Paul Reichenbachs Sonntag, der 1.April 2007. Geiz ist geil.

Es mag der Tor die Welt durchrennen.
Man lernt sie nicht mit Füßen kennen.
(Peter Hacks)

Heute floh ich, >>>Möbelhändlers waren eingefallen, in den Spessart. Nach 7 Stunden wandern, gönnte ich mir die erste Pause in Seligenstadt/Main. Sie blieb auch die Einzige, denn dann gab ich auf, setzte mich in mein Auto und fuhr heimwärts. Die stille Hoffnung, dass der Besuch bereits wieder im Flugzeug nach Dresden sitzen würde, erfüllte sich als ich unser Haus betrat. Ruhe, friedliche Ruhe vom Keller bis in die Arbeitszimmer hatte ich mir am Morgen gewünscht, jetzt zum Abend sollte sie sich endlich einstellen. Mehr als 25 km habe ich an diesem Sonntag zurückgelegt. Flucht ist keine gute Stimulation für Ideen. Man rennt wie ein Hamster im Rad, auch auf geradem Wege. Der Sonntag ist hin, denn eigentlich wollte ich weiter in meinen Büchern räumen und ein bissl schreiben. Stattdessen „rannte“ ich durch Natur, und wenn mich einer fragt wo ich denn heute lang gelaufen bin, kann ich nur antworten: Unter Bäumen ging ich und am Flusse. Nixen sah ich keine. Allerdings spähte ich auch nicht nach ihnen.
Ich bin jetzt in einem Alter, wo man mit Blicken sparsam umgeht, weil eh die meisten überflüssig sind. Desgleichen gilt für Worte. Geiz ist geil. Gute Nacht.

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8 Kommentare zu Paul Reichenbachs Sonntag, der 1.April 2007. Geiz ist geil.

  1. tja sagt:

    Bild Was ist denn das für ein wunderbares Bild?

    Geiz ist geil- unter bestimmten Umständen.

    • Paul Reichenbach sagt:

      Das Bild habe ich >>>h i e r gefunden.
      Ja – Geiz, Entzug, Askese generieren Lust.

    • tja sagt:

      Link Herzlichen Dank für den Link und den interessanten Gedankengang.

      Meinen Sie Askese tötet allmählich Lust oder vertagt sie diese nur bis zur Explosion?
      Vielleicht stirbt man ja zwischendurch auch an innerlicher Verpuffung.

    • Paul Reichenbach sagt:

      Erzeugen Lebenlust. Ich hätte Lebenslust schreiben sollen. Das wäre , obwohl allgemeiner , präziser gewesen. Peter Kien, in Canettis Roman die Blendung, sparte sogar am Augenlicht, um besser sehen zu können was er sehen wollte. Allerdings ging das nach hinten los. Er verbrannte sich mit seinen eigenen Büchern, verpuffte sozusagen.

    • Sturznest sagt:

      Unter was für umständen Biggy, geht es vielleicht ein Viertel Gramm präzisier?

    • Sturznest sagt:

      Dagobert Duck gilt ja als das Symbol von Geiz, ist er eigentlich gar nicht, denn in seinem Talerhäusle steht ein Sparschwein(das muss er also mal gekauft haben, sprich Geld dafür ausgegeben haben). Geiz ist alles andere als Lust, Geiz verhindert doch etwas. Stellen Sie sich vor sie könnten einer der wunderbarsten Frauen auf diesem Planeten treffen sie haben eigentlich kein Geld um dort hinzufahren, sie fahren aber trotzdem hin und erleben die pure Lust, wären sie geizig gewesen, hätten sie eine menge Geld gespart, na ja wem das Spass macht

    • Sturznest sagt:

      Die Blendung habe ich auch gelesen, das einzig geizige an diesem Mensch ist doch dass er aus Kostengründen seine Haushälterin heiratet, allerdings ist es schon lange her dass ich es gelesen habe, vielleicht irre ich mich auch.
      Also mein Lebensmotto falls ich überhaupt eins habe..

      Lebe ohne Motto aber auch ohne Geiz

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