Paul Reichenbachs Mittwoch, der 28. März 2007. Aus der Muschel.

Den kleinsten Anlass benutzt zum Verzögern. Gab es das:
energisches Zögern? Energie sammeln im Verzögern?
Episches Zögern? (Peter Handke, Der Bildverlust)

Heute ein Anruf aus W. Angemeldet hatte er sich via SMS bereits am Morgen.
Die Erinnerungen, wenn sie denn überhaupt kommen, tauchen als zusammenhanglose Bilderfetzen auf. Werden zum alten Puzzle, das teilverloren, abgelegt in der Bodenkammer, niemals mehr ein vollständiges Bild ergeben wird. Mir fehlen einfach die passenden Teile, weiß nicht wo sie gebleiben sind. (Ach) – Ich habe sie verloren. Die Stimme. Der Kopf hatte heute, als wär er mein Magen, ein flaues Gefühl, erkannte ich doch die Stimme nicht gleich und hab sie doch so oft singen gehört, früher in meinem ersten Leben. Wo ich mir ein Fremder war. Vor Tagen sprachen wir schon mehrmals miteinander, ihre Modulation schuf Erinnerungsräume, die manche Bilder schemenhaft auftauchen ließen. Doch heute war Nähe, Nähe war immer, sone und solche, wenn mich jetzt mein Gedächtnis nicht täuschen will, und Filmriss und Bilderverlust. Trotz allem ist da, wenn ich sie sprechen höre, aus der Muschel sprechen höre, ein ziehen in der Magengrube, als wenn mein Kopf in ihr unruhig hin und her rollen würde. Ich verbarg es natürlich, legte eine CD ein. Hörte Gluck episch zögern.

Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch veröffentlicht. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .