IM HAUSE DES

NACHTTEUFEL FILMT EIN TIER MIT ROTEN SCHUPPEN IM HAUS DES VERSTORBENEN SCHNEIDERLEINS ZOG DER HERR DIE GRETE AM HAAR SO SCHÖN BISS SIE IHM SEIN BLUT SAUGTE DAS STICKDECKCHEN AUF SEINEM RECHTEN STIEFEL HINTERLIESS EINE SCHNECKENFROUWE DIE SCHILLERNDSTEN FARBSPUREN DIE ICH JEMALS GESEHEN HABE OHNE MEINE AUGEN ZU ÖFFNEN SAH ICH WIE DAS WEISSE FLAGGSCHIFF IM ROTWEIN DER WANNE VERSANK DAS BLUTJUNGE MÄDCHEN MIT EINEM CYBORG DER HIERONYMUS HIESS ZU LEBZEITEN EINER ANDERS ALS HANS CHRISTIAN HAT MAN IHM DAS SCHAFOTT MIT AIRBRUSH VERSCHÖNERT BEVOR MAN IHN WIEDER UNHELDENHAFT NACH HAUSE SCHICKTE SIE SICH NACHDEM SIE DEN TÜRSTEHER BEI DEN HÖRNERN PACKTE SIND VERABREDUNGEN EINZUHALTEN MIT DEM NACHTTEUFEL IM HAUS DES VERSTORBENEN HERRN FILMT EIN TIER MIT ROTEN SCHUPPEN DIE STIEFEL DES SCHNEIDERLEINS POLIERTE SIE NACKT DAS SILBER UND DECKTE DEN TISCH AUF IHRE WEISE SEHR FESTLICH FÜR DIE GELADENE GESELLSCHAFT DIE SIE AUF EINER FREMDEN HOCHZEIT KENNENGELERNT HATTE ER SIE AUF EINER BDSM MESSE SANG MAN DAS AVE MARIA FÜR DIE TAUBEN GURRTEN WAS VON DER LIEBE VERSTEHST DU MICH DENN NICHT ICH WEISS NICHT WIE MAN DIE LIEBE MACHT UNICA LIEBTE DEN HANS BELLMERS STUDY FOR GEORGES BATAILLES AUFNAHMEN DER TAUSEND SCHNITTE SAH ICH AN EINER FRAU DIE SICH AUSPEITSCHEN LIESS SIE SICH MAGNOLIEN AUF DIE HAUT MALEN KATHOLIKEN DEN EROTOMANEN ALS TEUFEL AN DIE WAND ZU STELLEN WÜRDE IHR GEFALLEN FINDEN AM BRUNNENPLÄTSCHERN IM ZENGARTEN DES HEXENBÜRGERMEISTERHAUSES STEHEN PRÄPARIERT ZWEI JAPANISCHE RIESENKRABBEN JEWEILS EIN MÄNNCHEN UND EIN WEIBCHEN VERSCHLINGEN IHRE SEXUALPARTNER DOCH NUR WENN ES DIE NATUR AUS GRÜNDEN DES ÜBERLEBENS VERLANGT HATTE ER VON IHR NACH SEINEM TAKT UND NUR NACH SEINEM TAKT NACKT ZU MASTURBIEREN WÄHREND ER ERHÖHT AUF EINEM STUHL SASS DER MANN MIT DEM ROTEN ZIEGENBART NIE WENN ER KLEIDER FÜR DIE PUPPE SCHNEIDERTE DIE ER ZÄRTLICH GRETCHEN NANNTE MIR DEN NAMEN EINES MANNES DEM ARIADNE DEN RICHTIGEN GRUNDRISS DES LABYRINTHS DES MINOTAURUS AUF DEN OBERKÖRPER TÄTOWIERT HABEN SOLL ER NUR WENN ER SEINE BLOSSEN FÜSSE IN EINE SCHALE VOLL WASSER EINTAUCHEN KONNTE IN DEM SIE SICH ZUVOR DIE HÄNDE GEWASCHEN HATTE …
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91 Kommentare zu IM HAUSE DES

  1. @read An. Beindruckender Text. Allerdings stören mich die durchgehaltenen Kapitälchen; ich verstehe auch ihre Funktion nicht.

    • read An sagt:

      Danke. Weil es sich so wie eine Inschrift liest. Ohne Versalien würde auch die Ambiguität verloren gehen. Substantive wären von Adjektiven deutlich unterschieden.

    • read An sagt:

      @ANH Habe mir überlegt eine neue Rubrik einzurichten, die da heißt: BEAT. Dann könnte ich diesen Text innerhalb dieser fortsetzen und fortsetzen …

    • @read An. Bin völlig einverstanden.
      (Aber „im Haus des Nachtteufels“ wohl, mit dem Genitiv-s).

    • Es sei denn, Nachtteufel ist der Name des Herrn, dann ohne -s.

    • read An sagt:

      Ach, wegen dem Titel! Nein. Habe die drei Punkte am Anfang entfernt. Das hat wohl irritiert. Ist zu lesen: Im Hause des

      und dann erst setzt der Text ein.

    • @Schlinkert. Auch an Namen, auch an Titel gehört das Genitiv-s. Alles andere ist Sprachverschluderung. Beispiel: „An den Ufern des Nil“ ist definitiv falsch; heißen muß es „An den Ufern des Nils„. Sogar bei emphatischen Anrufungsnomen, etwas des Namens Gottes, hat das „s“ gesetzt zu werden.

      Und auch, liebe read An, bei niedergeschriebenen „wegen“-Konstruktionen klappen sich mir nach wie vor die Zehennägel hoch, wenn da mit dem Dativ operiert wird. Ausnahmen würde ich lediglich in einer Rollenprosa zulassen – darin selbstverständlich, weil deren Sprachverhalten die Sprechenden, nicht etwa die Autoren charakterisiert.

    • cellofreund sagt:

      Wegen Wegen dem Wind, wegen der Sonne, wegen dem fehlenden Geld, wegen meinem Kopfweh….. Das ist im Schwäbischen richtig, vielleicht auch noch in anderen Dialekten, nicht aber im Schriftdeutschen.

    • @ANH „An der Ufern des Nils“ ist selbstverständlich richtig, „im Hause des Schlinkerts“ aber verbäte ich mir, denn dann doch bitte ohne das „des“, denn dies soll ja – wie gesagt im Falle von Eigennamen – den hohen Ton erzeugen.

    • @Schlinkert zum Genitiv. „An den Ufern des Nil“ ist absolut falsch, widerstrebt auf geradezu körperlich schmerzhafte Weise jeglichem Stilgefühl für die deutsche Sprache. Es ist eine aus dem – wahrscheinlich – US-amerikanischen übernommene Verschluderung; auch schon „wegen“ mit Dativ – egal, ob unterdessen in den Duden aufgenommen – ist ein sichBeugen unter die nicht- oder schlechtgebildete Menge, bzw. wird so etwas mit voller Absicht befördert.vielleicht sogar in Gang gesetzt.
      Daß sich Ihnen bei „An den Ufern des Nil“ nicht der Magen umdreht, läßt sich imgrunde, für einen Schriftsteller !, nur durch Einschliff, also sprachfühlarme Angewöhnung, erklären. Wenn so etwas in einem Buch steht, lese ich es nicht weiter, prinzipiell nicht – zumindest die Lektoren hätten da eingreifen müssen. Wo sie es, aus ihrerseits vielleicht Nichtwissen, vor allem Nichtspüren, nicht tun, würde ich sofort für ein Berufsverbot plädieren; man läßt auch Nichtausgebildete keine Passagierflugzeuge fliegen.

      Manchmal wünschte ich mir, wir hätten eine „Académie allemende“ von derselben Strenge der Académie française.

      P.S.: Im übrigen heißt das Buch, so von Goethe geschrieben, „Die Leiden des jungen Werthers„. Die Richtigkeit bezeugt schon die Umkehrung „Des jungen Werthers Leiden“. Daß wir heutzutage Ausgaben haben, die das Genitiv-s unterschlagen, ist eine Verfälschung, die Wahrheit für etwas hält, worüber sich’s abstimmen läßt.

    • @Cellofreund. Ja, im Dialektalen gibt es berechtigte – weil oft auch zwischentonreichere – Spielformen; in Literatur wäre es aber dann immer Rollenprosa und ist – als solche – wunderbar. Ähnliches gilt für den Jargon. Das Problem entsteht dann, wenn dem Jargon normative Gewalt zugestanden wird. Auch hier geht es um einen Angriff auf die Qualität zugunsten der Quantität, d.h. der Vorgang gehört in ein, um Bloch zu variieren, „Neben“buch des Kapitalismus.

    • Aber, @ANH, ich schrieb doch, daß „an den Ufern des Nils“ richtig ist, m i t dem Genitiv-s! Sie müssen schon genau lesen. Die Ausnahme in bezug auf das vorangestellte „des“, das wegen des zu erzeugenden hohen Tones benutzt wird, ist für mich aber, wie gesagt im Falle von Eigennamen, statthaft, des Klanges wegen. Aber da gibt es ja immer viele Formulierungsmöglichkeiten. Das mit den Leiden des jungen Werthers ist mir selbstverständlich bekannt, und auch mir stößt etwa die Tilgung des Fugen-s beim späten Jean Paul übel auf, womit sich eben dieser selbst und seinem Werk und auch der deutschen Sprache keinen Gefallen getan hat. Was mein Schreiben angeht, so sind meine Texte, wenngleich noch selten gedruckt, auch ohne Lektorat grammatikalisch fehlerfrei.

    • Siehe auch

      >>>>> dort zum Verlust des Magischen.

    • „grammatikalisch fehlerfrei“ sind wiederum die meinen durchaus nicht; auch ich beherrsche nicht sämtliche Ausnahmen. Aber ich lerne andauernd weiter. Auf eine sehr schöne wies mich vor ein paar Tagen >>>> Elvira M. Gross, meine Lektorin, hin: „bis zum äußersten reizen, aufs äußerste erschrecken, aber: es aufs Äußerste ankommen lassen, bis zum Äußersten gehen“.
      Manchmal habe ich den Eindruck, es seien gerade die Aunahmen das Salz in den Sprachen; werden sie eingeebnet, schmeckt eine jede fad. Es ist ein wenig wie bei Leuten, die nach Besuch eines Fischrestaurants begeistert ausrufen: „Und es hat überhaupt nicht nach Fisch geschmeckt!!

      Was aber „die Wohnung des Schlinkerts“ anbelangt, läßt sich die zugegebenermaßen Häßlichkeit doch wunderbar umsegeln: „die Wohnung des Herrn Schlinkert“ (hier wird der Genitiv in „Herrn“ ausgedrückt; ihn ebenfalls auf „Schlinkert“ auszudehnen, wäre möglich, ist aber nicht nötig) oder – ecco! – „(des) Herrn Schlinkerts Wohnung“, wobei das „des“ a bisserl fies wäre, weil es einen Hauch Abfälligkeit mittransportierte. Gerade diese, mit Schnitzler gesprochen, Zwischentöne bereichen die Möglichkeiten und sind insofern lustfördernd.

      (Unabhängig von solchem gibt es alledings auch noch die – bewußt von der Regel abgesetzte – künstlerische Freiheit, die sehr wohl Grammatiken beugen darf – aber eben gerade nicht ohne Bezug auf eine etwas anderes bestimmende Norm. Nur aufgrund der Differenz kommt es ja überhaupt zum Eindruck eines Eigenen. Hier gilt, was geradezu insgesamt Übertretungen ausmacht. Daher ihr hoher Reiz in erotischen Szenarien.)

    • read An sagt:

      Ja! Wegen erforderte klassischerweise den Genitiv und ist ganz sicher die schönere Formulierung. Also: wegen des Titels. Denn:

      Nun ja, ob mein Fauxpas mittlerweile Dudenkonform ist, weiß ich nicht.

      Ich wünsche es mir nicht! Aber was soll ich sagen, es ist mir so passiert. (-Verdammt einfache Erklärung, die man wohl erst recht ins Feld führen kann: Eine Auseinandersetzung mit der Gewalt an ihr! Der Sprache. In ihr?) Mehr ist dem, von meiner Seite, nicht hinzuzufügen. Außer weitere BEATbausteine.

      Und wie bereits geschrieben: Im Hause desPUNKT

    • cellofreund sagt:

      An den Ufern Ich habe ein Buch: „An den Ufern des Styx“- Ein Arzt berichtet. Das hätte ja dann …. des Styxes heißen müssen, oder?

    • Eigentlich@ANH habe ich mit „grammatikalisch fehlerfrei“ nicht gemeint, ich könne jede nur mögliche grammatikalische Form ohne weiteres benutzen, sondern daß ich mich auf der Höhe meiner Möglichkeiten bewege und diese nicht zu unterschreiten gedenke. Dazuzulernen ist natürlich immer möglich, und wie gesagt, es gibt immer der Ausdrucksmöglichkeiten viele, ergo es also auch immer möglich ist, die in allen Belangen beste zu wählen. Grammatik insofern als lebendiges Wurzelwerk der je eigenen Sprache begriffen – so herum wird ein Schuh daraus!

    • @read An Der Duden nimmt ja klassischerweise quasi nachträglich Notiz von den Veränderungen der Sprache (Ausnahme ist diese letzte unselige Reform), so daß es, diese Angelegenheit des Genitivs oder Nichtgenitivs betreffend, durchaus sein kann, ihn nicht zwingend bilden zu müssen. Schöner ist’s allerdings meist, sich seiner zu bedienen. Punkt.

    • Bersarin sagt:

      Bei Fremdwörtern wird kein Genitiv-s gesetzt. Verwendete man es dennoch, hieße es An den Ufern des Styx’. (Den korrekt gesetzten Apostroph mitzubedenken – einer jener Fehler, die mich neben den falschen Anführungszeichen optisch ärgern.) Weil bei Fremdwörtern das Genitiv-s nicht verwendet wird, schreiben wir auch „Die Monde des Jupiter“. Im Fluß der Sprache würde ich es in solchen Fällen vom Wohlklang abhängig machen. Wegen read An ihrem Fehler mit „wegen“: Das machen viele so. Außer ich. Aber zweifachen Grammatik-Scherz beiseite. Beim schnellen Schreiben unterläuft uns so etwas manchmal. Schön klingt es nicht, aber es passiert. Gleiches gilt für Präpositionen, die nicht immer achtsam gesetzt werden, wo der Gebrauch jedoch aus bestimmten Gründen manchmal frei erfolgt. Ich selber benutze sie häufig unorthodox. Wenn wir schreiben, geschehen Fehler, und es kommt uns der böste Nachtfehlerteufel oder auch ein Nacktfehlerteufel – wie es beliebt – in die Quere.

      Mit den Regeln ist es so eine Sache: um sie zu brechen, sollte man sie beherrschen. Ihre Brechung bei gleichzeitiger Nichtbeherrschung fällt mir häufig bei den Photographien von Amateuren auf. Auch die Lomographie hat hier Schaden angerichtet. Gleiches gilt für die Regeln der Graphik-Gestaltung: Seit es PCs gibt, meint jeder, er sei ein berufener Graphik-Designer, und unermüdlich werden Einladungsbriefchen, Visitenkarten oder Flyer gestaltet. Im Ergebnis freilich zeigen sich optische Grausamkeiten, die niemand mehr bemerkt. Das liegt auch daran, daß der Wille zum Stil schwindet. Purismus bleibt angeraten. Solange er nicht zur Pedanterie des Oberlehrers ausartet.

    • Bersarin sagt:

      Es scheint übrigens leichter, Fehler (bei anderen) zu finden, als sie beim eigenen Schreiben zu vermeiden. Entdeckte ich doch bei read An den Begriff „Fauxpas“. Nun ist der Fauxpas jedoch kein Fehler, der mir in Grammatik, Orthographie oder Interpunktion unterläuft, sondern ein solcher, den ich unwissend aus Taktlosigkeit begehe, indem ich unbeabsichtigt gegen Umgangsformen verstoße. So wäre es bspw. ein Fauxpas, eine Dame darauf hinzuweisen, daß sie keinen Fauxpas beging, sondern bloß einen Grammatikfehler.

    • @besarin & cellofeund („Außer ich“ ist in der Tat eine Frechheit.)

      Bei „Jupiter“ würde ich das Genitiv-s setzen, weil ich den Namen längst als so eingedeutscht erlebe wie zum Beispiel „Vase“, ein Wort, das aus dem Farsi stammt. Dasselbe gilt für das arabischstämmige „Nil“, das übers Griechische aus dem Lateinischen zu uns gewandert ist.

      Der korrekte Genitiv für Styx wäre Stygem – wobei bei unterdessen wirklich zur deutschen Sprache gehörenden, doch deutlich „fremden“ Wörtern wie z.B. Sphinx die Mehrzahl ganz eigene Formen enwickeln kann, hier nämlich „Sphingen“. Wird aber auch alles vergessen gemacht. Das Ergebnis ist kulturelle – Armut.

    • Bersarin sagt:

      Hm, das ist eine Klangfrage. Bei den Quellen des Nil; sträubt sich mir ebenfalls alles. Aber bei Die Monde des Jupiters schwindet etwas. Die Monde des Jupiter klingt kraftvoller und betont das nomen proprium: Jupiter eben.

      Was Sie über die kulturelle Armut schreiben, sehe ich ähnlich. Wer heute noch auf diesen Reichtum und die Vielfalt pocht, sich an bestimmten seltenen, seltsamen Begriffen erfreut, wenn er sie liest, gar solche uns fremd klingenden Wendungen benutzt, wird bestenfalls als antiquiert und im schlimmsten Falle als outrierter Fatzke bezeichnet, der sich – besser dünkend – hervorheben möchte. Daß uns im Brei der Einheitssprache und der Reduzierungen etwas verloren geht, bemerken dabei die wenigstens. Lieber hält man sich beim Ressentiment auf. Diese Armut der Sprache führt dazu, daß manche Texte, wie die des Karl Kraus’, von der Grammatik her kaum noch verstanden und insofern als kompliziert empfunden werden.

    • cellofreund sagt:

      Achtung Wenn wir schon dabei sind: in diesem Fall aber kein Genitiv-s an Kraus,. Der Genitiv steckt im „des“. Wohl aber könnte es heißen: ich lese gerne diesen Schriftsteller. Kraus‘ Texte wurden auch von Qualtinger auf Schallplatte gesprochen, die „Letzten Tage der Menschheit“ zum Beispiel.

    • Bersarin sagt:

      Stimmt natürlich. Es zeigt sich – auch wenn es sich in den Kommentaren nicht um literarische Prosa handelt – bei solchen Fällen wieder einmal, wie wichtig das gute Lektorat sein kann und wie dumm und ärgerlich es ist, wenn der Lektor in einem Verlag zunehmend zum Programmplaner mutiert.

    • der profi sagt:

      Zwar war ich noch nie dort, was aber „die Wohnung des Schlinkerts“ anbelangt, läßt sich die zugegebenermaßen Häßlichkeit (der Wohnung??) doch wunderbar umsegeln, indem man draussen bleibt.

      Wenn es aber um den Genitiv geht, erinnere ich an Us Aussage, dass jede Sprache zur Vereinfachung neige und der Genitiv in 50 oder 100 Jahren komplett durch den Dativ ersetzt sein werde. Auch in den schönsten Barockgärten gehen die Besucher nicht über die kunstvoll geführten Wege, sondern trampeln Abkürzungen, auf denen dann nichts mehr wächst und blüht, in die Botanik.

    • @der profi: Sehr witzig – meine Wohnung ist ausnehmend ästhetisch gestaltet, weil es nämlich meine ist, aber das werden Sie jetzt nicht mehr rausfinden können. Tja!

  2. parallalie sagt:

    „so wie eine inschrift“ noch mehr verfremdend ließe sich vielleicht noch mehr sagen, etwa so (ich hab‘ mir erlaubt, es auszuprobieren):
    DIE SCHILLERNDSTEN FARBSPVREN DIE JCH IEMALS GESEHEN OHNE MEINE AVGEN ZV ÖFFNEN SAH JCH WIE DAS VVEISSE FLAGGSCHIFF JM ROTWEIN DER VVANNE VERSANK DAS BLVTJVNGE MÄDCHEN MIT EJNEM CYBORG DER HIERONYMVS HIESS
    (habe das habe hinter ‚gesehen‘ fortgenommen, weil nicht wirklich nötig)
    ok, i like to play

    • read An sagt:

      Danke parallalie, ich würde Ihren Vorschlag gerne übernehmen sobald ich mehr Luft habe. Recht vampireske Zähne sind das! ok, i like to play. Gerne! Und ja, das habe ist nicht notwendig.

      @Schlinkert

      Vielleicht bringt Sie es nicht immer. Aber doch auch schönes Neues hervor. Die Dudin. Die immer neu Verausgabte. Ich verstehe Ihr Nachdenken über´s angehängselte s. Der Sprache gegenüber aufgeschlossen sind Sie. Ich will dem Genitiv, sollte er sich wirklich irgendwann verabschieden, aber gerne noch einmal nachschauen bevor er weg ist! Trotz meiner eigenen Schwäche, die ich habe.

      @bersarin

      Taktlosigkeiten liegen mir fern. Ich bin nur nicht immer konzentriert.

      @ANH

      Da haben Sie aber hochgezimmert an zwei Exempeln! Ihre Sache einen Diskurs über Sprachverfall daraus zu ziehen. Oder ist es ein -zerfall? Aber hier gleich auch noch verlorene Magie zu resümieren ist ein Schlag ins Gesicht für mich. Bin ja wohl die Letzte, was das betrifft. Und vielleicht irgendwann einmal ging es unter Texten auch noch um Texte und was sie noch ausmacht, unterlaufene Fehler lassen sich schnell korrigieren. Ein kurzer Hinweis hätte genügt.

    • @read An Ihre Texte sind nahezu immer ziemlich gut und voller Inspiration und, ja, auch Magie – es geht also nicht um das Genitiv-s, das ist nur ein Nebenkriegsschauplatz. (Ich war heute Abend in der Columbia-Halle beim Katzenjammer-Konzert – die vier Frauen rocken den Laden absolut, aber hallohallo, da konnte ich mich gut erholen von Genitiv-Essen!)

    • Bersarin sagt:

      @ read An
      Wer nicht konzentriert ist, sollte das Schreiben für später aufschieben.

      Die Versalien sind unlesbar und wirken bemüht. Bloßer Effekt, der sich beim dritten Mal ablebt. Das zerstörte manche Ihrer Assoziationsübungen.

    • triple-X sagt:

      @bersarin
      Ihre Dreistigkeit gegenüber read An ist wirklich beeindruckend. Zu den Bildern, die sie beschreibt, haben Sie nicht den schmalsten Zugang.

    • Bersarin sagt:

      Wenn ich Ahnungen und Zugänge haben will, begebe ich mich zum Okkultisten oder lasse mir einen Bypass legen. Es war dies der freundliche Rat eines Lektors. Denn Manierismus läuft sich schneller tot, als es einem lieb ist. Und dieser Hinweis erfolgte um der Texte willen.

      Kritik ist übrigens keine Kuschelveranstaltung, dreifach-x.

    • triple-X sagt:

      Da war doch was: … Fuchs … Trauben …

    • @read An zur Magie. @triple-x. Ich habe die Fähigkeit, Zusammenhäng zu sehen; manchmal mag das etwas paranoid sein, manchmal anderen nur so vorkommen. Der Einwand war übrigens nicht böskritisch gemeint. Im Gegenteil können Hinweise wie meine ein andere Perspektive einnehmen. Etwa glaube ich, daß, was die durchlaufenden Versalien anbelangt, bersarin >>>> dort recht hat, und ich, weil selbst ein Manierist, bin durchaus nicht immer seiner Meinung. Aber auch ich empfand es als mühsam, Versalien als Dauertext zu lesen. Bitte erinnern Sie sich, daß ich Ihnen das so auch schon einmal geschrieben habe.

      Was, triple-x, Herrn bersarins „Taktlosigkeiten“ anbelangt, Pardon, da erinnere ich mich sehr gut an die nun leider gelöschten Biefwechsel, die read An und er hier in Der Dschungel geführt haben. Deren Abbruch empfand ich als zu schmerzhaft, als daß ich bersarin Taktlosigkeiten überhaupt unterstellen könnte. Er kritisiert vielmehr klar; daraus läßt sich eher eine Härte gegen sich selbst lesen als gegen read An. Die forcierte Sachlichkeit ist die Spiegelückseite der vorhergegangenen auch emotionalen Intensität, gleichsam ihr Umschlag, also eine – als Selbstschutz – Reaktionsbildung. Wenn Sie diese Perspektive anlegen, werden Sie anstelle der vermeintlichen Taktlosigkeit nach wie vor das intensive Engagement erkennen – hier aber nun „nur“ noch, eben aus Selbstschutz, an read Ans Dichtungen.

    • @Bersarin Seltsam aber, daß ich die von Ihnen so genannten Versalien nicht nur als lesbar empfinde, selbstverständlich, sondern ihnen auch etwas abgewinnen kann als Leser – aber da muß man eben als Leser auch etwas mitbringen, um sich mit dem Autor / der Autorin im Text zu treffen, ihn gemeinsam zu beleben. (Erich Kleinschmidt beleuchtet den Lesevorgang intensiv in seinem Autorschaft. Konzepte einer Theorie, kann ich als Lektüre nur empfehlen!) Ihren fehlenden Zugang zum Text jedenfalls dem Text als Schwäche zuzurechnen, hat mit Kritik nichts zu tun, so wie dies ja auch triple-X bereits ganz richtig anmerkte.

      PS: In Ihrer Antwort an ziggev drüben bei Ihnen sagen Sie es selber: „Über die Macht des Textes verfügt einzig der Text selber und die, die ihn zu lesen verstehen.“ [Kursivsetzung von mir] Ergo sollten Sie den Text read Ans auch nur dann zu kritisieren suchen, wenn Sie einen Zugang dazu haben. Sonst nicht.

    • triple-X sagt:

      Ich halte die Aussage „Wer nicht konzentriert ist, sollte das Schreiben für später aufschieben.“ keineswegs für taktlos. Sondern schlicht für unverschämt frech.
      An den Briefwechsel kann ich mich erinnern, wie auch an die Tatsache, dass er einem unberechtigten Begehren geopfert wurde.

    • @ANH Wieso hat Bersarin denn plötzlich recht? Schrieben Sie nicht direkt unter read Ans Text, dieser sei beeindruckend!? /?p=1399#comments
      Und was haben die Taktlosigkeiten Bersarins (der Versuch, argumentationsfrei read An runterzumachen) mit dem von ihm ausgelösten Löschen des Briefwechsels beider zu tun, außer daß eben in diesem Kontext das eigentliche Motiv Bersarins zu finden sein könnte? Wäre dies alles nicht also eher dazu geeignet, Bersarin zwar nicht Taktlosigkeiten (= unsachliche Haudraufargumentation) wenn nicht zu unterstellen, so doch diese als solche einfach mal zu sehen – die stehen da ja schwarz auf weiß, da muß nichts unterstellt werden!

    • @Schlinkert. Ja, ich finde den Text gut, gar keine Frage. Dennoch oder vielleicht deshalb stören mich die durchgehenden Versalien. Ich hatte das eben auch früher schon angemerkt und war auf die Idee einer Grabmalsinschrift verwiesen worden, die ich dann aber, als eine sozusagen permant fortgesetzte, nicht mehr einleuchtend finde; vor allem stört sie mir den Lesefluß. Selbstverständlich kann das ein Privatproblem sein, das ich in diesem Fall mit bersarin teile.

      Was nun ihn betrifft, finde ich Ihre Wägung oder sogar Unterstellung schlichtweg kleinbürgerlich, sein von Ihnen als harsch empfundener Ton sei sogar eine Folge des Abbruchs der Briefe. Grandezza hat das Gegenteil; nämlich erst einmal für bersarin zu denken. In keinem Fall werde ich in Der Dschungel ein weitergehendes gegenseitiges SichAnblaffen dulden.

    • @ANH Der Text read Ans ist natürlich ein Experiment, an ihm, das ist read An ganz sicher auch klar, ist noch zu arbeiten, er wäre laut zu sprechen, im Rhythmus hier und da zu verändern, Worte müssen womöglich ausgetauscht oder verschoben werden, auch über die Schriftform müßte nachgedacht werden … so wie das bei allen Texten geschehen muß, bis sie schließlich stimmig sind. Das dazu.

      In bezug auf Bersarin wissen wir doch alle und er selbst auch, daß er dazu neigt, im Netzverkehr manchmal wütend und auch grob und unfair gegenüber anderen zu werden. Und kommen Sie mir doch bitte nicht immer mit diesem Vorwurf der Kleinbürgerlichkeit, nur weil ich hier meinerseits Zusammenhänge vermute, die ob des völlig taktlosen Angriffs gegen eine junge Dichterin durchaus wahrscheinlich und naheliegend sind, wenn man denn die gelöschten Briefe ihrem Gehalt nach berücksichtigt und vor allem auch hinsichtlich der Folgen, die diese für Bersarin hatten. Und: ich blaffe hier niemanden an, ich mache mir Gedanken anhand des offen Sichtlichen und ergreife notwendigerweise, auch wenn und sogar weil sie sich selbst zu wehren weiß, Partei für read An.

    • Bersarin sagt:

      @ Schlinkert
      Wie geht denn bei Ihnen der Zugang zu einem Text? Durch die Hintertür, die Vordertür, über die Rolltreppe? Argumentationsfrei, Herr Schlinkert, ist es, wenn ich schriebe, der Text sei scheiße und dumm gemacht. In meinem knappen Kommentar haben Sie allerdings einen Begriff überlesen: Manierismus.

      Sie schreiben:
      Der Text read Ans ist natürlich ein Experiment, an ihm, das ist read An ganz sicher auch klar, ist noch zu arbeiten, er wäre laut zu sprechen, im Rhythmus hier und da zu verändern, Worte müssen womöglich ausgetauscht oder verschoben werden, auch über die Schriftform müßte nachgedacht werden … so wie das bei allen Texten geschehen muß, bis sie schließlich stimmig sind. Davon einmal abgesehen,daß read An sicherlich für sich selber sprechen kann: genau darum geht es. Ansonsten wäre es nämlich unsinnig dem Blog-Publikum einen halbfertigen Text vorzustellen, wenn es nicht in der Absicht der Autorin läge, darüber zu sprechen und auch Kritik sich anzuhören. Gerade um des Textes von read An willen scheint mir dies geboten. Unter den Versalien verschwinden die Assoziationen und Assonanzen, die ja gerade diesen Text tragen, den ich für gelungen halte und in den Leser oder Leserin hineingleiten können. So aber, in dieser Form wirkt es wie Latein in Stein gemeißelt. Das mag die Versteinerungen anzeigen, das Sperrige, die Verhärtung, das Dinghafte der Wörter. Insofern ist parallalies Hinweis, how to play the game, nicht uninteressant. Allerdings verschwindet auch unter dieser Steigerung der Bezug, den ich für sehr viel wichtiger halte als die äußere Form des Textes. Die Konkrete Poesie ist nur sehr bedingt gelungen gewesen. Seinerzeit. Es war ein witziger Effekt, der schnell verpuffte, wie auch die Konzeptkunst: Siehe „One and Three Chairs“ von Kosuth. Das macht man einmal, zweimal, dreimal, dann ist die Sache durch.

      Wenn der Text nun auch noch vorgelesen werden sollte, so sind die Versalien ganz und gar überflüssig. Ausgenommen Sie präsentieren uns eine Möglichkeit, das lautlich darzustellen. Was sicherlich interessant wäre.

      Grob bin ich nicht generell, sondern gegenüber geäußerten Blödigkeiten und Dämlichem. Was die Taktlosigkeit betrifft, Herr Schlinkert, so kann man sicherlich sagen, daß auch umgekehrt ein Schuh daraus wird. Wenn ich in der Weise verfahren würde, wie Sie, könnte ich nun noch ein ganz böses Wort über Sie schreiben. Da ich hier jedoch zu Gast bin und es auch bleiben will, spare ich mir sowohl das böse Wort als auch die Polemik.

      Um die Folgen, die dieser Briefwechsel für mich hatte, sorgen Sie sich bitte nicht, denn dies ist nicht Ihre Baustelle – Sie haben sicherlich die Ihrigen. Diese Geschehnisse sind einzig mit derjenigen, die es betraf, zu klären. Soweit man solches überhaupt klären kann und dadurch nicht trotzdem selbst in weitergeführtem Lieben und Leben eine Beschädigung eintrat, die bleibt und schwer zu heilen ist. Aber das sind Dinge, die bearbeiten jene Frau und ich auf unser uns je genehme Weise. Wenn wir die Partnervermittlung Schlinkert in Anspruch nehmen wollen, melden wir uns dann jeweils bei Ihnen.

      @tripple-x
      Wenn jemand Grund hätte, Groll zu hegen, dann wäre es hier im Blog wohl am ehesten read An. Und zwar gegen mich, weil ich um das Löschen der Texte bat, die ebenfalls aus ihrer Tastatur stammten.

      Was den Textwechsel in der Dschungelwelt zwischen read An und mir betrifft, so insinuieren Sie zudem einen Zusammenhang, der nicht besteht. Der Austausch von Text, wenn Sie sich erinnern, wurde, geopfert, weil ich einer Frau, mit der ich in einer Verbindung stand (und noch und wieder und dann auch nicht wieder stehe), damit Leid zufügte. Wenn ich übrigens reale Flirtabsichten bei read An gehabt hätte, wie Sie den Anschein erwecken, machte ich mir nicht die Mühe, solche ausholenden Briefe zu schreiben, wie ich es in der Dschungelwelt tat, sondern ich haute einfach E-Mails in die Tasten und schriebe all das nicht öffentlich, sondern privat. Ich suchte jedoch keine Nähe zu einem Menschen, sondern die von Texten. Was mich noch mehr ärgert als die Dummheit, sind Unterstellungen, die auf dem Niveau der Bild-„Zeitung“ arbeiten, indem Andeutungen und Krümelchen wie „Fuchs“ und „Trauben“ gestreut werden. Das betrifft dann auch den Herrn Schlinkert.

      Ansonsten, weil es um den Text von read An geht, siehe oben meine Antwort an Schlinkert.

      *********************
      Unkonzentriert zu schreiben, ist immer schlecht. Selbst in den Assoziationen bedarf es der Anspannung. Zumindest dann, wenn jene bearbeitet und in Schrift vorliegen. Allerdings passiert es manchmal. Wir sind ja nur Menschen.
      Ich kritisiere übrigens nicht generell den Manierismus, sondern nur dort, wo ich ihn für verfehlt halte.

    • @Bersarin Ich habe den Begriff Manierismus keineswegs überlesen, er scheint mir nur eben in keinster Weise passend für read Ans Text und wird von Ihnen, meiner Ansicht nach, einfach wie ein Keule eingesetzt. Da ist Manierismus nur ein anderes Wort für „scheiße und dumm gemacht“. Daß ich mich also frage, wie Sie dazu kommen, derartig auf einen Text einzuschlagen, dürfte somit wohl kaum wundern, vor allem wenn es Ihnen fast nur um die Versalien geht, die doch einfach, verbunden mit dem Bild obenauf, die Optik hergeben, die aber wiederum keineswegs per se den Text unlesbar macht oder irgendetwas verstellt. (diadorim schreibt zum beispiel immer alles klein, das ist ein zumutung sondergleichen, trotzdem aber lese ich ihre beiträge, weil sie lesenswert sind.) Laut zu lesen wäre der Text auch zunächst nur deswegen, um ihn weiter zu bearbeiten – aber auf ein wirkliches Bearbeiten des Textes hat sich ja bezeichnenderweise bisher niemand eingelassen, wo doch sonst hier bei anderen Texten oft jedes Wort mit einigem argumentativen Aufwand hin und her gewendet wird.
      Was meine Ansichten über Ihre Motivation angeht, so beziehe ich mich auf einen ganz und gar öffentlichen Vorgang, nämlich die Briefe und die von Ihnen dazu gemachten Äußerungen. Ich wüßte nicht, was daran taktlos sein sollte. Alles andere geht mich in der Tat nichts an und interessiert mich auch nicht.

    • Bersarin sagt:

      @ Schlinkert
      Natürlich haben Sie den Begriff „Manierismus“ samt Erklärung überlesen. Sie patzen beständig, produzieren Fehler, geben Fehleinschätzungen von sich und versuchen es dann hinterher wie der Herr Baron Münchhausen mit dem Haarschopf und dem Sumpf.

      Wenn in Ihren Augen die durchgehende Großschreibung von Buchstaben kein Manierismus ist, kann ich das nicht ändern, und Ihnen ist auf dieser Erde nicht wirklich zu helfen.

    • @Bersarin In der Tat ist die durchgehende Großschreibung von Buchstaben für mich nicht zwingend Manierismus, und wie gesagt, zusammen mit Bild ergibt sich eine gewollte Optik, die, Sie sagten es, oder ANH, oder Sie beide, wie eine Inschrift o. ä. wirkt. Manieriert wäre es, wenn es sich darin erschöpfte, tut es aber nicht, des Inhalts und der Sprache wegen. Ich schaue eben nicht nur sogar über den Tellerrand der definierten Begrifflichkeiten hinaus, ich überschreite ihn sogar, recht typisch für Kulturwissenschaftler, die eben nicht im engen Korsett einer nur in sich funktionierenden Wissenschaft agieren. Daß Sie das beliebig finden, brauchen Sie nicht extra zu schreiben, das ist ohnehin klar.

    • Bersarin sagt:

      Sie begreifen anscheinend nicht, was ich schrieb und nicht den doch eigentlich einfachen Zusammenhang von Form und Inhalt. Aber gut, Sie sind Kulturwissenschaftler. Ich will da mal nachsichtig mit Ihnen sein.

    • Pucj sagt:

      Wer sind Sie eigentlich, dass Sie so ene große Klappe haben, wer interessiert sich denn ernsthaft für den Blödsinn den Sie schreiben, da draußen in der realen Welt doch niemand.

    • triple-X sagt:

      Genug nun, bersarin. Sie haben read Ans Text nicht aufmerksam gelesen.
      Sonst könnten Sie sich nicht auf den Begriff Manierismus dermaßen versteifen. Gerade wegen des Zusammenhanges von Form und Inhalt sind die Großbuchstaben (die alternativen Kleinbuchstaben kämen zu salopp daher) im Text unverzichtbar. Eben deshalb ist’s auch sinnlos, Sie danach zu fragen, welcher Terminus das herausragende literarische Stilmittel, dessen sich die Autorin bediente, korrekt bezeichnet.

      Da frage ich lieber Herrn Schlinkert, weil ich’s tatsächlich wissen will.

    • Bersarin sagt:

      Gucken Sie mal, triple-X-Kienspan-Kombina-Textflüster-Multiple, wollten Sie nicht seinerzeit aus der Dschungelwelt entfleuchen und hier nie mehr schreiben? Sie verabschiedeten sich so schön pathetisch mit aufstampfendem Füßlein. Derart kurz kann das Nie-mehr also sein. Insofern ist es schon unfreiwillig komisch, wenn Sie kratzbürstig „genug“ fauchen.

      Ich habe meine Kritik an dem Text von read An angebracht. Wer die nicht teilt, muß es nicht. Ich könne noch einige inhaltliche Bezüge dazu kritisieren, die mir in dieser Prosa zu aufgesetzt erscheinen. Das habe ich nicht getan, um es nicht noch schlimmer zu machen. Der Text ist gut. Aber mit Abstrichen eben. [Sofern Abstrich im Zusammenhang mit dem Inhalt der Prosa nicht irgendwie schon wieder lustig und Bataille-mäßig passend wirkte.]

    • triple-X sagt:

      Sie verstehen read Ans Text ganz offenkundig nicht, können also keine Kritik daran anbringen. Wobei: „Kritik“ erscheint mir angesichts der Qualität Ihres Auftretens zu hoch gegriffen. Ich würd’s eine Lade tiefer nehmen.

      Fehlte nur noch, dass Sie sich über read Ans Kleidungsstil auslassen, wie Sie’s andernorts in Bezug auf Houellebecq taten. Sich mit Ihnen Wortgefechte zu liefern, wäre ob der Aussichtslosigkeit in der Sache herbe Zeitvergeudung. Sie laufen sprichwörtlich nackt durch die Gegend.

    • triple-X sagt:

      @Herrn Schlinkert Laienhaft würde ich das Stilmittel als Textüberlappung bezeichnen. Bildlich gesprochen überdecken Satzenden Satzanfänge wie Dachziegel.

    • Bersarin sagt:

      Es ist sinnlos, Kombina-tripple-X. Weshalb lieferst Du Dir dann diese Gefechte, frage ich mich, und kannst auf sachlich vorgebrachte Kritik lediglich emotional reagieren?

    • @ triple-X Das Moment des Sichüberlappens, des quasi Sich-selbst-ins-Wort-Fallens, des Übergreifens ist in jedem Fall da, manches Wort ist dabei aber mehr Störgeräusch als daß es die Erwartung des Lesers erfüllte, es gibt einige Brüche und tote Enden … Die Schreibmethode ist wohl am ehesten die des assoziativen Schreibens, insofern der Text auf einer Ebene ein assoziativer Text ist. Aber das müssen Sie die Autorin fragen, wobei ich für mich sagen muß, die Klassifikation eines Textes ist für mich nicht wesentlich, wenngleich ich mich ärgere, wenn etwa Erzählungen oder Novellen als Romane bezeichnet werden. Am Ende treffen sich, wenn es denn geschieht, der gelungene Text und der (geübte) Leser mit der gleichen Begierde in der Mitte, um etwas lebendig werden zu lassen, und allein darauf kommt es an, denke ich.

    • Bersarin sagt:

      Schlinkert, Du bist entweder ein Schelm oder aber ein Nachplapperer: „Die Schreibmethode ist wohl am ehesten die des assoziativen Schreibens,…“ Genau das schrieb ich heute unter Uhrzeit 13:31. Und ich hob genau dieses Assoziieren und die Assonanz zudem positiv hervor.

    • Na und – erstens habe ich das tatsächlich überlesen und zweitens sage ich ja nicht, daß Sie nicht in einigen Punkten recht haben, was aber dann in diesem Fall auch heißt, daß ich recht habe und somit wir beide. Ist doch gut!

    • read An sagt:

      @Alle

      Die Versalien bleiben. Ich schrieb diesen Text von Anfang an in Großbuchbuchstaben. Unbewusst. Empfand es als passend. Ich lese ihn sehr flüssig. Ohne Probleme. Ganz anders als diese Diskussion. Ein weiterer Grund war und ist für mich der, den ich bereits zu Beginn dieses Kommentarstranges genannt habe.

      @bersarin

      Manierismus. Gibt es dafür eine Schablone? Selbst wenn, muss ich gestehen, stört es mich nicht. Kommt wohl darauf an, was man unter diesem Begriff subsumiert.

      Wer nicht konzentriert ist, sollte das Schreiben für später aufschieben.
      (… für später aufschieben. -Auch nicht schön! Formuliert. Und redundant! Nur mal so anbei.)

      Ich schiebe nichts auf was will. Deswegen ist das Wort Prokrastination ja auch so widerlich. Denn alles, was ich nicht will, schiebe ich auf, wenn ich mich entscheiden habe: Ich muss dennoch (Annahme). Aber es gibt ja auch noch die Möglichkeit: Es einfach zu lassen. Geilerweise optional. Es sei denn Sie führen hier noch den „Freien Willen“ ins Feld, dann wird es schwierig.

      Also noch einmal: In meinen Text kommt kein Fehler vor. Er unterlief mir in einem Kommentar. Es sei denn irgendwer findet in ihm doch noch einen.

      Auch ich finde Fehler bei anderen. Es reicht schon eine gewisse Menge an Text, und ich wette, lieber bersarin, auch Sie sind nicht ohne Fehl. Ich selbst bin dankbar für Hinweise. Aber das alles hier ist schon mächtig überzogen. Urheber aber waren Sie nicht.

      Außerdem, wer schreibt, der schreibt. Auf spezielle Zustände warte ich nicht. Schreiben im Rausch, fahriges Schreiben, Schreiben in Trauer, Schreiben vor Wut, Schreiben als Mantra, Schreiben beim Essen …

      Was ist mit anderen Tätigkeiten und der Konzentration? Was darf ich alles nicht mehr? Ich denke der jeweilige Zustand schreibt es vor. Ergo: Was kann ich noch? Oder kann ich dann?! -Ist meine wahre Ableitung!

      Aber über die „Briefhinterherschleppe“ sind Sie doch nicht wirklich verwundert, oder? War mir klar, dass das auch noch kommt, sobald Sie unter einem meiner Beiträge kommentieren, der in diese Weise des Diskutierens abdriftet. Schön finde ich es nicht!

      Wenn ich Ihnen also Antwort gebe, können Sie davon ausgehen, ich tue es davon unabhängig.

      Für mich gibt es nur einen Gradmesser dem ich vertraue: Sensibilität. Also Wahrnehmung. Vielleicht bin ich sogar manchmal taktlos… Kann sein. Und wenn ich von Sprache schreibe, meine ich das so umfassend, wie Sie es sich nur vorstellen können, je nachdem wie weit Ihr Horizont reicht. Sprache ist so viel mehr. Ist lebendig. Ist Anfassen. Ist Verstehen. Ist Körper. Sind Sie. Bin ich. Ist, was Sie immer und zu jeder Zeit wahrnehmen und sei es nur ein scheiß Presslufthammer oder die hässlich gestrichene Wand eines Zimmers, in dem Sie sich gerade befinden.

      Darf ich mal allg. in die Runde fragen welches Gesetz denn Sprache als sog. „Richtige“ festschreibt oder fixiert? Wie sie sich ausprägt in ihren Formen, in ihrer Orthographie, Grammatik und Syntax? Denn klar, alles braucht seine Bezüge. Aber dass sie sich so entwickelt hat ist eben so. Hätte auch anders sein können. Und hat natürlich auch was mit Pflege zu tun. Aber diese Fähigkeit diese anderen potenziellen Möglichkeiten von Entwicklung anzunehmen bringt der Mensch ebenso mit (und ich meine nicht bloß kulturgebundene Meme), und das schon im Mutterbauch während er sich noch entwickelt, wie z.B. das Vermögen, die Syntax seiner jeweiligen Muttersprache, die er in diesem bereits so schon erlernt, auszuprägen bzw. zu verinnerlichen. Jede Sprache hat ihre Muster. Klangliche.

      Einziges Gesetz kann nur Klang oder gar Musik sein. Meiner Meinung nach. Und mögliche Formen des Verstehens, des Austauschs. Das, was dafür gegeben ist. Zwischen, na ja, mal mindestens Zweien:

      Ohhhhh mein Gott, Halle1Hallelujah, … Mr. Schlinkert! Habe heute nem jungen Mann, gerade einmal zwei Wochen alt, das Köpfchen mit beiden Händen von hinten massiert und ihm was vorgesungen. Ja, die gelösten Gesichtszüge und die verrollten Augen verrieten …

    • Bersarin sagt:

      Es geht nicht ums Rechthaben, sondern um einen Text. Es geht um Texte, die gut sind, es geht um Texte, die zu verbessern sind, so wie unserer aller Texte unter dem Blick des strengen Lektors oder der Lektorin verbesserungswürdig sind.

      Read An schreibt Texte, die sind teils innig, oft gut gebaut und gekonnt gemacht. Wie dieser z.B. Es existieren darin zwar Begriffe, bei denen ich skeptisch bin und mich frage „wieso?“. Aber genau an diesem Punkt sollte doch eine Diskussion einsetzen.

    • triple-X sagt:

      @Herrn Schlinkert Ich will der Verständigung halber ein Beispiel geben und greife wahllos ein Stück aus dem Text heraus:

      […] DIE SIE AUF EINER FREMDEN HOCHZEIT KENNENGELERNT HATTE ER SIE AUF EINER BDSM MESSE SANG MAN DAS AVE MARIA FÜR DIE TAUBEN GURRTEN WAS VON DER LIEBE [..,]

      Eine Variante des Lesens wäre:
      […] die sie auf einer fremden Hochzeit
      kennengelernt hatte.
      Kennengelernt hatte er sie
      auf einer BDSM Messe.
      Auf einer BDSM Messe sang man das Ave Maria für
      die Tauben.
      Die Tauben gurrten was von der Liebe […]

      Eine andere Variante:
      […] die sie auf einer fremden Hochzeit
      kennengelernt hatte.
      Kennengelernt hatte er sie auf einer BDSM Messe.
      Sang man das Ave Maria für
      die Tauben?
      Die Tauben gurrten was von der Liebe […]

      Die nun herausgearbeiteten Überlappungen meinte ich mit meiner Frage.

      Ich sehe im Text enormen Gestaltungsspielraum für die Leserin. Keineswegs ist ausgemacht, wie der Text annzunehmen sei. Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, dass sich Text und Leserin in der Mitte treffen können. Der vorliegende Text aber trägt besondere Möglichkeiten für die Leserin in sich. Am Ende ist sogar ziemlich wahrscheinlich, dass verschiedene Leserinnen tatsächlich verschiedene Texte gelesen haben.

    • … oder daß @triple-X der/die Lesende den Text mehrmals liest, ganz im Sinne Heraklits, also nicht zweimal in den selben Text steigen zu können! Assoziatives (also adäquates) Lesen eines assoziativen Textes, der so ist, wie er ist, lebendig wie das Rhizom im Sinne von Gilles Deleuze und Félix Guattari – ohne das jetzt auch noch diskutieren zu wollen. (Da mache ich nicht mit.)

    • triple-X sagt:

      @read An Ihre Frage nach dem fixierenden Gesetz lässt sich für mich beantworten mit dem konkreten Anwendungsfall. Dass eine Klagsschrift anders auszusehen hat als eine Bedienungsanleitung, liegt ja auf der Hand. Einem kurzen literarischen Text aber Gesetzmäßigkeiten irgend einer Art umhängen zu wollen, hielte ich für frevelhaft. Manchmal denke ich, dass ein literarischer Text der Leserin glatte Gesetzlosigkeit geradezu aufzwingen, die Leserin unbedingt wehrlos machen muss, um in der Fülle wahrgenommen zu werden.

    • Bersarin sagt:

      @ read An
      Das Wort Prokrastination ist klanglich durchaus interessant. Es ist ein schönes Wort. Vom Sound her fast Prokrustes.

      Nein, erstaunt bin ich nicht: Natürlich schmiert es irgendeiner aufʼs halbbelegte Brötchen dazu und macht sein kleines Reimchen. Es war ein interessantes, ein schwieriges, ein heikles, am Ende auch ein verletzendes Textprojekt, was wir durchführten. Es war die Arbeit zweier Narzißten. Das hat es für mich (einerseits) interessant gemacht. Es hatte einen offenen Schreib-Ausgang. Aber wie es trivialerweise nun einmal ist, endet alles. So oder so. Nun sind die Texte fort oder sie sind nicht fort. Da ich an einem „glühenden Leertext“ arbeite und mich alle die Modi des Verschwindens interessieren und wie etwas verlischt, ausstirbt, abstirbt, in Schwarz und in den Tod gleitet, bleibt diese Textur insofern in meiner Erinnerung und wird ein Motor für ein Bild ohne Bildlichkeit, für einen Sinn ohne Sinnlichkeit sein. Das inspirierte mein Schreiben. Schwarze Löcher und Bruchbalken. Dafür habe ich Ihnen nach wie vor zu danken. (Dennoch hätte ich, um eines anderen Menschen willen, dieses Schreiben nicht in Gang setzen dürfen. Die Differenz Text/Leben. Oder doch die Einheit. Einmaligkeit und Wiederholung. Wichtiger sind am Ende die Lebenden und die, die wir mit Haut und Haar begehren, sofern wir dazu fähig sind.)

      Unsere Begriffe von Text und Schreiben sind unterschiedlich. Es gibt Texte von Ihnen, die ich für wenig gelungen halte. Mag mein Maß sein oder auch nicht. Andere wiederum passen. Der Begriff des Fehlers ist weit auslegbar. Was sind Fehler? Orthographie? Semantische Gehalte? Begriffe und Bilder, die zu gesetzt oder geziert erscheinen? Kann man Assoziationen wirklich kritisieren und als Fehler bezeichnen, wenn jemand sagt, er schreibe aus sich oder seinem Unterbewußten heraus? (Wohl nicht, es ist ja ein Strömen. Kritisieren kann man nur das Resultat des Textes. Aber das sind dann keine Fehler mehr, sondern Unstimmigkeiten in der Konstruktion. Oder Sprachschluder. Aber das ist dann doch wieder ein Fehler. Von der Grammatik mal abgesehen.) Und wer bestimmt diese „Fehler“? Wenn es denn welche sind. Eher geht es bei Sichtung und Kritik um Konstruktionen in Sprache, die schief geraten sein können. Allerdings wird sich in jeder Prosa diese schiefe Stelle finden. Es bleibt also nur, sich in die Texte zu versenken und deren innerer Struktur, deren Gesetzen gewahr zu werden.

      Wenn ich mir allerdings die Variante von Herrn Kombina-triple-X anschaue, rate ich eher noch zu Kleinbuchstaben, zu allem möglichen, aber unbedingt als Fließtext belassen, weil ansonsten das À bout de souffle sich im Enjambement verliert und erstarrt.

    • read An sagt:

      @triple-X Entwaffnen?

      Sollte solch ein Text mal ans Licht kommen. Dann von meiner Muse. Bitte. Allerdings darf sie mir gegenüber ja auch nicht nachsichtig sein! Danach brauche ich wahrscheinlich Erste Hilfe. Ich allein schaffe das nicht. Aber sie kann. Ahne ich.

    • Bersarin sagt:

      @ read An
      Mit Ihrem Sprachkonzept kann ich nichts anfangen. Es ist mir zu allgemein formuliert.

      Nachtrag
      Ich meinte das nicht allgemein auf Ihre Texte bezogen, sondern es ging mir um Ihre Ausführungen unter 03/07 18:38. Bitte entschuldigen Sie dieses Mißverständnis, das möglicherweise zu Irritationen führte.

    • read An sagt:

      Ja dann, haben Sie eine Option, die sich geradezu anbietet.

      Und nein, das hat mit allgemein nix zu tun. Bin nur kein Nischendenker.
      Sie können nicht! Weiß ich doch.

      Nachtrag:

      Lieber bersarin,

      Sie haben offenbar noch immer Bedarf sich über die „Briefe“ zu äußern. Ich ließ es aus Taktgefühl. Und dieser Satz ist keine Retoure, glauben Sie mir.

      Sie haben es dennoch getan, geschrieben, und auch bekundet wieso. Über meine Texte. Über mich. Warum stehen Sie nicht einfach zu dem, was sie taten / schrieben. Es stünde Ihnen. Zumal, was daran wäre ist nun wirklich ein Verbrechen gewesen? Verletzungen passieren. Auch mir. Das ist menschlich. Dazu zu stehen aber auch.

    • triple-X sagt:

      @read An Ja genau, entwaffnen.
      Mit der Glätte der Gesetzlosigkeit, an der kein Formalismus Halt findet. Die Enge des Denkens aufweiten, Erfahrungsräume erschließen – Offenheit [ein]fordern. Wer das nicht leisten will/kann… so what? Ihre Arbeit bereitet Freude. Mir. Ganz besonders das Zusehen dabei. (braucht’s, denke ich, verdammt viel Mumm dazu. oder natürliche Gesetzlosigkeit – muss/will ich aber nicht so genau wissen)

    • read An sagt:

      Wie? Viel Mumm dabei mir zuzusehen? Recht mutig von Ihnen!
      Ha, nein, weiß wie Sie es meinen!

      Aber nicht so genau wissen (muss Einer / Eine auch nicht immer!). Was gehört Ihnen denn abgenommen?

    • Bersarin sagt:

      @ read An
      Natürlich stehe ich dazu. Von meiner Warte aus hätte ich – ebenso taktvoll – mit diesem „Brief“-Texte-Schreiben hier im Kommentarstrang nicht angefangen, aber da es nun einmal weiter oben von einigen unweigerlich und erwartbar eigentlich zum Thema gemacht wurde, griff ich es auf. Mir hat diese Schrift seinerzeit als ästhetischer Impuls gefallen, es war interessant. Dazu stehe ich nach wie vor. Ich sagte es bereits. Allerdings kreuzten sich hierbei Perspektiven unheilvoll. Aber das soll nicht weiter das Thema sein. Mein Bedürfnis richtet sich weniger auf die Vergangenheit, sondern vielmehr auf eine Form von Text, an dem ich arbeite und schreibe. Leertexte, Texte um Nichts. Text und Photographie, und wie sich Löcher in Bilder brennen. Das ist mein Projekt. Es speist sich aus Dingen, die verschwinden können. Insofern griff ich die losen Enden und Bezüge, die verschiedentlich gestreut waren, in meinem Text von 20:22 assoziativ auf.

      Ihre und meine Sicht auf Verletzungen und wie damit umzugehen, sind sehr unterschiedlich. Ich empfinde Ihre Sicht als kalt. Am Ende sind Sie denn doch die wahrhafte Schneekönigin. Gefällt mir irgendwie.

    • triple-X sagt:

      @read An Mir ist nichts mehr abzunehmen. Ich habe freiwillig abgegeben.
      Wenn ich’s aber noch hätte, würd‘ ich’s Ihnen, weil allzu groß,
      nicht auf die Nase binden wollen.
      (zu groß: das Es, nicht die Nase – nur zur Sicherheit angemerkt)

    • read An sagt:

      @triple-X (Karyotyp 47, XXX?) Nase groß?

      -Ist doch nicht wichtig. Nase ist: Ich kann dich riechen. Wieso haben Sie abgegeben? Was würde denn passieren, wenn Sie sich äußern?

    • @read An Ich komm‘ grad aus der verrauchtesten Kneipe der gesamten Prenzlauer Berge und muß feststellen, daß hier die Mäuse auf den Tischen tanzen. Dort weniger. Sei’s drum, getanzt darf werden.

      Was denn verrieten die gelösten Gesichtszüge und die verrollten Augen? Sagen Sie es nicht, ich weiß es ja, schließlich war man ja auch mal so’n ganz kleiner Kerl.

      Und statt dem blöden Wort „Versalien“ sollte man ab jetzt MAJUSKELN sagen!

    • triple-X sagt:

      @read An Das dritte X steht für etwas anderes. Ihr Scharfsinn, übrigens, begegnet mir laufend in Ihren Texten – was eine weitere Facette des Lesevergnügens ausmacht.

      Ihre Texte beschnuppern. Das wäre ein schönes Bild. Die Methode von Hunden, mit der sie den Gegenstand des Interesses anfänglich untersuchen, ist ja bekannt. Sie rollen kein Maßband aus, um die Kantenlängen des vermeintlichen Würfels nachzumessen. Sie blasen den Gegenstand mit ihrem warmen Atem an und saugen die angeregten Duftmoleküle ein. Reine Physik, absolut verlässlich.

      Die Frage nach dem Wieso: „Es“ hat mich inakzeptabel behindert. Äußerte ich mich [öffentlich] dazu, würde dies beobachtet und kommentiert werden. Des Mangels an kultivierten Umgangsformen muss ich mich nicht weiter vergewissern.

    • read An sagt:

      @bersarin Ich kann Ihnen erst heute Abend Antwort geben, da ich noch arbeiten muss.

    • read An sagt:

      @Mr. Schlinkert Schließlich müssen die rauchen. Anstatt zu tanzen. Oder tanzen mit Kippe im Mund? Auf einem Tisch? Ohne näheren Körperkontakt wegen der Glut? Mäuse?

      Majuskeln. Oder doch Versalien? Ein Streitthema vielleicht. Habe doch auch mal studiert. Und eigentlich nie aufgehört.

    • @ read An Eigentlich geht beides, Rauchen und Tanzen, Versalien und Majuskeln. Rauchen und Körperkontakt beim Tanzen, daran erinnere ich mich noch gut, hat aber manches Brandloch verursacht – beim Klammerblues! (Macht das die Jugend überhaupt noch, Klammerbluestanzen?)

    • read An sagt:

      Was die Jugend macht?

      -Habe keinen blassen Schimmer!

    • Sie wären aber schon näher dran, oder?

    • read An sagt:

      Zweiunddreißigdreiviertel ist nur mein biologisches Alter.

    • So langsam glaube ich das auch. Ab vierzig, egal ob eigentlich oder biologisch, wird’s aber schwierig, von wegen der Masken – so las ich heute mal wieder, nämlich in Rilkes Malte Lauríds Brigge: „Andere Leute setzen unheimlich schnell ihre Gesichter auf, eins nach dem anderen, und tragen sie ab. Es scheint ihnen zuerst, sie hätten für immer, aber sie sind kaum vierzig; da ist schon das letzte. Das hat natürlich seine Tragik. Sie sind nicht gewohnt, Gesichter zu schonen, ihr letztes ist in acht Tagen durch, hat Löcher, ist an vielen Stellen dünn wie Papier, und da kommt dann nach und nach die Unterlage heraus, das Nichtgesicht, und sie gehen damit herum.“ Solches ist mir aber trotzdem nicht passiert und wird auch Ihnen nicht!
      Mäuse? Die tanzen auf den Tischen, wenn die Katze weg ist!

      Sleep well …

    • read An sagt:

      @triple-X Sie mögen Hunde? Ich mag sie. Hatte selbst einmal einen. Ein Mischlingsrüde war das. Vermisse ihn. Seine kaltnasse Nase.

    • triple-X sagt:

      @read An Ja, Hunde mag ich. Weil sie konsistente Sprache sprechen. Das Nichtverstehen wird ausnahmslos ihnen angelastet. Deshalb werden sie nach Missverständnissen gerne getötet. Mit unverstandenen Texten verhält’s sich nicht viel anders.

    • read An sagt:

      @triple-X Kann Sie riechen. Obwohl ich das ja nicht kann. Text. Buchstaben. Ich mag Ihre Sicht.

      Es gibt da einen Menschen, mit einer ebenso wunderbaren, irgendwie kaltnassen Nase dem vermeintlichen „Würfel“ gegenüber, der mir arg am Herzen liegt, der das nicht anders beschrieben hätte als Sie. Gar nicht anders.

    • Tierfreund sagt:

      Das zu lesen, bereitet schon Schmerzen.
      Ihr Tier möchte ich niemals sein. Das Projektions-Projekt Ihrer vorrangig enttäuschten Lebenserfahrungen zu sein, ist als Leser schon abstoßend.
      Aber als Ihr Tier ist es einfach unfassbar grausam. Ich hoffe, Ihr Tier wird demnächst befreit.
      Fleisch ess ich übrigens auch, wenn auch selten. Um ein Tier zu schonen, würde ich notfalls aber auch Ihres essen.

    • Literaturverein sagt:

      KONSTRUKT!

      Bitte jetzt gemeinsam darüber herfallen (gemeindeintern)!

    • read An sagt:

      … darüber herfallen. Wozu? Es verendet doch bereits an sich selbst.

      Aber ich kann ja auch den Menschen fragen, den es betrifft.

    • read An sagt:

      @triple-X Habe ich Ihnen denn mit dieser letzten Aussage wehgetan?

    • triple-X sagt:

      Ihre letzte Aussage@read An nahm ich sehr sorgsam mit beiden Händen entgegen.
      Die Schönheit Ihres Gedankens ist mir kostbar.

    • Bersarin sagt:

      Dies, read An, ist die Imago des Kalten Gelungen gemacht – diese drei Punkte. Sozusagen japanisch reduzierter Pointilismus. Auf den Punkt gebracht gleichsam. Thomas Mann freilich hätte ein Ausrufezeichen gesetzt. Oh, diese drei Punkte! So ungefähr.

      Sie haben das Prinzip des glühenden Leertextes performativ verstanden (und vollzogen), und Sie wissen zu lesen oder ahnen zumindest, was an den Rändern und im Herzmund der Eisblume geschieht, wenn Bezug und Bedeutung und Betrachtung sich auslöschen.

      Ich gehöre zu jenen wenigen: Ich habe diesen Kuß der Schneekönigin überlebt. Er ist kühl, er fühlte sich anfangs wie ein Stich oder ein Schnitt in die Lippenhaut an, der mit einem Cuttermesser zügig ausgeführt wird. (Sie kennen die Operationsbestecke, mit denen die Schnitte in der Haut getätigt werden. Sicherlich. Unter Narkose, anästhesistisch assistiert die Frau, anästhetisch die blasse Haut des Beschnittenen.) Dann, wenn beider Lippen aneinander saugen und die Zungen übereinander fahren, sich reiben und der Speichel sich tauschend mischt und wenn in der Höhle des Mundes diese beiden kalten Zungen sich begegnen, geht das Bild der Erkenntnis auf. Geht mir das Bild der Erkenntnis auf. Die Schneekönigin ist mein Anlaß. Ich bin nicht ihr Gemahl, sondern ich habe sie nach dem Kuß getötet – symbolisch, real oder imaginär, nicht aus Leidenschaft, sondern aus dem Trieb zu beobachten, was in dieser Sekunde sich im Auge spiegelt, die Geschichte des Auges, ich gebiete über den Palast mit den Büchern, den zehntausenden, den Spiegeln aus Glas und Eis, darin auch die Ordnung der Bilder, die der Okzident hervorbrachte, nicht in Petersburger Hängung, sondern schlicht besitzt jedes Gemälde einen einzigen Raum für sich. Durch diesen Palast streife ich. Ich schließe das Haus, verriegle die Tür des siebten Zimmers.

      Wir werden uns in den Texten oder in einem Leben jenseits jedes Lebens oder an einem Ort, der sich nicht in Sinn und Bedeutung erschöpft, begegnen: „Jedes Mal einzigartig, das Ende der Welt“.

      Sie benannten im Nicht-Text, a-lethisch, zeitlos verschoben, aufgeschoben, pyramidal eingegraben und insofern nun verborgen, jene literarische Figur, die ich für eine der reizvollsten halte. Allerdings hätte mich der Knabe Echo nicht interessiert. Sowenig wie die Nymphe gleichen Namens. Wie mich überhaupt nur wenige Menschen realiter über einen längeren Zeitraum hinweg interessieren. In mein Jugendzimmer hatte ich mir zwei Photographien jener Leichenberge aus den KZs gehängt. Einige hielten es für ein Spiel des Jugendlichen, das sich auswächst; andere fanden es schlicht geschmacklos. Mich interessierten die ausdruckslosen Gesichter und die mageren Körper, die da zum Berg geschichtet lagen. Ich habe sie mir jeden Tag angesehen. Lange Zeit bin ich ein schlanker Knabe gewesen.

      [Es geht um die Texte, die verschwinden. Ihre abgetrennte Antwort, die der Logik der Beschneidung und dem Pointilismus anheimfiel, zeigte eine Welt in ihrer unendlichen Fülle.]

    • read An sagt:

      ! Ich setzte die drei Punkte vor allem weil ich dachte, das war noch nicht ausdrücklich genug. Und wenn es das nicht ist, kann es gerne verwehen. Ich werde Ihnen nicht nahe bringen können was es für mich bedeutet…

      Diese 5 Buchstaben Leben.

      Daher bin ich durchaus versucht Ihnen ein Ausrufezeichen zu setzen. Ein Jawoll, das meint: wenn das für Sie so funktioniert, wie Sie´s beschreiben, dann bleiben Sie dabei.

      (Psychisch gesund zu bleiben, mit der Verbindlichkeit Soma, liebe WHO, bedenkt man das hinsichtlich einer Eigenverantwortlichkeit, ist schon eine Aufgabe, die kaum zu leisten ist.)

      Der Mensch ist ein Traumafänger. Und jeder geht selbst damit um. Mit sich. Und dann mit anderen. Undsoweiterundsofort … [… zeigte eine Welt in ihrer unendlichen Fülle.] Das z.B. ist für mich das Wesentliche an meinem BEAT. Weitestgehend ohne über Dieses oder Jenes zu urteilen versuche ich es. Ob es gelingt, ist ein anderer Schuh. Eigentlich unmöglich. Zumal das ja auch meine Bilder sind, die ich an die Oberfläche gebe. Die ich finde.

      Denn es ist schon sehr befremdlich für mich zu lesen, dass Sie mich nun für die wahre Schneekönigin halten. Vielleicht sollte ich das aus der Perspektive Ihrer Welt bedenken. Nicht anders der Kommentar, den „Tierfreund“ an mich richtete. Einigermaßen grausam einem Menschen zu sagen, ich würde dein Fleisch essen, um so das Leben eines Tieres zu schonen. Es hat nicht einmal die Möglichkeit bedacht, sich für ein WEDERNOCH entscheiden zu können.

      Enttäuschte Lebenserfahrungen. Komische Formulierung auch. Allenfalls sammelt der Mensch Erfahrungen und wird vielleicht enttäuscht.

      Sei es dahingestellt, ob natürlicher Trieb. Pervertierung? Was auch immer. Letzteres trifft häufiger zu. Der Eine nennt es so, der Andere Strategie (mehr oder weniger unbewusste). Aber ich bin keine Anna Lyse! Bin kein Profiler! Kenne mich nur ganz gut mit Thermodynamik aus.

      Sie schreiben doch recht exzessiv über Kälte. Was denken Sie denn selbst warum Sie es tun? Das schnitt in Lippen wie ein Skalpell. Ist nicht ohne Konnotation. Nicht ohne Sex. Und selbst der Pervertierteste läuft auf eine Form des Anlangens hinaus. Vielleicht gerade da, wo das eigentliche Anfassen nicht mehr möglich ist.

      Und vergessen Sie nicht, wie schnell Sie angefasst waren, als Sie wahrnehmen mussten, Sie hatten jemanden verletzt mit Ihren „Briefen“ an mich. Sie selbst waren dann nicht angefasst?

      Ich weiß also, dass man sehr schnell anders empfinden kann, wenn man plötzlich in ein ganz anderes Wasser kippt. Das bringt die eigene aufgemischte Gefühlslage mit sich. Nur Ihre Ratio, die folgte, ist meiner keiner Spur ähnlich.

      KZ-Fotografien. Menschen die zu Bergen getürmt wurden. Erloschenes Leben. Es gibt keinen Unausdruck in einem Gesicht. Was Sie da gesehen haben ist wohl der Ausdruck dessen, was diesen Menschen absolut Grausames widerfahren ist. Und jene, die diesen Horror überlebt haben, und das spricht so enorm für den Menschen, haben irgendwie wieder in eine Art von Leben zurückgefunden. Haben weiteres Leben in die Welt gesetzt. Kaum vorstellbar für jemanden der dieses Ausmaß an Verzweiflung nicht erlebt hat. Ich verurteile Sie sicher nicht dafür, dass Sie zwei Fotografien in ihrem Zimmer aufgehängt hatten. Warum auch immer Sie es faszinierte. Offenbar war es so. Sie beschreiben ja auch warum.

      Genauso aber auch: Wie mich überhaupt nur wenige Menschen realiter über einen längeren Zeitraum hinweg interessieren. Was überhaupt am Menschen interessiert Sie denn, lieber bersarin?

      Echoknabe und Echonymphe braucht Sie auch nicht zu interessieren. Die interessieren mich ja schon. Ganz unwissenschaftlich.

  3. parallalie sagt:

    DECKTE DEN TISCH AUF IHRE WEISE – der text scheint aber durchaus zu funktionieren trotz oder wegen aller dagegen- und dafür-haltungen, die einem ständigen nachschmecken vorschub leisten : kommentar number 67 (schon klar, daß ich meine füße weder beschuht noch besockt ins wasser stelle, in dem sich, wie sich’s gehört, un autore si lava le mani… i.e. it’s not my fault – everybody is performing him/her-self calling him/her/it gretchen).

    • read An sagt:

      … SEHR FESTLICH FÜR DIE GELADENE GESELLSCHAFT, … hier unter´m BEAT … geladen. Klar funktioniert er! Der Text. Weiß ich. Bin längst in der Lage ne eigene Einschätzung zu machen.

      Taucherfüße. Was sonst! Als Wassermann. Mit Schwimmhäuten nehme ich an?! Kein Fischschwanz. Nee nee! Diese Sockenperformance braucht´s nich, Grätchen. Außer zum Schwimmen, so für sich, wie ein Fisch im Wasser. Mit aufgemalter number sixseven. Waterproofed natürlich.

      Hi, bin Nr. 5!

    • parallalie sagt:

      es war bloß das „BLOSSE“, hab 8 (in an octopus’s garden)

    • read An sagt:

      Versuch´s immer mit Acht. Und bin dann oft einfach nur bloß.

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