A. D. XV Kal. Iul. Anno 2762 a.u.c.

Fünfzehnter Tag vor den Kalenden. Dies comitialis. Der Delphin erscheint zur Gänze (Ovid).
„Sant’Oreste glistert“, als es gestern abend tatsächlich dunkel wurde, und der Berg nur noch an den Lichtern von Sant’Oreste zu erkennen war. Wieder so ein Vormittagsstau sich andrängelnder Un-Wörter (Unlust, Unruhe, Unbehagen). Als die Un-Wörter langsam versiegten, hatte ich plötzlich keine Lust mehr, Handke zu lesen, von dem ich heute „Gestern unterwegs“ angefangen. Aber das war dann schon wieder Wärmestau. Der Ausweg des Autofahrens. Heut’ mal nach Narni Scalo. Wie üblich am frühen Nachmittag. Womit ich mich deutlich dem Arbeitstagende näherte, denn nach fünf / halb sechs geht nichts mehr. Das Quietschen der Schaukel und das gleichzeitige Läuten der Glocken. Die Mauersegler kreisen in einer Ferne Richtung Berg, aus der ihr Schreien nur dann zu mir dringt, wenn ich mein Hören konzentriere. Lost in Translation. Diese Telefonate zwischen den Kontinenten. Oder auch die Kommunikation zwischen Weltraum und Erde. In 2001. Mehrmals in diesem Film. Zunächst die direkte Kommunikation, die aber nicht mit der gesuchten Person erfolgt, sondern mit der noch nicht eingeschulten Tochter. Dann die zeitverschobene Kommunikation, die schon keine Kommunikation mehr ist, sondern nur noch das Kommunizieren mit einer Kamera. Hinter der der Gesprächspartner und seine Erwartungen nur noch ein Erdachtes sind. Immer hübsch freundlich sein. Mit der Kamera kann man kein Streitgespräch führen. Ebensowenig mit HAL. HAL reagiert so beleidigt wie B.Lusconi (der auch heute wieder Macht spielt und spielen läßt (seine Mitläufer (kam mir vorhin wie etwas typisch Italienisches vor, dieses Wort „vittimismo“, das ich heute irgendwann las, die Lust, Opfer zu spielen (typisch, weil ich’s auch auf meine Geschichte mit O. und den Ex-Schwägerinnen bezog (ecco il consenso degli italiani)))): ich bin perfekt. Wieder die Idee, mir doch einen Fernseher zu kaufen, um ab und zu einen Film zu sehen. Dann doch wieder beiseite gepackt. Mich rettet zuweilen meine Unentschlossenheit. Manchmal läßt sie mich untergehen. Treiben, dahin, où je voulais.

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