Paul Reichenbachs Montag, der 23 April 2007. Frühjahrsmüdigkeit.

Immer gräbt ein Mann,
der eine Krisis durchmacht, das Land um.
Cesare Pavese: Auf dem Greppo

>Wirklich immer? Wo aber nehm ich, wenn es Frühling ist Kraft für Hacke und Spaten? Hölderlin im Frühjahr. Da fällt mir ein, das habe ich mit >>>Bruno gemeinsam, ich war lange nicht in Tübingen. Denn als ich im vergangenen Jahr zwei Tage in T. verbrachte übersah ich den Turm. Wissentlich. Ging Baden dort, in der Frühe des Sommers, um 5.30 Uhr, die Morgennebel wallten…und es war kalt. Nachtfeucht und schwer hingen vor dem Schwimmbad die Fahnen.
Wem neue Ankunft nicht winkt, dem wird Abschied dauernde Krise. Möbiussches Band, memorierende Endlosschleife. Der trockene Frühling derzeit, in Padua, Wien oder hier, noch klopft der Specht voller Hoffnung sein Staccato, macht mich stumm. Ich mag sein Getrommel nicht hören.

Gestern Nacht im Traum habe ich mit dem noch feuchten Finger
Über deinen Leib traurige Worte des Abschieds gezogen.

An diesem hellen Morgen kommt kein Tag zur Welt

Es flattern die Fahnen.

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