12)]

Bereits seit vier Uhr am Schreibtisch, mir gingen dauernd Belege durch den Kopf und zwei mögliche Fehler, die ich in der Rechnung korrigieren wollte. Gestern schon, um möglichst weiterzukommen, hatte ich das Laufen “gesteckt”. Immerhin hatte ich zur Nacht dann sogar sämtliche Reisebelege weggearbeitet — und heute frühstmorgens ging es mit den Bewirtungen weiter. Und wieder mache ich die Erfahrung, daß Steuererklärungen ein enormes Erinnerungspotential haben. Ganz Szenen, die ich intensiv erlebte, kehren vor die inneren Augen zurück, ja Gerüche steigen in die Nase, etwa wie wir in Wien zusammenkamen, alle, die Übersetzer auch mit ihren eigenen Gedichten und Geschichten, wie wir → vortrugen im 777, uns vorher in Doderers → Zartl trafen, am Prater; wie Elvira und ich nach Karlsruhe und Heidelberg reisten, um den → ersten Erzählband vorzustellen, wie wir zum Heidelberger Schloß hinaufspazierten ach, so vieles wieder ist da. Um nichts in der Welt, momentan, würde ich die Erstellung dieser Steuererklärung an jemanden anderes geben, für jedenfalls nur weniges andre (nun jà, mir fällt da schon was ein).
Dennoch muß ich auch immer wieder mal unterbrechen, weil Wege zu besorgen sind; heute etwa muß ich mir Paßfotos machen lassen, um am Montag nicht mit leeren Händen im Bürgeramt zu stehen. Den Termin zu bekommen — um 14.24 Uhr, auf die Minute! — hat zwei Monate gebraucht; und meine Ausweise laufen im Januar ab. Zudem ein Anruf des SANAs: Mein OP-Termin muß aus internen Gründen (die ich als coronare interpretiere) um zwei Tage verschoben werden; also fahre ich nicht am kommenden Mittwoch, sondern erst dem Freitag ein – was wiederum bedeutet, daß ich einiges umzuplanen habe. Dennoch, mit etwas Glück und Geschick werde ich mit der Steuererklärung heute fertig werden, jedenfalls den Rechnereien. In das Elsterformular alles übertragen, das kann ich dann auch morgen noch, beruhigt — und nachher eben doch noch laufen. (Immer wieder lustig, aber, daß das deutsche Finanzamt seinem Online-Programm den Namen einer sprichwörtlichen Diebin gegeben. Da hatte jemand viel Humor.)

[France musique contemporaine:
Garth Knox, Malor me bat für Viola d*amore und Cello (2004)]

(Nach)Krebstagebuch. Am Dienstag, den 3. November 2020: Der Narbenbruch ff. Später auch Steuererklärungsbeginn mit Puccini im Ohr Barbirollis.

 

[Arbeitswohnung, 8.38 Uhr
France musique contemporaine:
Gabriela Ortiz, Trifolium für Violine, Violoncello und Klavier]

Das “Hernje” ausgesprochene Wort kommt vom Griechischen ἔρνος, “Knospe” nämlich sowie “Sproß”; im lateinischen hernia wurde “Bruch” daraus. Wobei ja nicht wirklich etwas gebrochen ist, sondern das unelastische Narbengewebe hat sich wieder geöffnet und weitet sich derart, daß sich ein Teil des Bauchinhalts hindurchdrücken kann — was bei mir derzeit so aussieht:

Die Ausstülpung (von überm Nabel links der Narbe bis unten etwa Bildmitte folgend) läßt sich ziemlich gut erkennen. Die Diagnose war aber eh klar. Nur wird derzeit wegen der gegenwärtigen neuen Coronabestimmungen die Behandlung von Brüchen dieser Art eigentlich aufgeschoben; in meinem Fall allerdings, nach der Magenresektion, besteht die Gefahr von Einklemmungen, die wiederum zu solch lebensbedrohenden Unappetitlichkeiten wie Darmverschlüssen führen können. So daß nun meine Operation bereits Mitte der nächsten Woche stattfinden wird.
Ich war gestern bei meinem Operateur.
Blöderweise ist die OP nicht laparoskopisch zu machen, sondern der unterdessen zusammengewachsene Bauchschnitt muß noch einmal ganz geöffnet werden. Dann wird ein Netz, das für spätere Stabilität sorgen soll, eingezogen und neu vernäht – ein Vorgang, der mir von meinem Leistenbruch her noch bekannt ist. “Routine, Sie müssen auch nicht auf die Intensivstation nachher. Irgendwie”, mit Blick auf die covide Situation, “schieben wir sie schon in einem der Zimmer dazwischen.”

So ist nun allerdings im Vorfeld einiges zu tun; Einweisung besorgen, von der Krankenkasse genehmigen lassen, noch einmal ein CT (das aber eh zum Abschluß fällig war) sowie, unterdessen ein quasi running gag für mich, der dritte Coronatest innerhalb dreier Monate. Ich bin nur froh, daß die → Béart-Arbeit erst einmal erledigt ist; an die letzte Durchsicht wird meine Lektorin erst nach dem 15. kommen, und das zweite START-Seminar wird erst am Ende dieses Novembers stattfinden. Insofern paßt alles. Und ich kann überdies, womit ich heute beginnen werde, endlich die fällige Steuererklärung für 2019 angehen, deren Abgabetermin das Finanzamt – Liligeias wegen – auf Ende Dezember aufgeschoben hat. Nun bekomm ich’s schneller hinter mich, werde direkt vor der OP abgeben können. Das wirklich Ärgerliche an allem ist, daß ich mein Training werde erneut pausieren lassen müssen. Dabei bin ich wieder bei 10-km-Läufen angelangt und habe sogar meinen Ruhepuls auf fast wieder die für mich normalen 50 runter. Schon spannend, sich die Entwicklung seit Wiederaufnahme des Trainings anzusehen:

Am 21. Oktober habe ich das Training nach der OP und der vorher langen Pause wieder aufgenommen, und schon ab dem 29. fiel ging der Ruhepuls auf unter 60. Nur noch vier Wochen weiteres Training, und ich hätte die 50 wieder stabil. Auch einige verlorene Muskulatur wäre wieder zurück. Ich war immer in einem zutiefst vertraulichen Verhältnis mit meinem Körper und kann ihm dafür gar nicht genug danken; daß ich ihn werde nun wieder vernachlässigen müssen, ist übel. Aber andrerseits eben auch zu seinem Schutz.
Wie auch immer, es nervt mich. Bis zur OP allerdings trainiere ich erst einmal weiter, wenn auch mit, nun jà, “Bedacht”.

 

Leider, leider wirkt Liligeia nach; noch ist sie nicht wirklich besiegt.

 

Ihr ANH
[Anthony Braxon, Composition no 16 (101)]

[15.40 Uhr
France musique contemporaine:
Paul Mefano, Ondes espaces mouvants]

Schreibt mir aus Wien meine Lektorin, die mir zuvor schon von den Attentaten erzählt hatte (sie war vornachts mit den anderen Besuchern unter Polizeischutz aus dem Burgtheater geführt worden), aus Wien: aber solltest du nicht ruhe geben? Worauf meine iMessage antwortet: Eigentlich … aber da wär seelisch die Belastung zu groß. Nach der Neu-OP nächste Woche werde ich ja trainieren gar nicht können; also bis dahin dann halt … Aber ich bin vorsichtig, trainiere um den Bauch sozusagen herum. Versprochen.

Wobei wir heute geradezu ein Frühjahrswetter haben in Berlin; vom Lockdown war kaum etwas zu merken, abgesehen von den Schildern an den Restaurants und hier und da rauchend plaudernden Polizeigrüppchen, die eher nach Sonntags-Abchill’n wirken.

Nach dem Duschen eine tiefe Stunde siestageschlafen.

 

Und jetzt:

DER STEUERERKLÄRUNG ERSTER TEIL

Dazu die, seht unten rechts im Bild, wahrscheinlich unerreichte Madama Butterfly des Teatro dell’Opera di Roma unter → John Barbirolli; Renata Scotto in der herzbeklemmendsten Titelrolle der Welt. So wird selbst eine Steuererklärung, bzw. ihr Vorbereitungsprozeß, zum Seelenereignis.

 

(Allerdings nehme ich das LP-Behältnis nun wieder vom Tisch.)

 

Das Narbenbruchs-, demzufolge (Nach-)Krebstagebuch ff und dennoch ein Arbeitsjournal, nämlich des Freitags, den 30. Oktober 2020. Darinnen auch START 2020, das erste Seminar.

[Arbeitswohnung, 6.52 Uhr
David Helbock Trio, → Into the Mystic (2016)]

 

Das war dann schon blöde.
Ich ging noch einmal das gesamte Typoskript der → Béarts durch, fand auch noch einiges, vor allem mußte manches umformatiert werden, insbesondere ging es um den Ort einiger Verse auf der Seite — so daß nun Elvira nicht darum, fürchte ich, herumkommen wird, daß auch sie alles noch einmal ausgedruckt (doch sie hatte es, wie sie mir schrieb, soeben getan) (auch mein Papierverbrauch ist, seit ich mit dem Computer arbeite, signifikant gestiegen; eine interessante Dynamik) —; zugleich hatte ich endlich auch mein Krafttraining wieder aufgenommen und zwar, nach dem ersten Slingtraining, “ordentlich” mit einem Muskelkater zu tun, aber laufen, immerhin, durfte ich ja weiter — und da gucke ich vorm Duschen an mir runter, weil mir was komisch vorkommt, das obendrein ziemlich wehtat … und sehe das: Unterbauch links:

Kein schöner Anblick, zumal nicht, wenn der Körper grad begonnen hat, sich wieder zu, wie es in der Athletensprache heißt, definieren. Da fällt jedes unnötige Pölsterchen störend ins Auge, solch eine Vorstülpung da nun erst recht. – Dennoch war ich nicht überrascht, auch nicht schockiert. Es ist dieselbe Stelle unter der Narbe, an der es seit der OP immer wieder teils hart geschmerzt, wenn ich gegessen, nie lange aber oder nur selten für längere Zeit, meist rutschte der Nahrungsbrei offenbar schnell weiter, und es war wieder Ruhe. Die Ärzte und die Ernährungsberaterin, denen ich davon erzählte, waren der Meinung, es spiele sich schon ein mit der Zeit, hier drückten möglicherweise nur Gase innen gegen die Narbe. Abwarten also, Geduld haben. Auch die Freunde mahnen meine Schnelligkeit oft an, meine Ungeduld. Nur war das jetzt eben deutlich, dieser komplett unorganische Ausstulp ohne Ästhetik.
Habe ich Ihnen damals, Freundin, — “damals”! — erzählt, daß bei meiner Entlassung aus dem Sana Professor Heise mir, mein Operateur, seine Whatsapp-Nummer gab, damit ich ihn, wenn etwas sei, kontaktieren könne? Nun, knapp ein Vierteljahr nach → Lis und meines Magens Entfernung, nutzte ich das, nahm mit dem Ifönchen zwei Bilder von dem Ausstulp auf, eines sehn Sie hier drüber, und schickte es ihm. Quasi postwendend, abends um halb zehn!, kam die Antwort:

Das sieht aus wie ein Narbenbruch, das muss nochmal operiert werden, können Sie vielleicht Montag einmal in meine Sprechstunde kommen? Dann kann ich mir das ansehen. Ist nicht gefährlich, nur nervig.

So werde ich also übermorgen um elf dort sein; die Uhrzeit machten wie nächstentags aus, und vor allem beruhigte er mich wegen des Joggens: Nur bei sehr kleinen Brüchen, die man nicht sehe, bestünde das Risiko, sich etwas ungut einzuklemmen. So konnte ich gestern sogar mein Krafttraining absolvieren, mit Abdominalbandage freilich bei (weitgehender) Aussparung der Bauchmuskulatur. Ich bin kein Opfer und lasse mich zu einem auch nicht machen, sondern bleibe meiner Situationen Herr. Es genügt schon, daß wir ein Schicksal haben, dem sich’s nicht entgehen läßt. Da aber geht’s um das Wollen von Göttinnen, Göttern. Interessanter ist die Frage, ob es nun, da wir eines weiteren Lockdowns angesichts sind, noch einmal finanzielle Hilfen für Künstler geben wird. Allerdings komme ich nach jetzigem Stand der ökonomischen Dinge bis mindestens März erst einmal klar, bin also wenig beunruhigt. Und was geschehen wird, wenn die Béarts erschienen sind, ist ja durchaus nicht heraus. Das erste meiner Bücher in mehreren Sprachen, darunter US-amerikanisch, und die Ausgaben quasi zugleich. Raus aus dem Kleinbürger-Betrieb, zu dem Dietmar Dath einiges Wahre zu sagen hat. Knelangen schickte mir die Besprechung Stefan Gärtners, die ich auf Anhieb im Netz leider nicht fand und aus Urheberrechtsgründen hier nicht einfach einstellen kann. Schade. Denn Sätze wie

Was einst die anarchische Emanzipation vom bürgerlichen Kunstmuff war, ist heute ein Spießerreflex, und wenn Buch und Kopf zusammenstoßen, und es klingt hohl, dann kann es nach wie vor am Kopf liegen. Sicher, was Mist ist, soll Mist heißen dürfen; was Mist zu Mist macht, soll man aber sagen müssen.

sind gerahmt an die Wohnungstür jeglicher Dichtung zu hängen, damit wer eintritt weiß, was sie und ihn erwartet, erwartet also wird — generell, nicht nur im Einzelfall.
Die projektierte OP übrigens wird sich nach allem, was ich unterdessen gelesen, laparoskopisch erledigen lassen, also nicht wirklich ein wieder großer Eingriff sein. Ich denke mal, nach anderthalb Krankenhaustagen werde ich’s hinter mir haben. Punkt.

[7.51 Uhr]
Draußen gießt es junge Hunde.
[John Dowland, Weep you no more,
sad fountains: Kopatschinskaya/Currentzis, SWR SO]

Aber der Tag steht in anderem Fokus. Zwar werde ich (will ich) mittags laufen, wenn überdies mein Monsieur LePutz hier sein und wischen wird, aber dann werde ich mich in den virtuellen Zug zum erste virtuellen Seminar dieses Jahres setzen, das ich im heutigen Fall für die START-Stiftung halte. Ich nahm mir ein kreatives Schreibthema zu “seltsamer Musik” vor, wobei sich das Adjektiv weniger auf meinen eigenen Eindruck, bzw. meine Hörempfindungen bezieht, als auf den von mir prospektierten der jungen Leute, mit denen ich, je hinter unseren Screens, von von heute Abend bis zum Sonntagmittag beisammen sein werde. Ein bißchen nervös, ich gebe es zu, bin ich schon, da mir diese neue Lehrform noch ausgesprochen fremd ist. So lag es nicht nur wegen der Migrationshintergründe nahe, “Fremdheit” zu einem Thema des Seminares zu machen. Für meinen im Januar beginnenden Lehrauftrag an der Uni Bamberg, werde ich dann freilich eingefuchst genug sein, um auch gewagtere Experimente anzugehen – wie ich es in der “direkten” Lehre stets getan habe, inklusive der mir wichtigen “Abweichungen” von methodisch genormten Abläufen. Genau diese – heute als “Module” firmierende – Normung ist mir seit Kindheit ein Dorn der Lebensfeindlichkeit im Aug’.

Ihr
ANH

[Biber, Battalia für Streicher und Basso continuo,
Currentzis/Kopatschinskaya, SWR SO
Das gesamte Konzert, → dort.]

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