Untriest 15: Dienstag, der 27. Januar 2015.

[Arbeitswohnung,
9.07 Uhr.]

Seit Viertel nach fünf Uhr auf, gleich über den Ausdruck der überarbeiteten ersten vier >>>> Triestbriefe gesetzt, korrigiert. Es ist, Schöne, immer wieder erstaunlich, wie anders man auf dem Papier liest als am Bildschirm – völlig andere Fehler sowohl des Stils als auch insgesamt der Syntax fallen auf, die man am Laptop überliest, schon anders betont. Rätselhaft.
Jedenfalls bin ich jetzt fertig geworden und habe das TS an die Freunde zum Gegenlesen geschickt; bin gespannt, was sie sagen, ob etwa der gelegentliche Vorbehalt des „zu intimen“ noch bleibt, das die Konstruktion jetzt, hoffe ich, aufhebt.
Zugleich war diese Überarbeitung schon einmal der Anfang der „eigentlichen“ Romanarbeit: Motive erden, einige erst setzen, Verknüpfungen dichter drehen usw.
Da das nun geschafft ist, fange ich ein Exposé zu formulieren an, das sich auch Verlagen vorlegen läßt. Es wäre ziemlich hilfreich, die Arbeit mit einem Vertrag fortzusetzen, wie es beim >>>> Traumschiff gewesen ist, dessen Lektorat in unmittelbar den nächsten Tagen anfangen dürfte und mich wohl über den gesamten Februar begleiten wird, neben der neu aufzunehmenden Arbeit an dem Hörstück sowie der Fortsetzung der Triestbriefe. Acht weitere liegen noch vor mir. Es wird mir nach der Überarbeitung der ersten vier nicht leichtfallen, wieder die nötige Unmittelbarkeit herzustellen, die der Rohling braucht.
Wie privilegiert ist dieser Spätsommer gewesen! als ich nur am Traumschiff schrieb, schreiben durfte, erst >>>> in Amelia, dann hier. Aber ohne Amelia wäre es hier nicht gegangen. Wäre meine Sitution grad nicht so heikel, daß sie meine Anwesenheit wirklich erfordert, hätte ich mich längst ins Flugzeug gesetzt.

Mein Sechzigster nähert sich. Das beschäftigt mich außerdem. Eigentlich habe ich mich eingraben wollen; gestern dachte ich aber, nicht fliehen, nein, ihn ins Auge nehmen. Unergeben. Also werde ich nun doch einen kleinen Freundesempfang vorbereiten, sowie ich aus Frankfurt zurückbin. Erst einmal hat sowieso mein Sohn Geburtstag.

Ans Exposé also jetzt.

*

11.41 Uhr.
Fertig. Drum ab jetzt zum Sport. (Das Ding muß aber noch mal gesichtet werden)
*


*

Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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3 Antworten zu Untriest 15: Dienstag, der 27. Januar 2015.

  1. cellofreund sagt:

    60. Geburtstag Der 60. Geburtstag ist kein Problem. Der einzige Nachteil: Die Zeit bis zum 70. vergeht ruckzuck, das Leben hüpft fortan im Nullkommanix davon. Fast so lange dauerte früher die Zeit im Gymnasium. Wie langsam vergingen uns diese Jahre, wie sehr haben wir uns in ihnen verändert. An meinen 60. erinnere ich mich als wäre er er erst gestern gewesen.

  2. cellofreund sagt:

    60. Geburtstag Und ich erinnere mich an das einst von meiner Großmutter verfasste, übrigens von Holmboe vertonte Gedicht (in „Späte Lieder“):
    Als mich noch die Jugend fing
    Und ich stolz auf Stelzen ging
    War die Welt so weit, so schön;
    Immer laufen, immer laufen,
    Nur nicht langsam sollte mir die Zeit vergehn.

    Als mich nun das Alter fing
    Und ich müd am Stock nur ging,
    Blieb die Welt auch weit und schön,
    Aber langsam, langsam
    Soll mir nun die Zeit vergehn.

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