Arbeitsjournal. Donnerstag, der 18. Juni 2009.

10.38 Uhr:
[ICE Frankfurtmain-Berlin.]
Es hat momentan etwas eigenartig Befreiendes, mich dem Druck des täglichen Arbeitsjournals zu entziehen; anders als „früher“ schreibe ich nichts, wenn ich nicht Lust dazu habe, und die fehlte mir gestern, eigentlich auch schon vorgestern komplett. So blieb ich Ihnen die Erfüllung meines vorgestrigen „morgen mehr“’s schuldig.
War in Heidelberg zum letzten „Real“seminar dieses Sommersemesters; da meine Heidelberger Übernachtungsmöglichkeiten ausfielen, reist ich unmittelbar danach nach Frankfurt zurückweiter, wo ich dann bei den Freunden unterkam. C., Leukert und ich diskutierten bis gegen ein Uhr nachts, morgens gab es Kaffee ans Bett. Vortags hatte ich einen Billigflug nach Neapel bekommen, vierzehn Tage mit meinem Buben, Aufenthalt mit Zelt in >>>> Solfatara; abends in der Bar schlug der Profi dann vor, wir könnten uns doch eigentlich am 2. August in Palermo treffen, Du und ich nähmen das Schiff von Neapel, dann gurkten wir eine Woche durch das westliche Sizilien, der Profi schließlich flöge zurück, wir setzten mit der Fähre nach Neapel zurück über und verbrächten dann eine Woche im Krater. Mal sehn, s o steht das noch nicht fest, aber Solfatara auf jeden Fall.
Dann erreicht mich im Zug ein Anruf, der mich nach Finnland einlud, 13. bis 30 August, Musikfestival, ob ich die Pressereise unternehmen wolle, irgendwann in dem Zeitraum drei oder vier Tage. Ich habe nicht lange überlegen müssen und heute morgen zugesagt. Kann also sein, daß ich am 15. August aus Neapel zurückkomme und am 16. dann gleich nach Helsinke fliege; vielleicht laß ich aber auch eine Woche verstreichen und konsolidier mich. Wie ich mich entscheide, hängt von dem Programm des Festivals ab.

Gegen 15 Uhr werd ich wieder in der Arbeitswohnung sein, um 17 Uhr wirst Du fürs Cello und zum Mathe-Üben kommen, 18.20 Uhr muß ich los zur Cello-Ensemble-Probe. Zwei Gedichte habe ich angefangen, und vom WDR kam die Nachricht: gern eine weitere Sendung, aber n u r über junge Autoren, das sei die Vorgabe der Intendanz. Leute wie Cortázar sind alt und uninteressant, ja auch sowieso schon tot, für Greise opfere man auch posthum keine Sendeminute.

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4 Kommentare zu Arbeitsjournal. Donnerstag, der 18. Juni 2009.

  1. Zuflüsterer sagt:

    Viel jünger als Cortazar kann man doch gar nicht sein!

  2. Helbig sagt:

    Nils Mohl: Kasse 53 Wie wär’s mit dem jungen Hamburger Autor Nils Mohl? Ein interessanter ernsthafter Schriftsteller.

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