Theorie der Geschlechter (Skizzen, 1).

a) Beziehungsbedürfnis (Nest) ./. Triebbedürfnis (Schöpfung).

b) Der soziale Vater ist oft ein anderer als der genetische. Deshalb vollzieht sich in ihm eine Wandlung wie die von der lüsternen Frau zur Mutter nur sehr selten in ebendem Maß; zu spüren ist sie allerdings auch; nur richtet sich das nicht-väterliche, sondern zeugend-männliche Element in ihm dann nach außen – wobei dieses Außen durchaus ein Introspektives, Imaginäres sein kann; Realisierungswille hängt von individueller Triebstärke ab.
(Aber selbst w e n n genetischer und sozialer Vater identisch sind, überwölbt innerhalb der Familienkonstellation der soziale Vater den genetischen; und es kommt eine sehr ähnliche Dynamik in Gang, die sich einerseits schützend um die Familie deckt, andererseits hinausschießt. Oder auch, anders herum: Entmannung als Garant familiärer Stabilität [ausführen; evtl. die Reihe Mütterlichkeit-Inzesttabu-Impotenz usw.].)

c) Die Bindung des Sexus an Liebe ist ein Akt der Domestizierung, die vor allem das Bürgertum betrieben hat, das Liebe zugleich an das Eigentum-am-anderen band. Zuvor waren Ehen vor allem pragmatische Schutz- und Interessengemeinschaften, was d a allerdings – im „Volk“ – meist zu Ungunsten der persönlichen Freiheit des weiblichen Parts modelliert war. Interessanterweise wird mit der Initiation der Liebesehe durch das Bürgertum nunmehr auch die persönliche Freiheit des Mannes eingeschränkt (bzw. die notwendige Grundlage für ‚doppelte Moral’ gelegt), das Individuum also insgesamt ‚gebunden’, nämlich jenseits von Geschlechtspräferierung. Wodurch es, ganz im Interesse einer auf kalkulierbaren Marktgewinn angelegten Ökonomie, seinerseits kalkulierbar wird. Insofern ist die bürgerliche Liebesehe der gesellschaftliche Posten einer Bilanz. Indem zwar – im für die ökonomische Entwicklung maßgeblichen (der Welt das Maß gebenden) Westen – ‚Ehe’ spätestens mit der kapitalistischen Postmoderne als kleinste Staats- und Produktionseinheit auseinanderfällt, b l e i b t doch der moralisch (internalisiert) an Liebe gebundene Sexus kalkulierbar; vom anarchischen (=unkalkulierbaren) Trieb ist die Spitze gebochen. Und zwar sogar dann, wenn der weiter vorgeschrittene, arbeitsteilig perfektionierte Produktionsprozeß unterdessen Vereinzelung fordert. (Die er auch bekommt und emotional im ‚Single’ ideologisiert).

[Perversion.]
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