Paul Reichenbachs Mittwoch, der 6. Dezember 2006. Aesop im Büro.

Es lohnt sich nicht über den heutigen Tag nur einen Gedanken zu machen, ganz zu schweigen davon, über ihn etwas in die Tastatur zu tippen. Arbeit, Arbeit, Arbeit. Lohnarbeit. Bis Freitag muss mein Schreibtisch im Büro überschaubar aussehen. Damit die neugierigen Gemüter, Kollegen, die es nicht lassen können bei anderen, während die im Urlaub sind, Fehler zu suchen, die sie immer schon gern mal den höheren Rängen gesteckt hätten. Das Klima in unserem Haus war schon besser, mag auch sein, dass ich mit den Jahren empfindsamer geworden bin. Empfindsamkeit ist aber nicht das Schlechteste, wenn sie Sätze notieren kann, die schön sind, die erschauern lassen. Bei meinen Aufräumarbeiten flog aus einem alten BGB- Kommentar ein Zettel heraus, ziemlich vergilbt, auf dem, es war meine Handschrift, folgender Satz zu lesen ist, ein Datum hatte ich auch hingekritzelt. Mit ein wenig Augenkneifen konnte man es entziffern. 9/11/87. Und die Quelle konnte man auch noch lesen. Der Satz ist eigentlich ein Gedicht.

In einer Hand hielt sie den Myrtenzweig im Spiel,
die andere hielt Rosen; und wie ein Schatten fiel
auf ihren schönen Schultern weichen Haars Gewühl.

>>>Arnolt Bronnen schrieb diese Zeilen. Sie können sie finden, liebe Leser, wenn sie den Roman „Aisopos „ lesen. Der 9.November 1987 war ein Montag. Die Zeiten haben sich geändert , heute lese ich >>>Freitags im Büro.

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