Erich Fried. (Die schlechtesten Gedichte § 3.)





DAS LÜRISCHE GESAMTWERK





Zum Beipiel:
Du bist mein einziges Schnülp
Du bist mein Holp und mein Hülp.

Dazu 1987 der festbestallte Literaturverweser Gert Ueding:
Erich Frieds Gedichte lehren uns, daß (…) die Poesie das reguläre Medium des irregulären Lebenssinns und Liebe seine schönste Probe auf ihr verführerisches Exempel bleiben wird.”

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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12 Antworten zu Erich Fried. (Die schlechtesten Gedichte § 3.)

  1. verderb sagt:

    Danke! Ein Dichter, bei dem ich immer Krämpfe bekam. Dieser halbromantische Ramsch, den er meist verfasste, spottet jeder Beschreibung. Er sprach gewisse Menschen damit an. Die Frage ist aber – wen, wer soll das sein? Gewiss Damen und Herren, die ebenso begabt sind/waren wie er selbst. Man sagt aber, dass er ein scharfsinniger Denker war. Inwiefern das zutrifft, kann ich nicht beurteilen.

    • Er war ein hinreißender. Übersetzer.

      Vor d i e s e r Leistung habe ich alle Achtung der Welt.

    • vunkenvlug sagt:

      und er war ein hinreißender freund, der noch der popeligsten literarischen studentenzeitschrift seine gedichte schenkte, damit wenigstens ein bekannter name sie schmückte.
      auch war er beachtlicher vortragskünstler, der noch gedichte von Zahl bedeutsam erscheinen ließ.
      sein erstes bekanntes gedicht, so berichtet wenigstens die literaturlegende, verschickte er auf postkarten 1946, als der Kalte Krieg sich abzeichnete:

      ich bin der sieg,
      mein vater ist der krieg.
      der friede ist mein lieber sohn,
      der gleicht dem vater schon.

    • Verzeihung, aber wo ist d a s denn bitte ein gutes Gedicht? Das ist ein gelungener Aphorismus, der mit em Kinderreim spielt, wie wir ihn aus Gebeten kennen. Mehr aber ist das nun wirklich nicht. Eine lyrische Transzendenz stellt sich nicht her, sondern alles ist auf die eine bestimmte Aussage gemünzt (der ich hier im übrigen auf keinen Fall widersprechen wollte; Frieds persönlichen und politischen Haltungen genießen bei mir höchste Achtung).

  2. TheSource sagt:

    Fried war Vogone??
    Kaum zu glauben 😉

    [Wem Vogone nichts sagt, der sehe explizit bei D. Adams nach: P.A.d.d.G oder lasse sich kurz aufklären, dass im besagten Roman jedwede außerirdische (sic: höhere) Species bei Vogonenlyrik Gehirnblutungen bekommt, weshalb die Vogonen ihre leidenschaftlich gern geschriebene Lyrik auch als Foltermethode einsetzen. Einzig der sich in die Szenerie verirrte Mensch kann im Roman die Vogonenlyrik ertragen]

    • TheSource sagt:

      Mögen die Sirianer mir vergeben… Zur Erinnerung und zum privaten Amusement hier das in PADDG rezitierte Vogonengedicht in voller Länge:

      »Oh zerfrettelter Grunzwanzling…
      dein Harngedränge ist für mich / Wie Schnatterfleck auf Bienenstich
      Grupp, ich beschwöre dich
      mein punzig Turteldrom
      Und drängel reifig mich mit krinklen Bindelwördeln /
      Denn sonst werd ich dich rändern in deine Gobberwarzen / Mit
      meinem Börgelkranze, wart‘s nur ab!«

  3. parallalie sagt:

    Die Säue von Gadara

    „Zu Menschen sind wir menschlich
    zu einer Sau eine Sau
    wenn es sein muß sogar eine Wildsau“

    Dieses Wort eines Sprechers der Polizei
    nach der Verhaftung und Mißhandlung Ulrike Meinhofs
    macht zwar keine sachlichen Angaben zu der Frage
    wie mit Ulrike Meinhof verfahren wurde
    von Polizeibeamten
    deren Name auch nicht Legion ist

    Aber es ist besessen vom Grundgedanken
    „Wer ein Mensch ist und wer eine Sau
    das entscheidet die Polizei“

    Erich Fried, aus: Die Freiheit den Mund aufzumachen (1972)

  4. vunkenvlug sagt:

    Konrad Bayer aus der heroischen geometrie:
    „der körper hat etwas heroisches an sich.
    der körper ist da.“
    mag finden ein jeder, wie er will. für mich geht das weit über Celan hinaus in seiner poesiezerschlagungswütigkeit.

    vielleicht begann hier, am namenlosen ort, etwas, von dem wir nichts wissen, die wir uns unschuldig wähnen vorm gestern, vorm heute, vorm morgen, tage dereinst, die gericht sitzen werden.
    über wen? über uns!

    singt das mäuslein in der falle,
    sei mir gut, oh Jesus Christ,
    müssen wir ihm nicht erläutern,
    wie der atheismus ist.

    liebes mäuslein, hättest früher
    Dich um fallentheorie
    kümmern sollen als den käse
    abzuschnüffeln und den speck.

    gewaltig reckt die sonne den arm aus
    und macht das weiße bunt.
    Du wirst es auch erleben:
    das schwarz ist nicht kugelrund.

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