Die schöne Elisabeth Schneider (7).

(…)

Er hatte, sah ich, fiebrigen Glanz in den Augen. Ich wurde unruhig, wollte gehen; noch aber hielt er mich zurück.
“Die Schneiders waren immer arm, aber jetzt sind sie reich. Nein, ich weiß, was Sie sagen wollen. Aber glauben Sie mir, man merkt es nur kaum… aber ich – i c h – merke es. Weil ich aufpasse, weil ich beobachte. Man muß mißtrauisch sein. Die Alte ist bloß geizig, das ist alles. Schauen Sie sich ihre Tochter doch nur einmal a n… oder das, was vorgibt, ihre Tochter zu sein.”
“Ja was glauben Sie denn? Daß sich Betty auf.. auf… einen Mafiaboß eingelassen hat? Sowas?”
Jetzt lachte er.
“Aber nein! Oder vielleicht d o c h. Aber das wäre egal. Sie verstehen mich nicht. Vielleicht sind Sie auch noch zu jung, um… den Tod…”
“Den Tod? Jetzt verstehe ich w i r k l i c h nicht.”
“Ich rieche ihn. Ich bin ihm ja sehr viel näher als Sie. Sehen Sie mich an. Dieser Körper… er ist… insuffizient”, sagte er, ich entsinne mich dieses ungewöhnlichen Ausdrucks genau, “furchtbar insuffizient, junger Mann. Aber Schwäche macht empfindlich. Sie schärft die Sinne, und dann hört man das Gras wachsen, junger Mann. Aber w e i l es wächst .” Er verstummte einen Moment und setzte, nachdem er einen Schluck aus der Flasche genommen hatte, leise hinzu: “Und w o es wächst.”

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