Im PP32 schüttet’s junge Hunde. An diesem 3. November 2013, der einen Sonntag gibt. Dazu: Über den feigen Character.


Besuch.
Ich war bereits vierzehn Kilometer laufen, ab Viertel nach fünf, auf dem Band. Nachdem es gestern mit Training nichts mehr war. – Als ich um sieben zurückkam, waren die Kinder schon wach und lasen. „Ihr habt keine Angst gehabt, oder? weil ich wegwar….“ „Nein, du hast ja gesagt, daß du zum Sport gehst.“ „Und jetzt wollt ihr sicher Euren Kakao.“
Ein nächster großer Vorteil meines eCigarillos ist, daß ich, ohne zurecht ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, auch in Gegenwart der Kleinen vor mich hindampfen kann. Und die „Niederlage“ gestern gleiche ich heute dadurch aus, daß ich am Abend außerdem noch schwimmen werde. Dann morgen sehr früh noch mal Krafttraining, und die Pause, die ich >>>> wegen Heidelberg werde einlegen müssen, ist ausgeglichen. Schon ist auch wieder meine Stimmung besser. Imgrunde funktioniere ich viel simpler, als Sie denken, und sehr viel uneitler, als >>>> der da unterstellen will, dessen anonymen Angriff offenbar einer meiner ehemaligen >>>> Kursteilnehmer in den Anti-Herbst verschoben hat. Es gibt einfach Exemplare unserer Art, deren Miesheit meine Eitelkeit um die Längen ganzer Eifeltürme übersteigt, so gerne treten sie einem, dem es gerade schlechtgeht, in den Rücken. Leider kann man ihnen nicht erstatten, was ihnen zusteht, weil sie ja niemals Gesicht zeigen, sondern nur immer aus dem Hinterhalt vorschnellen. Man darf das nicht mit einer Guerilla-Strategie verwechseln, denn die macht ihre Verantwortung stets namhaft, ob PLO, IRA, ob Al-Qaida. Hier hingegen geht es nicht um einen, wie immer man ihn wertet, Befreiungskampf, sondern rein darum, jemanden zu quälen und sich ungefährdet an seiner oder ihrer Qual zu weiden. Eben deshalb wird auch niemand angegriffen, der tatsächlich Macht hat, sondern eines andren Ohnmacht ausgenutzt, um ihm Schaden zuzufügen. Meine Verachtung für solche Menschen ist gnadenlos. Sie fürchten sie also mit Recht. Aber weil sie den Stolz der offenen Stirn nicht kennen, gefallen sie sich in ihrer Miesheit noch und berufen sich dafür auf den „allgemeinen Menschen“. Unterm Strich, indes, bedürften sie des Mitleids, ja brauchten unser Erbarmen – so schlecht wird jedem Spiegel, in den sie hineinblicken, vor dem, was sie dann reflektieren müssen. – Wie auch immer, heute wird Zeit fürs >>>> Traumschiff sein, endlich. Zustände wie gestern halten bei mir selten lange an. Ich durchtauche sie, tauche sehr tief, aber dann steig ich wieder auf und zieh mich selbst hell und gestärkt aus dem Sumpf.

[Luigi Dallapiccola, Inni – musicar tre pianoforti.
8.36 Uhr.]

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[Korngold, Sinfonietta.
Spielende Kinder.]

So. Den Napoli-Hefter vom Projekttisch genommen und zu den erledigten anderen Hörstücken gelegt:

Nunmehr liegen auf dem Projekttisch bereit, von rechts nach links:
Gedichte – Traumschiff – Melusine Walser – Ich, Friedrich:

Was da noch fehlt, ist Αἰαιαη oder Die Erleuchtung; aber über d e n Roman bin ich mir noch nicht im klaren, indes ich die anderen einfach nur niederschreiben muß, sowie, freilich, die Vorarbeiten geleistet sind: das betrifft ganz besonders den Friedrich.

Solange die Kleinen hier sind, komme ich noch nicht ans Traumschiff, sondern lese besser ein wenig und höre dabei Musik. Φηλchen fängt an, meine leidenschaftliche Unsitte zu übernehmen, falsch mitzupfeifen; ich bin wirklich ein bißchen geschmeichelt.
(11.27 Uhr.)

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[Erwin Schulhoff, Klavierkonzert.]
Nun habe ich heute doch nicht gearbeitet, sondern hatte einen Familientag, vor allem mit dem Sohn und den Zwillingskindlein auf dem großen Flohmarkt am Mauerpark, später dann noch am Terrarium. Schön war’s. Nun aber die Vorbereitungen für Heidelberg, Zugverbindung, Fahrkarte, Unterlagen für >>>> die beiden Lesungen. Ich höre Schulhoff über den wirklich überzeugenden E-204, der den Klang ganz wie der E-205 hinter die Boxen legt – als weitete sich dort ein Konzertsaal. Genau so muß es auch sein. In einer Stunde werde ich allerdings bereits, im Hallenbad, schwimmen. Dennoch, das Traumschiff drängt, weil am 31. eine mir wichtige Bewerbungsfrist abläuft; bei d i e s e m Roman jetzt könnte ich Chancen haben. Nein, mehr erzähle ich nicht: – aus, Sie werden es nicht fassen, Vorsicht
(19.11 Uhr.)
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