Das Weblog als Dichtung. (1).

Das Netzspezifische an solchen Projekten .– wie auch oft >>>> an den Plauderblogs, an Netzpublikationen nämlich insgesamt – ist der ausgeprägte Verweischarakter: Kommentatoren verweisen auf eigene Websites, die Beiträger verlinken Teile ihrer postings mit ‚fremden’, ähnlichen Themen zugeordneten Websites und Weblogs, so daß sich tatsächlich ein intentionales Netz und Netzwerk ergibt, das allerdings – so betrachtet und betrieben – einen noch rein instrumentalen Charakter hat. Eben den versucht das literarische Weblog zu unterlaufen: Instrumentalität wird hier immer auch kümnstlerisch zur Form verfremdet und diese als inhaltliche Grundbestimmung eines Werkes aufgefaßt. Ich verstehe also unter einem Literarischen Weblog nicht ein Weblog, das ‚bloß‘ literarische Texte veröffentlicht und dann imgrunde nicht mehr als >>>> der behelfsmäßige NetzStatthalter eines Printmediums ist, sondern eine Publikationsform, die sich selber zum poetischen Gegenstand macht, indem auch die sie basierende Technologie poetisiert und in die Gestaltung einbezogen wird: Technologie ist ebenso Romanfigur und Struktur wie jemand, über und/oder von dem erzählt wird. Dies schließt an eine der Grundbewegungen der ästhetischen Moderne an: Der Prozeß der Entstehung wird selber zu einem Material des Kunstwerks. Ob jemand mit der Hand, mit der Schreibmaschine oder mit dem Computer schreibt, wird für das Kunstwerk essentiell.

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