B.L.’s 19.4. – Abfindungsangebot

17.37
„Ich brauche eine Wohnsitz- und Familienstandsbescheinigung, wenn’s geht auch für meine Frau.“ Sagte ich bei der Gemeinde. Kein Problem. Alles in 5 Minuten. Selbst der Auszug aus dem Geburtsregister ist bereits angekommen, den ich meine eine Schwester besorgen ließ. Fehlt nur noch die Bescheinigung zur Vermählung. Und… dacht’ ich heut’ im Auto: wie wunderbar sachlich das alles. Keiner fragt nach den Warum’s und Weshalb’s. Und ich denke an all die unnützen Diskussionen zwischen uns, die immer dann entstanden, wenn wir ganz für uns ganz entspannt untereinander sein konnten, als hätte sie nur immer darauf gewartet, endlich den Augenblick zu finden, mir zu sagen, was sie mir vorzuhalten, mir gegenüber zu „klären“ vermeinte. Auch jetzt wieder: Ihre Angst zunächst, ich wolle sie finanziell übers Ohr hauen (vgl. die dramatischen Ereignisse im letzten Jahr, soweit es das Tagebuch betrifft, ansonsten die Beschreibungen des Davor), wo sich nunmehr herausstellt, daß sie unbegründet sind. Denn naiv, wie ich in diesen Dingen bin, habe ich ihr „Abfindungsangebot“ akzeptiert, das mir die Rechtsanwältin unterbreitet hatte. Immer geplagt von Skrupeln, wandte sie sich an den Finanzberater, um meine tatsächlichen Schulden zu berechnen, die – wie ich gestern schon schrieb – einen banalen Fehler aufwiesen. So daß ihr Angebot nicht unter-, sondern überschritten wird: um 60%. Und alles fing an bei: „Ich dachte, wir überschreiben deinen Anteil am Haus und machen eine fiktive Bezahlung. Das heißt, ich geb’ dir den Scheck, und dann gibst du mir den Scheck gleich wieder zurück.“ Das Ökonomische verrät den Charakter. Es geht aber immer darum, die Ökonomie durch den Charakter zu verraten und zu desavouieren und zu brandmarken!

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