Arbeitsjournal. Montag, der 16. Juni 2008.

5.32 Uhr:
[Arbeitswohnung.]
Gerade >>>> über etwas gelesen, das mich reizt. Schade nur, daß >>> Ananse nicht über Funk ins Netz ging, um die Tour Abend für Abend livezuberichten; ich weiß allerdings, wie teuer dieses Roaming ist; d a ß das so ist, ist ein gutes Indiz dafür, daß wir ein Vereintes Europa noch (lange) nicht haben.

Bin pünktlich um halb fünf hoch, noch werden die Tage heller, aber nach fünf weiteren Morgen wird das wieder rückläufig werden, es gibt nicht einmal eine vorübergehende Harmonie. Eine Kopie ist zu fertigen, ich habe das Jerusalem-Hörstück gewählt, weil ich da nicht nur die Regie führe, sondern auch selber spreche; außerdem ist es wirklich schön geworden – eine Produktion des Deutschlandfunks Köln von vor fünf Jahren, also noch zu, muß ich jetzt wohl schreiben, „Zenke-Zeiten“. Nachher, ist die CD, mit zwei Bücherln zusammen, eingetütet, bring ich’s zur Post; muß heute früh sowieso raus, weil kein Brot mehr da ist. Den Cello-Unterricht habe ich für heute abgesagt; wegen der drei Tage Reise konnte ich nicht genug üben; das wär mir peinlich, kämen wir während der Stunde nicht weiter.

Nichts gelesen gestern, anders als ich wollte; immerhin ein paar Emails geschrieben, und >>>> das Gedicht ist fertig – soweit in einem „ersten Rutsch“ möglich; die Erfahrung sagt, daß die eigentliche Friemelei dann immer erst nachher losgeht…. sehen Sie: schon gebrannt, die CD. Es wäre mal wieder einiges zum „Spaltungs“-Komplex zu schreiben, zur Ambivalenz, mit der man es sein Lebtag zu tun kriegt; fragte mich jemand, wodurch sich das Erwachsenen- vom Jugendlichen- oder gar Kinderleben unterscheide, ich antwortete ohne jeden Zweifel so: „Durch die Ambivalenz“. Leben, die sich durchhalten und nicht verdrängend/verleugnend beruhigen, werden uneindeutiger; erst im Alter – aber das schreib ich, logischerweise, rein hypothetisch – wird das wieder anders; da nähern sich indes ja selbst die Körperfunktionen wieder frühpuerilen Zuständen.

Zu tun ist viel. Womit fang ich an? Am besten bewährt hat sich Wahllosigkeit; irgendwas hernehmen, loslegen, es erledigen, das nächste vom Haufen nehmen. Manches läßt sich auch gut im multiple tasking schaffen, auch Kreatives.

Guten Morgen, Welt. Ich hätte die Lust, Dir einen Hymnos auf Lippen zu schreiben. Komischer Konjunktiv.

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1 Antwort zu Arbeitsjournal. Montag, der 16. Juni 2008.

  1. Paul Reichenbach sagt:

    …auf Lippen schreiben. Auf den Hymnos bin ich gespannt, lieber ANH. Scheinen mir doch montgelas >>>> Gelegenheitsverse allzu unpräzise und nur einer Laune geschuldet.

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