Grenzen. 02.06.2009. Paul Reichenbach stagniert.

wir sind überhaupt eine recht eingeklemmte generation. rueckwaerts geht es nimmer & und vor dem vorwaerts graut uns.

Der Satz, lasse ich einmal das verallgemeinernde Wort Generation außen vor, könnte auch lauten: Ich bin an meine Grenze geraten. Grenzen, Simmel nennt sie einen Indifferenzzustand von Defensive und Offensive, generieren stets Phantasien von Gefahr, Selbstschutz und Verteidigung. Ich stimme ihm zu. Das vergangene Wochenende, ein zuwendungsintensives Langwochenende, das Wort ist aus einer Mail, verschaffte mir unerbeten jene Grenzerfahrung, die der eingangs zitierte Südtiroler Dichter >>>>N.C. Kaser so prägnant in einem Brief vom 28.06.1978 an die Krankenschwester Rosemarie Judisch in Bad Berka (Thüringen) beschrieb. Einzelne Passagen dieses Briefwechsels schickte mir montgelas als ich ihm am Sonntag telefonisch meine allgemeine Erschöpfung/Grenze einräumte, die Simmel Indifferenzzustand, den ich als Stagnation empfinde, nennt. Nirgends ist da Hoffnung auf Bewegung in Sicht. Überall Schranken, die selbst gut gemeinte Kommunikation zu Gefahren für das eigene Ich umdeuten und sich dementsprechend in nach oben zu gespitzte Palisaden verwandeln, deren einzige Funktion die Abwehr von Wissen und Erinnerung ist. (Allmählich wenn das Wissen kommt, kommt auch die Erinnerung. Wissen und Erinnerung sind dasselbe… lese ich im Golem von Gustav Meyrink.) Der Gang durch die >>>Bruno – Passagen, ein Hintergehen der Begrenzung, das, um wieder beweglich zu werden, so notwendig wäre, ist im Moment unmöglich.

>>>>>Bildquelle: Vera Röhm, Licht und Zeit

Dieser Beitrag wurde unter Tagebuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

68 Kommentare zu Grenzen. 02.06.2009. Paul Reichenbach stagniert.

  1. F.H. sagt:

    Es ist immer das Selbe: Skeptizismus, Stoizismus Simmel psychologisiert relativ hilflos. Eher flach.

    Hegel bleibt nach wie vor State of the Art, denkerisch und praktisch,
    und ist hier noch nicht überboten worden. Zitat:

    Der Stoizismus ist darum in Verlegenheit gekommen,
    als er, wie der Ausdruck war,
    nach dem Kriterium der Wahrheit überhaupt gefragt wurde,
    d. h. eigentlich nach einem Inhalte des Gedankens selbst.

    Auf die Frage an ihn, was gut und wahr ist,
    hat er wieder das inhaltlose Denken selbst zur Antwort gegeben:
    in der Vernünftigkeit soll das Wahre und Gute bestehen.

    Aber diese Sichselbstgleichheit des Denkens
    ist nur wieder die reine ((158)) Form, in welcher sich nichts bestimmt;
    die allgemeinen Worte von dem Wahren und Guten,
    der Weisheit und der Tugend, bei welchen er stehenbleiben muß,
    sind daher wohl im allgemeinen erhebend,
    aber weil sie in der Tat zu keiner Ausbreitung des Inhalts kommen können,
    fangen sie bald an, Langeweile zu machen.

    …….

    Das skeptische Selbstbewußtsein erfährt also in dem Wandel alles dessen,
    was sich für es befestigen will,
    seine eigene Freiheit als durch es selbst sich gegeben und erhalten;
    es ist sich diese Ataraxie des sich selbst Denkens,
    die unwandelbare und wahrhafte Gewißheit seiner selbst.

    Dies Bewußtsein ist aber eben hierin in der Tat,
    statt sichselbstgleiches Bewußtsein zu sein,
    nur eine schlechthin zufällige Verwirrung,
    der Schwindel einer sich immer erzeugenden Unordnung.

    Es ist dies für sich selbst;
    denn es selbst erhält und bringt diese sich bewegende Verwirrung hervor.

    Es bekennt sich darum auch dazu,
    es bekennt, ein ganz zufälliges, einzelnes Bewußtsein zu sein
    – ein Bewußtsein, das empirisch ist,
    sich nach dem richtet, was keine Realität für es hat,
    dem gehorcht, was ihm kein Wesen ist,
    das tut und zur Wirklichkeit bringt, was ihm keine Wahrheit hat.

    Dies Bewußtsein ist also diese bewußtlose Faselei,
    von dem einen Extreme des sichselbstgleichen Selbstbewußtseins
    zum andern des zufälligen, verworrenen und verwirrenden Bewußtseins
    hinüber- und herüberzugehen.

    Es selbst bringt diese beiden Gedanken seiner selbst nicht zusammen;
    es erkennt seine Freiheit einmal als Erhebung über alle Verwirrung
    und alle Zufälligkeit des Daseins
    und bekennt sich ebenso das andere Mal
    wieder als ein Zurückfallen in die Unwesentlichkeit
    und als ein Herumtreiben in ihr.

    Es läßt den unwesentlichen Inhalt in seinem Denken verschwinden,
    aber eben darin ist es das Bewußtsein eines Unwesentlichen;
    es spricht das absolute Verschwinden aus,
    aber das Aussprechen ist, und dies Bewußtsein ist das ausgesprochene Verschwinden;
    es spricht die Nichtigkeit des Sehens, Hörens usf. aus,
    und es sieht, hört usf. selbst;
    es spricht die Nichtigkeit der sittlichen Wesenheiten aus
    und macht sie selbst zu den Mächten seines Handelns.

    Sein Tun und seine Worte widersprechen sich immer,

    und ebenso hat es selbst das gedoppelte widersprechende Bewußtsein
    der Unwandelbarkeit und Gleichheit
    und der völligen Zufälligkeit und Ungleichheit mit sich.

    Aber es hält diesen Widerspruch seiner selbst auseinander
    und verhält sich darüber wie in seiner rein negativen Bewegung überhaupt.

    Wird ihm die Gleichheit aufgezeigt, so zeigt es die Ungleichheit auf;
    und indem ihm diese, die es eben ausgesprochen hat, jetzt vorgehalten wird,
    so geht es zum Aufzeigen der Gleichheit über;
    sein Gerede ist in der Tat ein Gezänke eigensinniger Jungen,
    deren einer A sagt, wenn der andere B, und wieder B, wenn der andere A,
    und die sich durch den ((162)) Widerspruch mit sich selbst die Freude erkaufen,
    miteinander im Widerspruche zu bleiben.

    Im Skeptizismus erfährt das Bewußtsein in Wahrheit
    sich als ein in sich selbst widersprechendes Bewußtsein;
    es geht aus dieser Erfahrung eine neue Gestalt hervor,
    welche die zwei Gedanken zusammenbringt,
    die der Skeptizismus auseinanderhält.

    Die Gedankenlosigkeit des Skeptizismus über sich selbst muß verschwinden,
    weil es in der Tat ein Bewußtsein ist,
    welches diese beiden Weisen an ihm hat.

    Diese neue Gestalt ist hierdurch ein solches,
    welches für sich das gedoppelte Bewußtsein seiner
    als des sich befreienden, unwandelbaren und sichselbstgleichen
    und seiner als des absolut sich verwirrenden und verkehrenden
    und das Bewußtsein dieses seines Widerspruchs ist

    – Im Stoizismus ist das Selbstbewußtsein die einfache Freiheit seiner selbst;
    im Skeptizismus realisiert sie sich,
    vernichtet die andere Seite des bestimmten Daseins,
    aber verdoppelt sich vielmehr und ist sich nun ein Zweifaches.

    Hierdurch ist die Verdopplung, welche früher an zwei Einzelne,
    an den Herrn und den Knecht, sich verteilte, in Eines eingekehrt;
    die Verdopplung des Selbstbewußtseins in sich selbst,
    welche im Begriffe des Geistes wesentlich ist, ist hiermit vorhanden,
    aber noch nicht ihre Einheit,
    und das unglückliche Bewußtsein ist das Bewußtsein seiner
    als des gedoppelten, nur widersprechenden Wesens.“

    (Georg Friedrich Wilhelm Hegel, Phänomenologie des Geistes.)

    Was Hegel zum Herr-Knecht-Verhältnis sagt, betrifft hier die andauernde und komplett blödsinnige Diskussion von „Widerstand“ und „Anpassung“ – von „Entfremdung“, von „Macht“ und „Ohnmacht“ „Sinnlichismus“ und „Intellektualismus“ – von „Kontingenz“ und „Determination“ – dies alles sind Ersatzschaukampfplätze der Hegelschen Phänomenologie.

    Hier, auf diesen Seiten, als auch anderswo, ist Hegel weder widerlegt noch überboten worden.

    Hegel bleibt nach wie vor der trockene Verwaltungsbeamte für unsere Probleme.

    • Pepper sagt:

      @snopes Bei den Worten „Mammutroman“ und „Literatur-Affizinados“ entsichern sich bei mir die Hellfire-Raketen an meinem Apache-Hubschrauber.

    • Paul Reichenbach sagt:

      Es ist erstaunlich,

      welche Wortkaskaden ein einfaches Zitat, hier von Simmel, das nur simpler Einstieg in eine innere Verfasstheit sein sollte, auslösen kann. Ich hab nix gegen Hegel und auch gegen kleine Hegeleien ist nichts einzuwenden, sofern ihr Häkelmuster sich nicht in süchtiger Dialektik zeigt, auf die Goethe schon misstrauisch hinweist. … Für den 18. Oktober 1827 notiert Eckermann : „Hegel war hier… Sodann wendete sich das Gespräch auf das Wesen der Dialektik. »Es ist im Grunde nichts weiter«, sagte Hegel, »als der geregelte, methodisch ausgebildete Widerspruchsgeist, der jedem Menschen inwohnt, und welche Gabe sich groß erweiset in Unterscheidung des Wahren vom Falschen.« Wenn nur«, fiel Goethe ein, »solche geistigen Künste und Gewandtheiten nicht häufig gemißbraucht und dazu verwendet würden, um das Falsche wahr und das Wahre falsch zu machen!« »Dergleichen geschieht wohl«, erwiderte Hegel, »aber nur von Leuten, die geistig krank sind.«

    • G.F. sagt:

      Danke, Herr Reichenbach Für dieses schöne Zitat. Aber sie selbst müssten einsehen, dass auch dieses kleine Gespräch zwischen Hegel und Goethe in dem Hegelzitat oben eingebettet als auch vorweggenommen ist.
      … Gottseidank hat Goethe als auch Eckermann die kleine Spitze nicht registriert, die in der Antwort von Hegel gegen Goethe durchaus auch enthalten hätte gewesen sein könnnen.

    • Joseph von Hazzi sagt:

      ach, wie war die zeit doch klar
      der meister groß in weimar saß
      als goethe staatsminister war
      und hegel oft bei humboldt aß…

      (montgelas)

    • montgelas sagt:

      Mein lieber Hazzi, wenn zitieren dann richtig. Bei Humboldts! Es waren 2 ! Alexander u. Wilhelm.

    • Joseph von Hazzi sagt:

      Pardon. ich habe noch mal genauer nachgeschaut. Die ersten zwei Strophen ihres „Schunkellieds“ sind als Einwurf besser geeignet, meine ich.
      ach, wie war die zeit noch klar
      der meister groß in weimar saß
      als weiser staatsminister gar
      und hegel oft bei humboldts aß.

      als der wind mit weitem plan
      hielt mal seinen atem an
      und das kleid der sansculotten
      nicht zerfressen war von motten
      …………………………….

    • G.F. sagt:

      Dazu Zerfressen von Motten
      hängt man das Kleid
      der Sanscoulotten
      hier in Hegels Inventar?
      Es wäre nicht gescheit.
      weil Hegel selbst kein Sanscoulotte,
      und auch kein Hegelianer war.)

    • Paul Reichenbach sagt:

      Dass Hegels Antwort eine kleine Spitze in Richtung Goethe enthalten soll, halte ich für bloße Spekulation. Sie waren sich relativ einig, nicht nur in dieser Frage.

    • montgelas sagt:

      Hegels Inventar? Ein Kitt

      für Marx
      bis Benjamin

      und Schmitt.
      🙂

    • G.F. sagt:

      @montgelas ….und für und für und für…kanns ja auch nicht ändern, der Aufmerksame wird oben auch erkennen, dass der Hegel sogar die Postmoderne schon mitformuliert hat. Derrida hat sich darüber sehr geärgert, deshalb wollte er ihn dekonstruieren. Was natürlich Unfug ist: Weil Hegel selbst schon dekonstruiert hat
      Aber Hegel benutzen zu wollen, heißt: ihn nicht verstanden zu haben. Er ist auch nicht als Gebrauchsanweisung misszuverstehen, sondern als eine Aufforderung, ihm zu entkommen. Das ist leider noch nicht gelungen, und steht somit noch aus.
      Bis dahin gilt: In absterbenden Epochen immer schön stoisch bleiben. Und den heraufziehenden gegenüber immer schön skeptisch, dann lebt man ungefähr immer die richtige Stelle und möglichst weit vorn.

    • montgelas sagt:

      Weit vorn?

      Weit vorn ist, wo der Widerspruch aufhört: Nichts.

      Schönen Tag noch.

    • Günther Kleff-Brutzler sagt:

      in totalitären Systemen wird widersprüchliches ausgeschaltet.
      je mehr dies passiert, desto mehr nähert man sich einem „nichts“ –
      sprich einem zwangsläufigen Kollabieren.
      Stagnation ist der Vorbote eines Zerfalls, welcher auf totalitärer
      Harmonisieung ( oder Homogenisierung ) beruht.
      Widersprüchliche Wechselwirkungen unter Bewusstseinen und derer Folgen
      innerhalb von Selbstbewusstseinen wären verhindert gemacht.
      Es gälte unter solchen ungünstigen Bedingungen der Beweis zu erbringen,
      ob sich ein System unter totalitären Bedingungen einer kompletten Widerspruchslosigkeit auf immer und ewig auf ein und demselben Niveau
      aufrechterhalten liesse.
      These.
      Für eine so gelagerte Beweiserbringung kann man aber keine experimentelle
      Realität schaffen und hielte man an totalitärem fest, so würde dieses Festhalten
      so viel Kraft kosten, dass ein Niveau zwangsläufig nicht zu halten wäre.

    • pop pupser artsy sagt:

      @ haltung gegenüber totalitärem expansion eines kontrafaktischen oder ein aufbruch zu rückwärtigem ?
      das kontrafaktische kann nur sich argumentativ innerhalb eines erwehrens
      gegenüber faktischem expandieren, ohne argumentativ auf das faktische
      eingehen zu müssen.
      es erweitert somit stagnationsprozsse innerhalb einer permanenten kontradiktion.
      die maschine des perpetuellen widerspruchs optimiert immer gleiches.
      ein aufbruch in rückwärtiges – welcher noch höchst affirmativ oder gar
      konvulsiv bis in paroxyistisches hinein wäre, liesse sich nur noch als
      inhaltsleerer affekt einer permanenten triebentladung positiv bilanzieren.
      dem netsprach eine sexuelle revolution.

    • G.F. sagt:

      @Kleff-Brutzler, pop-pupser-artsy Nun, ich glaube, in totalitären System wird Widersprüchliches nicht ausgeschaltet, vielmehr integriert in eine dynamisch (technische) Wechselwirkung von Terror-Antiterror, wobei der totalitäre Staat daraus seine Legitimationsmauer baut – nach innen gegen den „Widerstand“ – nach außen wider den Gegenstand.

      @pop-pupser artsy

      triebentladung, sexuelle Revolution – das finde ich schon einen interessanten Hinweis. Ich vermute, dass es aber zugleich oder parallel eine Triebentladung in die Technik hinein ist. Sex wird Technik, wo sich offenbar bereits schon ankündigt die Rekursion: Technik wird Sex.
      Die Innovationen des freiheitlichen Systems, seine Erfindungen, könnten das nicht auch schon Triebentladungen sein?

    • Günther Kleff-Brutzler sagt:

      @ F.H Dynamik bedeudet Wechselwirkung.
      In einem totalitären System wird Widerspruch ( welcher auch innovativ
      sein kann ) unterdrückt bishin zur kompletten Elimination.
      je totalitärer ein System, desto mehr verliert es ( also ) an Dynamik –
      Dynamik wird zum Zirkulieren ( der Maschine, so sie wollen ) bis der Treibstoff
      zu Ende ist.
      Aus stagnierenden Zirkulationsprozessen einer permanenten Wiederholung wird
      bei faktischem Stillstand der Zerfall eingeläutet.

    • pop pupser artsy sagt:

      @ G.F. sicherlich lassen sich zu allem sexuelle bezüge herstellen.
      fakt aber ist dass sexualität an körperlickeiten eines organischen gekoppelt ist –
      in hervorragender weise am menschen ablesbar, dessen mannigfaltigkeiten des
      sexuellen vollzugs alles tierische in completo abbilden
      ( und somit im grunde übersteigen )
      das technische als sexualität aufzufassen halte ich für eine imagination.
      diese kann nur stattfinden, insofern sie in relaxationsräumen ( pausen ) ausserhalb des faktischen sexuellen vollzugs auf vollzug selbst reflektiert.

    • pop pupser artsy sagt:

      ich greife ihrer antwort noch kurz vor ich setzte eben in klammern :
      ( und somit imgrunde übersteigen )
      korrekter ausgedrückt heisst das selbstverständlich
      und somit SCHON übersteigen.
      ich klammerte allerdings den strudelwurm aus oder ähnliches aus.
      sehen sie mir das bitte nach.

    • G.F. sagt:

      danke Kleff-Brutzler das würde ich absolut unterschreiben. Totalitäre Systeme sind gedämpfte Schwingkreise mit einer begrenzten Schwingungsdauer, Lebensdauer. Genau.
      Ihre stabilisierende Wechselwirkung verbraucht sich, nach dem sie sich abgeschottet, einbetoniert haben. Sie müssen irgendwann zusammenfallen.

    • G.F. sagt:

      @pop pupser artsy gut, das thema hatten wir hier schon mal, ich glaube es gibt Hinweise auf eine Tendenz, dass sich 1. der Sex von der Fortpflanzung abkoppelt. (samenspende, invitrio, verhütung…. etc…)
      2. das hat Huellebeq thematisiert: Damit geht die „sexuelle Befreiung“ einher, was wiederum bedeutet, dass der Sex jetzt obschon „freier“ zugleich auch verfügbarer wurde, was wiederum bedeutet, optimistisch betrachtet: viel mehr Sex steht weniger Fortpflanzung gegenüber.
      2.a als Einwurf – dies ist eine Folge von Technik (Kautschukkondome, Pille)
      2.b als Einwurf – die Fortpflanzung wird planbar und kann damit in den technisch-ökonomischen Wirtschaftsprozess „eingetaktet“ werden, was so viel heißt: Frauen müssen sich heute beinahe dafür entschuldigen, wenn sie mal ein Kind kriegen wollen.
      2. c Durch die Planbarkeit von Sex und Fortpflanzung, ist auch die Frau „freier“. Was macht sie mit Ihrer Freiheit? Sie möchte eigenes Geld verdienen und auch Kariere machen – was wiederum der technischen technisch ökonomischen Entwicklung zugute kommt.
      Pesimistisch betrachtet mit Houlebeq: Der Sex wird zur gestischen oder habituellen Währung unter sexuell Besitzenden. Er kann selbst gehandelt werden. Es bildet sich eine Klasse von Sexhabenden und Sexnichthabenden.
      Aber das will ich hier nicht entscheiden.
      Möglich ist aber , das die Triebe der Sexnichthabenden heute durch Lusterlebnisse , Stimulation im Umgang mit und an der Technik aufgefangen werden. Oder nach alter Manier in Arbeitswut als Workoholic etc…

    • pop pupser artsy sagt:

      @ antizipation ? ich sprach noch nicht von fortpflanzung.
      ich sprach von der vielfältigkeit, sexualität auszuüben.
      ich erkenne in jener ganz deutlich etwas ein tierisches übersteigendes.
      ( onanie & homosexualität gibt es z.b. bei affen )
      fellatio wäre mir aus dem „tierreich“ nicht bekannt.
      ….
      was wollen sie folgern ?
      insofern eine frau arbeitet, reduziert sich ihr interesse an sexualität hervorgerufen
      durch eine erschöpftheit durch arbeit.
      oder die frau beginnt zu sublimieren und vergisst dabei ihre körpersignale.
      oder die frau erkennt in stereotypen arbeitsprozessen ihre sexualität wieder
      ohne beides befriedigend miteinander verknüpfen zu können.
      usw.
      …..
      „Pesimistisch betrachtet mit Houlebeq: Der Sex wird zur gestischen oder habituellen Währung unter sexuell Besitzenden. Er kann selbst gehandelt werden. Es bildet sich eine Klasse von Sexhabenden und Sexnichthabenden.“

      auf was sollte so eine aussage abzielen – auf prostitution ?

    • G.F. sagt:

      Fellatio im Tierreich gibt es tatsächlich. Beim Orang Utan zum Beispiel, aber, wie google mit Link auf wissenschaftliche Literatur zu berichten weiß: Fellatio beim Orang Utan dient auch zur Ernährung.

      zum anderen: Vielleicht spielt hier auch das Gewerbe mit rein, was ich aber noch glaube. Der Sex wird, weil jetzt der Ökonomie anheimgestellt, auch zum Leistungsmerkmal. Und damit macht er möglicherweise nicht mehr so viel Spaß, weil er plötzlich aus der Kategorie des Sexmachens in des Sexhabens übergewechsel ist. Aber dieser Machen-Haben- Wechsel könnte möglicherweise insgesamt auch lustdämpfend sich auswirken.

    • diadorim sagt:

      die idee von der sublimierung erkennt nicht an, dass wenn etwas nicht ist, vielleicht einfach nur nicht sein könnte, im grunde ist sie selber eine maschine, die den stillstand nicht duldet.
      dass, wer keinen sex mit anderen hat, weder sublimiert noch viel vermisst, mag die ausnahme sein für unser freudvertrautes empfinden, aber man muss davon ausgehen, dass es sie gibt.
      kant hat sicher kein werk aus sublimierung erschaffen. er hat vielleicht einfach seine zeit mit etwas anderem ausgefüllt. die tatsache, dass, wenn man etwas nicht bekommt, was man gern hätte, was sich in der regel ja nach dem richtig, was andere auch haben oder gern hätten, und dann etwas anderes macht, verweist doch unter umständen weniger auf das nicht erlangte als absoluten wert, als vielmehr auf das, was nun stattdessen erreicht wurde und sich nicht allein in die sublimierung zurückholen lässt und ein neues begehren kreieren kann.
      fellatio gibt es im tierreich durchaus, ist von bonobos bekannt. bei cyber- und telefonsex hinken sie vermutlich aber etwas hinter her, obwohl kölner orang utans sich nachweislich durch menschliche pornos anregen lassen, nur die remote controle macht ihnen vermutlich etwas schwierigkeiten.

    • pop pupser artsy sagt:

      onkidonki stiess gerade auf einen recht umfassenden artikel dazu im netz.
      und dass tiere spass an sex haben dürfte wohl auch ausser frage stehen.
      tjaja.
      ansonsten erörtere ich hier ungern weiter weil sich auch noch der ausdruck
      triebökonomie einspeisen liesse – nein ein wenig naevität erhalte ich mir lieber.
      die frage ist für mich eher, was ich eigentlich als für mich persönlich als attraktiv seiend auffassen darf ( oder muss )
      muss wäre „programm“ – darf wäre eine expandierende entgrenzung einem zwanghaften programm gegenüber, sprich eine erweiterung hinsichtlich subjektiver kriterien jemanden als attraktiv aufzufassen.
      „lieber ne blinde im bett als ne taube auf dem dach“ tönte man lautstark in anachronistischen zeiten.
      da bedurfte es einer umformulierungskunst.
      bedarf es wohl stets zu immer feiner werdendem.

    • Georg Friedrich Wilhelm Hegel sagt:

      Wenn man sich gegenseitig riechen kann, ist das schon die halbe Dialektik.

    • diadorim sagt:

      die frage ist viel einfacher und evolutiv längst beantwortet worden, nur unter bestimmten verhältnissen gibt es einen ausschließenden zusammenhang zwischen unattraktivität und sexualität.
      ne blinde im bett? wieso blind? den verstehe ich nicht.
      ich denke, man kann sich nicht zwingen, wen attraktiv zu finden, den man nicht attraktiv findet, aber vielleicht hat einer zur attraktivität ein gleichgültigeres verhältnis als ein anderer, das sicher. und, von wie vielen schönen ist man denn tatsächlich gleich so affiziert, dass man sich nichts sehnlicher wünscht, als umgehend mit ihnen sex zu haben? ist es denn tatsächlich so, dass man alles, was man haben könnte, auch haben wollte? oder lehrt einen nicht auch manchmal, was aimee mann singt: you got what you want now you can hardly stand it.

    • Georg Friedrich Wilhelm Hegel sagt:

      Kommt wohl auch bissel auf den sexuellen Notstand an, wen oder was man attraktiv findet, also da kann die Lage wohl sehr flexibel werden.

    • diadorim sagt:

      wenn es sublimierung gibt, dann dürfte es ja strenggenommen gar keinen notstand geben.

    • pop pupser artsy sagt:

      @ hegel – insofern der mensch ein vomeronasales organ besitzt ( welches für die wahrnehmung von feromonen zuständig wäre ) wäre es zu klären inwieweit ein solches noch z.b. mit dem rhinenzephalon verschaltet wäre oder als autonom aufzufassen wäre.
      desweiteren wird sich aber eine – ja wohl unbewusst verlaufende – subjektive „feromoninterpretation“ noch mit frühkindlichen prägungen oder prägungen generell theoretisch in verbindung bringen lassen.
      @ diadorim :
      ein mensch kann sich sicherlich umprogrammieren.
      gewohnheiten werden hinterfragt, gewohnheiten werden durchbrochen.
      aber eigentlich wollte ich das noch schnell dem riechenden hegel zuposten.

    • Georg Friedrich Wilhelm Hegel sagt:

      Ich glaub, das ist eine Frage der Interpretation. Wäre ein Schaf oder ein Kürbis jetzt Sublimierung oder noch Sex?

      Heißt mit jemanden Nichtsoattraktiven zu schlafen, man sublimiert?

      Andererseits: Ist die Kritik der reinen Vernunft, ist das nicht auch sexy?

    • diadorim sagt:

      man sieht nur mit der nase gut, das wesentliche stinkt dem auge. hm.

    • Georg Friedrich Wilhelm Hegel sagt:

      @ Von wegen der Na(s)ivität, die man nicht ganz verlieren will. die Sachen mit den Feromonen scheint geklärt. Das Sympathiemuster ist hier auf Mischung, Diversifikation eingestellt. Soll heißen. Jemand riecht um so attraktiver, wenn er für den Riechenden eine möglichst gute Gen-Kombi in die Gegend dünstet.
      Der Gerochene darf gerade nicht so riechen wie man selbst, das würde man als unattraktiv empfinden. Der Evolution geht es immer um Mischung, und da riecht das „Andere“ der „fremde“ Genpool, das wäre der Pool, der am weitesten von Inzucht entfernt ist, umso attraktiver. so jetzt ist auch das entzaubert.

    • diadorim sagt:

      na, ein schaf oder ein kürbis (kürbis? hm, ok, meine mangelende fantasie, aber kürbis? einer, der von helloween übrig blieb?) ist keine sublimierung, es sind nur andere stimuli, die aber ja doch zu dem führen, was man anstrebt, wenn man so will, aber da nicht davon auszugehen ist, dass in jedem fall die mittel so gewollt sind, sondern ersatz, ist das dann vielleicht eine teilsublimierung, denn es wurde ja nicht zur gänze die handlung ersetzt, sondern nur unter erschwerten bedingungen ausgeführt. aber durchaus denkbar, dass einem kürbisse auch reichen können unter zweckrationalen und ökonomischen gesichtspunkten. who knows.

    • Georg Friedrich Wilhelm Hegel sagt:

      Das Riechen ist verschaltet mit dem gehirnphysiologisch ältesten und archaischsten Teil des Gehirns – dem limbischen System – wenn ich mich jetzt nicht irre. Da geht auch der Geschmack hin. Also das knallt dahin direkt durch, beinahe ohne Kontakt mit der bewertenden Rinde.

    • diadorim sagt:

      warum nur betreibt man dann noch so viel fassadenschnickschnack?

    • pop pupser artsy sagt:

      die betonung liegt auf scheint, werter hegel.
      1. wer weiss was eine gute gen-kombi ist –
      weiss man das schon ?
      2. es zeichnet die feromone doch gerade aus, dass man sie eben nicht riecht –
      also dass unser gehirn sie eben nicht als gerüche wahrnimmt.

      ansonsten bringe ich sublimierung mit triebaufschub in verbindung und nicht
      mit sex mit tieren / tierischem, früchten oder gegenständen.
      wenn sie den ausdruck karezza aufsuchen so tut sich eine weitere spielart des
      sexuell möglichen auf.

    • Georg Friedrich Wilhelm Hegel sagt:

      Feromone werden gerochen, aber unbewusst. es sind Moleküle im Schweiß. Sie werden unbewusst wahrgenommen, also gerochen. Es gibt Rezeptoren dafür. Zu dem Bewertungszusammenhang hat es Versuche gegeben mit signifikanten Ergebnissen.

      Aus den genannten Gründen ist zum Beispiel kann auch Tierschweiß oder der Duft von Blüten eben erotisierend wirken, weil sie einem noch weit fremderen Genpool entstammen. Was jetzt nicht heißt, dass man sich mit ner Rose paaren könnte.

    • diadorim sagt:

      hm, mir fällt dazu incredible knowing ms rinck ein:

      „Die Dings sagt, da könne sie ebenso gut mit einem Tier kommunizieren, so groß sei der Unterschied gar nicht. Das, was mir als der aus meiner Ansprache bezogene Reichtum erscheint, spiegelt einfach nur die Höhe meiner Projektionsleistung wider. Ach, diese tiefen Augen, als könnte ich auf den Grund schauen und dort mich selber taumelnd gehen sehen. Und über Wochen hin habe es sich wirklich angefühlt wie Kommunikation. Dann sei ihr klar geworden, dass es sich nicht mal um ein Tier handeln müsse, auch ein lieb gewonnener Gegenstand biete eine ähnliche performance.“
      aus: Ah, das Love-Ding (Buch)

    • Georg Friedrich Wilhelm Hegel sagt:

      Fassadenschnickschnack die Frage ist berechtigt. Ich denke, weil unsere Kultur sich darauf geeinigt hat, dass ihr Fortkommen nicht nur und ganz unbedingt an sexuellen Funktionalismen gekoppelt ist. Es spielen eben auch Sozialkompetenzen eine Rolle und Bildung .
      Trotzdem wirken die archaischen Sachen unten drunter noch mit.
      vielleicht, dass Kultur auch die Kunst ist, sich nicht mit dem Maximum sondern einem gemischten Mittel an Annehmlichkeiten einzurichten.
      Und am Ende sind die Beziehungen die besten, wo man sich auch mehr als einfach nur riechen kann. In einer Kultur übernimmt die Technik ein Teil der archaischen Funktionalismen. Das fängt beim Lippenstift an und hört beim Schmuck oder beim Geld sicher nicht auf.

    • pop pupser artsy sagt:

      für mich ein nettes wort zum donnerstag, hegel.
      aufauf zum lim.bitchen. 🙂

    • Georg Friedrich Wilhelm Hegel sagt:

      ja, lustiges wort oder ein drink, 1 limbitch/wodka bitte

    • pop pupser artsy sagt:

      ach noch ein songtitel von zappa dazugereicht we’re only in it for the money.
      ( ein wenig allzu aufs geld ausgewesen der alte )

    • Georg Friedrich Wilhelm Hegel sagt:

      da hat der vielleicht auch garnicht so unrecht irgendwo, Geld stinkt ja nicht

    • pop pupser artsy sagt:

      äh sorry – war wohl ein album.
      nobodys perfect i guess.
      sorry.

      … non olet … naja, kommt ganz drauf an wos gebunkert ist.

    • pop pupser artsy sagt:

      kurz @ diadorim „you got what you want now you can hardly stand it. “
      das scheint mir auf eine arg spezielle perfomance hinzuweisen.
      hochgradig egoistisch.

    • diadorim sagt:

      nein, das weist nur darauf hin, dass der wille nicht mit glück, was man empfindet, wenn man ihn bekommt, kongruieren muss, dass man aber davon in der regel ausgeht, sonst hätte man ihn ja sicher nicht, diesen willen.
      das lied ist aus dem soundtrack für den film magnolia und heisst wise up, it s not what you thought, when you first began it. wir wissen wenig über unser begehren. wir wissen fast nichts von der liebe und vom sex erzählen wir uns märchen.

    • pop pupser artsy sagt:

      @ diadorim da ich nicht weiss wer ihr seid und was ihr so an erfahrungen machtet oder gerade
      macht so bäte ich irgendwie um eine nähere erläuterung.
      aber das bliebe jetzt ihnen überlassen, da zu entfalten, soll heissen ich kann
      auch so eine ganz offensichtlich vorhandene unschuldigkeit locker akzeptieren.

    • diadorim sagt:

      „ich kann auch so eine ganz offensichtlich vorhandene unschuldigkeit locker akzeptieren.“

      das ist ein sehr weiser satz, der gefällt mir sehr gut dieser satz. der kann für sich stehen.

    • Georg Friedrich Wilhelm Hegel sagt:

      @diadorim Die Antwort hat aber echt auf sich warten lassen. verzerrtes Wort: tand.

    • diadorim sagt:

      auf schöne frauen wie auf schöne antworten muss man immer bisserl warten.
      weil die immer bisschen brauchen, man weiß nicht wofür eigentlich.
      reine selbstbeplauschung, oder zu lange bei der frühstücksbelagsberatung verbracht. ich war neulich mal sehr neidisch auf den riesen teller spargel hier, die spargelzeit, ach, sie zieht so ganz an mir vorbei, ich kann nur sublimi-hie-hie-hie-hie-hie-ren. gestern gabs thunfisch in nusskruste. der fisch, der reisst es.

    • Günther Kleff-Brutzler sagt:

      o-o-o : jetze hör ick den Herrn Reichenbach schon schnauben voller Grimm –
      die Kulinarik jetze ooch noch uffdie Tella von die schamnharten Etüdissn.
      has ala art ?
      reh ne va plü ?
      Werd Se mal jelejenlich uf ihra Tajebucheintreeje ufsuchn oda bei die Mitschrift
      zu deen Her Passolinni !
      ( den artsy puuper hack ick mia schon jekrallt un einjebuchtet, abba juut vasorcht,
      keene bange – man iss ja keen unmensch – schöne jrüsse übrijens von em )

    • Paul Reichenbach sagt:

      Quatsch !!- Schnauben tu ich ins Taschentuch und Grimm brauche ich nur zum Nachschlagen.

    • günther kleff-brutzler sagt:

      danke werter herr reichenbach mir fehlte doch bloss eine art opener für letztes post.
      wünsche ihnen aufrichtig angenehme tage !
      ……………………………………………
      p.s.
      werde mir das nächste mal beim kommentieren ein wenig mehr zeit lassen –
      sie hatten ja so gut wie völlig recht innerhalb ihrer beurteilung

    • Aro von Gant sagt:

      Die Neigung des Personals, sich in gewissen Häusern gelegentlich als Herrschaft zu travestieren, ist ja hinlänglich bekannt. Im Empfehlungsschreiben von Herrn Reichenbach war dies vermerkt als ein – nun – sagen wir: milieubedingter kleiner Makel – der aber durch seine Sorgfalt bei der Automobilpflege, sowie bei der Aufsicht über die Vorratskammern als in befriedigender Weise aufgewogen dargestellt wurde. Im übrigen war hier auch annonciert worden, dass Herr Reichenbach „an guten Tagen“ durch sein Auftreten die wandelnden Gäste bei Hof und auf dem Gute zu unterhalten, ja gelegentlich auch zu inspirieren verstünde.
      Insofern soll es hier vorerst mit einer kleinen Rüge sein Bewenden haben.

    • Bluh sagt:

      Was meinen Sie damit?

    • diadorim sagt:

      er tut uns einen drauf aus, das ist damit gemeint.

    • Bluh sagt:

      Oh je, oh je, ich sollte das blödsinnige Fragen einstellen und diesen cOmputer abstellen. Aber was meinen Sie mit „er tut uns einen drauf“?

    • diadorim sagt:

      drauf aus

      wir kriegen noch was raus

      schladerer, wenigstens

    • günther kleff-brutzler sagt:

      es ging um das format – etüde – in konnexion mit dem ( einem ) inhaltlichen.
      also ein umreissen oder äusserstes grobskizzieren war zu recht beanstandet.
      für meine begriffe zurecht.
      ich reagierte darauf missverständlich ironisch – das war der lapsus nr. x

    • günther kleff-brutzler sagt:

      @diadorim – schladerer nehm ein kirsch –
      ( bald ist die zeit der kirschen )

    • diadorim sagt:

      kirsch die dür net zu
      birne rules

    • Aro von Gant sagt:

      Diadorim, kommen Sie doch bitte mal. Ich muss Ihnen sagen, dass ich nicht mehr zufrieden mit Ihnen bin. Sie haben in letzter Zeit öfter das Geschirr fallen lassen und verwickeln Gäste des Hauses in Gespräche, die niemand versteht. Ich kann das nicht dulden. Sie bekommen hier Mahlzeit und Logis und zwei freie Tage im Monat, dazu in diesem Jahr ein hausfreies Weihnachten. Darüber hinaus habe ich ihnen erlaubt, das schwere allmorgentliche Anheizen der Esse im Seitenflügel der Marie zu übertragen. Ein Entgegenkommen, weil ich sie für eine aufsichtsführende Position geeignet halte. Wenn sie sich jetzt in Nachlässigkeiten und mit Unverträglichem bei Gästen dafür revanchieren, enttäuschen sie mich.

    • OWL sagt:

      kleine Sprachkunde Niederdeutsch: „Kehr, Hemmann – öhl hier nich rum, reiß de hand ausse buchse un tu een uus.“

      zu hochdeutsch:

      „Nun, lieber Hermann, ich habe den Eindruck, Du wolltest nicht lange darum herumreden, sondern dem Barmann einen Fingezeig geben und uns ein kostenloses Getränk spendieren.“

      Allet klärchen?

    • diadorim sagt:

      aber dem hannes sein pferd lahmt. wenn dem hannes der gaul druff jeht, wat meenen se, icke, also, dat müssen se doch verstehen, wir hattens aufjebot doch schon bestellt. wat iss denn sonne bierkutsche ohne den gaul. aber bier wollense alle haben, aber wennset nich vom hannes kriejen, dann lassenset sich vom konkurrenzjeschiebe vor die futterluke rollen, als wenn der mensch auch nich mehr wert wie en gaul iss. ick dachte, sie sind sozialist.
      dem hannes sein klepper kann zählen! der kluge hannes und sein pferd, det hat die rechnung schon vor dem wirt jemacht. so ein gaul, den bringen se doch nich zum abdecker, der zählt ihnen sonst noch die tränen vor, die se noch weinen werden, bisse ihn zur wurst gemacht ham.

    • Aro von Gant sagt:

      Diadorim Das ist ungezogen. Betätigen Sie bitte Sprache.
      Ich denke, wir haben zu tun. Das Bier holen überlassen wir dem Johannes. Ich habe ein Kabel von Fräulein Martens, dass wir nächste Woche das neue Lastautomobil erwarten können. Das Pferd soll nun in Gottes Namen noch einmal angeschaut werden und auch noch sein Brot bekommen. Aber es war das letzte Mal. Besorgen sie die Freimachung der Nebengelasse, schauen Sie nach der Waschküche und befleissigen sie sich. Keine Widerrede mehr. Denken Sie daran, dass wir heute Nachmittag eine Gesellschaft haben.

    • diadorim sagt:

      der geheimrat besucht sie nun seit fuchzig jahren. scho recht, soll ich das turmzimmer vorheizen? bringt er die gemahlin mit? schläft sie extra?
      gehen sie morgen früh auf die pirsch? dann sag ich der geli noch, sie soll die stiefel fetten und dem carlo, er soll sich um die munition kümmern.

    • Aro von Gant sagt:

      @Diadorim Wir erwarten den Geheimrat ohne Gemahlin. Sie hat es am Zahn. Er schläft im grünen Zimmer. Stell da den Topf unters Bett und die Schüssel bereit. Wir werden sehen, was das Wetter bringt. Carlo soll vorläufig zwei Büchsen präparieren, von den englischen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.