Jeder weitere Beitrag „Pausenbrot“s wird fortan gelöscht.

Da diese Beiträge, ohne zu argumentieren, nur verunglimpfen. Ich habe Pausenbrot auf die Sperrliste gesetzt. Sollte dennoch ein weiterer – nicht-argumentierender – Beitrag von diesem Kommentator hier erscheinen, wird er ebenfalls gelöscht werden.

(Sinngemäß schrieb ‚pausenbrot‘ zu >>>> d i e s e m Komplex folgendes: „W i e d er ein Mißbrauch für Mißbrauchs-Literatur.“ Ohne daß dieser doch sehr scharfe Vorwurf begründet wurde. Wäre er das, es wäre darüber zu diskutieren gewesen. Ohne Argument aber nicht; sondern so ist es pure üble Nachrede – und im übrigen nicht nur mir, sondern vor allem den Kommentatorinnen gegenüber von ausgesprochenem Mangel an achtender Sensibilität.

Ergänzt nach der Lektüre einer intensiven Leserinnen-Email, die mich eben erreichte.
Und nachdem ich auf sie geantwortet habe. 15.43 Uhr.
)

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17 Kommentare zu Jeder weitere Beitrag „Pausenbrot“s wird fortan gelöscht.

  1. Lu SMS’t mir. Der Stalker hat ja nicht unrecht…
    Ich reagierte folgendermaßen:
    Deine SMS ist mir nicht nachvollziehbar.

    1) Wieso ist meine Literatur „Mißbrauchs-Literatur“?
    2) Wieso handelt es sich bei meinen >>>> Überlegungen zum Mißbrauch um einen Mißbrauch?
    2a – soll geschwiegen werden?
    2b – soll, falls meine Vermutung stimmt, nämlich daß der Mißbrauch von Kindern, namentlich kleinen Mädchen, eine allgemeine Erscheinung ist, die in unserer Kultur selbst verankert ist – soll dann darüber nicht gesprochen werden?
    2c – wenn meine Vermutung irrig sein sollte, wieso ist es mißbräuchlich, sie d a n n zur Diskussion zu stellen? Man kann sie ja widerlegen. Daß geschwiegen werden soll, zeigt aber viel eher, daß meine Vermutung in eine sehr richtige Richtung geht.
    2d – wenn es stimmt, wie ich meine, daß BDSM-Formen sehr ähnliche Bewegdynamiken haben wie der künstlerische Prozeß, dann ist es für eine ÄSTHETIK – nicht zuletzt aber auch für moralische Überlegungen – absolut notwendig, dies sowohl zu begründen als auch überhaupt ins Kalkül aufzunehmen dessen, was Kunst eigentlich sei. Hierbei finde ich den Gedanken einer >>>> Kontraposition von Kunst als öffnender, Kultur hingegen als verdrängender Dynamik, wenn nicht Mechanik, geradezu erschreckend wie schlagend, zumal wenn dann Kunst die Funktion des wiedergekehrten Verdrängten hat.

    • brsma sagt:

      Re: BDSM und künstlerischer Prozess Den Gedanken, dass «BDSM-Formen sehr ähnliche Bewegdynamiken [hätten] wie der künstlerische Prozeß» finde ich interessant (und er kommt mir zudem auch nicht ganz unbekannt vor). Bevor ich mich aber weiter dazu äussere: Verstehe ich «Bewegdynamiken» im Sinne von grundlegender Motivation bzw. (psychologischer) Struktur dieser Motivation richtig?

    • „Bewegdynamik“. (Eigentlich sollte es „Bewegungsdynamik“ heißen; nun ist, aufgrund eines Tippfehlers, dieses schöne neue Wort entstanden.) Motivation, ja – sofern sie von einer notwendigen Bewußtheit abgekoppelt ist; ‚Motivation‘ also im Sinn eines Beweggrundes, bzw. eines Netzes vermittelter Beweggründe; dazu zählt die psychologische Struktur je a u c h, wobei man sich klar darüber sein muß, daß sie von Individuum zu Individuum oft signifikant verschieden ist.

      Es interessiert mich, sehr, wo n o c h dieser für mich immer noch ‚mein‘ Gedanke zu finden ist, der im übrigen nicht nur BDSM, sondern dieses als einen nur kleinen Teilbezirk des Perversen zu Kunstprozessen parallelisiert. Da wäre ich für eine Quelle dankbar. Ehe ich anfange, etwas tatsächlich auszuarbeiten, das es schon – und vielleicht besser – gibt.

    • brsma sagt:

      Keine Sorge, das «bekannt» war offenbar missverständlich… … und bezog sich einzig und allein auf meinen eigenen Kopf. 😉 Und ich wäre über eine Ausarbeitung des Themas durchaus glücklich, zumal ich selbst vermutlich in überschaubarer Zeit eh weder dazu kommen werde, noch es derzeit als meine Bestimmung ansehe. Wobei ich es bisher leider noch nicht geschafft habe, mich durch den Textband des empfehlenswerten (allerdings leider sehr kleinformatigen) Katalogs [1] zu der Grazer «Phantom der Lust»-Ausstellung durchzuarbeiten, in dem ich dergleichen momentan noch am ehesten erwarten würde.

      Aber zurück zum ersteren: Unter anderem habe ich schon länger den Eindruck, dass meiner eigenen Dominanz ein starker «Wille» zur Formgebung/Gestaltung innewohnt. Zu der u. a. aus der machtvollen Überschreitung der Persongrenzen gewonnenen Lust gesellt sich eine an der (ggf. durchaus reichlich obszönen) Schönheit meines mir zu diesem Zweck dienenden Gegenunters. Ich geniesse nicht nur die «bedingungslose» Öffnung der Person (dabei wäre noch zu berücksichtigen, dass ich die Erotik nicht zuletzt als Kommunikation betrachte, cf. Bataille), sondern gleichfalls auch die Ästhetik der (in meinem Fall häufig relativ spontanen/improvisatorischen) Inszenierung an und für sich. Dazu kommt die – darüber kann man sicher streiten – narzisstische Grundstruktur beim BDSM an und für sich: in freud’scher Diktion auf aktiver Seite ein primärer Narzissmus, auf passiver ein dazu komplementärer sekundärer. Man muss Freud dabei nicht grundsätzlich folgen, ich betrachte diese beiden von ihm postulierten Narzissmusformen hier nur als relativ praktischen Beschreibungsrahmen innerhalb(!) des erotischen Spiels. Wobei für mich eine narzisstische Grundstruktur in der Erotik eh nicht notwendigerweise mit einer generellen narzisstischen Persönlichkeitsstruktur gleichzusetzen ist[2]. (In meinem Fall existiert diese Parallele zugegebenermassen allerdings.) Nun ist der (nicht per se negativ zu betrachtende) Narzissmus m. E. durchaus auch nahezu Vorbedingung für jede Form von künstlerischer/schöpferischer Tätigkeit. Und dies wäre für mich zumindest schonmal *eine* grundlegende strukturelle Parallele. So viel in Kürze (vermutlich habe ich auch einiges vergessen zu erwähnen).

      ————————
      [1] Peter Weibel (Hrg.), München: belleville/Michael Farin, 2003. Derzeit sehr günstig bei kunstbuchhandlung.de erhältlich.

      [2] vgl. die Anmerkungen zur nicht belegbaren Psychopathologie bezüglich BDSM in der → Wikipedia

    • @brsma. BDSM. Anders als >>>> dieser Wikipedia-Artikel möchte, meine ich s c h o n, daß der Entwicklung von BDSM-Neigungen starke traumatisierende Erlebnisse vorhergegangen sind; auf der dominanen Seite spielt, wie auch Sie schreiben, fast durchweg eine narzisstische Persönlichkeitskonstellation eine Rolle, die sich hier aber inszenieren (also b e wu ß t in Szene setzen) kann und von daher eventuell am Fehllaufen verhindert wird. Interessanterweise ist BDSM ja nicht unbedingt an Sexualität gebunden; die ‚aktiven‘ Parts sind nur allzu oft sichtlich (physiologisch) während eines ‚Settings‘ gar nicht oder nur wenig erregt; für den ‚passiven‘ Teil gilt das noch viel mehr. Erotik gibt, scheint mir, oft nur den Inszenierungsrahmen vor, während tatsächlich etwas ganz anderes agiert, bzw. inszeniert wird. Der explosionsartigen gesellschaftlichen Verbreitung von BDSM seit den frühen Neunzigern hat die Computer- und Netztechnologie nur die Mittel zur Verfügung gestellt; sie selbst hat meines Erachtens ganz andere Gründe, die ich >>>> in diesem Aufsatz angedeutet habe: Kybernetisierung/Entkörperung der unmittelbaren und weiteren Lebensumwelt, Fiktionalisierung von Wirklichkeit, Informationsüberflutung mit objektiv nicht mehr nachprüfbaren Erzählungen, Entfremdung usw. Insofern, aber n u r insofern, ist BDSM ein, wie BDSM’ler und ihnen zugeneigte Wissenschaftler wollen, ’normales‘ Tätigkeitsfeld. Sondern es kommt, meine ich, i m m e r eine erlittene Störung hinzu, meist frühkindlicher Erfahrung, oft eines Mißbrauchs während der Kinderjahre. Nur unter dieser Voraussetzung kann BDSM das sein, für was ich es momentan halte: Verarbeitungsform, damit kunstähnlich. Aus meinen zahllosen Gesprächen mit devoten Frauen sind traumatisierende Kindererlebnisse nahezu immer ans Tageslicht gekommen; bei nicht-devoten Frauen allerdings ebenfalls nicht selten: die Art der lautwerdenden Verzweiflung war allerdings d a immer eine völlig andere. Später erlittene Vergewaltigungen, also im frühen oder späteren Erwachsenenalter, spielen deshalb, so mein Eindruck, für BDSM-Verhaltensausrichtung k a u m eine Rolle, wahrscheinlich, weil dann bereits Abwehrmuster definiert und sehr viel entschiedener („erwachsen“) sind. Auch solche Erlebnisse sind selbstverständlich traumatisierend, aber sie drehen den erlittenen Schmerz nicht mehr in affirmative Abwehr im Sinne einer Identifikation mit dem Aggressor herum.
      Der Kunstähnlichkeit von BDSM schlägt sich ebenfalls zu, daß ‚Sessions‘ tatsächlich meistens performances sind, deren Rahmen vom Theater stammt, das wiederum eine reproduzierende Kunstart ist. Damit landen wir dann tatsächlich bei Katharsis.

      Dafür, daß BDSM eine Verhaltensweise aus Not ist,spricht auch schon ein biologisches Faktum: Nirgendwo sonst werden geradezu instinkthaft geschützte Körpergrenzen freiwillig derart verletzt, bzw. nirgendwo sonst l ä ß t man sie freiwillig derart verletzen. Bereits die normale Penetration – die vielen klugen Arbeiten aus dem Kreis der verschiedenen Richtungen der Frauenbewegung geben das Fakt berechtigterweise immer wieder zur Diskussion – ist eine Verletzung der Körpergrenze, eine Intrusion (der im Falle der Empfängnis sogar monatelange Übernahme des eigenen Körpers durch einen anderen folgt; diese ‚Gefahr‘ ist – in jedem Fall psychisch – objektiv vorhanden; für nichtgewolle Knder kann das ihr ganzes Leben lang wenigstens so katastrophal sein wie für die Mutter). BDSM weitet diese Verletzung der Körpergrenzen, mithin des Ichs, noch aus; bisweilen verschiebt es vom primären Geschlechtsorgan weg auf den anderen Körper. Verletzung der Körpergrenze wird als Schmerz empfunden. Schmerz ist an sich ein Warnnzeichen des Körpers; hier wird er zum ‚Lockzeichen‘.

      Ein Nebensatz noch zum geläufigen Vorwurf, BDSM sei ein Ausdruck patriarchaler Gewalt gegen Frauen. Sie werden es wissen, nicht aber mancher andere Leser, der unsere Diskussion verfolgt: Devote und/oder masochistische Männer, die sich der Gewaltausübung von Frauen unterwerfen wollen, sind m i n d e s t e n s so häufig anzutreffen wie devote und/oder masochistische Frauen.

      [P.S.: „Wir haben doch alle einen Hau!“ brachte es, aufseufzend, eine gebildete Devote auf den Punkt, die in anderen Settings entschieden Domina ist und deshalb zu ihren Handlungen genügend Distanz aufbringen darf. BDSM als ’normale‘ erotische Spielform hinzustellen, ist eine politische Volte, der es um gesellschaftliche Akzeptanz geht. Dabei geht es, wie in Politik überhaupt, n i c h t um Wahrheit, sondern um Durchsetzung definierter Interessen. Nicht anders waren zu Zeiten vor Reformierung des §218 Alice Schwarzers, bzw. der EMMA Ratschläge an ungewollt schwanger gewordene Frauen („vom Tisch springen“). Auch das war – Rhetorik.]

    • ConAlma sagt:

      @ brsma: Passiver Narzissmus In der passiven Rolle liegt gleichwohl eine wesentliche Aktivität, ohne die kein einvernehmliches Spiel funktionieren könnte: das wissentliche Zurverfügungstellen des eigenen Körpers, das gewissermaßen auch eines Stolzes bedarf, der angesprochenen „Formgebung“ zu dienen. Das geht durchaus in die Richtung „Ich möchte ein lebendiges Kunstwerk sein“ (Marchesa Casati). Und muss auch noch nichts mit expliziter Schmerzzufügung zu tun haben.

      [Danke für die Erinnerung an die Ausstellung, die ich damals in Graz sah und mehr als „Treffen alter Freunde“ – G.Brus z.B.- begriff]

    • brsma sagt:

      @ConAlma: Ganz unbestritten Ich wollte auch keinesfalls eine Lesart bedienen, derzufolge der passive Part keinen ebenso erheblichen Anteil am gesamten Spiel hätte, wie der aktive. Allein, mir scheint die Unterteilung aktiv/passiv noch mit am tauglichsten, wenn man sich nicht in Details verlieren will, die in diesem Rahmen m. E. nichts wesentliches zur Erhellung beitragen.

    • brsma sagt:

      @ANH Re: BDSM/Kunst Dazu gäbe es noch einiges zu sagen, für das ich heute leider keine Zeit mehr finden werde. Jetzt nur schnell stichpunktartig, ich werde im Lauf des Wochenendes nochmal darauf zurückkommen [Update (18.12.): Ich kann mir leider momentan nicht genügend Zeit für besagtes «darauf zurückkommen» nehmen, muss es daher leider doch noch etwas ruhen lassen]:

      Gesellschaftliche Akzeptanz/Normalität: interessiert mich persönlich nicht besonders, zumal ich eine extrem permissive Gesellschaft für eine hochgradig lustfeindliche halte. (→ Zusammenhang Lust/Überschreitung) Grosser Irrtum der (m. E. dennoch wichtig und notwendig gewesenen) emanzipativen Strömungen in den letzten Jahrzehnten.

      Narzissmus: wie bereits erwähnt auch auf passiver Seite, nur in anderer Ausformung (siehe dazu auch das relativ breite Spektrum narzisstisch motivierter Störungen)

      BDSM gewissermassen als inverse Sublimationserscheinung (Transformation anderer Prozesse in die Erotik «hinein»).

      Verbreitung von BDSM: vollkommen d’accord – es wird durch erweiterte Kommunikationsmöglichkeiten und Enttabuisierung nur sichtbarer.

      Wenn BDSM fest in der Persönlichkeitsstruktur verankert ist (wovon ich ausgehe), muss die Anlage frühkindlich sein: nach derzeit gängiger Ansicht ist die grundlegende Persönlichkeitsentwicklung mit ca. 4-5 Jahren abgeschlossen, alles darauf folgende ist «nur» noch Differenzierung.

      Kleiner Einwand was die verletzten Frauen betrifft: die Gespräche müssen nicht notwendigerweise repräsentativ sein. Ich hatte meinerseits ebenfalls signifikant häufig mit Frauen zu tun, die eine Verletzung bzw. deren Narben in sich trugen. Allerdings halte ich es für nichgt unwahrscheinlich, dass sich diese auch ein entsprechendes Komplement suchen, kommunizierend Wunde mit Wunde, Narbe mit Narbe gepaart (ob nur im Gespräch oder in Sexualität und/oder Liebesbeziehung spielt dabei keine Rolle).

      Dass die Erotik insgesamt (auch, aber nicht nur die Penetration) eine Verletzung und Überschreitung der Persongrenzen sei, steht Jahrzehnte vor den entsprechenden feministischen Schriften schon in aller Deutlichkeit bei Bataille (für mich nach wie vor einer der luzidesten Denker und Autoren des vergangenen Jahrhunderts), der beispielsweise schreibt: « Ein Mann und eine Frau, die zueinander hingezogen sind, verbinden sich durch Wollust. Die Kommunikation, die sie vereinigt, rührt von der Nacktheit ihrer Risse her. Ihre Liebe bedeutet nicht, daß der eine im anderen sein Wesen erblickt, sondern seine Wunde und das Bedürfnis, verloren zu sein: Es gibt keine größere Begierde als die eines Verwundeten für eine andere Wunde.» (1944) Dabei fällt mir gerade auch noch ein, dass gerade dieser nicht zuletzt auch sowohl eine nicht-genitale Erotik als auch Theater, Kunst etc. gleichsam dem Bereich unproduktiver Verausgabung zuordnet.

  2. rostschleifer sagt:

    Sie bewegen sich mit Ihrem text … … so weit im spekulativen
    bereich, dass auch mehrmaliges
    lesen nicht zu klarheit führt.

    missbrauch, bdsm und kunst
    zusammenzuargumentieren,
    führt ja zu nix, meine ich.

    • @rostschleifer. Das sehe ich vollkommen anders. Wenn Sie die verschiedenen grundierenden Skizzen einer möglichen Kunst-Theorie des Perversen hier in Der Dschungel nachlesen (nutzen Sie einfach die „search“-Funktion), wird Ihnen der von mir focussierte Zusammenhang sicherlich auf eine Weise klarer werden, die es Ihnen erlaubt, nicht mit ‚Meinung‘, sondern mit Argumenten aufzuwarten. Die dürfen auch gerne spekulativ sein. Die abendländische Kultur verdankt der spekulativen Philosophie wenigstens die Hälfte ihres Fundaments. – Daß mein Gedankengang als solcher kein angenehmer ist, will ich allerdings gerne zugestehen.

      P.S.: Mir kommt gerade der Gedanke, daß Sie >>>> dem Link nicht gefolgt sind. Dann wäre Ihre Einlassung allerdings plausibel.

  3. rostschleifer sagt:

    danke für den hinweis. gerne werde ich
    bei gelegenheit nachblättern.

    es ist ein faktum, dass missbrauch
    weit verbreitet ist, wie Sie ja auch
    schreiben. aber perversion führt
    nicht in eine kunstform, sondern
    zur traumatisierung der opfer.
    und das ist der kernpunkt.

    dass traumatisierte zuweilen einem
    wiederholungszwang unterliegen,
    ist allgemeingut. doch sicher
    taugt bdsm nicht zur therapie.

    • @ rostschleifer. 1) Ich schrieb nicht, daß Perversion in eine Kunstform f ü h r e, sondern daß diese als solche eine Perversion i s t. Da ich mich nicht wiederholen mag, verweise ich auf meine verschiedenen Ausführungen dazu. Es wird aber sicher eines Tages einen Band geben, der den Themenkomplex zentral behandelt. In dem Essayband „Schöne Literatur muß grausam sein“, der im Herbst bei >>>> tisch7 erscheinen wird, wird sich dazu schon einiges nachlesen lassen. Bis dahin verweise ich Sie auf >>>> meine Essay-Site bei den Fiktionären.

      2) Perversion führt nicht zur Traumatisierung der Opfer, sondern ist bei einigen Opfern das E r g e b n i s der Traumatisierung. Meine These ist, daß es sich um einen Verarbeitungsmodus handelt.

      3) Von Therapie war in meinen Einlassungen bzgl. BDSM nie die Rede. BDSM trägt aus, macht lebbar, ‚heilt‘ indes nicht. Das kann auch, seien wir froh, nicht die ‚Aufgabe‘ von BDSM sein. Im übrigen sehe ich keine Therapie, die einen erlittenen Mißbrauch heilen k ö n n t e. Da liegt das Problem. Sie können prothetisch reagieren, also an den verlorenen Arm ein Kunstglied anbringen, nicht aber einen neuen Arm und schon gar nicht den alten verlorenen. Der b l e i b t verloren. Egal, mithilfe welcher Therapie sie sich darüber hinweghelfen möchten. Wie Sie aus >>>> diesem Beitrag gut sehen können, gibt es selbstverständlich ganz andere Reaktionsweisen auf einen erlittenen Mißbrauch; er bleibt aber stets als bedrohliche Hintergrundstrahlung erhalten.

      [Mißbrauch.
      Kunsttheorie.]

    • svarupa sagt:

      Punkt 2 kann ich bestätigen. Mein Onkel, der damals nicht nur mich missbrauchte, vergriff sich regelmäßig auch an seinen beiden Töchtern. Eine brachte sich mit 14 Jahren um, die andere ist heute Prostituierte, bzw. Domina. Was ich damals absolut vernichtend empfand, war die Reaktion der Mutter, sie wusste, sah alles und sagte eines Tages zu ihrer Tochter: „Aus Dir wird sowieso nur eine Hure“. Das ist für mich ein absolut vernichtender Augenblick meines Lebens gewesen, ich habe heute noch keine Worte dafür, da bin ich einfach nur still und stumm.

      Und es stimmt, es gibt keine Therapie, die erlittenen Missbrauch heilen könnte. Ich werde niemals dazu in der Lage sein, die körperliche Berührung eines Mannes so annehmen zu können, wie er sie meint – dieses unvoreingenommene Fühlen wollen, sich berühren lassen und es einfach nur annehmen können – darauf werde ich mich nie einlassen können, das ist unweigerlich verloren, es ist immer diese offene Hintertür im Kopf. Ich liebe heute körperlich wieder sehr gern, und auch gerade drum sehr intensiv, weil ich inzwischen wieder weiß, dass ich ein Recht auf meinen eigenen Körper habe – es brauchte zwei Schlüsselerlebnisse, um mir das wiederzugeben. Aber mein Orgasmus mit einem Mann zusammen ist für mich immer noch ein absoluter „Grenzgang“.

  4. stulli sagt:

    Schuldkult? Mrs. Pausenbrot hat Schreibverbot. Dafür darf Stulli jetzt wieder hier sein digitales Brot auspacken. Und mir fällt ganz spontan die Vokabel „Schuldkult“ ein.

    • @stulli: B e g r ü n d e n Sie das. Und es werden gewiß keine „Verbote“ erteilt; Tarzan möchte halt gern, daß man keine Hundescheiße – und n u r sie – an den Schuhsohlen hat und die erstens nicht abzustreifen, wenn man ein fremdes Zimmer betritt, und zweitens gar nicht anderes mit hereinzubringen. Das ist alles. Soviel noch einmal zu ‚pausenbrot‘. (Schreibverbot hat sie oder er übrigens wirklich nicht: es gibt Millionen andere Sites…)

      Ich habe – vielleicht ebenso spontan wie Sie – ebenfalls eine Assoziation zu „Schuldkult“, und sie hat die Ahnung, daß etwas daran ist an dem Begriff. Allerdings wäre das i h m inneliegende Problem eines der… ja, Vertriebsinteressen: mit dem Unheil noch Geld zu verdienen, das Unheil selbst zu vermarkten und insofern ganz froh drum zu sein, daß es das Unheil gibt. – Aber ich will Ihnen die Argumente nicht vorwegnehmen. Wenn Sie sie vorgetragen haben sollten, kann unsere Diskussion einsetzen – und auch die Trennung des einen von möglicherweise vielem anderen.

    • stulli sagt:

      Vertrieb wäre ein Argument. Und das Vertreiben böser Geister aus den Kreisläufen. Aber ich meinte eher das Altbackene, nach dem Motto: Ihr braucht nicht 20 Jahrgänge „Emma“ zu lesen, ich liefere Euch die PC frei und erotisch angeschärft auf den PC…

    • @stulli. Sie werden nicht klarer, sondern nur, daß Sie etwas – aber was? – unterstellen wollen, macht sich deutlich. Welches Altbackene meinen Sie? welches Motto? wer sprach von „Ihr braucht nicht“ etc.? Und wer liefert was PC-frei, und was meinen Sie wiederum mit erotisch angeschärft?
      Daß hier erotische Themen beinhaltet sind, scheint mir nicht nur legitim, sondern sowohl moral- als auch erkenntnistheoretisch geradezu von Notwendigkeit zu sein; künstlerisch sowieso. Pornosites sind Die Dschungel ja nun wohl mitnichten. Könnte es sein, daß Sie etwas sehr Bestimmtes stört und daß Sie d a s gerade verschwiegen haben wollen oder auch nur nicht zum Ausdruck bringen können? Dann frage ich mich ernstlich, und Sie sollten sich das ebenfalls fragen – Sie sich vielleicht noch viel mehr -, was Sie immer wieder hierherzieht… und weshalb Sie nicht einfach offener Stirn argumentieren, sondern immer mit Andeutungen und, ja, eben: Unterstellungen kommen. Mir sind auch die ‚bösen Geister‘ in Ihrem Kommentar nicht klar.
      Sie haben bei vielem dessen, was in Der Dschungel geschieht, ein ungutes Gefühl. Das ist mein deutlicher Eindruck. Aber versuchen Sie bitte, es auf den Punkt – oder d i e Punkte – zu bringen, so daß es sich darauf eingehen läßt. Mir wären auch schon ungefähre Flächen recht, die man dann gemeinsam einzukreisen versuchte, um etwas zu fassen, das allen Seiten vielleicht zu Erkenntnissen verhilft. Dazu baucht es aber O f f e n h e i t.

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