Alban Nikolai Herbst spricht
Alles, was die Welt ist
Zweihunderteinundfünfzigster Tag.
Fünfte Serie, Dritter Tag.
Das Ungeheuer Muse

|| „Nun bist du wieder da“ II

 

 

 

Alban Nikolai Herbst
Das Ungeheuer Muse
Arco Wien & Wuppertal
ISBN 978-3-938375-96-9
Hardcover gebunden
136 Seiten, 20 Euro

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Über Alban Nikolai Herbst

https://de.wikipedia.org/wiki/Alban_Nikolai_Herbst
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9 Antworten zu

Alban Nikolai Herbst spricht
Alles, was die Welt ist
Zweihunderteinundfünfzigster Tag.
Fünfte Serie, Dritter Tag.
Das Ungeheuer Muse

|| „Nun bist du wieder da“ II

  1. Werner Bliß sagt:

    …wie schön…

  2. Kommentare von Facebook sagt:

    Andreas Praller
    Schön!

    • ANH
      Danke.
    • Andreas Praller
      Gerne! Und danke auch für den Text und die Rezitation. Es fühlt sich einfach sehr echt an (obwohl einige Formulierungen nicht gerade alltagssprachlich sind. Aber wenn es so gut gemacht, so tief empfunden ist, dann stört mich auch das Pathos nicht.)
    • ANH
      Ohne Pathos läßt es sich nicht lieben; ironisch zu lieben, etwa, wäre das Gegenteil von Liebe. Und auch Temperament, insgesamt, braucht das Pathos. Damit er aber nicht kippt, ist umso wichtiger die genaue Form, derer auch solch ein kleiner Text bedarf; das heißt, das empfundene Pathos muß für die poetische Arbeit ebenso Material sein, wie es die, ich schreibe einmal, „Botschaft“ ist.
    • Armin Frohmann
      Wohl war! Ohne Pathos keine Liebe – und dann kommt die katerähnliche Bewusstheit des eigen Lächerlichen, wenn der Sturm der Hormone verflogen ist.
    • ANH
      Eine Lächerlichkeit sehe ich nicht. Es ist etwas vorüber, doch das Vorüber sagt nichts über das, was war. Haben wir große Momente erlebt oder gar Zeiten, und dann sind sie vergangen, sind sie a l s Vergangene nach wie vor groß gewesen – egal, was unsere (meist einfach nur narzisstische) Kränkung nun „sagt“. – Im übrigen, spätetens zehn Jahre später wird genau d a s dann klar, und zurecht sind wir dankbar, erlebt zu haben, was wir erlebten.
    • Armin Frohmann
      Oh, ich sehe Lächerliches durchaus nicht als kleinlich, peinlich, sondern als ein Teil der Betrachtung, wenn das Pathos gewichen ist. Und ja, das Pathos bleibt groß, die Erinnerung bewahrt die Größe des gewesenen Gefühls. Die Dämmerung, die das grelle Mittagslicht ablöst, ist ja auch nicht böse, sondern gottgewollt und naturgegeben.
    • ANH
      Na jà, das Wort „lächerlich“ hat eben k e i n e n freundlichen Bedeutungshof, sondern ist ideomatisch i m m e r ein Ausdruck der Abfälligkeit. Hätten Sie von „Komik“ geschrieben, wäre es etwas komplett anderes.
    • Claudia Rief
      Es war dann vielleicht keine Liebe. In der Liebe ist nichts peinlich. Ich laechle ueber einige Verruecktheiten. Die Liebe ist immernoch da, auch wenn mir die Person nicht mehr gefaellt und sie mir nichts mehr zu sagen hat. Darueber zu laecheln heisst nicht, sie der Laecherlichkeit preis zu geben. Aber vielleicht habe ich mich auch nie so komplett vergriffen….
    • ANH
      Über etwas zu lächeln, ist etwas ganz anderes, als etwas lächerlich zu finden. (Nicht mißverstehen, bitte. Es geht mir in diesem Kommentarbaum um die Idiomatik; meine an Armin Frohmann gerichtete Replik reagierte auf die Sprachverwendung, nicht den Inhalt.)

    Peter H. E. Gogolin
    Den Unterschied macht halt die Sprache. Der Vorgang selbst ist in der Natur ja sehr häufig, fast banal, und dient der größeren genetischen Variabilität. Aber jetzt kommt ein Exemplar der Gattung Homo sapiens daher, der einzigen Geschichten erzählenden Spezies, und spricht darüber so kunstvoll, dass man davon erschüttert ist.

  3. franzsummer sagt:

    Die schönste Liebeserklärung las ich, glaube ich, bei Goethe in einem Satz:
    „Was gehst es dich an, wenn ich dich liebe.“ Da fehlt dieser peinliche Pathos und ich denke auch, die Ironie.

    • Dieser peinliche Pathos“ bezieht sich auf den des Gedichtes, obwohl es doch gar keine Liebeserklärung ist? Doch abgesehen davon, wenn Sie auf Pathos-allgemein so reagieren, halte ich dagegen. Pathos kann peinlich sein (besonders etwa in nationalen Zusammenhängen), muß es aber nicht, sondern ist nicht selten ein Ausdruck temperamentvoller Uneigentlichkeit, wobei Mentalitäten eine Rolle spielen. Desavouiert wurde Pathos durch den Hitlerfaschismus, die intellektuelle Ablehnung alles Pathetischen ist davon ein ungutes Erbe, das der über die Warengesellschaft entstehenden Entfremdung die Hand reicht. Doch keine ergreifende Musik kommt ohne Pathos aus, egal in welcher Sparte.

      • franzsummer sagt:

        Ja, das ist wohl so.
        Aus dieser Ablehnung alles Pathetischen ist vermutlich die Ironie entstanden. Sie ist dagegen für mich wohltuend, auch gern die Selbstironie. Darum sage ich falsch auch „der Pathos“ statt richtig „das Pathos“ Dieses entzückt über sich selbst, das Zittern in der Stimme eines Adolf Hitlers in einer seiner Reden, während tausende Fraue in Tränen ausbrachen, ist tatsächlich ein unheilvolles Erbe, heute sogar bei den Nationalisten in der Ukraine zu finden, Heldentum und Heimat, so was halt. Pathos finde ich fast ausschließließlich bei Männern.
        In der Liebe, nun ja, wenn der Mann zu verstehen gibt „gerade ich (der Großartige) habe dich erwählt“ ist es vielleicht die einzig erträgliche Form für das Pathos, so in etwa „wegen dir habe ich den Verstand verloren“ :-), vorausgesetzt der Frau gefällt es, das ist okay. Von mir leider nicht ohne Ironie denkbar.

        • Sie haben mich bei einem Fehler erwischt, den ich jetzt schnell korrigiere (ich hielt die altgriechische Endung „ος“ für notwendigerweise maskulin, hätte vielleicht früher mal nachgucken sollen; Sie haben recht, Neutrum).
          Zur „Sache“ selbst. Nein, die Ironie gab es schon lange vorher, auch in der deutschsprachigen Literatur. Bestes Beispiel im englischsprachigen Raum ist für mich Sternes Tristram Shandy. Aber schon die Buddenbrooks „brauchten“ keinen Hitler.
          „Pathos“ finde ich fast ausschließlich bei Männern: Ich meinerseits habe es oft auch bei Frauen, gerade in der Liebe, erlebt. Vielleicht inszenieren Sie es aber weniger im öffentlichen Raum. Für solche Inszenierungen gilt imgrunde, was den Kitsch charakterisiert, der allein durch strikte Distanz, nämlich Erarbeitung einer Form, zu tatsächlich Kunst stilisiert werden kann. Gelingt es, ist er weg. So auch das Pathos-als-Kitsch.

          • franzsummer sagt:

            Stimmt. In dem Film „Citylights“, in dem der Tramp und Obdachlose Charlie das blinde Blumenmädchen rettet, dafür lange in den Knast geht, sie, nun sehend mit eigenem Blumenladen, erkennt ihn nicht, möchte ihm aber eine Blume anstecken, berührt dabei seine Hand und erkennt ihn plötzlich. Das Pathos ist ein Wort in einer Luftblase (ist ja ein Stummfilm)“DU?“, Geigen setzen ein, ich muss weinen, der Kitsch ist zu Kunst geworden . 🙂 das passiert mir jedesmal, wenn ich den Film sehe.

  4. Bruno Lampe sagt:

    Ja, natürlich muß man Pathos und das Pathetische nicht mit Rhetorik verwechseln. Eine Lyrik ohne Pathos versinkt in Ironie (Heine), die das Ergriffensein verneint, und eine Epiphanie wie in einer Zeile von Sylvia Plath: „the potatoes hiss“ (Lesbos), weshalb auch nicht gesagt werden kann, Frauen hätten keinen. Es sind absolute Momente, denen mit Erklärungen nicht beizukommen ist. Aber das wäre die Kommunikation, die Lyrik meint, indem sie sie verneint und auf ganz andere Beine stellt.

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