Wittgensteins Paradox.

Ein gedachter Gedanke ist d a. Und wirkt, wenn er gehört wird. Also hat er Wirklichkeit, ob er auch falsch ist. So wird das Falsche richtig. Nämlich w i r d.
Das ist das heimliche moralische Verdikt in Wittgensteins Imperativ, der doch auf Erkenntnis’rein’heit zielt: daß genau das nicht immer weiter geschehe.

[„Worüber man nicht sprechen kann,
darüber muß man schweigen.“]

(CDXXX).

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4 Kommentare zu Wittgensteins Paradox.

  1. Stromberg sagt:

    Warum Paradox? Meinte Wittgenstein hier nicht, man solle nicht über Dinge reden, die ausserhalb unserer äh, hm, Denkfähigkeit liegen? Ja, ich drücke mich hier nicht korrekt aus. Ich dachte Wittgenstein wollte der Diffusheit unter den philosophischen Schriften (auch möglicherweise seinen eigenen) eine Absage erteilen.
    Da ich gerade im Moment zur Lohnarbeit gezwungen werde, muß ich hierüber später noch einmal nachgrübeln, möglicherweise, wenn ich Wittgensteins „Schwarten“ in Griffweite habe. 🙂

    • @Stromberg. Eben. Man sprach aber auch viel über Gott, der – wer oder was immer mit dem Begriff gemeint sei – sich nun weit von allem befindet, über das Gesichertes zu sagen wäre. Bis zu der Vermutung, daß es IHn gar nicht gibt. Doch das Reden über ihn und von ihm schuf eine Kultur – und damit Welt -, die ohne diese Rede nie gewesen wäre. Das eben ist das Paradoxe daran. Was über ihn zu sagen ist oder wäre, m u ß diffus sein.

    • Stromberg sagt:

      Wittgenstein @anh. Sehr gutes Argument. SO habe ich das noch gar nicht gesehen! GLAUBT man nicht an Gott, den ich als – was bin ich noch mal gleich? – Agnostiker, als nicht beweisbar ansehe (Christen klopfen mich ans Kreuz), dann ist alles Gerede über IHN lediglich gebrabbel, so als würde man einer lecken Wasserleitung zuhören und das entstehende Geblubber als unbekannte Sprache definieren.

      Sehr interessant. Wahrscheinlich hängt das wohl alles auch mit der Vehemenz und der Anzahl der Gläubigen zusammen, die über Generationen hinweg g e r a d e auf Grund dieses Glaubens eine Kultur entwickelten.

      Andererseits gab es ja genügend Substitute, die den christlichen (oder sonstigen) Glauben leugneten, eine Kultur hervorbrachten und ebenso brutal waren, wie die meisten grossen Religionen (hier gemeint eher: Kirchen).

      Muss gleich mal meinen Tractatus hervorwursteln und die Stelle heraussuchen – meist steht ja noch was davor und danach geschrieben, was Aufschluss gibt. Ich warte ja noch sehnsüchtig auf das Buch „Wittgensteins Leiter“, welches einen interessanten Interpretationsansatz liefert.

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