„… daß alle Natur zu klagen begönne.“ Zur Uraufführung von Detlef Glanerts Oper OCEANE an der Deutschen Oper Berlin. Bei Faustkultur.

Die Mythen schreiben der Meerfrau eine Sehnsucht nach der Seele zu, die sie vorgeblich nicht hat – eine sehr wahrscheinlich „christliche“ Auffassung, insofern sie jene an Tod und Auferstehung bindet und das böse Recht begründet, sich die Natur „untertan“ zu machen – mit den uns unterdessen nur allzu bekannten Folgen vom Massenschlachthof über den Kahlschlag in tropischen Regenwäldern bis zu den verklappten Meeren: „Ozeane voller Plastik“ übertitelte Sumofus den letzten Rundbrief.
Die spart die Uraufführung der „Oceane“ Detlef Glanerts – am 28. April 2019 in der Deutschen Oper Berlin – freilich aus, aber wohl auch, weil das Problem zur Zeit der Spielhandlung noch nicht akut war, jedenfalls nicht handgreiflich vor Augen lag. Statt dessen sehen wir auf einer breiten, tatsächlich hinreißenden Videoprojektion sowohl anfangs wie zwischen den Akten auf dem Vorhang und während der Szenen im Hintergrund das sich unrührbar bewegende Meer, aus dem sich im orchestral-chorischen Vorspiel das Gesicht Oceane von Parcevals gelöst hat, der Heldin der Oper, auf das die Kamera zufuhr, bis wir nur noch ihr linkes Auge sahen und in diesem wiederum das Meer: Eine Wassergeistin also g a n z, umflossen von ihrem Element, doch von ihm auch ausgefüllt, das Innen mit dem Außen identisch.

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Foto (©) oben: Bernd Uhlig

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