Trainertag. Arbeitsvermerk am Montag, den 22. Januar 2018. Darinnen Pheromone.

[Mörfelder FFM, 7.29 Uhr]

Ich muß hier mal wieder was eintragen, sonst halten, Freundin, meine Leser:innen mich für tot. Wer indes könnte lebendiger sein… oder sagen wir, korrekter, lebender? Nur daß derart viel, wie gesagt wird, „anliegt“ (wobei es eher dasteht und drängelt, ja rempelt) und doch noch immer der geplante lange Fuerteventuratext nicht verfaßt werden konnte (teils aus Gründen einer für ihn sehr nötigen Distanzfindung), daß ich erst einmal gar nichts schreibe, jedenfalls hier in Der Dschungel. Wobei „gar nichts“ ja nun nicht mehr stimmt.Bin gestern nach Frankfurtmain gefahren, habe mit meiner Do zu Abend gegessen und hier bei ihr auch übernachtet; dummerweise geht es ihr heute morgen nicht gut. Ich versichere Ihnen, daß nicht ich daran schuld bin.
In etwa anderthalb Stunden werde ich aufbrechen, Treffen mit meiner in Seminarangelegenheiten Chefin >>>> Phyllis Kiehl um halb zehn, und um zehn-voll beginnt der diesjährige Trainertag von >>>> START ´. (Habe ich schon erzählt, daß Chefinnen mir seit je lieber als Chefs gewesen sind? Sie sind „einfach“ klarer, gezielter und geschickter, sowie weniger eitel und gleichzeitig, in aller Regel meiner Erfahrung, menschlicher. Und dennoch, ihr Antisexisten, nehme ich sie als Frauen wahr, nicht etwa als neutrale Funktionswesen, wie ihr’s gerne hättet und zur Vorschrift machen wollt. Auch Schülerinnen werde ich stets erotisch wahrnehmen; es anders zu halten, wäre eine Beleidigung ihres Geschlechts. Etwas als etwas wahrzunehmen, bedeutet aber mitnichten, irgendeine Realisierung auch nur zu wünschen oder gar zu wollen. Anstelle den Menschen ihre erotische Wahrnehmung zu coupieren – und damit sie selbst insgesamt –, bringt ihnen besser die angemessenen Umgangsformen bei – die hunderttausend Spielarten der Sublimation und des freien, von Zwecken „reinen“ Flirts, der eben auch ein Spiel mit dem Verzichtenkönnen, ja Verzichtenwollen ist, nämlich aus Einsicht. Dies, unter anderem, nennt sich Reife. Die Menschen statt dessen in Regelsysteme einzusperren, verhindert sie. Allerdings macht es sie, eben das ist gewollt, lenkbar: Sie werden zu replikanten Maschinen. Man muß nur noch die Knöpfchen an ihnen drücken, schon schnurren sie, wie der – eine contradictio in adiecto – Zeit„geist“ es will und die Ökonomie es braucht.)

Ihr wieder einmal
U n h o l d

(und das heute gerne)

Dieser Beitrag wurde unter Arbeitsjournal veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.