Arbeitsjournal. Mittwoch, der 21. Februar 2007.

6.41 Uhr:
[Villa Concordia Bamberg.]
Die somnischen Schliche des Unbewußten: Mir träumt, der Wecker klingelt nicht (!), ich erwache, sehe nach, bin aber derart müde, daß ich noch eine halbe Stunde Schlaf dranhängen möchte, stelle den Wecker deshalb entsprechend um. Dann erwache ich erschreckt, weil die halbe Stunde vorüber ist und ich immer noch nicht aufbin, und abermals hat der Wecker nicht geklingelt. Jetzt spring ich auf, kleide mich an, ich geh sogar auf die Toilette, alles überaus plastisch und real. Und setze mich an den Schreibtisch.
Als ich eben viel zu spät erwachte, merkte ich, ich hatte alldas geträumt. >>>> Rönne, Gehirne.

Aber ich war gestern abend tatsächlich sehr eschöpft; außerdem schäumte das Testestoron mal wieder anfallsweise hoch. Also stürzte ich, kann man sagen, im erotischen Netz ab, nicht völlig kybernetisch, sondern, ja, viertelreal. Dazu einiger Wein. Jetzt hab ich eine Dreiviertelstunde, um was zu tun (Neunte Elegie, ff; ich muß sie heute abend überarbeitet hinaussenden), dann muß ich für Berlin packen. Kurz nach 9 Uhr fährt der ICE. Mein Kopf klingt von sexueller Übertretung und Sterbe-Elegie, beides ungefähr gleich mächtig. Der Schreibtisch ein völliges Chaos.Die >>>> neue Tastatur hat bereits Macken, schlägt bestimmte Lettern nicht an usw. Offenbar ist sie für meine viele Reiserei nicht geschaffen oder geht unter meinen Anschlägen, die hart sind, wenn ich intensiv arbeite, in die Knie und biegt sich wie ein billiges Blech auf dem Amboß, wenn es nur etwas warm wird. Daraus läßt sich kein Daishō schmieden. So schmiede ich aber, an Tagen wie gestern, Dichtung.

11.37 Uhr:
[ICE Bamberg-Berlin.]
Fertiggeworden, doch immer und immer wieder lese ich diese Neunte Elegie, verbessere h i e r eine klitze Kleinigkeit und d a noch – ich muß jetzt dringend ausdrucken und auf dem Papier lesen, l a u t lesen vor allem. Innen h a b ich die Musik, ich brauche sie nun auch objektiv über die Ohren. Dann, irgendwann nachmittags, einen letzten Korrekturgang, dann die Elegie an >>>>> Nobert Wehr hinausmailen. In Die Dschungel stelle ich sie nicht, da sie ja bald im Druck erschienen sein werden. Dem will ich nichts nehmen.
Zuhause ist alles krank, ich werde also morgen wohl doch nicht nach Bamberg zurückreisen können, allerdings will ich am Freitag mittag in Weimar sein; doch halt nur hin- und herfahren.
Was mich tatsächlich unruhig macht, ist, daß sich >>>> Dielmann gar nicht mehr meldet und weder auf Mails noch auf Anrufe reagiert. Dabei müssen wir das Lektorat für die BAMBERGER ELEGIEN festklopfen, das zu Anfang März stattfinden sollte. Und ich wüßte auch gern, wann mit den >>>> Liebesgedichten zu rechnen ist.
Ah! Zum Haarraufen!

Vielleicht beginne ich gleich noch mit der ÜA der Dritten.

14.31 Uhr:
[Berlin, Küchentisch.]
Das hab ich dann doch nicht mehr gemacht und bin statt dessen n o c h einmal die Neunte durchgegangen und habe, siehe!, abermals zwei bessere Wörter gefunden für Stellen, die nun recht leuchten – oder dunkel schimmern.
Dann zur Familie, den Jungen geschnappt, der gar nicht mehr s o sehr hustet (aber immer abends werde es schlimm), und nach hierher geradelt, wo ich noch eben tu, was zu tun ist, dann geht es wieder hinüber. Spätabends Treffen mit dem Profi, rechtsgründlich könnte man sagen; vielleicht essen wir was. Und wenn ich Glück hab, kann ich mich zwischendurch noch eine dreiviertel Stunde aufs Ohr haun. Vielleicht fällt mir auch noch etwas für Die Dschungel ein; ich war ja im ICE übers Mobilchen im Netz, da kann ich halt noch öfter heute drauf zurückgreifen. Muß hier nur vorher vorsorglich alles öffnen, was das Mobilchen zu öffnen nicht hinbekommt. I s t es offen, weiß ich, dann kann das Mobilchen auch darauf zugreifen. Ganz versteh ich das nicht, aber es ist so.

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