Fatum & Schrift.

Zu arbeiten in der sterbenden Schriftkultur, heißt Arbeit am Sterben der Schriftkultur.

(CDXXXXII).

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3 Kommentare zu Fatum & Schrift.

  1. brsma sagt:

    Das bedingte allerdings, … … dass die(?) Schriftkultur in der Tat stürbe. Das alles andere als schwindsüchtige Ausmaß der weltweiten Textproduktion scheint mir dagegen zu sprechen.

    Dass sich die Quantität dabei höchstvermutlich umgekehrt proportional zur durchschnittlichen (sic!) Qualität verhält, dürfte leicht nachvollziehbar sein. Nur: ist das kein Sterben – zumindest absolut betrachtet. 😉

    • @brsma. Sie hätten recht, entspräche der Masse des Gechriebenen das Leser-Volumen. Die Verkaufszahlen und großen Probleme belletristischer Verlage sprachen aber sehr dagegen. Es wird vielmehr so viel geschrieben, weil die Publikationsmöglichkeiten so einfach geworden sind und weil, anders als etwa in der Musik, die Handwerksfrage scheinbar zurücktritt. Es ist sehr viel leichter, einen Text hinzuschreiben, als eine Komposition zu entwickeln oder ein Instrument zu spielen… auf der Oberfläche leichter. Wenn aber auf Oberfläche abgestellt wird, auf das schnell Handhabbare und Rezipierbare, dann fördert das noch diesen Prozeß. Die Vorstellung einer Kunst-für-alle, die eine Kunst meint, die sich leichtest von allen jederzeit verstehen läßt – also ein demokratisches und damit moralisches Anliegen – will das Artifizielle verhindern – und schafft das unter den Bedingungen der industriellen Produktion auch. Daß die Literatur ihre gesellschaftliche Leitfunktion de facto und schon lange abgegeben hat, ist ein Ausdruck davon.

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