Verloren. Das eigentlich-nicht-wirklich-Arbeits-, eher Sorgejournal des Freitags, den 25. Februar 2022. Unmittelbar vorm Fall der Ukraine.

[Arbeitswohnung, 8.49 Uhr
Keine Musik, draußen nur sehr gelegentlich ein Vogelzwitschern,
der Amselhahn hat geschwiegen, als wäre auch er der Ahnungen voll.]

Jedes, aber auch jedes Gespräch wie fast auch jeder Gedanke handelt von Rußlands Ukrainekrieg. Auf meine – ohnedies mühsame – Arbeit kann ich mich so gut wie nicht konzentrieren; anders als früher gelingt es mir nicht, die kreative imaginäre Mauer um mich zu errichten. Das hat auch mit persönlichen Sorgen zu tun. Ein Freund, den ich gestern abend traf, erzählte, Finnland und Schweden hätten bereits um Aufnahme in die NATO ersucht – was Putins Argumentation einer Rußlands Sicherheit bedrohenden Einklammerung in die Hand spielen und ihm ein zusätzliches nachträgliches Alibi für seine völkerrechtswidrige Invasion zuspielen würde. Als ich heute morgen recherchiere, finde ich, halb zu meiner Erleichterung, halb zu meiner nun besonderen Sorge, daß diese NATO-Information nicht stimmte. Weißgöttin, woher der Freund sie hatte.
Ist auch erst mal egal.
Die Bedrückung ist derart groß, daß ich mich sogar mit meinem Arco-Verleger beinahe zerstritt. Er warf mir vor, ich sei der russischen Propagando aufgesessen, weil ich meinte, in Sachen NATO-Osterweiterung habe Putin recht. Meine ich nach wie vor. Das läßt aber den Einmarsch in die Ukraine und den nun dort – noch nur dort – brandenden Krieg nicht entschuldigen; die Invasion ist und bleibt ein Verbrechen, das ein Völkermordverbrechen zu werden droht. Dennoch muß ich konstatieren, daß wir – also der Westen – an den Geschehen mitschuld tragen. Das ungute Amalgam aus angeblicher Vertretung demokratischer Werte bei gleichzeitiger, durchaus hämischer Muskelspielerei nach dem Fall der Sowjetunion (was, wie ich gestern schon erzählte, der Profi ein „Nachtreten“ nannte) sowie Primat von Wirtschaftsinteressen hat mit in die jetzige furchtbare Situation geführt; ich will es sogar schärfer formulieren: Nicht er schiebt die russischen Sicherheitsinteressen als Albi für seine brachiale Großmachtpolitik vor, sondern dieses Alibi haben wir ihm gegeben. Er greift nur zu. Daß er ein Mörder sogar in großem „Stil“ ist, wußten alle, siehe Tschetschenien. Aber alle haben Vespasian, also → pecunia non olet, gespielt. Uns war die funktionierende Heizung daheim schon immer näher als die Freiheit, gar die Menschenrechte, jedenfalls der anderen. Ich nehm mich da nicht aus.
Wie auch immer, ich säße, behauptete er, Putins und seines Machtapparates Propaganda auf, er selbst habe dagegen gesicherte Informationen. „Ah?“ fragte ich zynisch. „Du hast Kontakte zum Geheimdienst?“ – Wirklich bin ich restlos irritiert, wie alle immer besserwissen, die imgrunde gar nichts wissen oder wenig, weil wir doch glauben müssen, alle wir, was uns erzählt, zu lesen vorgelegt usw. wird. Oder wir verlassen uns auf Zeugen, obwohl wir wissen, daß Zeugenschaften selbst bei Verkehrsunfällen kaum verläßlich sind. Ja, auch ich weiß nicht, kann mich nur auf mein eigenes Nachdenken stützen und daraus abgeleitet formulieren. Dafür abgekanzelt werden mit „du sitzt der Propaganda auf“ inszeniert rhetorisch ein Gefälle, dessen Oben selbst nichts als Ideologie, bzw. Glaube ist.
Ich unterbrach das Gespräch; es hatte keinen Sinn.
Wir haben seitdem nicht mehr gesprochen.

Die Ukraine ist, denke ich, bereits verloren. Da Putin ziemlich unverblümt, aber ohne den Begriff selbst in den Mund zu nehmen, für den Fall einer Einmischung von außen mit einem Atomschlag gedroht hat, scheint es mir gewiß zu sein; es wird nicht mal lange dauern. Gestern abend, mit den Freunden, sagte ich spontan: „Wahrscheinlich ist Kiew bereits am Sonntag in russischer Hand“ – und damit die gesamte Regierung gestürzt. Griffe der Westen vorher militärisch ein, gar mit direkten Kriegshandlungen, stünde Europa-insgesamt in Flammen. Die NATO wird sich hüten und also Putin neue geopolitische Fakten setzen. Die Frage dann wird sein, rückt er auch in Finnland ein. Putin aufhalten könnte nur die NATO, aber um das Risiko eines dritten Weltkriegs. Es gäbe dann n u r noch Verlierer, egal, wer „gewinnt“. Es ist Putin zuzutrauen, daß er es drauf ankommen läßt, der imgrunde die Genealogie der „großen“ Herrscherdynastien fortsetzt, nämlich der Cäsaren; daß er kein Demokrat ist, war von seinem Aufstieg an bekannt. Die auch wir, wenn sie „auf der richtigen Seite“ standen, ja unsrerseits verehren, obwohl auch sie, letztlich, ganz wie Putin handelten, also prinzipiell. Dennoch wird bei uns im Lateinunterricht nach wie vor Cäsar gelesen und also gelehrt: Noch immer werden im Lateinunterricht seine Commentarii de bello Gallico behandelt, und zwar affirmativ; und Cicero ist oft nicht besser. Erinnern Sie sich, Freundin, daß selbst der Begriff „Zar“ eine Ableitung von „Cäsar“ ist, ebenso wie „Kaiser“? Das wirkt alles fort, etwa in Putin, der sich auf → Alexander III nicht nur bezieht, sondern ihn in sich auferstehen zu lassen versucht. Was ihm soeben gelingt.
Begännen wir statt dessen, in den Schulen, mit Ovid, namentlich der Ars amatoria, wäre vieles gewonnen. Doch müßten wir Heutigen ja vorher eine „Trigger“-Warnung herausgeben, weil sich einige Schülerinnen und Schüler von so viel Sex gefährdet fühlen könnten, ein schweres Trauma zu erleiden. Dann guck ich nur nach Rußland und schüttle verzweifelt, um nicht höhnisch zu lachen, den Kopf. Das Schicksal dekadenter Gesellschaften ist uns seit langem, langem bekannt. Selbst wenn es ihrerseits Imperien waren. Übrigens geht in ihnen auch die Zeugungsfähigkeit massiv zurück. Die Reproduktionsideologie der Gendercorrecten setzt eh schon längst, obwohl sie’s nicht weiß und, wenn, dann bestritte, auf Gentechnologie.

Klar ist jedenfalls, daß in diesem neuen ersten-wieder europäischen Krieg (nach Jugoslawien), Rußland der Aggressor ist, keine Frage, doch mitmotiviert von und mitbegründet durch unsere eigene Politik. Wir, der Westen, haben gedacht, es wird so schlimm schon nicht kommen, und vergessen, daß, wenn etwas schlimm werden kann, es schlimm auch w e r d e n wird. Stets. Unsere Diplomatie, rundweg, hat versagt. Dazu kommt unsere objektive Schwäche – das, was ich Dekadenz nenne -, eine vermeintliche oder tatsächliche, im jedem Fall lächerliche, siehe „Trigger“, Überempfindlichkeit Einzelner, während nebenan schon der Vulkan bebt. Das Gendersternchen nämlich spürt das Erzittern der Erdkruste nicht, und wenn es es wahrnimmt, hat sich der Boden schon geöffnet und saugt in seine klaffende Klamm, was ist. Ich möche mal einen „Woken“ jemandem gegenüberstehen sehen, der auf ihn anlegt. Möcht ich selbstverständlich nicht, es ist ein böses Gedankenspiel, das allerdings ziemlich plötzlich wirklich werden könnte. Unsere Empfindlichkeiten werden dem Aggressor so ziemlich am Arsch vorbeigehen, im Zweifelsfall einer Soldatin, einem Soldaten, die und der a u c h nur überleben, irgendwie heil aus dieser Scheiße wieder herauskommen will. Und deshalb schießen – töten – muß und vielleicht sogar in den – aus Selbstschutz! –  Blutrausch gerät. Wer – imgrunde motivlos, weil von Befehlen geleitet – mordet, tötet auch seine eigenen Werte. Die eigene innere Wahrheit ist genauso in Gefahr wie die zu Erschießenden. Das läßt sich bewußt nicht ertragen, also schaltet das ÜberIch ab und u m, im Töten, auf Instinkt — auf das → ES. Schlimmstenfalls setzt der perverse Prozeß ein. Dann haben wir → My Lai. Uns selbst, jedem von uns, kann das widerfahren, sowohl als Opfer wie als Täter, je nachdem, wohin Glück oder Unglück uns gestellt hat – „geworfen“ nennt es die Existentialphilosophie.

Ja, ich halte die Ukraine für an Rußland verloren. Was für Rußland möglicherweise einen jahrelangen Gurillakrieg im dann eigenen Haus bedeutet; es gehen, las ich vorhin, schon Planspiele des Westens um, solche Kämpfer – die in anderem Zusammenhang von uns „Terroristen“ genannt und dann von Rußland tatsächlich so genannt würden – zu währender Destabilisierung des autokratischen, tatsälich wohl eher neufeudalistischen Systems mit Waffen zu versorgen. In sowas waren besonders die USA immer gut, auch sie am Völkerrecht nicht nur knapp vorbeischrammend oft.

Die Frage, die uns bald umtreiben wird, wird lauten: Hätte diese Invasion verhindert werden können? Darum wird man sich jahrelang, vielleicht über Jahrzehnte streiten. Ich glaube: Ja. Hätte der Westen, hätten also wir, sich nicht derart triumphierend aufgespielt, daß es an Hämischsein grenzte, und statt dessen, was gute Diplomatie auszeichnet, die Probleme Rußlands mitbedacht und berücksichtigt. Man hätte die Anrainerstaaten zur Neutralität verpflichten müssen – was nicht bedeutet hätte, sie nicht in die EU aufzunehmen, aber sehr wohl, ihnen den Zutritt zur NATO zu verwehren. Dann hätte sich ein weicher Puffer um Rußland gelegt, der zur Inszenierung einer Bedrohungskulisse nicht geeignet gewesen wäre. Sondern er wäre, wie zwischen Weltall und Raumschiff, ein Kranz von Schleusen gewesen von sogar weltpolitischer Bedeutung. Was für diese Länder einen enormen, und zwar berechtigten Prestigegewinn bedeutet hätte, für die NATO allerdings, eben nicht auf Muskelprotzerei zu setzen, bei der sich Putin, ikonografisch, längst besser hervortat, da auf dem Pferd mit seinem nackten, bedauernswert asthenischen Oberkörper eines sibirischen Marlboro-Mans von knapp einsfünfundsechzig. Drei Zentimeter weniger als Bonaparte, derweil dem Cäsar einsfuffzich genügten, doch das war damals für Römer normal und kein, wie gerne gemutmaßt wird, Zeichen besonderer Machtlüsternheit, quasi als Kompensation für den Kleinwuchs.

***

Eigentlich hatte ich von einem sich bis in die tiefste Nacht erstreckenden Nachmittag mit Gaga Nielsen und meinem Sohn erzählen wollen, doch bin ich dazu momentan nicht mehr fähig. Wen soll es denn auch interessieren? Drum sei es genüge, auf i h r e n, Nielsens, Eintrag → zu verlinken. Es gibt da, Freundin, auch Bilder zu sehen. Im Kleinen, vielleicht, finden wir Hoffnung.

Nicht mal Musik kann ich derzeit hören. Doch heute abend, woanders, werde ich’s tun: noch einmal → Věc Makropulos. Da geht’s dann (fast) um ewiges Leben.

Ihr ANH

3 thoughts on “Verloren. Das eigentlich-nicht-wirklich-Arbeits-, eher Sorgejournal des Freitags, den 25. Februar 2022. Unmittelbar vorm Fall der Ukraine.

  1. „Wen soll es denn auch interessieren?“
    Alle, die hier lesen und einen Freund haben, den sie aus vielen Gründen nach langer Zeit wiedersehen. Alle, die diesem Blog und seinem Autor seit langem verbunden sind und persönliche, nicht austauschbare Eindrücke wertschätzen. An Berichterstattung zu allen anderen Themen herrscht kein Defizit. Die Idee, es ginge nur „entweder – oder“ ist selbst gesetzt. Natürlich zu respektieren, keine Frage, keine Debatte.

    1. Liebe Gaga, es geht für mich grad nicht anders. Von einem erfüllenden Privatabend zu erzählen, auch und gerade an dem ich wieder spüren durfte, welche Kraft und auch Schönheit in einigen meiner Gedichte liegt, käme mir wie gefühllos, ja zynisch vor, wenn, anders >>>> als Du vorhin proklamiert hast, ein solcher Krieg in Europa brandet, der für uns alle ein Flächenbrand werden könnte, aus dem es für die meisten von uns kein Aufstehenwerden mehr gibt. Dazu bemerkt wirst Du selbstverständlich keine russischen Panzer durchs Brandenburger Tor rollen sehen, weil, wenn sie denn kämen, es das Brandenburger Tor gar nicht mehr gäbe. Drei zentrale Ziele für Putins Raketen: Berlin, Paris und London. Ende dieser Städte (und weitherum ihrer Umgebungen), Ende aller Menschen dort, flächig halb eines Viertels der Bundesrepublik, ähnlich in Frankreich und Großbritannien.
      Solch eine Angst habe ich zum ersten Mal in meinem Leben (während der Krebszeit hatte ich keine oder kaum), weil ich nämlich Vater bin, der, wenn er dahingeht, viel gelebt haben wird; mein Sohn und die Zwillinge aber fingen grad an. Und an das Elend dauerhafter Verstrahlung will ich gar nicht erst denken. Aber ich habe es seit gestern derart ständig vor Augen, daß ich nichts tun kann, als permanent Nachrichten und Kommentare zu lesen, um das Gefühl totaler Hilflosigkeit ein wenig durch Denken zu dämpfen.
      Nein, auf Demonstrationen gehe ich nicht, weil ich so wenig zum Selbstbetrug neige wie zur Verdrängung. Wem sollen sie helfen, wer hörte auf sie? Vorhin las ich bei jemandem, den ich sehr achte, sie dienten dem ukrainischen Volk als Kunde unserer Solidarität. Die hilft, ohne Taten, ihm aber nicht weiter, ist also wohlfei, nichts als das, dient mithin alleine sich selbst. Und was wiederum könnten Taten anderes als aktive Militärhilfe sein, zu denen die meisten Demonstrierenen eh kaum fähig sind, jedenfalls bis die Ära das Guerillakampfes beginnen wird; da könnte man dann handeln wie Hemingway und andere gegen Franko in seinerzeit Spanien. K ä m e es aber zu militärischen Taten, militärischem Mittun und -helfen, hat Putin deutlich verkündet, was geschehen würde, etwas nämlich, das der Ukraine auch nicht hülfe, sondern das Unheil weit nach Westen trüge, um es zu vertausendfachen.

  2. Es gibt es ein Buch von Zbigniew Brzezinski, dem ehemaligen Sicherheitsberater der USA aus dem Jahr 1997, welches merkwürdigerweise heute noch eine Relevanz besitzt. Brzezinski, 1929 geboren und 2017 gestorben, galt als ein „Falke“ in den USA. Das zeigt sich in diesem (nicht mehr lieferbaren) Buch nur zum Teil. Seine These ist, dass der Verlust der Ukraine für Russland ein Schock war und geostrategisch eine Katastrophe. Seine Argumentation geht nun dahin, dass der Zeitpunkt für eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine verstrichen ist – wie gesagt, wir schreiben 1997. Den hätte er 1992/93 für möglich gehalten – mit der gleichzeitigen Zusicherung der NATO, Russland eine besondere Rolle in der NATO zuzubilligen (die allerdings eher symbolisch gewesen wäre). Jetzt hat Russland (und damit Putin) in der Zwischenzeit diverse verbindliche Verträge geschlossen, die u. a. die Grenzen – so widersinnig sie auch sein mögen (Grenzen sind dies meistens) – zu akzeptieren, wie sie sind.

    Dass er das nun gebrochen hat, ist Fakt. Als Grund führt er die ethnische Benachteiligung der Russen in der Ukraine an. In der Tat, ist die Ukraine kein homogener Staat. Im Osten ist die Mehrheit russisch und es ist nicht auszuschließen, dass viele – warum auch immer – lieber unter russischer Herrschaft wären. Ich kenne allerdings einige Russen, die in der Ukraine leben, weil sie es in Russland nicht mehr ausgehalten haben. Sie sind nicht besonders politisch engagiert, aber das Land bietet schlichtweg keine Zukunft für sie. Die Ausführungen von Lawrow gestern halte ich für idiotische Propaganda. Tatsache ist, dass der Krieg um die abtrünnigen „Volksrepubliken“ Luhansk und Donzek in acht Jahren rd. 14.000 Tote gefordert haben. Das hat im wesentlichen unterhalb des Radars unserer Medien stattgefunden.

    Zurück zur NATO. Man wirft Merkel vor, den NATO-Beitritt der Ukraine 2008 mit einem Veto verhindert zu haben. Das stimmt. Aber wenn man Brzezinski liest, dann kommt man zu dem Schluss, dass eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine 2008 für Russland nicht mehr akzeptabel gewesen wäre. Es hätte zu einer sofortigen Eskalation geführt.

    Die Idee, dass man Staaten, die sich (wieder) neu bilden, zur Neutralität verpflichten sollte, ist ein bisschen naiv. Neutralität entsteht immer aus einem Staat heraus; sie wird nie oktroyiert, wenigens nicht auf Dauer und erfolgreich. Ich halte im übrigen den Begriff der Neutralität für mindestens ambivalent. Ist die Schweiz wirklich „neutral“, weil sie auch Diktatorengelder verwaltet? Wie weit muss Neutralität gehen? Ist man „neutral“ gegenüber Russland, wenn man auf Demokratie verzichten würde? Formal war die Ukraine „neutral“, weil sie nicht in der NATO war. Das fällt ihr nun, so könnte man zynisch sagen, vor die Füße.

    Auf Twitter hat gestern das russische Außenministerium unverholen gedroht, dass eine Mitgliedschaft Finnlands in der NATO Konsequenzen haben würde. Der Account ist von Twitter bestätigt; es ist also kein Fake. Ich halte dies für eine sehr bedenkliche Vorgehensweise. Sie offenbart, dass Putin mit der Ukraine nicht genug haben dürfte. „Neutrale“ Staaten – also Finnland – böten sich als nächste Beute an (einen Grund wird man bestimmt finden). Danach, so fürchte ich, könnten die Balten an der Reihe sein. Ob die NATO für sie äußerste Mittel einsetzen würde und auch könnte, darf man bezweifeln. Militärgeographisch sind die baltischen Staaten schwer zu verteidigen – Stichwort Kaliningrad und Suwalki-Lücke.

    Was aktuell bleibt – das sehe ich wie sie – ist die nicht besonders schöne Aussicht auf einen langen, auszehrenden Guerillakrieg. Womöglich erlebt Putin in der Ukraine sein Vietnam – in 20 Jahren (dann ist er 90 oder, besser, tot). Man darf auch nicht unberücksichtigt lassen, dass nicht nur der dekadente Westen keine Nachkommen mehr hat, sondern auch in Russland die Geburtenrate schwach ist (in der Ukraine noch schwächer). Es ist eher untypisch, dass solche Länder Krieg führen.

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