Zwischenmeldung: S t u r m. In den Abend 7.

Erzählt mir grad ein Officer. Ich war nach dem formidablen Abendessen hinaus aufs Achterdeck und hatte sofort gedacht: Meine Güte, was ist das w a r m geworden. Die Erklärung kam dann gleich im Gespräch. Als es nämlich zu regnen anfing… nun ja, zu nieseln. Direkt auf unserem eigentlichen Kurs liege ein sehr heftiger Sturm, den wir nördlich zu umsegeln versuchen; wir werden, wenn des Kapitäns Rechnung aufgeht, nur die Ausläufer streifen.
Noch ist alles ruhig; man spürt nur unter den Füßen ein etwas aufgefrischtes Rollen. Doch für den Fall, daß Sie morgen nichts von mir lesen, vielleicht auch noch übermorgen nicht: dann hat dieser Sturm die so weit auf dem Ozean ohnedies problematische Internetverbindung restlos gekappt, und es kann mir so gut gehen, wie es nur will, sie würden es erst einmal nicht erfahren.
Seien Sie also so ruhig, wie ich es bin (und wie der Kapitän es ist, der mit uns im Restaurant zu Abend aß, und der junge Offizier, mit dem ich sprach, lachte nur), auch so in meiner perversen Vorfreude-Art: Es wird dann zu erzählen geben, wenn sich Ruhe und Kontemplation über die MS Astor zurückgelegt haben werden. Meine Leser:innen vergangener Jahre haben vom Stürmen auf See ohnedies schon berichtet bekommen, auch wenn es damals nur in der Biskaya war, und sie wissen, daß dieses Schiff mehr aushält als jedenfalls die meisten seiner Passagiere.
Seien Sie mir mit einem leisen inneren Jubel gegrüßt:
Ihr ANH
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