[Arbeitswohnung, 10.05 Uhr]
Seit halb sieben am Schreibtisch, letzte zwei Korrekturdurchgänge meiner Kritik der Uraufführung von → Pintschers „Das kalte Herz“, vorgestern an der Lindenoper. Es ist eine insoweit umfassende Rezension, als ich erneut nicht nur eine Inszenierung-für-sich, sondern sie in einem allgemein aufführungs- und kulturvergleichenden Blick habe. Heut im Laufe des Tages wird Faust ihn online stellen, meinen Text; deshalb hier noch nicht mehr.
Blöderweise hatt ich um acht einen Physiotermin, den ich also nicht ein halten konnte; indes ließ er sich auf morgen vormittag verschieben. Entbehren kann ich die Behandlung leider noch nicht, nach wie vor schränkt mich die lädierte Achillessehne ein – nun schon weit über einem Vierteljahr. Hinzukommt, daß ich bereits seit der Woche vor Weihnachten den sonst fast täglichen Sport links habe liegen lassen und es nun wieder schwierig ist, ihn neu zu beginnen, psychisch schwierig, seltsam. Aber ich kenne das ja schon, zumal dann, wenn mich anderes so aufsaugt wie die Intelligenzkunst nun schon fast über einen Monat. Momentan lasse ich alle fünf KIs (sinnbildlich, klar) ganz gehörig schwitzen: Sie sollen seit ihrem Beginn 2004 sämtliche Arbeitsjournale durchsehen (Hunderte Seiten werden es sein) und nicht nur das Projekt insgesamt bewerten (um präventiv → Sykophantien gegenzusteuern, habe ich Grok die Aufgabe gestellt, es böswillig kritisch zu tun), sondern auch Phasen herausarbeiten. Dynamiken über die Jahre — und schließlch, wenn alles vorliegt, die Ergebnisse zu diskutieren und gemeinsam einen Essay zu den Arbeitsjournalen zu schreiben. Für Menschen wäre sowas ein beinahe Lebenswerk, also gar nicht darstellbar. Und ich kann Ihnen, Freundin, schon sahen: Nicht alles, die KIs schon formuliert haben, gefällt mir, manches ärgert mich sogar. Ich werde es aber nicht
unterbinden, im Gegenteil.
Nun gut. Der Kakao schmeckt gut. Ich meine das wörtlich:
ANH
[Gluck, Paride ed Elena
Konzerthausorchester, Zagrosek, live 2007]