Auf Goethes Spuren & Čapek im Sinn. 29.06. 2008. Paul Reichenbach vor dem Spiel.

Sonntag. Das war vor dem Spiel. Ein Wetter das Selbstbeweger in die Pedale treten lassen sollte. Ein Sonnenschein, der Olme, träfe er in ihre Höhlen, das Gruseln lehren würde. Denn nichts scheuen sie so sehr wie das Licht. Das unterscheidet sie vom Radfahrer, dem trotz hilfloser Beleuchtung der nächtliche Radweg oft wie ein Höhlenlabyrinth scheint. Die Tatsache, dass beide gemeinsam, der eine im Schutz der Höhle, der andere auf nächtlicher Strasse, von Aufblendungen geschreckt werden, ist ein Phänomen, das sich dem gleichen Reflex verdankt. Es gibt noch viele Reflexe, die Menschen mit Lurchen und Kriechtieren teilen, die im Einzelnen zu erörtern, würde jetzt quasi vom Radweg weg und zu weit führen. >>>> Karel Čapek hat das schon für mich erledigt.

Die sonntägliche Radtour führte uns diesmal Richtung Höchst an die Mainfähre
und nach dem Übersetzen, vorbei an den früheren Farbwerken, nach Weilbach und Richtung Wicker.Von dort aus hätte man einen wunderbaren Ausblick auf die Mainebene und den Odenwald, auf den Melibokus. Goethe hat das irgendwo erwähnt und ich glaube ihm. Goethes Worten vertrauen, sieht man einmal von der Farbenlehre ab, gerät nie zum Reinfall. So auch am Aussichtspunkt zwischen Weilbach und Flörsheim, nahe der Autobahn Frankfurt- Köln, ein Blick auf das weite Land, am Horizont die Blue Hills des Odenwaldes, und in anderer Richtung die Rocky Mountains Frankfurts, der Taunus. Wer guten Willens ist kann über die Mainprärie hinweg, wenn er denn die Beton – Glasphalli ignoriert, auch noch den Spessart ahnen. Vom Siegeszug des ICE und anderer Fortschritte wäre Goethe sicher begeistert gewesen. Nach einem Schluck Mineralny woda und einem Biss ins von der Sonne aufgewärmte Butterbrötchen ging es über Flörsheim, Raunheim durch den neu angelegten >>>>Regionalparkweg zurück. Kurz vorm Flughafen Frankfurt radelten wir noch an rotbeflaggten Schrebergärten vorbei und mit Schrecken dachte ich an >>>> Dr. Schreber und seinen armen >>>>> Sohn Paul.
70 km zeigte der Messer an , als ich das Rad zu Haus in den Schuppen schob. Das Spiel erlebte mich, ein Bier neben mir, schlafend vor dem Fernseher.
Vivat España !

Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.