HochMut

– Du läufst immer zu Hochform auf, wenn Du glaubst, Deine Vernichtung stünde unmittelbar bevor, sage ich.
Er lacht auf: – Ich fühl’ mich alles andere als in Hochform, ich krieg’ ja nichts hin.
Doch. Kriegst alles hin, was dein Fieber füttert.
Keine Wadenwickel für den Helden. Nicht von mir. Lieber werf’ ich ein Scheit ins Feuer, hab’ fürs Sedieren nichts übrig, Beschwichtigung, da steckt schon der Wicht drin, ich glaub’ denen, die sich versteigen, oben im Berg.
(Solang sie –
doch das Wort mag ich nicht sagen aussprechen.)

Sag nicht deins, sag seins, Löwin,
sag: Liebhe
Schau, wie seins alles braucht
Und deins keins.

Seltsam, seine Briefe: wie Doping. (Ups, das wird ihm nicht gefallen) Wer sie sich einverleibt, rennt schneller, wer Doping hasst, muss vielleicht kotzen.
(Also gut, dann Götterspeise)
Es gibt übrigens keine Passiven hier. Wir sind, was wir sein wollen. Kein Schutzraum, keine Opfer, kein Schuldgefühl. Alles ist sofort frei gegeben, auf selbst die kleinste Fühlung fällt ein Licht.
Es ist angerichtet. Darin nicht Kunst zu sehen ist statthaft, zeugt aber von steriler Gesinnung: Wenn einer erleuchtet ist, geht man doch nicht in den Schatten.

Niemand verdient. Sich Liebe. Zieht ab, was Ihr erwirkt hättet, erschrieben, errungen, bewiesen und erkoren,
(ereifert)
streift den Samt von den Händen und die Jahre aus dem Fell (Verdammt, Dein Brustfell, wie mir das fehlt)
Was dann i s t: d a s nimmt sich die Liebhe.

Wenn sie kann.

Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.