Arbeitsjournal. Dienstag, der 2. Juni 2009.

5.50 Uhr:
[Arbeitswohnung.]

Noch schläfst Du. Vulkanlager. Ich koche Dir gleich Deinen Kakao.
Bin erst um zwanzig nach fünf auf. Gliederreißen. Entweder, weil die Entzündungen den Körper schwächen, oder weil ich mir im Regen einen Bips geholt habe, wie Do das nennt, die heute Geburtstag hat; ich werde eine SMS schicken; sie ist für ein paar Tage verreist.
Fange mit der nächsten Tranche >>>> New York einen falschen Weitlerleitungslink >>>> darauf entdeckt, aber die wenigen Zugriffe gestern lagen sicher nicht daran. Es war Pfingsten, das Netz war insgesamt eher still. Mich interessiert auch besonders, wie sich der Roman „weiterentwickelt“, wenn er ganz drin steht und ich ihn nicht eigens immer wieder annonciere. Letztlich geht es auch darum, mir eine literarische Existenzgrundlage übers Netz aufzubauen, auf der auch meine kleine Ökonomie stehen kann. Darüber sprach ich gestern nacht noch mit M., der tatsächlich kam; leise schloß ich die Tür, damit Du nicht wachwurdest, nicht merktest, daß ich mal ein Bier trinken ging; war aber unruhig nach dem ersten Bier, ging wieder rauf, sah nach: Du lagest aufgedeckt, aber schliefst sehr fest, ich deckte Dich zu, Du murmeltest, ich ging aufs zweite Bier. Praktisch, wenn man eine Kneipe im Haus hat, die Tische und Stühle hinaus in die Nacht stellt; drinnen hätte ich’s nicht recht ausgehalten. Sowas um halb eins lag ich und schlief ebenfalls ein.

[Tschaikowski, b-moll.]

Nachher seh ich Αναδυομένη, die’s logischerweise ebenfalls erwischt hat; bei Frauen ist’s n o c h schlimmer. Wer’s von wem hat, wissen wir nicht, ist auch egal; wir sind zu meinen übereingekommen, wir hätten’s beide schon in uns getragen, dann erkannten sich die Dinger und gaben sich die Hand. Αναδυομένη hat es noch schärfer formuliert, invers, wenn man so will: „Wenn es schon kein Kind werden darf, wird es halt d a s.“

14.25 Uhr:
Enorm tief über Mittag geschlafen, hab ich sogar >>>> von dem Roman geträumt; aus dem Schlaf riß mich der Profi, dessen Anruf mich >>>> über Googles Stragie informieren wollte. „Nimm unbedingt Kontakt mit denen auf.“ Ist zu erwägen.
Ich sitze an der Tranche für morgen, sie ist vor dem Mittagsschlaf fertiggeworden, jetzt muß ich die nächste >>>> französisch-Tranche angehen, damit morgen vormittag alles umstandslos ins Netz kann. Aber erst sind mit meinem Buben die Hausaufgaben zu machen und ist ein bißchen zu lernen und ans Cello zu gehen; das muß ich auch selber; heute morgen war Αναδυομένη hier, da haben wir mehr geredet, bzw. beide über den Compters gehockt.

19.10 Uhr:
Abendessen, allein. Geht a u c h.

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