B.L.’s 2.4. – Affittasi

17.23
Heute habe ich in Amelia die erste Wohnung gesehen. Morgen sehe ich zwei weitere. Sie hinterläßt in mir außer den Überlegungen zu den Vor- und Nachteilen erstmals einen Schleier von etwas, das beginnt, hinter mir zu sein. Alles noch verzahnt mit dem, was ist. Ich lebe sozusagen in zwei Welten. Und das ich zuerst in Amelia, dem Städtchen der Zwillinge, anfing zusuchen, mag vielleicht mit der Bitte der Schwägerin (mannlos sie, und mannlos die beiden anderen Schwestern meiner Frau (da hat der Vater die Zukunft der Schwestern geprägt, und die Mutter die Furcht vor allem geschürt, besonders im Zusammenhang mit all dem, was nicht sein darf und deshalb nicht sein soll, zuvörderst vor dem vermeintlichen Verfall der Familie und vor der Ablehnung der Vaterfigur und des pater familias, was dann das Gegenteil generierte (ich bin eine Gegenfigur zu ihrem Vater und tatsächlich sein Antagonist gewesen, und Gegenfiguren zu diesem Schwiegervater waren auch die ehemaligen Schwäger))) zusammenhängen, für die Zwillinge doch noch „irgendwie“ dazusein, wohl als Mannsperson, und damit, eine kleine Teilmenge aufrechtzuerhalten zwischen dem, was war, und dem was kommt. Wie ich das den Zwillingen sein kann, weiß ich noch nicht. Konflikte gibt es. Als sie heute vormittag wieder hier eintrudelte, hatte den einen der beiden Neffen bei sich. Er habe sich in der Schule plötzlich unwohl gefühlt: Magenschmerzen, Übelkeit usw. So daß sie wohl gebeten wurde, ihn aus der Schule vorzeitig abzuholen. Als er hier war, ging’s ihm bald besser und: „Onkel, darf ich das und das an deinem Computer spielen.“ Da bin ich mittlerweile sehr allergisch, wohl weil ich allzu eifersüchtig auch gegenüber meiner Frau meinen Freiraum hier im Arbeitszimmer verteidige. Ich ließ ihn dann doch ein wenig ballern hier am Bildschirm. Die Zukunft festzulegen, ist müßig, weil der Muße der Gedanken entspringend.

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