Wiederaufbausjournal. Freitag, der 26. Juni 2009.

5.08 Uhr:
[Arbeitswohnung.]
Bequem hochgekommen, warten auf die Pavoni; ich vergaß schlicht, sie einzuschalten, dachte, ich hätt es längst getan. Sämtliche aussortierten Bücher sind nun aus der Wohnung hinaus, das Arbeitszimmer ist fast fertig, neu strukturiert, der Schreibtisch sogar sauber und mit Luft, d.h. einem Durchblick versehen worden, der ihn sein „Gepanzertes“ verlieren ließ. Es gibt ein Regal für Dich, ich guck, wenn ich links zur Seite guck, auf Prinz Eisenherz, der Sichtdiagonale folgend auf die Dicks (Philip K. Uwe) und DeLillo im Hauptregal…. ah, es zischt, Moment bitte…
… Sò, lecker. Morgencigarillo. In den Lücken des Hauptregals stehen – so nennt Αναδυομένη sie, die mir gestern den Mitteltisch entwackelt hat und dafür im Flur eingeleitert wurde, der nun nahezu buchfrei ist und Deine und meine Klamotten aufgenommen hat, welche wiederum von ihr und mir Stück für Stück zusammengelegt wurden -… stehen staubfängerische Rumsteherchen, die sich gut darin machen: die isländische Venus, eine kleine bronzene Antike, eine arabische Öllampe, versteckt das grinsende Köpfchen eines Leprechauns, den Do und ich in Schottland fingen, sowie eine tönerne Tabakpfeife aus Caltanisetta/Sizilien. Sogar für die Noten fand sich ein Platz, sowie ein Regalabschnitt ganz unten für Bücher, die ich erst lesen, bzw. zu Ende lesen will, bevor ich mich entscheide, ob ich sie weggebe oder nicht. Und: nein, Helmut, sowas wie Rapkowski/Theis geb ich doch nicht weg! Das schöne seltene Buch hat einen Ehrenplatz bekommen; mein >>>> Dreyer, übrigens, ging nur liegend ins Regal; da da ’ne Lücke war, hab ich ihn quer reingestellt.
Jetzt ist hinter mir noch Ordnung zu schaffen, außerdem rechts die Seite mit Scanner, Musikcomputer, Drucker zu richten. UF hat protestiert, als er las, ich wolle meine Typoskripte/Manuskripte wegwerfen; jetzt bekommen sie für ihn einen Platz der Aufbewahrung, bis er sie sich rausholt; ich weiß auch schon, wo. Im übrigen schrieb er mir nachts, womit er wohl nicht unrecht hat:und jetzt wieder faulkner – freut mich, daß er an dich geht. du solltest überhaupt wieder mal mehr lesen. es gibt ja kaum beglückenderes als das richtige buch vor der richtigen nase. aber wem sag ich das. du hast es wahrscheinlich in den letzten jahren ziemlich vernachlässigt. aber glaub mir: die droge buch ist genausogut wie musik oder was zu trinken. gönn es dir einfach…Mit fällt dazu Tucholsky ein, den ich aber weggegeben habe: „Meine Bibliothek schreibe ich mir selbst.“ Für diese Arroganz hätt ich ihn eigentlich behalten sollen.
Bon. Wenn das Arbeitszimmer dann fertig sein wird, muß einmal grundgestaubsaugt werden (v o r der eigentlichen Putzaktion), dann geht’s an die Küche. Mit etwas Glück und Durchhaltevermögen ist sie heute abend fertig. Zuletzt kommt dann der Rest Flur dran. Morgen. Der Sonntag vormittag wird Reinigungsvormittag sein. Unterbrochen das alles von dem Cello-Vorspiel ab morgen mittag und einem Ausflug nach Wandlitz am Sonntag mittag; Du bist da wieder einzusammeln von Deiner letzten Klassenfahrt mit Deiner Grundschule; es soll gegrillt werden, alle Kinder, alle Eltern, die Lehrer. Ihr fahrt nachher los, Viertel nach acht hol ich Dich bei Deiner Mama ab und bring Dich zusammen mit den Zwillingskindlein und ihr zum Bus. Bis dahin will ich – Morgenarbeit – die heutige Tranche >>>> Prunier vorbereitet haben. Ab Montag früh wird wieder täglich gelaufen, bis in den Herbst sehr früh morgens immer, mit Αναδυομένη. So die Vornahme. Möglich, daß meine Raucherei dann wieder aufhört. Nach der Wohnung, die für den Geist steht und die Seele, ist der Körper für die Klärung dran. Komisch, normalerweise halte ich das andersrum.

Ich tu mal was, Leser.

Dieser Beitrag wurde unter Arbeitsjournal veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.