Medikamentenprotokoll: Lyrica (Pregabalin Zentiva 75mg). Fünfter Tag. [Krebsfolge-Tagebuch].

(Verschrieben wegen der als Chemofolge eingetretenen Polyneuropathie in den Füßen.
Statt des verschriebenen LYRICA bekam ich in der Gethsemane-Apotheke das gleichwertige PREGABALIN.)

Meinerseits nach Lektüre des → Beipackzettels Bedenken wegen der möglichen, aus meiner Sicht → extremen Nebenwirkungen des Medikaments, insbesondere in Verbindung mit Alkohol. Deshalb Absprache mit der Ärztin: Testlauf mit Beginn des alkoholfreien Monats[1]Vor Corona habe ich jährlich einen solchen eingelegt; seit Corona leider nicht mehr. Das war zu ändern und wurde mit dem Sonntag, 20.11., geändert. ANH eine Woche lang je eine Hartkapsel abends, danach für eine Woche zwei Kapseln, nämlich je morgens und abends. Daraufhin in der Praxis das auch insofern ausgesprochen wichtige Ergebnisgespräch, als LYRICA nicht, gegebenenfalls, einfach abgesetzt werden kann, sondern “ausgeschlichen” werden muß.)

Fünfter Tag (Eine Kapsel abends)

Erst spät aufgestanden, nach heute für mich ungewöhnlichen sechs Stunden Schlafs. Weshalb auch immer, beim  Aufwachen erneut – und stärker als die Male davor – das Gefühl, zuviel getrunken zu haben. Zwar war ich auf einem Geburtstagsfest, aber trotz der angebotenen Spezialiäten, darunter einem offenbar hinreißenden Malt, blieb ich bei alkoholfreiem Bier und anderen, übrigens interessanten alkoholfreien Spezialitäten, etwa einem wirklich leckeren Campari-Surrogat.
Jetzt am Schreibtisch nach der ersten Hälfte des morgendlichen Latte macchiatos ist dieses Gefühl allerdings schon weg; auch Bekifftseinseindrücke habe ich nicht. Allerdings war – dies kann aber eine Einbildung sein – im Vergleich mit den Vortagen dieser “Versuchsreihe” das Kribbeln in den Füßen wieder etwas stärker. — Die Tattoowunden jucken gar nicht mehr; klar, die Transparenzpflaster sind ja nun ab.  Dafür ging es mit der Gewichtszunahme wieder weiter: 70.3 kg direkt nach dem Aufstehen. Für mich ist das ein kleiner Triumph. Siehe hierzu weiterhin→ dort.

Jetzt sehr frisch und nach wie vor hoch arbeitsmoviert. Dazu wahrscheinlich gleich im Arbeitsjournal.

ANH, 9.29 Uhr
[Jens Peter Molvær, Stitches]

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Vierter Tag

References

References
1 Vor Corona habe ich jährlich einen solchen eingelegt; seit Corona leider nicht mehr. Das war zu ändern und wurde mit dem Sonntag, 20.11., geändert. ANH

Medikamentenprotokoll: Lyrica (Pregabalin Zentiva 75mg). Vierter Tag. [Krebsfolge-Tagebuch].

(Verschrieben wegen der als Chemofolge eingetretenen Polyneuropathie in den Füßen.
Statt des verschriebenen LYRICA bekam ich in der Gethsemane-Apotheke das gleichwertige PREGABALIN.)

Meinerseits nach Lektüre des → Beipackzettels Bedenken wegen der möglichen, aus meiner Sicht → extremen Nebenwirkungen des Medikaments, insbesondere in Verbindung mit Alkohol. Deshalb Absprache mit der Ärztin: Testlauf mit Beginn des alkoholfreien Monats[1]Vor Corona habe ich jährlich einen solchen eingelegt; seit Corona leider nicht mehr. Das war zu ändern und wurde mit dem Sonntag, 20.11., geändert. ANH eine Woche lang je eine Hartkapsel abends, danach für eine Woche zwei Kapseln, nämlich je morgens und abends. Daraufhin in der Praxis das auch insofern ausgesprochen wichtige Ergebnisgespräch, als LYRICA nicht, gegebenenfalls, einfach abgesetzt werden kann, sondern “ausgeschlichen” werden muß.)

Vierter Tag (Eine Kapsel abends)

Eine halbe Stunde länger geschlafen als sonst, also erst um halb sieben hoch. Denn bis halb 23 Uhr → Giacomuzzi gelesen (bin jetzt fast “durch”), dann noch zwei Folgen der ersten Staffel Babylon.Berlin gesehen, die ich bislang noch nicht kannte; mein Sohn empfahl sie mir dringend, zurecht. Nun, doch nur direkt beim Aufwachen und noch unter der Decke, erneut der Eindruck, zuviel Alkohol getrunken zu haben, der aber, sowie ich nicht mehr lag, sondern stand, verflog. Das “Bekifftseins”gefühl überhaupt nicht mehr, wie gestern, da es sich auch über den gesamten Tag nicht mehr einstellte. In den Füßen nur noch ein sehr leichtes Kribbeln, doch auch das nur, wenn ich drauf achte. Was ja eigentlich auch Sinn dieser Medikamenteinnahme ist – also nicht, drauf zu achten, sondern es nicht mehr zu merken.
Tattoojuckreiz am Hals gar keiner mehr, kann aber damit zusammenhängen, daß die obere Hautschicht nun geschlossen ist und es auch sein sollte. (Die Pflaster kommen nachher, unter der Dusche, ab, rollen sich eh schon auf). Gewicht zu gestern und vorgestern unveränderte, dennoch erstaunliche 69.7 – obwohl ich mich redlich bemüht habe, jedem, aber auch wirklich jedem aufsteigenden Appetit unmittelbar zu folgen. Siehe hierzu erneut→ dort.

Ebenfalls weiterhin sehr feine Arbeitslust, kam gestern auch entschieden prima weiter, siehe nachher das Arbeitsjournal.

ANH, 7.24 Uhr
[France Musique contemporaine:
Guillaume Connesson, Toccata nocturne]

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→ Fünfter Tag

Dritter Tag

References

References
1 Vor Corona habe ich jährlich einen solchen eingelegt; seit Corona leider nicht mehr. Das war zu ändern und wurde mit dem Sonntag, 20.11., geändert. ANH

Medikamentenprotokoll: Lyrica (Pregabalin Zentiva 75mg). Dritter Tag. [Krebsfolge-Tagebuch].

(Verschrieben wegen der als Chemofolge eingetretenen Polyneuropathie in den Füßen.
Statt des verschriebenen LYRICA bekam ich in der Gethsemane-Apotheke das gleichwertige PREGABALIN.)

Meinerseits nach Lektüre des → Beipackzettels Bedenken wegen der möglichen, aus meiner Sicht → extremen Nebenwirkungen des Medikaments, insbesondere in Verbindung mit Alkohol. Deshalb Absprache mit der Ärztin: Testlauf mit Beginn des alkoholfreien Monats[1]Vor Corona habe ich jährlich einen solchen eingelegt; seit Corona leider nicht mehr. Das war zu ändern und wurde mit dem Sonntag, 20.11., geändert. ANH eine Woche lang je eine Hartkapsel abends, danach für eine Woche zwei Kapseln, nämlich je morgens und abends. Daraufhin in der Praxis das auch insofern ausgesprochen wichtige Ergebnisgespräch, als LYRICA nicht, gegebenenfalls, einfach abgesetzt werden kann, sondern “ausgeschlichen” werden muß.)

Dritter Tag (Eine Kapsel abends)

Gleich nach dem Aufwachen wieder das Gefühl, gestern abend zuviel Alkohl getrunken zu haben (trinke aber nach wie vor keinen); dafür überhaupt keine Empfindung mehr, bekifft zu sein. Nicht die geringste Wirklichkeitsaufweichung. Statt dessen – bei weiterhin nur noch wenig Kribbeln dort –  Taubheitsgefühl in den Füßen – doch ein Gefühl tatsächlich nur; der Tastsinnn unter den Sohlen ist gänzlich unbeeinträchigt. Freilich kann dieser Eindruck, zuviel getrunken zu haben, auch von den nur vier Stunden herrühren, die ich geschlafen habe. Wobei ich das eigentlich ja gewöhnt bin. Auch das Tattoo juckt im Halsbereich gar nicht mehr (weshalb ich mit dem Gedanken spielte, nun doch schon die Transparenzpflaster abziehen; nachher unter der Dusche wird es etwas Disziplin kosten, es wirklich erst morgen früh zu tun).
Gewicht 69.6 kg; quasi keine Veränderung zu gestern mithin. Siehe hierzu auch → dort.

Große Arbeitslust. Das Gehirn r a s t !

ANH, 7.26 Uhr
[France Musique La Baroque:
Tommaso Bernardo Gaffi, Belle luci guerriere]

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Vierter Tag
Zweiter Tag

References

References
1 Vor Corona habe ich jährlich einen solchen eingelegt; seit Corona leider nicht mehr. Das war zu ändern und wurde mit dem Sonntag, 20.11., geändert. ANH

Medikamentenprotokoll: Lyrica (Pregabalin Zentiva 75mg). Zweiter Tag. [Krebsfolge-Tagebuch].

(Verschrieben wegen der als Chemofolge eingetretenen Polyneuropathie in den Füßen.
Statt des verschriebenen LYRICA bekam ich in der Gethsemane-Apotheke das gleichwertige PREGABALIN.)

Meinerseits nach Lektüre des → Beipackzettels Bedenken wegen der möglichen, aus meiner Sicht → extremen Nebenwirkungen des Medikaments, insbesondere in Verbindung mit Alkohol. Deshalb Absprache mit der Ärztin: Testlauf mit Beginn des alkoholfreien Monats[1]Vor Corona habe ich jährlich einen solchen eingelegt; seit Corona leider nicht mehr. Das war zu ändern und wurde mit dem Sonntag, 20.11., geändert. ANH eine Woche lang je eine Hartkapsel abends, danach für eine Woche zwei Kapseln, nämlich je morgens und abends. Daraufhin in der Praxis das auch insofern ausgesprochen wichtige Ergebnisgespräch, als LYRICA nicht, gegebenenfalls, einfach abgesetzt werden kann, sondern “ausgeschlichen” werden muß.)

Zweiter Tag (Eine Kapsel abends)

Beim Erwachen abermals, aber sehr viel milder bereits, dieses Gefühl, bekifft zu sein, allerdings ohne das Phänomen der, wie ich es →  gestern nannte, “Wirklichkeitsvibrationen”. Ebenso ist das polyneuropathische Kribbeln in den Füßen noch weiter zurückgegangen das am Abend ebenso wieder auftrat wie, daß das frisch gestochene Tattoo insbesondere im Halsbereich ziemlich juckt, (also der Heilungsprozeß im Gang ist), und ich mich dort am liebsten dauergekratzt hätte. Davon war nach dem Aufwachen gar nichts mehr zu merken. Was ich – am erst zweiten Tag dieser “Testreihe” logischerweise – noch nicht einschätzen kann, ist, inwieweit es sich bei diesem “milderen Bekifftsein” nicht bereits um Gewöhnung handelt. – Ganz enorm allerdings meine (im Begleitzettel als Nebenwirkung genannte) Gewichtszunahme; “Nebenwirkung” insofern, als ich bis in den späten Abend hinein dauernd den Drang, etwas in mich hineinzufüttern hatte, was ich auch tat, und heute morgen tatsächlich bei 69,5 kg war, dem höchsten Gewicht seit der Krebs-OP überhaupt. Für mich ein klasse Begleiteffekt; für nicht-Krebspatienten hingegen dürfte er in der Tat ein Problem werden.

Mal sehen, wie es sich heute weiterentwickelt. Jetzt, anderthalb Stunden nach dem Aufstehen, ist das vermeintliche Bekifftsein übrigens schon fast nicht mehr zu spüren.

ANH, 7.41 Uhr
[France Musique contemporaine:
Giya Kancheli, Ex Contrario – pour violoncello, violin, cordes et percussion]

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[20.30 Uhr
Beethoven, Sinfonie 5, Norrington 1987 (Vinyl)]
Über den Tag ging dieses Gefühl gekifft zu haben, deutlich zurück, der ständige Appetit aber blieb. Die Polyneuropathie wurde erst sowas ab 16 Uhr wieder deutlich spürbar, ihr Kribbeln steigerte sich bis jetzt, da ich fast schon die dritte Kapsel nehmen muß. Gut, ‘s sind noch anderthalb Stunden hin bis dann. Auch kann ich nicht recht sagen, ob diese Deutlichkeit mir nur deshalb so auffällt, weil ich die Symptome über den Tag einfach kaum gespürt habe. Wahrscheinlich sind sie jetzt einfach “nur” wieder normal. Auch das Jucken der heilenden Tattoowunde ist zurück, aber s e h r ermäßigt, was nach drei Tagen nach dem Stechen Göttinseidank normal ist. Dennoch habe ich mich entschlossen, das Transparenzpflaster auch morgen noch draufzulassen und erst am Sonnabend abzuziehen, wenn die vier Tage komplett vorbei sind, die die Oberschicht der Haut braucht, um sich zu, sagen wir, schließen und der eigentliche Heilprozeß beginnt, den zu unterstützen ich eine medizinische Creme habe, eine, die auch mein Sohn verwendet und die sich bei ihm bewährt hat, der er in Hautdingen um einiges empfindlicher ist, als ich es bin.
Arbeiten jedenfalls konnte ich gut und sehr konzentriert. Jetzt bin ich auf morgen gespannt.

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Dritter Tag

Erster Tag

References

References
1 Vor Corona habe ich jährlich einen solchen eingelegt; seit Corona leider nicht mehr. Das war zu ändern und wurde mit dem Sonntag, 20.11., geändert. ANH

Medikamentenprotokoll: Lyrica (Pregabalin Zentiva 75mg). Erster Tag. [Krebsfolge-Tagebuch].

(Verschrieben wegen der als Chemofolge eingetretenen Polyneuropathie in den Füßen.
Statt des verschriebenen LYRICA bekam ich in der Gethsemane-Apotheke das gleichwertige PREGABALIN.)

Meinerseits nach Lektüre des → Beipackzettels Bedenken wegen der möglichen, aus meiner Sicht → extremen Nebenwirkungen des Medikaments, insbesondere in Verbindung mit Alkohol. Deshalb Absprache mit der Ärztin: Testlauf mit Beginn des alkoholfreien Monats[1]Vor Corona habe ich jährlich einen solchen eingelegt; seit Corona leider nicht mehr. Das war zu ändern und wurde mit dem Sonntag, 20.11., geändert. ANH eine Woche lang je eine Hartkapsel abends, danach für eine Woche zwei Kapseln, nämlich je morgens und abends. Daraufhin in der Praxis das auch insofern ausgesprochen wichtige Ergebnisgespräch, als LYRICA nicht, gegebenenfalls, einfach abgesetzt werden kann, sondern “ausgeschlichen” werden muß.)

 

Erster Abend und der Morgen (Eine Kapsel abends)
Es sind sehr kleine, aus zwei Hüllensegmente bestehende Kapseln, die ich auseinander-, quasi, -schrauben muß, weil sich diese Hüllen ohne Magen, also fehlender Magensäfte halber, nicht auflösen könnnen. Innen sehr wenig eines weißgrauen Pulvers, das ich mir auf die Zunge, nun jà, “schütte”; von “stäuben” zu sprechen, träfe eher zu, nur daß dieses Pulvor so fein denn auch nicht ist, also kein Staub. Die Einnahme ist gegen 22 Uhr, rund zwei Stunden vor dem Schlafengehen, erfolgt.

Bis zum Einschlafen selbst keinerlei Wirkung zu verzeichnen, nur, daß ich etwas genervt von dem seit Mittags seitlich rechts am Hals aufgetretenen und bleibenden Juckreiz bin, der eine Folge der → erweiterten Tätowierung und insofern natürlich ein gutes Zeichen ist, nämlich von Heilung der offenen Stechwunde. Ich will immer wieder kratzen, beherrsche mich aber und drücke nur manchmal leicht dagegen. Was auch hilft, vermutlich eingebildeterweise.
Als ich aufwache, ist dieses Jucken nahezu komplett weg und allenfalls noch, selbst dann nur sehr leicht, spürbar, wenn ich den Kopf sehr drehe, so daß sich die die Wunde schützenden → Transparentpflaster, sich dehnend, verziehen. Interessanterweise aber muß ich nicht wie sonst, wenn ich aufstehe, sofort an meine Füße denken, vergesse sie fast. Bis mir das LYRICA wieder einfällt. Tatsächlich ist auch dieser, ein über alle Tage währender Juckreiz deutlich zurückgegangen. Das Medikament hat “angeschlagen”. Irritierend alledings, daß ich den Eindruck habe, es sei noch, upps, Alkohol in meinem Blut. Genauso fühl ich mich an, als hätte ich gestern abend einen Wein zuviel gehabt. Dabei habe ich seit drei Tagen tatsächlich auch nicht einen Tropfen “versteckten” Alkohols zu mir genommen (was mir übrigens, erleichternderweise, nicht im geringsten schwerfällt).
Jetzt, länger als zwei Stunden nach dem Aufstehen, ist es immer noch so. Selbst nach dem Latte macchiato und meinem allmorgendlichen Müsli; hinzugekommen ist außerdem eine leichte Wahrnehmungsvibration, als hätte ich gekifft oder drei Tropfen vom Dronabinol genommen. Hab ich aber nicht. Auch von Letztrem will ich ohnedies die Hände besser lassen, so lange die LYRICA-Testphase läuft.

Jedenfalls fängt dieser, ich schreibe mal, “Selbstversuchslauf” nicht sehr öde an, sondern hat dort eine Neugier geweckt, wo ich vorher skeptisch, nein, ängstlich sogar war, ja geradezu ablehnend. Autofahren allerdings würde ich in diesem Zustand nicht; der Beipackzettel warnt auch davor.

ANH
[David Ramirer, Etüden (2017)]
 

[16 Uhr
Ramirer, The Endles Dance, Variationen auf BWV 848]
Die seltsam dronabinolähnliche Begleitwirkung hält an, ist allenfalls eine Spur abgeflaut. Eben, beim Einkaufen, war denn leicht auch wieder dieses neuropathenische Kribbeln zu spüren, aber tatsächlich deutlich weniger als seit einem Jahr (oder länger). Dennoch weiterhin das Gefühl, ich hätte gekifft, allerdings ohne die halluzinogenen Ausflüge, die mich, wenn ich tatsächlich kiffe (also THC einatme), unterdessen fast regelmäßig ereilen; die habe ich aber auch bei Dronabinol nicht.  – Dieser ganze Komplex ist ohnedies abenteuerlich, wenn Sie sich, Freundin, vor Augen führen, daß ich, bevor ich erstmals Dronabinol nahm, seit meiner Jugend weder auf Grass, Marihuana, “Shit”, was auch immer, reagiert habe. “Deine körpereigenen THC-Rezeptoren haben sich geöffnet”, erklärte es mir vor dreivier Monaten mein Sohn. Aber das schrieb ich Ihnen wohl schon. Doch wie DRONABINOL erzeugt bei mir auch LYRICA/PREGABALIN einen enormen Appetit. Was für mich selbstverständlich gut ist; ich habe bereits enorm was in mich reingefuttert. (Entsprechend listet der Begleitzettel bei den Nebenwirkungen auch Gewichtszunahme auf.)

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Zweiter Tag

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Diese Bachvariationen David Ramirers sind einfach hinreißend! Wie andere vor mir bezüglich Schuberts Neunter möchte ich von “himmlischen Längen” sprechen: BWV 849 braucht zwischen 6,26 (András Schiff) und 9.34 Minuten (Svjatoslav Richter), Ramirers computergenerierte Improviation rauschhafte 1h34min36sec.

References

References
1 Vor Corona habe ich jährlich einen solchen eingelegt; seit Corona leider nicht mehr. Das war zu ändern und wurde mit dem Sonntag, 20.11., geändert. ANH

Zwei schwierige Tage, gestern und heute. Als Arbeitsjournal des Sonntags, den 20. November 2022.

[Arbeitswohnung, 9.11 Uhr
France musique, Concerts Radio France:
Tschaikowski, Violinkonzert op. 35]
Der “Kater” oder was-ich-für-ihn-hielt wurde und wurde nicht milder; leichte Übelkeit und ein unguter Widerwille dagegen, etwas zu essen … ja, empfunden, daß ich’s gar nicht könne. Also auf kleine Häppchen umgesattelt und abends sehr früh zu Bett gegangen, obwohl ich bereits die gesamte Rückfahrt im Flixbus vielleicht nicht wirklich geschlafen, aber vor mich hingedöst hatte. Der Kreislauf insgesamt weich. Irgend etwas scheine ich am Freitagabend nicht vertragen zu haben, wozu der Alkohol sicherlich gehört, vor allem trugen die beiden Negronis offenbar einen ziemlich Anteil, die im → “Tortue” in riesigen Gläsern serviert werden, deren eines allein schon mindestens fünf normale Negronis faßt — “Eimer” nannte gestern die Contessa diese wasserglashohen Whiskygläser. So daß ich, bevor ich schlafen ging (und quasi unmittelbar wegsackte), fast schon auf sowas wie eine Alkoholvergiftung tippte. Nachdem beim Wiederaufwachen heute morgen immer noch diese unterschwellige Übelkeit dawar, so daß ich nicht um sechs, sondern erst kurz vor acht aufstand, wollte ich meine, nun jà, “Diagnose”, verifizieren und schaute im Netz nach den Symptomen. Außer dieser leisen Übel- und starken Appetitlosigkeit habe ich aber keines davon. Also habe ich zwar auch diese Mengen Alkohols nicht vertragen, was Wunder, doch etwas anderes muß der eigentliche Bösewicht gewesen sein, oder halt eine Mischung aus allem. Interessant ist dabei, daß sich dieser Zustand über den gestrigen Tag überhaupt erst verstärkte; beim Morgencafé mit dem Freund war alles, aus einer nachvollziehbaren Mattheit (ich war erst gegen halb vier/vier ins Bett gekommen), soweit noch alles in Ordnung gewesen. Auf dem Weg zum Hamburger ZOB aber schwoll es an – und besonders, nachdem ich mir vor der Abfahrt noch schnell im Hauptbahnhof, dem der ZOB gegenüber gelegen, eine vietnamesische Suppe besorgt hatte und sie auf einer Bank vor dem Busparkplatz zu löffeln begann. Mit jedem Löffel wurde mein Zustand schlimmer. Da fing’s auch schon mit den Bauchschmerzen an, leichten, aber genau unter der OP-Narbe mittig. Schon wollte ich nicht mehr weiteressen, aber setzte, es doch zu tun, mit meinem Willen durch. Ich war so stolz gewesen, wieder auf 69 kg gekommen zu sein, daß mir die Vorstellung zuwieder war, im Körpergewicht erneut zurückzufallen. War wahrscheinlich der Fehler.
Jedenfalls weiß ich nun gar nicht genau, welche Melange meinen unguten Zustand bewirkt hat. Dazu kommt momentan diese Kälte, die ich, was eigentlich physio|l o g i s  c h ist, nach meiner Krebs-OP tatsächlich nicht mehr so gut vertrage wie seinerzeit, als ich aus, sagen wir, Abenteuergeist zweidrei Winter lang nicht heizte, “um auszuprobieren, ob ich’s könne”. Ich hab ja so gut wie kein Körperfett mehr. Da macht es sich nun gut, daß mir die Löwin – mit den Worten, sie wisse schon, daß ich die Kälte zu ertragen verstünde, aber sie nicht ertrage, müßt ich sie ertragen – eine Heizdecke geschickt hat, die nicht nur “geschickt” wurde, sondern schick auch i s t (chic) und nun wie ein erwärmbares Fell über meinem Schreibtischstuhl liegt. Hinzu knipse ich manchmal den neuen “Handy Heater” an, den ich neben meinen Arbeitsplatz montiert habe und der zwar nicht, wie beworben, einen ganzen Raum zu erwärmen vermag, mir aber in solcher Nähe doch ganz gut Warmluft zubläst. Bei übrigens Helmut Parallalie Schulze abgeguckt, der es so mit einem allerdings sehr viel größeren Gasofen hält. Ich schalte das Ding aber nur ein, wenn ich in meinen “rauchfreien” Phasen das Oberlicht nicht aufklaffen habe. Nett übrigens, daß unter dem “Heater” ausgerechnet Anna Kavans wirklich grandioses → “Eis” liegt (Ice, 1967). Eigentlich müßte ich Schulzes “tetraglott” gleich danebenlegen:

Indes, was jetzt Die Dschungel anbelangt, war ich gestern, nur → dieses einzustellen, fähig. Und das Arbeitsjournal heute “dient” eigentlich nur dem Wollen, nicht n i c h t s zu schreiben; ob ich heute wieder an die Triestbriefe kommen werde, ist also längst noch nicht ausgemacht. Obwohl ich’s unbedingt will. Nun gut, wir werden sehen; eine Suppe habe ich gestern schon vorbereitet und soeben fertiggestellt; jetzt muß sie nur noch etwas ziehen. Sehr scharf, um den Appetit zu triggern. Bald werd ich’s Löffelchen für Löffelchen versuchen. Auf das, was sonst immer gut wirkt, die Dronabinol-THC-Tropfen, will ich noch unbedingt verzichten, wie sowieso, nà logisch, erst einmal auf Alkohol. Vielleicht nehme ich die Situation jetzt insgesamt zum Anlaß, endlich wieder einen komplett-alkoholfreien Monat durchzuziehen, auch wenn Ende der Woche eine Geburtstagsfeier ansteht und ich am 7. und 8. Dezember der neuen Hochzeitsreden wegen nach Salzburg und Stuttgart reisen muß und will.

Gut, liebste Freundin. Mal schauen, ob ich in die Briefe finde.

ANH
[France Musique contemporaine:

Britten, Suite für Cello solo No 1, Truls Mork]

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