Offener Brief. Franz Kafka & die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Die Dschungel bitten um Unterstützung.


Gestern erreichte uns folgender Offene Brief an den Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft:


Mit Überraschung und äußerst befremdet haben wir die Meldung zur Kenntnis genommen, daß die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Förderung der historisch-kritischen Franz Kafka-Ausgabe abgelehnt hat. Die Ausgabe wurde 1995 von Roland Reuß und Peter Staengle in Zusammenarbeit mit dem Stroemfeld Verlag ohne jede öffentliche Förderung begonnen und umfaßt bis heute fünf umfangreiche Bände. Sie hat im letzten Jahrzehnt weit über die Grenzen der Kafka-Forschung hinaus der neueren Philologie bedeutende Impulse gegeben und im In- und Ausland – selbst von anfänglich skeptischen Beobachtern – große Anerkennung erfahren. Wie neuere wissenschaftliche Arbeiten zeigen, ist sie für die Erschließung des Kafkaschen Werkes unverzichtbar: Sie ist die Grundlage jeder künftigen Erforschung dieser einzigartigen Dichtung in deutscher Sprache. Es wäre eine wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Katastrophe, wenn es bei der ablehnenden Entscheidung der DFG bliebe.
Wir bitten die DFG mit Nachdruck, die für uns unverständliche Entscheidung zu überdenken. Die historisch-kritische Kafka-Ausgabe verdient eine faire Begutachtung, die auch avancierte Ansätze in Editionstheorie und Praxis berücksichtigt.
Erstunterzeichner:
Prof. Dr. Hans Zeller, Fribourg
Prof. Dr. Gunter Martens, Zell am Harmersbach
Prof. Dr. Wolfram Groddeck, Zürich
Dr. Walter Morgenthaler, Basel
Prof. Marianne Schuller, Hamburg


Der Verleger von Stroemfeld, KD Wolff, von dem die Frankfurter Kritische Ausgabe herausgegegen wird, schreibt dazu folgendes:

Sehr geehrte Damen und Herren. Liebe Freundinnen und Freunde.
Im folgenden leite ich Ihnen eine Mail von Prof. Wolfram Groddeck (Universität Zürich) weiter, mit der Bitte um Beachtung. Vielleicht können Sie auch noch weitere Personen um die Unterzeichnung des Offenen Briefs bitten? Vielleicht haben Sie Vorschläge, wie die Förderung für die Franz Kafka-Ausgabe doch noch sichergestellt werden könnte?
Mit Dank für Ihr Interesse und freundlichen Grüssen
KD Wolff, STROEMFELD VERLAG, Tel. +49-69-955 226-0 Fax -24
please, visit >>>> our website.

Bei Unterstützung des Offenen Briefes teilen Sie itk@textkritik.de Ihren Namen und Ihren Wohnort mit. Darüber hinaus bitten die Dschungel insbesondere Autoren anderer Literarischen Weblogs um weitere Verbreitung des zitierten Offenen Briefes. Danke. ANH

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15 Responses to Offener Brief. Franz Kafka & die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

  1. Avatar JCP says:

    Stroemfeld trägt kaum verlegerisches Risiko, legt auf, was finanziert ist, und wartet auf den Ertrag. Wird „ohne jede öffentliche Förderung begonnen“, dient das, sie zu beantragen. Jedes Mal, wenn einer zögert, weiter zu fördern, droht eine wissenschaftspolitische oder sonstige „Katastrophe“. Die Ergebnisse (Hölderlin, Keller usw.) können sich sehen lassen, sind aber, trotz aller Fremdmittel, sehr teuer. Im Ergebnis gibt es wenige Bestellungen und viele Protestschreiben. Was einst als Roter Stern am Taghimmel aufging, ist beinahe zum nächtlichen Succubus geworden. Man fühlt sich missbraucht.

    • Avatar Lutz Hesse says:

      Auf einen derartigen Kommentar habe ich gewartet. Und kann den Lesern der Dschungel nur empfehlen sich die Hölderlin – und Keller Editionen anzusehen. Die Qualität spricht für sich, und das öffentliche Mittel für solche Vorhaben requiriert werden, was ist dagegen zu sagen. In dem Aufruf, wenn ich richtig gelesen habe, geht es nicht um einen Verlag, sondern um Franz Kafka und sein Werk.

    • @JCB. Probleme mit kleinen Verlagen und auch Verlegern sind mir sehr bekannt. Dennoch – oder vielleicht gehören auch bestimmte Dispositionen überhaupt d a z u, so etwas zu wagen – verdanken sich Verlagen wie etwa Stroemfeld/Roter Stern und auch Ammann (zu Zeiten, da noch keine Verleger-Mäzenin eingestiegen war) Editonen – etwa e b e n Kleist, etwa Pessoa -, die niemand anderes herausgegeben hätte und schon gar nicht in dieser Sorgfalt. Ähnliches gilt für Axel Dielmann, ohne den es heute meinen WOLPERTINGER nicht gäbe und ohne den dieses Buch nicht nach über 13 Jahren immer noch lieferbar wäre (freilich a u c h dank dtv, wo man das Mammut-Taschenbuch wagte und bis heute lieferbar hält). Man kann sich zu Recht über manche Kleinverlage ärgern, es gibt da einigen Grund – aber muß immer sehen, unter welchen Bedingungen, mit welch editorischer Liebe und welch editorischem Aufwand die allermeisten dieser Editionen scharf am Rand des Abgrunds entstanden und entstehen – oft ist ein Kleinverlag schon längst in ihn gefallen und macht dennoch weiter. Wer immer ein festes Gehalt bezieht, möge sich da bitte nicht überheben. Die Frage ist tatsächlich nicht – und das gilt für primäre Kunst ganz genau so -, ob sich eine Edtion trägt oder die Editoren oder gar die Autoren ernährt; was zählt, ist einzig, was e n t s t e h t.

    • Avatar JCP says:

      Tatsächlich lohnt es, die Kafka-Ausgabe zu fördern. Ebenso sind andere Editionen bei Stroemfeld ihr Geld wert. Der Etat der DFG ist jedoch begrenzt. Mich dünkt das Eintreten für einen Antrag voreilig, wenn man die übrigen nicht kennt. Stroemfeld-Projekte können regelmäßig Unterstützer gewinnen. Welche anderen durch deren Erfolg leer ausgehen, kümmert sie nicht. Von den Fähigkeiten KD Wolffs bin ich beeindruckt, vom Recht jedes Herausgebers, für seine Arbeit zu kämpfen, bin ich überzeugt, über Menschen, die ihren Namen uninformiert in die Waagschale werfen, bin ich nur verwundert. Einen Tag später unterschreiben sie vielleicht auch für die Gegenpartei.

    • @ JCP: Weshalb sollten sie n i c h t? Wenn die „Gegenpartei“ – unter der Sie hoffentlich nur um Zuwendung konkurrierende Projekte verstehen – es wert ist. Ganz sicher weiß ich selber v i e l e Projekte, die ganz ebenso der Unterstützung bedürften, darunter einige eigene. Nur: Soll ich deshalb anderes, das es ebenfalls wert ist, n i c h t unterstützen? Und von Uniformierung kann nun schon g a r keine Rede sein; ansonsten wäre jeder erfolgreiche basisdemokratische Willensakt ein Ausdruck von Uniformierung. Unterschriftenaktionen wie diese zeigen und symbolisieren a u c h, daß es nicht widerspruchslos hingenommen wird, kulturelle Vorhaben unters Diktat des Marktes zu beugen: sie halten den W i d e r s t a n d wach. Hingegen Ihre Einlassung, der Etat der DFG sei jedoch begrenzt, sich entweder resigniert oder pragmatisch-angeschlossen unter den schlechten Zeitlauf bückt. Von dergleichen meine ich, daß Sie es bedenken sollten.
      Andererseits hält Ihre Abwehr diesen Thread hier am Leben; insofern begrüße ich sie ganz ebenso, wie ich mir – trotz meiner Unterstützung der Kafka-Ausgabe – >>>> kritische Einlassungen zu manchen Kleinverlagen nicht nehmen lasse, und zwar auch und gerade dann nicht, wenn ich selbst von Zeit zu Zeit in denselben Kleinverlagen publiziere und einiges bei ihnen weiterpublizieren werde.

  2. Avatar Lotree says:

    Please visit Link funktioniert nicht URL albannikolaiherbst/stories/2797682/www.stroemfeld.com was not found on this server!

  3. Avatar andante says:

    braucht man diese edition?? gibt doch schon haufenweise kritische kafka ausgaben…z.b. bei amazon >>>>hier

    • Oh, das ist ein. Riesiger Unterschied!

      [Ich wär Ihnen dankbar, bänden Sie Ihren Link mit html-Syntax ein. Sonst bleibt der Seitenumbruch in diesem Thread so durcheinandergebracht]

    • Avatar andante says:

      worin liegt der unterschied?? gibts das zu kaufen und wo, habe bei amazon nix entdeckt..das mit dem html kann ich leider nicht, wie geht das??

    • @ andante. Schauen Sie >>>> h i e r. Und schauen Sie sich dort einmal die jeweiligen Detailangaben zur Edition an. Es handelt sich, wohlgemerkt, um eine wissenschaftliche Ausgabe und nicht eine für den ’normalen‘ Leser. Das muß man wissen. Wobei der hier diskutierte Förderungsantrag eben auch an die Deutsche Forschungsgemeinschaft ging, nicht etwa an den Deutschen Literaturfonds oder ähnliche Stiftungen.

      Wegen des html-Codes (bitte die Absätze entfernen; ich muß sie hier einfügen, sonst wird die Syntax nicht dargestellt, sondern als kybernetischer Steuerbefehl ausgeführt):
      <
      a

      href
      =
      „http://
      URL“
      >
      LINKNAME
      <
      /a
      >

    • Avatar andante says:

      bin dem link mal gefolgt. ist schon klar, was das ist…handschriften kopien. ist halt schon was anderes als das von fischer-verlag. sauteuer. ist aber eher was fuer wissenschaftler. mir reicht da meine alte schon angegammelte ausgabe 😉

  4. Franz Kafka bei Stroemfeld. Unterzeichner per 14. 10. 2006 Prof. Dr. Hans Zeller, Fribourg – Prof. Dr. Gunter Martens, Zell am Harmersbach – Prof. Dr. Wolfram Groddeck, Zürich – Dr. Walter Morgenthaler, Basel – Prof. Dr. Marianne Schuller, Hamburg – Prof. Dr. Peter von Matt, Zürich – Prof. Dr. David Wellbery, Chicago – Elfriede Jelinek, Wien – Louis Begley, New York City – Prof. Dr. Hartmut Binder, Ditzingen – Dr. Angela Graf-Nold, Zürich – Prof. Dr. Elke Siegel, Yale University – Caspar Battegay, Hochschule f. Jüd. Studien, HD – Dr. Karl Grob, Zürich – Prof. Dr. Gert Mattenklott, Berlin – Prof. Dr. Carol Jacobs, Yale University – Dr. Hubert Thüring, Basel – Prof. Dr. Helmut Müller-Sievers, Northwestern University – Prof. Dr. Peter Henninger, Paris (Nanterre) – Prof. Dr. Stanley Corngold, Princeton N. J. – Hans Georg Signer, Präs. d. Trägervereins Literaturhaus Basel – Prof. Dr. Ulrich Wyss, Frankfurt am Main – Prof. Dr. Helmut Puff, Ann Arbor (Mich.) – Dr. Barbara von Reibnitz, Basel – Dr. Anthony Northey, Wolfville, N.S., Kanada – Prof. Dr. Elmar Locher, Verona – Prof. Dr. Ulrich Gaier, Konstanz – PD Dr. Gunter Nickel, Darmstadt – Prof. Dr. Maria Antonietta Terzoli, Basel – Dr. Günter Meinhold, Escheburg – Prof. Dr. Herbert Holl, Nantes – François-Michel Gathelier, Vincennes – Prof. Dr. Enrico De Angelis, Pisa – Dorothea Dieckmann, Hamburg – Prof. Dr. Bernd Hüppauf, New York University – Michael Quast, Frankfurt am Main – lic. phil. Felix Christen, Zürich – Dr. Thomas Meyer, Jerusalem – Dr. Herbert Wiesner, Berlin – Prof. Dr. Reto Sorg, Lausanne – Lisa Neuhaus, Frankfurt – Prof. Dr. Christoph König, Osnabrück – Prof. Dr. Werner Hamacher, Frankfurt am Main – Christoph Kulenkampff, Darmstadt – Roswitha Quadflieg, Freiburg/Hamburg – Dr. Jochen Greven, Gaienhofen – Dr. Mauro Nervi, Pisa (www.kafka.org) – Prof. Dr. Thomas Böning, St. Peter – Dr. Bettina Schulte-Böning, St. Peter – Dr. David Marc Hoffmann, Verlagsleiter Schwabe AG, Basel – Prof. Dr. Thomas Pepper, University of Minnesota – Martina Kuoni, LITERATURspur, Lenzburg (CH) – Prof. Dr. Gerhard Bauer, Berlin – Univ. Prof. Mag. Christian Ofenbauer, Salzburg/Wien – Margarete Schwind, Frankfurt am Main – Dr. Sylvia Zwettler-Otte, Wien – Dr. Tim Trzaskalik, Nantes – Dr. Sissi Tax, Berlin – Dr. Uwe Schmelter, Leiter des Goethe-Instituts in Tokyo – Dr Christopher Burke, Hibernia Type, Wiltshire (England) – Tina Manske, Berlin – Prof. Dr. Jochen Hörisch, Mannheim – Prof. Dr. Benno Wagner, Siegen – Christian Jansen, Paris – Prof. Dr. Reinold Ophüls-Kashima, Tokyo – Daniel Lehmann, M. A., Neu-Isenburg – Ulrich Sprenger, Frankfurt am Main – Prof. Dr. Konstanze Fliedl, Salzburg – Petra Morsbach, Poecking b. Starnberg – Dr. Martin Kölbel, Berlin – Dr. Jan Süselbeck, Marburg – Dr. Kerstin Gräfin von Schwerin, Hamburg – Dr. Manuel Gogos, Bonn – Viola Behr, Frankfurt am Main – Prof. Dr. Silke-Maria Weineck, Ann Arbor, Michigan, US – Wolfgang Bortlik, Riehen bei Basel – Nina Birkner, Dipl. Dramat. Univ., Marburg – Prof. Dr. Reinhart Wolff, Berlin – Dr. Jochen Plötz, Quito – Ecuador – André Ponsong, Berlin – Claus Kröger, Bielefeld – David Almer, Stockholm – Dr. Marius Fränzel, Solingen – Nikolai Wolff, Bremen -Dr. med. Mechthild Klingenburg-Vogel, Kiel – Vincent Pohl, New Haven – Alban Nikolai Herbst, Berlin & Bamberg – Robert Friedrich Kump, Rossdorf – Barbara Schneider, CH-Oberdorf/BL – Dr. Walter Hettche, München – Matthias Sohr, Berlin – Martin Endres, Heidelberg – Dr. Hannes Obermair, Bozen/Bolzano – Dr. Tobias M. Schiel, Wiesbaden – Dr. Swantje Lichtenstein, Köln – Prof. Dr. Marc A. Weiner, Indiana University, Bloomington (USA) – Therese Landrock, Aachen – Dr. Uwe Jochum, Konstanz – Dr. Peter Villwock, Berlin – Barbara Lilje, Mainz – Christiane Raffel, Gütersloh – Lars Bücken, Aachen – PD Dr. Dieter Kessler, Ebersheim – Holger, Ulrich und Karin Graser, Heidelberg / Staten Island – Bettina Henzler, Berlin – Uta Kohl, Berlin – Astrid Hohlbein, M. A., Nidderau – Brigitte Ebersbach, Berlin – Bettina Jenny, CH-Greifensee – Shangning Postel, Aachen – Prof. Dr. Wolfgang Emmerich, Bremen – Hartmut Abendschein, Bern – Prof. Dr. Raoul David Findeisen, Bochum – Petra Matusche, Goethe-Institut Osaka – Christian Wenkel, M.A., Paris/München – Malte Kleinwort, Berlin/Frankfurt am Main – Dr. Davide Giuriato, Basel – Barbara Kalender und Jörg Schröder, März Verlag, Berlin – PD Dr. Rosa Gräfin von der Schulenburg, Leiterin der Kunstsammlung, Archiv der Akademie der Künste, Berlin – Dr. Michael Petrow, München – Dr. med. Hans von Lüpke, Frankfurt am Main – Prof. Dr. Michael Rohrwasser, Wien – Christian Rößner, Bad Königshofen i. Gr. – Hans Thill, Schriftsteller, Heidelberg – Dr. Erdmut Wizisla, Brecht-Archiv, Berlin – Urs Allemann, Schriftsteller, CH-Bettingen – Florian Schwinn, Frankfurt am Main – PD Dr. Charles de Roche, Zürich – Regula Matthisson, Freiburg im Breisgau – May Mergenthaler, Ithaca, NY – Dr. Gerd Willée, Bonn – Dr. Heinz Härtl, Weimar – Doris von Freyberg-Döpp, Frankfurt am Main – Elke Trefz-Winter, M.A., Bonn – Reinhard Pabst, Bad Camberg – PD Dr. Elisabeth Strowick, Berlin/Basel – Dr. Joachim Unseld, Frankfurt – Petra Löber, M.A., Berlin – Hans Blomqvist, Gothenburg (Schweden) – PD Dr. Thomas Reinhardt, Wehr – Marion Juhas, Aschaffenburg – Dr. Ulrike Bergermann, Paderborn – Prof. Dr. Dirk Sangmeister, Nikosia – Dr. Cornelia Schroeder, Berlin – Friederike Janshen, Hamburg – Dr. Uwe Schweikert, Stuttgart – PD Dr. Takehito SODA, Tokyo – Prof. Dr. Wolfram Malte Fues – Lutz Hesse, Dreieich – PD Dr. Andrea Gnam, Berlin – Margrit Manz, Intendantin des Literaturhauses Basel – Dr. Michael Meyer zum Wischen, Köln – Prof. Dr. Helmut Krauch, Heidelberg – Dr. Hansjörg Bay, Erfurt – Dr. Ulrich Schuch, Mannheim – Wolfgang Zwierzynski, M. A., Tübingen – Hubert Klöpfer, Verleger, Tübingen – Prof. Dr. Gerhard Fichtner, Tübingen – Prof. Dr. Avital Ronell, New York City / Princeton – Prof. Dr. Gerhard Schmidt-Henkel, Saarbrücken – H. P. Gansner, Schriftsteller, Genf und Hoch-Savoyen – Mikela Steinberger, M. A., Stuttgart – Prof. Dr. Dietger Pforte, Berlin – Hans-Jürgen Schlüter, Brunsbüttel – Prof. Dr. Peter Utz, Lausanne – Urs Engeler, Editor, Basel – Sabine Cofalla, Verlagsleitung Akademie Verlag, Berlin – Robin Kinross, Director, Hyphen Press, London – Dr. Joachim Zelter, Tübingen – Erin Yerby, University of Minnesota (Comparative Literature), Minneapolis, MN – Jan Christ, Schriftsteller, Berlin – Günther Emig, Direktor des Kleist-Archivs Sembdner, Heilbronn – Erika Steinberger, Idstein – Prof. Dr. Rudolf Helmstetter, Erfurt – Britta Günther, Hamburg – Prof. Dr. Gerhard Buhr, Heidelberg – Dr. Peter Graw, Basel – Prof. Dr. Ursula Apitzsch, Frankfurt am Main – James H. Spohrer, Berkeley, USA – Meret Kiderlen, Frankfurt am Main – Dr. Sandro Zanetti, CH-Allschwil – Dr. Hinrich Lühmann, Berlin – Prof. Dr. Marcus Coelen, LMU München – Prof. Dr. Rainer Kokemohr, Buchholz – Sabine Goedeking, Mörfelden-Walldorf – Stefanie Schlößer, Aachen – Dr. Anja Ross, Kiel – Almut Aue, Malerin, Frankfurt – Dr. Dietrich Neuhaus, Dekan, Frankfurt am Main – Dr. Christiane Frey, Chicago – Lutz Graf, Mallersdorf-Pfaffenberg

  5. Avatar Korrespondenz says:

    Bonna locuta. Weiters zu Kafka und der DFG. Von RR.
    ich habe gerade die Diskussion in Ihrem Blog gelesen und möchte mich für Ihr couragiertes Eintreten ausdrücklich bedanken. Vielleicht b r e c h e n wir ja für einmal die Reichweite des Satzes „Bonna locuta“ – es gibt ja bekanntlich nur zwei Institutionen auf dieser Welt, die Unfehlbarkeit für sich reklamieren.

    An RR.
    sehr wohl über die eine Unfehlbarkeit – die von 1870 – informiert, gerät meine Bildung doch bei der anderen ein wenig ins Schliddern, auch wenn ich nicht umhin kann, dabei halb ironisch, halb bitter an die USA der Gegenwart zu denken.
    Was Die Dschungel anbelangt, so war mir das Eintreten für Ihr Projekt selbstverständlich. Interessant allerdings JCPs – offenbar mit Kenntnissen bewaffnete – Opposition. Mit so etwas hatte ich g a r nicht gerechnet. Um so besser, daß sie laut wurde. Immerhin wird mir damit bestätigt, daß literarisches und literarpolitisches Arbeiten im Netz eben n i c h t so marginal sind, wie der Betrieb es gerne darstellen will, auch wenn jenes wie das Telefon eine Erfindung sein sollte, die mit Kafka gesprochen, “ schon im Absturz gemacht“ ist (schrieb er „schon“ oder „bereits“?, Milenabrief, ich bin grad in Bamberg, und meine Bibliothek steht in Berlin).

    Von RR
    Die DFG kennt in ihrem Procedere keinerlei Rekurs. Die Gutachter sind anonym, das Urteil ist immer zweifellos. Interessant, daß hier gerade der Unterschied zur Schweiz sichtbar wird. Wenn Sie erlauben, setze ich hier gerade die drei markantesten Unterschiede hin:

    Schweiz
    1.) Sie reichen mit dem Antrag eine Negativ- und eine Positivliste mit Namen potentieller Gutachter ein. Der Fachreferent kann sich auf diese Listen beziehen oder auch Gutachter bestellen, die nicht auf den Listen stehen. Aber er kann hinterher nicht sagen, er habe über die Lager keine Kenntnis gehabt.
    2.) Wird im Begutachtungsverfahren sichtbar, daß ein gravierender Einwand gegen das beantragte Projekt existiert, wird dieser Einwand — ohne Nennung seines Urhebers — an den Antragsteller mit der Bitte um Stellungnahme geschickt. Es gibt maW eine Diskussion innerhalb des Begutachtungsverfahrens.
    3.) Erhält man nach Abschluß des Begutachtungprozesses einen negativen Bescheid, hat man die Möglichkeit, gegen ihn Einspruch einzulegen. Zugestanden ist mithin prinzipiell, daß Fehler vorkommen können.

    Deutschland (ganz einfach)
    1.) Positiv- wie Negativliste existiert nicht. Der Fachreferent kann — wie ich das bis auf weiteres unterstelle — in die Falle tappen, daß er die Interessengruppen gar nicht kennt, die er in Gestalt der Gutachter mit der Aufgabe betraut, Stellung zu nehmen.
    2.) Das Begutachtungsverfahren ist eine black-box.
    3.) Es gibt keinen Rekurs. Die DFG ist unfehlbar. Bonna locuta.

    Ihre Einschätzung bezüglich JCPs teile ich, und ich teile auch die Auffassung, daß es gut ist, wenn diese Position sichtbar wird, damit die Positionen sich möglichst trennscharf abheben.

  6. Avatar Korrespondenz says:

    Kafka, Stroemfeld, DFG. Mitteilung von Roland Reuß. Mit Links. Sonntag, 22. Oktober 2006 um 10:41

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Kolleginnen und Kollegen,
    liebe Freundinnen und Freunde,

    wie ich Google entnehme, hat sich der Fachreferent der DFG gegenüber dem Deutschlandfunk erklärt. Die Informationen entnehmen
    Sie bitte >>>> folgender Seite
    >>>> MP3-Stream des Interviews.:

    Herzlich,
    Ihr
    Roland Reuß

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