Seinen & Scheinen, bestärkend gedreht.

Wenn ich manchmal etwas arrogant wirke, so täuscht das: Es kommt vom vielen Wissen.
(CCCLXXVII).

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21 Kommentare zu Seinen & Scheinen, bestärkend gedreht.

  1. Traumzeit sagt:

    Dieser Satz… entlockte mir ein zufriedenes Lächeln. In mir lehnt es sich zurück und sagt mit einem befreiten Seufzen: Ja, das ist gut.

  2. ferromonte sagt:

    das dachte ich mit 18 auch; jetzt weiß ich, daß wissen und arroganz nicht zwingend hand in hand gehen müssen. ist eine billige ausrede. (es gibt genug gegenbeispiele zu dieser haltung, ich muß nicht einmal mit mir selbst argumentieren :))
    die aufgabe eines gebildeten und/oder viel wissenden menschen besteht unter anderem auch darin, mit seinem wissen richtig umzugehen; und nicht dauernd davon überwältigt zu werden. (was etwa die meisten unserer wissenschftler nie gelernt haben und nicht können, weshalb sie kotzbrocken sind ..)

    edit: im tagebuch schreiben sie: Der Buchhandel ist, fand ich schon vor zehn Jahren, mit völligem Recht eine sterbende Branche. Na, wurscht. weil der jenaer thalia-mensch nur einen ihrer buchtitel in seinem pc findet und sie nicht kennt. das spricht vielleicht gegen ihn als buchhändler, aber nicht gegen den buchhandel. die wirtschaft insgesamt, der handel, wie wir ihne bisher kannten, wird seit einigen jahren (mit kräftiger planung und unterstützunge der eu und der politiker) zerstört und umstrukturiert. dagegen kann man nicht viel machen wie es scheint, außer seine bücher in kleineren buchhandlungen mit kompetenten buchhändlern (sofern es sowas überhaupt – noch -gibt) zu kaufen, um deren existenz zu fördern, und eben nicht im thalia und ähnlichen supermärkten. das aber tun wohl die wenigsten, weil die konsumenten nur eines wollen: schnell und ohne warten zu müssen etwas zu kriegen, vielleicht auch nicht das, was man eigentlich sucht, aber immerhin: schnell was zu kriegen. wir haben also die buchhandlungen, die wir – mehrheitlich – verdienen.

    • Nein. Ich habe meine Äußerung n i c h t ausschließlich auf Buchhandelsk e t t e n bezogen, sondern auch auf den „kleinen“ Buchhandel selbst, der sich – von wenigen s e h r ausgewählten abgesehen – vornehmlich aufs schnelle Geschäft stürzt oder sich auf den Kritikerinzest verläßt. Bisweilen war ich Zeuge von „Verkäufen“ der Buchhändler: ängstlich, gedrückt, sexuell verklemmt versuchten sie nahezu alle, möglichst wenig ins Obligo zu gehen. Bereits DIE VERWIRRUNG DES GEMÜTS wurde nahezu bestreikt, und interessanterweise findet man den WOLPERTINGER viel eher in Ketten, als bei den sog. guten Buchhandlungen; ebenso erging es meinem verbotenen Buch. Ich spreche hierbei aus einer Erfahrung von unterdessen 25 Jahren. Es ist sentimental, auf den Buchhandel zu setzen; sein Sterben hat er – jedenfalls für die Kultur – rein selbst zu verantworten.
      Wohlgemerkt, es gibt Ausnahmen, g r o ß e Ausnahmen, vor denen ich Achtung habe. Etwa ausgewiesen politische Buchhandlungen, Drittwelt-Buchhandlungen usw. Für die meisten aber gilt dasselbe, was neulich ein Leser von dieser Stadtbibliothekarin in *** schrieb: „Herbst? Der ist doch viel zu literarisch! Den liest doch keiner.“ Das spiegelt exakt die obwaltende… ja: Denke wider.

    • ferromonte sagt:

      das sind zwei dinge: die buchhändler, und die verlage.
      eines geht ohne das andere nicht. die buchhändler haben sich seit den 70er jahren enmorm vermehrt, und damit stieg auch die zahl der inkompetenten idioten in dieser branche. die verlage drucken immer mehr wertlose bücher, die aber durch marketing und wachsende bildungslosigkeit der bevölkerung doch verkauft werden, dadurch wird der ursprüngliche buchhandel verdrängt: es gibt nur noch ganz wenige wirkliche buchhändler, die selbst literarisches urteilvermögen und folglich ein sortiment haben, und sie können kaum noch überleben.
      ebenso die autoren. warum sollte deshalb der buchhandel als ganzes den bach runtergehen müssen? besser wäre doch, wenn der sinnlose blöde massenkonsum verschwände und das buch ein wertvoller artikel würde, wie er es früher mal war. vielleicht deshalb auch teuer würde, aber dafür nicht in der flut von altpapier verschwinden müsste bzw. wie die nadel im heuhaufen zu suchen wäre (antiquariate und ausnahmebuchhandlungen).

    • Ich wiederhole Frau Preiß. Weil sie so recht hat: „Schon der letzte deutsche Kaiser sagte: Ich setze auf das Pferd, das Auto hat keine Zukunft.“

    • ferromonte sagt:

      was meinen sie damit? (ich versteh die ironie nicht, die darin stecken mag) daß bücher keine zukunft haben? oder daß autos bald verschwunden sein werden?
      ich bin wohl wieder einmal zu naiv …

    • Das muß ich doch nun nicht erklären. (Aber gut: Der Kaiser hielt das Pferd – Buch – für das zukünftige Medium der Fortbewegung, das Auto – die kybernetischen Medien – schienen ihm keine Zukunft zu haben. Honnefelder, auf der Leipziger Messe jetzt, schwafelte gar von der „geheiligten Ware des Buches“ – geheiligte Ware. Wir loben die Erfindung des Eigentors.)

    • ferromonte sagt:

      wenn ich jetzt richtig verstehe, meinen sie, daß bücher in zukunft entbehrlich sein werden.
      ich kann mir auch eine friedliche koexistenz verschiedener medien vorstellen, wobei ich das buch, als sinnliches, visuelles und haptisches erlebnis nicht entbehren könnte.

    • parallalie sagt:

      ich weiß nicht, ob der vergleich zwischen buch und fortbewegung standhält: zwar heißt es metaphorisch „fortschritt“, aber ein bewegen als zurücklegen eines räumliches weges bedarf im geiste immer noch einer ganz anderen anstrengung, die auf mechanischem wege nicht zu lösen ist, noch auch auf anderen, der technologie entspringenden wegen. alles, was vom buch sich anderen medien zuwendet, ändert – wenn überhaupt – die wahrnehmungsweise, aber nicht das eigentliche denken. das buch ist da insofern besser zu HANDhaben : denn auch das schreiben im medium internet bedarf immer noch der HAND. sofern es um ein festhalten des gedachten-geschriebenen geht, ist immer noch das papier relevanter, wenngleich nicht im sinne der informationsgesellschaft. woher dann auch deine idee, das weblog in buchform festzuhalten? natürlich ist es quatsch, von „geheiligt“ zu reden, wenn man das buch nennt, zudem gepaart mit dem wort „ware“. gelobt sei indes immer und immer das „geschriebene“ wort: das hält stand. ist aber auch monotheistisch… das ja. das sprechen ist polytheistisch. dem kommt das internet sehr nahe. ist jedoch flüchtig. je nach dem, wie sich die technologien entwickeln.
      EIN KÖNIGREICH FÜR EIN PFERD!

    • Du weißt. W e r das ausrief! Also Vorsicht.

      (Wir werden auf das Harptische nicht verzichten müssen; es wird sich uns – als w ä r e es real – direkt über das Gehirn herstellen, qua Hirnstrom. Wer hätte vor dreißig Jahren gedacht, daß wir Anton Webern in vollendetstem Klang beim Spazierengehen hören könnten? Denkt Euch d i e s e Chips nur noch ein wenig kleiner. Dann wißt Ihr, was ich meine.)

    • parallalie sagt:

      unseliger richard! mir ist durchaus nicht un-bewußt, was du meinst. und meine mein mein da-mit und da-gegen.

    • ferromonte sagt:

      hinkende vergleiche, richard&das pferd der vergleich mit webern, vollendet beim spaziergang hinkt 🙂 insofern, als es eben ein wesentlicher teil der musik ist, die schallwellen im ganzen körper zu spüren – also ein enormer unterschied, ob ich eine reproduktion (platte, CD, mp3) im kopfhörer höre oder ein orchester erlebe. man denke an die tauben, die in den konzertsälen sitzen und musik h ö r e n.
      ich sehe keine zukunft in einer borg-ählichen technik-mensch-symbiose; viel eher in einer weiterentwicklung der sinne und einer ausschöpfung des gehirnpotientials auf natürliche weise: andere pädagogik, andere gesellschaft, andere religion …
      und selbst wenn es kommen wird, verwirklichen wir damit nur die kranken zukunftsträume der USA und deren bewunderer, und es wird immer eine gegenbewegung geben gegen diesen – schrott.

    • Technologie i s t Natur. Da innerhalb eines geschlossenen Systems wie dem des Kosmos‘ gar nichts anderes sein kann als das Vorhandene (Zuhandene, sagte Heidegger). Insofern ist die Entwicklung der Technologie in den Naturprozessen-selbst angelegt; ohne das w ä r e Technologie gar nicht. Das ist das eine. Das andere: Sie sollten mal meine Boxen hören, wie d a s in den Körper geht. Von der Oper abgesehen, die die Szene braucht, die sich (noch) in einem Zimmer nicht herstellen läßt, ziehe ich musikalische Aufführungen schon längst über die Anlage vor: Es ist klarer, kein Aas hustet oder raschelt dazwischen, der Klang ist durchsichtig, wie das allenfalls in den besten Sälen möglich ist (etwa in der Kleinen Philharmonie zu Berlin, schon die Große hat ihre Mängel) usw. usf. Was ich hier auf den Jarrett-Aufnahmen gerade hören kann, habe ich, wenn ich Pianisten live erlebte, n i e so gehört. Einmal abgesehen davon, daß Ihr Argument ohnehin nur für einen kleinen Teil der Musik gilt, nämlich dort, wo nicht elektronisch verstärkt wird. Schon beim Jazz ist das anders, von Rock und ähnlichen Musikformen will ich gar nicht erst zu sprechen beginnen. Sie können aber auch bei der Klassik davon ausgehen, daß etwa Beethoven niemals in seinem Leben (außer in der Imaginationsgewalt seines Kopfes) hören konnte, was wir heute im Konzersaal, geschweige über eine High-End-Anlage zu erleben vermögen. Ganz besonders gilt das für die erstrebenden gehauchten Klänge bei Webern Bagatellen – oder denken Sie an Morton Feldmans oft an der Grenze der Hörbarkeit angesiedelten Musiken.

      Im übrigen gilt: wo Rettendes ist, wächst auch Gefahr. Soviel, Hölderlin umkehrend, zu Ihrem politischen Argument, dem ich bedingt zustimme.

    • ferromonte sagt:

      mir fällt da harry hallers gespräch mit mozart im steppenwolf ein, also: so ganz falsch liegen sie nicht, herbst. dennoch ist das erlebnis eines konzertes (wir haben hier in wien einen der besten konzertsäle der welt) noch mit einer art austausch zwischen den musikern und den zuhörern verbunden, so wie bei sternstunden-theateraufführungen, wo wirklich etwas entsteht, durch die anwesenheit der menschen.

    • parallalie sagt:

      was der titel dieses kommentars suggeriert, wird auf eine persönliche ebene des erlebens gebracht: mir ist es widersinnig, morgens am schreibtisch zu sitzen, und nebenan die musik aus dem badezimmer zu hören. das pläsier wohnt im kopf. mir hangen auch ständig birnen über den zaun : und die fahnen flattern im wínd. (ach, das rettende: wo las ich es heute : heute : richtig : patmos : ja) : woran ich denke? an nichts : und es gilt nichts

    • Das mag ich, ferromonte, nicht bestreiten. Es ist nur etwas anderes. Entsinnen Sie sich bitte Goethes, der auf seiner Italienischen Reise mit de Stockknauf gegen die Kutschendecke schlägt und wütend ruft: „Nicht so schnell! Ich kann ja gar nichts sehen!“ – Das Gefährt dürfte die Geschwindigkeit eines trainierten Fahrradfahrers gehabt haben, sofern der Pfad sie denn zuließ.
      Haben wir gewonnen oder verloren durch das Automobil und die neue Wahrnehmungsweise? Wir erleben Dinge und Zustände, die zu erleben früher unmöglich waren. Wir werden, mit anderen Worten, anders – wir sind in Bewegung, in einem Prozeß. Ich genieße das sehr tief. Ehe ich zurückwollte ins 19., nein, furchbar, ins 17., nein, n o c h furchtbarer, ins 5. – um Göttinnenwillen-nein! — also ich das wollte, wollte ich v o r a n, ins 23., ins 24. Jahrhundert. Vielleicht unterscheidet uns einfach, daß ich an die Zukunft mit dergleichen Innigkeit glaube wie an die Erde, die sie uns ermöglicht. Und auch sie selber wandelt sich. Als die Saurier durch Nordamerika streiften, gab es die ganzen Rocky Mountains noch nicht; statt dessen bedeckte ein riesiges (fast-)Binnenmeer den Kontinent. War das besser? War das schlechter? – Es war anders. Wir wandeln uns, nur zunehmend schneller, mit. Ich möchte möglichst viel von diesen Wandlungen erleben – dabei bleibt uns doch so wenig Zeit. Die mag ich nicht verschwenden mit Ablehnung dessen, was da wartet. Ich bin, mit Ernst Bloch gesprochen (er sagte das auf dem Totenbett), so neugierig!

    • ferromonte sagt:

      das verstehe und teile ich alles. aber ich sehe auch, daß unsere kinder alle mit 13 gamesüchtig und gehörgeschädigt sind, die anzahl der psychischen erkrankungen von jahr zu jahr steigt, unsere nahrungsmittel vergiftet, unsere lungen voller ruß, staub und teer sind und die natur und die erde von uns in nicht förderlicher weise beeinflußt wird, um es mal freundlich auszudrücken. wie kann ich da noch an eine weiterentwicklung glauben, an einen prozeß der metamorphose unserer wahrnehmung und unseres bewußtseins?
      goethe hatte recht, man siehts nichts mehr bei der geschwindigkeit; wir sehen auch nur noch zerrbilder, bildfetzen, fragmente, wir sind schnell und schneller unterwegs, wissen aber nicht wohin.
      sie sagen: Wir erleben Dinge und Zustände, die zu erleben früher unmöglich waren. – ist das wirklich so? täuschen wir uns nicht, oder werden wir vielleicht bewußt getäuscht?

    • Wir werden a u c h getäuscht. Aber wir sehen auch Neues. Und wie sehr wurden die Menschen der vergangenen Jahrhunderte getäuscht – etwa durch das Christentum.
      Selbstverständlich haben Sie mit Umweltverschmutzungen und Krankheiten recht, nur sind gerade letztere aber auch erheblich weniger als früher. Allein vor zweihundert Jahren Zahnschmerzen zu haben, muß grauenhaft gewesen sein. Die Kindersterblichkeit war brutal, die Kindbettssterblichkeit ganz ebenso: fast jede dritte Frau konnte bei ihrem ersten Kind mit ihrem Tod rechnen. Und überhaupt: Frauen…! Welch eine Unterdrückung fand da statt, welch widerliche Geschlechtserniedrigung. Dagegen sind die bei uns zweifelsfrei immer noch bestehenden Ungerechtigkeiten ein Witz. Nein, tut mir leid, Goethe hatte völlig unrecht. Er mußte ja auch nicht recht haben, wichtig ist, daß er ein guter Dichter war, auch wenn er sozusagen Heinrich von Kleist, den stilistisch größeren Dichter, mit Schulterzucken über die Klinge springen ließ (und Schubert, für seine sensationellen, unglaublichen Vertonungen, hielt er nicht mal einer Antwort für wert).

      Ich möchte hier allerdings klarstellen, daß meine Meinung für die sog. Erste Welt, mitnichten für die sog. Zweite oder gar Dritte gilt, an deren Unglück und, sagen wir, entwicklungsgeschichtlichem Mittelaltertum die Erste ziemlich schuldig ist. Das benimmt aber der Aussicht auf eine andere Zukunft nichts. Zurück wäre es nämlich schlimmer. Nach vorne aber gibt es die C h a n c e, daß auch in den anderen Kontinenten Komponisten wie Mahler nicht mehr mit 51 sterben müssen, weil es das Penicillin noch nicht gibt (oder man es nicht bezahlen kann). Wir haben die Herausforderung AIDS – medizinisch ist das die allerwichtigste, weil uns AIDS die rasende Liebe unmöglich machen will und die Leidenschaft mit einem Pragmatismus überzieht, der ihrem Wesen nicht nur widerspricht, sondern sie vernichtet, so daß auch sie zu Ware werden wird – jedenfalls bei denen, die Angst davor haben, an der Liebe zu sterben. Bekanntermaßen gehöre ich nicht dazu, aber meine ’sexualhygienische‘ Haltung ist – und wahrscheinlich Göttinseidank – keine allgemeine.
      Nein, wir sehen keine Zerrbilder. Daß Ihnen vieles wie Fragmente vorkommt, hat wenigstens zwei Gründe: zum einen i s t vieles Fragment (und Goethe hat nämlich Unrecht, wenn er von einer ganzheitlichen Harmonie ausgeht), zum anderen sind bereits die Sinnesfähigkeiten von und 40- oder 50-, geschweige 60jährigen längst nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Diejenigen der Jungen aber sehr wohl. Ich halte deshalb auch das Gezeter wegen Pisa für Unfug. Wenn wir den Jungen mit L i e b e Bildung vermitteln und nicht, wie es unsere Generation immer noch tut, mit Pflicht- oder politischen Hintergedanken, sondern aus Leidenschaft und gegenüber dem Neuen, das der Jungen i s t, mit offener Neugier, dann werden wir ihnen auch einiges von unseren Kulturschätzen mitgeben können – und sie werden uns an der Hand nehmen und in die Schnellen Welten einführen, auch wenn wir, wie gesagt, darin ebenso gehandicapt bleiben werden wie die älteren Menschen des 19. Jahrhunderts gegenüber der Eisenbahn.

    • ferromonte sagt:

      ja natürlich, ich will ja auch nicht in die vergangenheit zurück, ich weiß wie gut es uns geht verglichen mit den menschen, die in den jahrhunderten vor uns lebten. aber es kann sein, daß unsere medikamente (antibiotika) weniger und weniger wirken, und ein mahler wieder sterben muß, weil wir nicht richtig umgehen mit den instrumenten, die uns zu verfügung stehen.
      goethe, er hatte doch recht, in seinem eigenen kontext. die fahrt war ihm zu schnell, das ist einfach so. und ich bin einer, die die langsamkeit durchaus braucht, um wahrzunehmen und zu erinnern, und um nachzudenken. mein nachdenken ist einem kristallisationsprozeß ähnlich, das braucht naturgemäß zeit. ob ich ein kind unserer zeit bin – wohl eher nicht, denn die geschwindigkeit der anderen, der zeitkinder, die mir nicht zu groß ist, sehe ich meistens gekoppelt mit völligem tiefenverlust. und das aber ist schrecklich.
      pisa – bin ich mit ihnen einer meinung, nur sehe ich, daß es eben so gut wie keine erzieher/lehrer gibt, die die liebe, geduld und intelligenz hätten um das zu leisten, was zu leisten wäre. ganz zu schweigen vom chronischen versagen der politik, die das steuern könnte. in ihren worten klingt ein glaube an eine bessere zukunft durch, das ist gut so; ich habe diesen glauben nur ganz selten, weil ich mich nicht endgültig aus der schlacke erheben kann. mir fehlt der optimismus, ich sehe immer licht und schatten; meist mehr schatten als licht, daher meine dringende sehnsucht nach licht

    • Ihre letzten Sätze sind jetzt so schön gesagt und deutlich so auch empfunden. Daß ich einfach nicht widersprechen m a g: weil eine weitere Argumentation jetzt diese Schönheit zerstören würde. Ich danke Ihnen sehr.

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