Das Stotantomale des Traumschiffs. PP226, 10. September 2014.

(Arbeitswohnung, 18.29 Uhr.)

Abermals keine Musik gehört, sondern von knapp ein Viertel vor sechs bis fast eben am Sterbebuch geschrieben. Buchseite 268, nach >>>> Meeres-Seitenspiegel. Ich hatte mittags den sehr klaren Eindruck, sogar bereits heute mit dem ganzen Traumschiff fertigzuwerden, habe dafür auch meine Teilnahme an der heutigen Eröffnung des Internationalen Literaturferstivals Berlin abgesagt. Dennoch riet mir die Löwin, mir für die Sterbeszene einen eigenen Arbeitstag zu nehmen. Wahrscheinlich hat sie recht, daß ich nichts erzwingen soll, weil das eben ANH wäre, der es tut, und nichts mit Gregor Lanmeister oder doch weniger zu tun hätte, als wenn ich mich morgen früh mit klarem und nicht wie jetzt dann doch etwas erschöpftem Blick daransetze. Es ist dann immer noch „sportlich“ genug, ein solches Buch in nur ein wenig mehr als drei Wochen aus sich herausströmen gelassen zu haben.

Zweidrei Erzählprobleme sind im nachhinein zu lösen; bei einem der beiden läßt sich das vielleicht heute noch schaffen, das mir auch eben erst auffiel und sowieso allein meine Arbeit von gestern und heute angeht. Das andere ist substantieller. Da muß ich sehr wahrscheinlich ein ganzes Motiv auflösen, von dem ich allerdings annehmen kann, daß es der „Durchschnitts“leser, der freilich meist eine Leserin ist, sowieso nicht merken würde, so daß sie es auch gar nicht vermißte, wenn es dann fehlt. Tatsächlich funktioniert der Roman auch ohne es; nur ich selbst hänge an dieser weiteren – romanästhetisch betrachtet – Drehung der Schraube.

Übermorgen wird dann die Umformung des Rohling in die Erste Fassung beginnen, nach nochmaligem, nun aber am Stück, Durchlesen, dem der nachträgliche Einbau von ein paar wenigen Motivspuren vorangehen sollte. Das ist ohnedies schon immer mit kleinen stilistischen Umformungen verbunden. Diese Erste Fassung bekommen dann die Freunde zur Durchsicht, selbstverständlich auch Delf Schmidt, der für mich nach wie vor mein Lektor sine qua non ist. So daß ich, was ich vor >>>> Umbrien überhaupt nicht mehr geglaubt hätte, als die erste Lektoratsfassung bereits eine Zweite Fassung pünktlich >>>> dem Verlag abgeben und mich danach auf die Produktion des Kreuzfahrt-Hörstücks konzentrieren kann.

Einen wichtigen Hinweis für ein Motiv der Romancoda verdanke ich >>>> Parallalie und möchte das auf keinen Fall unerwähnt lassen. Es geht auf ein gemeinsam weniger erlebtes, als in der Tat beklemmend erlauschtes Erlebnis in Amelia zurück, wo mir furchtbar bewußt wurde, was Hilflosigkeit ist. Ich werde es fortan das Stotantomale-Motiv des Traumschiffes nennen, das gleichberechtigt, aber vor allem gegen es einsprechend neben dem >>>> Motiv der Feenseeschwalben steht, so daß sich dieses behaupten muß und mit ihm die ganze leitende Idee dieses Buches.

So viel, sehr viel in der Tat, für heute.

3 thoughts on “Das Stotantomale des Traumschiffs. PP226, 10. September 2014.

  1. Und in vollkommener Form setzt in diesem Moment der Herbst ein.
    Tiefe, stürzende >>>> Schauer bei zugleich einer Wolke, die durch letzte Tagessonne von unten beglüht ist. Dazu Sturmböen. So daß keine Minute später alles wieder weißgrau verdeckt ist, mit dunkleren Ballen.

  2. Lanmeister Wenn ich wie zur Zeit gerade jeden Morgen im kroatischen Meer schwimme (Kvarner-Bucht), denke ich oft an Lanmeister. Wie.vielleicht auch er sich gerne vom Wasser streicheln lässt (faute de mieux-würde der Franzose sagen) und dabei denkt: wie oft noch, vielleicht ist es das letzte Mal, wann wird es das letzte Mal sein? Haben Sie eine solche Szene eingebaut? Oder lassen Sie ihn nicht im Ozean schwimmen? In Vorfreude auf das Buch Grüße.

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